Schaltungen gehören bei Erwachsenen-Fahrrädern zu den essenziellen Komponenten wie Reifen oder Bremsen. Beim Kinderfahrrad oder Mountainbike ist eine Schaltung erst sinnvoll, wenn das Kind etwa 6 Jahre alt ist. Vorher sind die Kinder schlicht überfordert, da sie fürs Bike-Handling die volle Aufmerksamkeit benötigen, Schalthebel nicht bedienen können oder schlicht nicht verstehen, welcher Gang der passende ist.
Ab wann ist eine Schaltung sinnvoll?
Die Frage, ob dein Kind schon eine Schaltung am neuen Mountainbike braucht, klärt sich meist ohnehin von selbst. Denn zuerst solltest du die richtige Größe für das neue Kinder Mountainbike ermittelten. Mit diesem Schritt wird ganz schnell klar: Es gibt nur ganz wenige 16 Zoll Kinder Mountainbikes mit Schaltung. Im 20 Zoll Segment dagegen gibt es fast kein Kinderfahrrad mehr ohne Schaltung. Die Industrie hat also verstanden, dass eine Schaltung erst ab einem gewissen Alter für Kinder Sinn macht.
Im Prinzip steht die Frage, ob das nächste Kinder Mountainbike eine Schaltung braucht nur dann an, wenn du überlegts ob dein Kind schon soweit ist, um vom 16 Zoll auf ein 20 Zoll Bike zu wechseln. Befindest du dich mit deinem Nachwuchs in dieser Phase, hilft dir die Auflistung der Vorteile und Nachteile einer Kinderfahrrad-Schaltung sicher weiter.
Vor- und Nachteile von Kinderfahrrad-Schaltungen
- Mehr Gewicht: Gangschaltungen machen Kinderfahrräder immer schwerer - ganz egal ob Kettenschaltung, Nabenschaltung oder Einfach-Antrieb mit 7 oder 11 Gängen.
- Ablenkung vom Wesentlichen: Gerade für kleinere Kinder (unter 6-7 Jahre) bedeutet das Schalten am Fahrrad eine enorme Ablenkung, weil es noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen oder die Schaltung schwer zu bedienen ist.
- Höherer Preis: Eine gute Schaltung treibt den Preis des Kinderfahrrads in die Höhe.
- Mehr (anfällige) Technik: Kinderfahrräder fallen um und müssen bei Stürzen regelmäßig einstecken.
Überlege dir also gut, ob dein Kind schon in der Lage ist eine Schaltung zu bedienen und ob sich die Vorteile für euren Einsatzzweck überhaupt lohnen?
Arten von Schaltungen bei Kinderfahrrädern
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Schaltungen bei allen Fahrrädern - und natürlich auch Kinderfahrrädern: Einerseits Nabenschaltungen, bei denen sich das Schaltgetriebe und die Technik in der Hinterradnabe befindet. Fahrrad-Nabenschaltungen gibt es mit drei, sieben oder acht Gängen (z.B. Shimano Nexus). Sie werden oft mit Drehgriff-Schalthebeln am Lenker bedient. Durch die geschützte Position in der Hinterradnabe sind sie wartungsärmer und robust. Weil die Kette immer über das Kettenblatt und dasselbe Ritzel läuft, lassen sich die Nabenschaltungen einfach mit einem Kettenschutz kombinieren (Schutz gegen Kettenöl an der Kinderhose). Ein klarer Vorteil: Nabenschaltungen lassen sich immer mit nur einem Schalthebel mit der rechten Hand bedienen (siehe auch nächster Absatz).
Allerdings sind Nabenschaltungen deutlich schwerer als Kettenschaltungen. Als weiterer Nachteil kommt neben dem Mehrgewicht die Rücktrittbremse hinzu, die sich schwer dosieren und nur in zwei Pedalstellungen bedienen lässt. Außerdem erschwert die Rücktrittbremse den Lernprozess, da Kinder früher oder später sowieso auf zwei Handbremsen umsteigen.
Die beste Option fürs Kinder Bike sind Einfach-Antriebe, also Kettenschaltungen mit nur einem Kettenblatt vorne (an der Kurbel) und einer gut abgestuften Kassette hinten. Das Problem von Kettenschaltungen mit zwei oder drei Kettenblättern an der Kurbel: Der zweite Schalthebel links und die vielen Gang-Optionen überfordern Kinder (siehe auch nächster Absatz).
