Shimano Acera 24 Gang Schaltung: Test und Erfahrungen

Die Acera-Schaltung wurde am MTB eigentlich nie so richtig ernst genommen. Qualitativ und technologisch vom Marketing noch unterhalb der Deore platziert, ist sie häufig an günstigen Einsteiger-Mountainbikes verbaut. Beispielsweise an Hardtails der Klasse um 500-600 Euro. Kein Wunder also, dass sie von vielen eingefleischten Mountainbikern als minderwertige Schaltgruppe nie so richtig beachtet wurde.

Neuerungen und Verbesserungen der Shimano Acera

Jetzt nimmt Shimano den Kampf gegen diesen Ruf auf. Die Acera wurde für 2015 stark überarbeitet und außerdem in eine Trekking- und eine MTB-Variante unterteilt. Die wichtigste Info vorneweg: Die Acera-Gruppe bleibt eine Neunfach-Schaltung. Außerdem übernimmt sie für 2015 viele Merkmale der teureren Schaltgruppen. Die Trekking-Variante behält die einfarbige Kurbel und grenzt sich vor allem durch eine auf Langstrecke angepasste Übersetzung von der MTB-Variante ab. Die MTB-Variante präsentiert sich wesentlich sportlicher als bisher. Eine dynamisch gestaltete Kurbel und überarbeitete Schalthebel mit Ganganzeige sorgen für eine hochwertigere Optik.

Außerdem verfügt das neue Acera-Schaltwerk über die Shadow-Technologie, die mit einer härteren Feder Kettenschlagen minimieren soll und bisher den höherwertigen Shimano-Gruppen vorbehalten war. Der Umwerfer fällt 2015 schmaler und kürzer aus, um auch für breite Reifen und 29 Zöller die nötige Reifenfreiheit zu bieten. Die Kurbel mit der Übersetzung 40-30-22 Zähnen soll den nötigen Vortrieb mit ihren 27 Gängen auch für 29 Zoll-Bikes garantieren.

Hydraulische Scheibenbremsen und Shadow-Technologie

Die auffälligste Neuerung ist aber wohl, dass die V-Brakes der alten Acera-Gruppen für 2015 durch hydraulische Scheibenbremsen ersetzt wurden. Hydraulische Scheibenbremsen, eine eigene MTB-Variante und die Shadow-Technologie im Schaltwerk sollen das jetzt ändern.

Erfahrungen und Eindrücke von Fahrern

Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln. Die Sitzposition fällt moderat sportlich aus, was das Bike für MTB-Einsteiger interessant macht. Das Comanche richtet sich an MTB-Novizen, die Touren in moderatem und nicht zu verwurzeltem Gelände fahren.

Zur Bewältigung von Uphills stellt das Bike seinem Fahrer per 3×8-Kettenschaltung von Shimano (Acera) 24 Gänge zur Verfügung. In Abfahrten ist der Spaß am größten, weil das Gewicht unwesentlicher wird: Hier erweist sich das Morrison dank 29“-Laufrädern als laufruhig, schluckt die einfache Suntour-Federgabel größere Schläge ganz passabel weg.

Typisch Einsteiger-Federgabel, bleiben die Justageoptionen zur individuellen Anpassung hier leider auf die Vorspannung der Stahlfeder und die Blockierfunktion per Lenkerfernbedienung begrenzt. Apropos: Zu deren Absorption arbeitet das Bike mit 100 mm Federweg an der Suntour-XCM-Gabel.

Resultierend aus den günstigen, naturgemäß schweren Komponenten und der schweren Gabel, wiegt das Comanche 29“ propere 15,65 Kilo. Das hohe Gewicht des Comanche zeigt sich beim ersten Antritt: Hier will eine gesunde Portion Muskelkraft eingesetzt sein, um das Bike auf Tempo zu bekommen. Sportlichen Esprit legt das Morrison bei der Kraxelei nicht an den Tag, was angesichts seines Gewichts freilich nicht überrascht. Sprich: Für lange Anstiege braucht man eben länger.

Alternativen und Ergänzungen zur Acera-Schaltung

Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich. Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.

Hier ist eine Übersicht über weitere Shimano-Schaltgruppen:

  • Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert, robust und preisgünstig.
  • Shimano Altus: Solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Alivio: Geeignet für Alltagsfahrten und leichtes Gelände, reibungslose Schaltvorgänge und stilvolles Design.
  • Shimano Deore: Hochwertige Schaltgruppe für Gelände und Mountainbike-Touren, robust und zuverlässig.
  • Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt und präzise.
  • Shimano Deore XT: Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel und robuste Bauweise.
  • Shimano XTR: Für höchste Ansprüche an die Leistung des Mountainbikes, schnelle und präzise Schaltung.

Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß.

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