Dafür gilt bei Kettenschaltungen: Je mehr Ritzel die Kassette, desto hochwertiger und leichter sind auch die einzelnen Schaltkomponenten wie Schaltwerk, Kassette oder Schalthebel. Bei kleineren Kinderfahrrädern findet man häufig die einfachen Shimano-Schaltungen Altus, Acera oder Alivio oder Microshift-Schaltgruppen (7fach bis 9fach), bei größeren auch Shimano Deore-Schaltungen mit 10fach-Kassette. Die hochwertigen Kinder Bikes kommen auch mit Einfach-Antrieben von Shimano oder Sram und haben elf oder zwölf Ritzel an der Kassette und eine hohe Übersetzungsbandbreite.
Wichtige Faktoren bei der Auswahl einer Schaltung
Kinder und auch Erwachsene tendieren dazu, die Anzahl der Gänge als oberstes Qualitätsmerkmal für Schaltungen zu betrachten. Vor allem bei Kinderrädern ist das Quatsch. Viel wichtiger als die reine Anzahl der Gänge ist die Bandbreite (oft auch Gangspreizung genannt). Unter Bandbreite versteht man den Unterschied, zwischen dem leichtesten und dem schwersten Gang einer Schaltung. Je größer der Unterschied, desto höher die Bandbreite. Je höher die Bandbreite, desto universeller kann das Kinderfahrrad eingesetzt werden.
Denn mit einem leichten „Berggang“ können selbst schmächtige Kinder normale Anstiege erkurbeln. Ein möglichst großer Gang dagegen macht es möglich, dass Kinder in der Ebene nahezu das Tempo der Eltern fahren können.
Außerdem raten wir dazu, die Kurbellänge vor dem Bikekauf für den Nachwuchs genau zu betrachten. Wichtig ist, dass die Kurbellänge zur Körpergröße passt. Als Faustformel gilt: Kurbellänge = 10 % der Körpergröße des Kindes. Standard-Erwachsenen-Kurbeln mit 170 Millimeter Länge und mehr sind für Kinder schlichtweg zu lang. Mit ihren kurzen Beinen lässt sich die Amplitude (der Höhenunterschied) zwischen oberen und unteren Tiefpunkt nicht ausgleichen. Die Tretbewegung wird für Kinder damit unangenehm. Das hemmt nicht nur den Lernprozess, sondern verdirbt Kindern unterbewusst auch den Spaß am Biken.
Wenn zwei Schalthebel (links und rechts) bedient werden müssen, wird es komplex. Wir raten deshalb zu Kettenschaltungen mit nur einem Kettenblatt an der Kurbel. Dann wird der Schaltvorgang nur durch die rechte Hand gesteuert. Egal ob Mountainbike oder normales Kinderfahrrad: Eine Gangschaltung für Kinder sollte immer nur einen Schalthebel haben. Schaltungen mit zwei Schalthebeln für die linke und rechte Hand überfordern koordinativ sogar Erwachsene. Faktisch nutzen Kinder den linken Schalthebel aus Überforderung so gut wie nicht. Der Umwerfer und die zusätzlichen Kettenblätter an der Kurbel, die damit angesteuert werden, sind in der Praxis also meist nur unnötiger Ballast.
Auch bei Erwachsenen Rädern haben die hochwertigsten Räder deshalb nur noch ein Kettenblatt an der Kurbel. 1×12 Schaltungen mit zwölf Gängen sind derzeit die hochwertigsten Schaltungen auf dem Markt. Ob wohl sie nur halb so viele Gänge wie 3×8 Schaltungen haben, erreichen sie aufgrund einer größeren Spreizung an der Kassette sogar eine höhere Bandbreite. Und kombinieren das zeitgleich mit einer simplen Bedienung durch einen Schalthebel. Wer das weiß, versteht, warum die Anzahl der Gänge nichts über die Qualität der Schaltung aussagt.
Unser Tipp: Kinderräder sollten immer nur ein Kettenblatt an der Kurbel haben (1x-Antriebe). Je größer und hochwertiger die Kinderräder werden, desto höher sollte aber die Anzahl der Ritzel an der Kassette werden.
Drehgriff oder Daumenhebel?
Kleine Kinder haben wenig Kraft in den Händen. Für sie ist es deshalb oft leichter einen Drehgriff zu bedienen, den sie mit der kompletten Hand umgreifen können. Für einen schwergängigen Daumenhebel reicht die Kraft der Kinder oftmals nicht aus. Zudem sind die Daumenhebel meist auf die Hände von Erwachsenen ausgelegt und die Hebelwege damit zu lang. Vor allem für 20 Zoll Bikes ist deshalb ein Drehgriff meist die bessere Wahl. Ab einer Laufradgröße von 24 Zoll dreht sich das Blatt allerdings zugunsten von Daumenhebeln. Denn hochwertige Schaltungen, die dann zum Einsatz kommen, sind so leichtgängig, dass sie meist problemlos mit dem Daumen betätigt werden können.
Je hochwertiger und damit auch teurer ein Bike wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Daumenschalthebel verbaut ist.
Egal, wie viele Gänge die Kinderrad-Schaltung hat, ob das Rad günstig oder teuer ist und 20 Zoll oder 24 Zoll groß ist: Am wichtigsten ist immer, dass dein Kind damit zurechtkommt und die Schaltung selbstständig bedienen kann. Denn nur dann hat eine Schaltung am Kinderfahrrad auch Vorteile. Je nach Körpergröße, Fahrkönnen oder Einsatzzweck kann das eine Nabenschaltung mit Drehgriff- Schalthebel sein oder eine Kettenschaltung mit einem Kettenblatt (Einfach-Antrieb) und kindgerechten Daumen-Schalthebeln.
Empfehlungen für verschiedene Altersgruppen und Fahrradgrößen
- 12, 14 und 16 Zoll Bikes: Bei diesen Kinderfahrrädern macht eine Gangschaltung noch keinen Sinn. Ein Gang reicht! Denn der Nachwuchs soll sich aufs Lenken, Treten und Bremsen konzentrieren und nicht unnötig abgelenkt werden. Die Fahrräder in 16 Zoll werden außerdem meist von Kindern mit 3-5 Jahren genutzt, die mit einer Schaltung und der korrekten Bedienung noch überfordert sind.
- 18-Zoll-Kinderfahrräder: In dieser Zwischengröße, die viele beim Kinderfahrrad überspringen, gibt es nur ganz wenige Modelle mit Schaltung. Und wenn, dann besitzen diese 18-Zoll-Bikes eine Nabenschaltung mit drei Gängen. Eine einfach zu bedienende Gangschaltung erweitert zwar den Einsatzbereich für die 4- bis 6-jährigen Kinder, macht die Kinder-Bikes aber schwer. 18-Zoll-Kinderfahrräder mit Kettenschaltung gibt es nicht, da das Schaltwerk bzw.
- 20 Zoll Bikes: Bei Kinder-Bikes in 20 Zoll gibt es erstmals eine große Auswahl an Modellen mit Gangschaltung. Ab dieser Größe und einem Alter von 5-8 Jahren macht das auch Sinn! Unsere Empfehlung: Eine Kettenschaltung mit einem Kettenblatt und sieben bis neun Gängen für Kinderfahrräder in 20 Zoll.
Die Anzahl der Gänge bedeutet nicht immer sofort besser! Aber die 8-fach oder 9-fach Schaltkomponenten kommen bei Shimano beispielsweise aus hochwertigeren Schaltgruppen und kosten dadurch auch mehr.
Bei 16 Zoll Bikes sollte man prinzipiell auf eine Schaltung verzichten. Ab einer Größe von 20 Zoll und mehr sind die einfache Bedienung der Gangschaltung und kindgerechte Schalthebel das A und O! Wir empfehlen Kettenschaltungen mit 1x-Antrieb. Nabenschaltungen machen die Kinderfahrräder oft schwer.
Shimano Schaltwerke im Vergleich
Hier ist ein Vergleich verschiedener Shimano Schaltwerke, basierend auf den bereitgestellten Daten:
| Modell | Kompatibilität | Anzahl der Gänge | Größe der Zahnräder | Käfigtyp | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Shimano Deore RD-M592 | MTB | Trekkingbike | 9-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 300 g |
| Shimano Deore 9V | MTB | Trekkingbike | 9-fach | 11 bis 34 Zähne | SGS langer Käfig | 381 g |
| Shimano Deore XT RD-M781 | MTB | 10-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 400 g |
| Shimano Deore XT Trekking RD-T8000 | Trekkingbike | 10-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 253 g |
| Shimano Deore 12s RD-M6100-SGS | MTB | 12-fach | 13 bis 51 Zähne | SGS langer Käfig | 100 g |
| Shimano Acera RD-M360 | MTB | 7- bis 8-fach | 11 bis 34 Zähne | SGS langer Käfig | 200 g |
| Shimano Deore XT RD-M8000 | MTB | 11-fach | 11 bis 40 Zähne | SGS langer Käfig | 275 g |
| Shimano Altus RD-M310 | MTB | 7- bis 8-fach | 11 bis 34 Zähne | GS mittellanger Käfig | keine Herstellerangabe |
Die Shimano Cues Serie
Mit der Linkglide-Technik reagierte Shimano auf die zunehmend höheren Belastungen von E-Bikes. Mehr Material und ein Gang weniger sollen eine bessere Zuverlässigkeit bringen. Das ist löblich. Und: Auch Alltagsbiker ohne E profitieren von der größeren Langlebigkeit der neuen Ketten und Kassetten. Die neue Technik war für Shimano außerdem DIE Gelegenheit, endlich im Portfolio aufzuräumen. Statt Sora, Altus, Claris, Alivio und Acera wird es in Zukunft nur noch eine einzige Produktfamilie geben. Die Cues.
Mit dem Fokus auf Langlebigkeit und leichter Bedienbarkeit soll die Cues alle Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes und neuerdings sogar günstigen Rennrädern abdecken. Ob das gelingt? Wir konnten die Cues in verschiedenen Ausführungen schon ausgiebig fahren.
Cues ist nicht gleich Cues
Spezial-Schaltungen für High-End-Räder und darunter für alle nur noch Shimano Cues? Ganz so simpel ist es leider nicht. Denn auch die Cues gibt es in mindestens drei verschiedenen Ausführungen mit teils extrem unterschiedlicher Wertigkeit. Wer sich für ein Bike mit der neuen Allround-Schaltung interessiert, muss hier also genau hinschauen. So ist das Topgruppe Cues U8000 mehr als doppelt so teuer, wie die Einstiegsgruppe Cues U4000. Leider macht es Shimano Bikern nicht gerade leicht, die verschieden wertigen Schaltungen voneinander zu unterscheiden. Ob Premium-Klasse oder Einsteiger-Ware wird nur an den etwas kryptischen Zahlenkombinationen in der Modellbezeichnung ersichtlich - U4000, U6000, U8000. Und selbst innerhalb der Gruppen gibt es noch Unterschiede. Zehn oder elf Gänge, mit oder ohne Shadow Plus, das sorgt gerade bei der Cues U6000 für Verwirrung.
Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal der drei Schaltgruppen ist trotzdem erstmal die Anzahl der Gänge. Die Einsteigergruppe Cues U4000 schaltet nur neun Ritzel am Hinterrad. Die Mittelklasse Cues U6000 hat schon zehn oder sogar elf Ritzel hinten. Die Topgruppe Cues U8000 schaltet immer elf Gänge im Heck und ist sogar als Di2-Variante mit elektronischer Ansteuerung verfügbar.
Für Experten: Die Zahlenlogik der Cues folgt ungefähr den Mountainbike-Schaltungen. Die 6000er entspricht in etwa dem Deore-Zwölffach-Niveau, die 8000er der XT. Die 4000er liegt darunter.
Fahreigenschaften der Shimano Cues
Vorneweg muss man sagen: Alle modernen Shimano-Schaltungen abseits der allergünstigsten Varianten liegen funktional auf einem sehr hohen Niveau. Das gilt auch für alle Varianten der Cues. Sauber eingestellt wechseln sie die Gänge schnell und zuverlässig. Ist das nicht der Fall, liegt’s fast immer an verschlissener oder falsch eingestellter Hardware - da kann die Schaltung selbst nicht viel dafür. Fakt ist schlicht: Die Technologien der einstigen Top-Gruppen sind längst auch im Einsteigermarkt angekommen.
Konzipiert ist die Cues für den Allround-Einsatz von E-Mountainbike bis Gravel. Verbaut wird sie aktuell aber am meisten an Trekking- und Alltagsrädern.
Shimano Cues U4000 - Die Einsteigergruppe
Mit neun Gängen am E-Bike ist die 4000er Cues von Shimano eindeutig im Einsteigersegment unterwegs. Die UVP für das Schaltwerk liegt nur knapp über 50 Euro. Das größte Manko der “kleinen” Cues ist die wenig feine Gangabstufung. Um mit nun neun Gängen eine große Bandbreite zu erreichen, muss man gerade am E-Bike zur Kassette mit 11 bis 46 Zähnen greifen. Die Gangsprünge fallen hier bei den kleinen Gängen recht groß aus. Am Berg fehlt dadurch manchmal der passende Gang für die ideale Trittfrequenz.
Ansonsten funktioniert auch die günstig Cues zuverlässig und kann Alltagsnutzer durchaus glücklich machen. Typisch für Schaltungen mit der Linkglide-Technik: Die Schaltvorgänge sind sehr weich aber nicht so schnell wie man es von den klassischen Modellen mit Hyperglide-Technik gewohnt ist. Außerhalb vom Racing-Kontext dürfte das kaum stören, für den Alltag ist die Schaltgeschwindigkeit locker ausreichend. Die niedrigen Preise merkt man der 4000er Cues aber an anderer Stelle an. Die Kurbel ist nicht hohlgeschmiedet und schwer, die Hebel wirken lieblos und billig. Auf rauem Untergrund klappert die Kette deutlich. Anders als bei den günstigen Deore-Schaltungen verzichtet die günstige Cues nämlich auf die Geländeoptimierte Schaltwerksdämpfung Shadow Plus. Am (E-)Mountainbike würden wir die Cues 4000 daher nicht empfehlen.
Shimano Cues U6000 - Solide Mittelklasse
Optisch wie haptisch ist die Shimano Cues 6000 ein Upgrade. Gerade die etwas teurere Elffach-Variante bietet deutlich definiertere Gangwechsel, als die 4000er Cues. Mit zehn beziehungsweise elf Gängen lassen sich auch mit Einfach-Kurbel vorne relativ homogene Gangsprünge bei großer Bandbreite realisieren. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Nur die teureren Varianten der Cues 6000 kommen ab Werk mit Shimanos Shadow-Technologie gegen Kettenklappern. Erkennbar ist das an dem kleinen On-Off-Hebel für die zusätzliche Dämpfung am Schaltwerk. Diese Varianten können wir auch anspruchsvollen Nutzern und Trail-Fans klar empfehlen. Die günstigeren 6000er Cues ohne Schaltwerksdämpfung passen eher zu Trekking- und Alltagsrädern.
Shimano Cues 8000 - Seltene High-End-Option
Von der Wertigkeit und vom Schaltgefühl liegt die Cues 8000 sehr nah an der beliebten XT-Gruppe. Allerdings gilt das auch für den Preis. Die teure Cues wird daher nur sehr selten verbaut. Lieber greifen die Hersteller im Zweifel zum XT-Label. Der “Haben-Wollen”-Faktor ist hier einfach größer. Wie die günstigeren Cues-Schaltungen setzt auch die Cues 8000 auf die haltbaren Linkglide-Kassetten. Die Schaltgeschwindigkeit ist daher etwas gedrosselt. Dafür sollen die Linkglide-Gruppen nicht so anfällig sein. Selbstverständlich kommt die 8000er Cues standardmäßig mit dem starken Shadow-Plus-Dämpfer gegen Kettenklappern.
Shimano Cues, Deore, GRX, XT: Welche Gangschaltung ist besser für wen?
Eigentlich wollte Shimano mit der Cues das Portfolio aufräumen. Das gelingt bislang noch nicht ganz. Erstens stiften die vielen verschiedenen Cues-Varianten neue Verwirrung. Und zweitens gibt es aktuell noch einige offensichtliche Überschneidungen im Portfolio, wenn man rein auf die Wertigkeit der verschiedenen Antriebe schaut. Welche also nehmen?
Trekking- und Alltagsradler können bei der Cues mit Linkglide-Kassetten bedenkenlos zuschlagen. Die Cues 4000 bietet hier eine angenehm günstige Option. Die Cues 6000 ist solide Mittelklasse. E-Mountainbikern würden wir auch zu Linkglide-Schaltungen raten. Dann aber mindestens zur 6000er Cues mit der Shadow-Plus-Schaltwerksdämpfung. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift gleich zu Deore Linkglide und XT Linkglide. Beide Schaltungen bieten ohne Ganganzeige mehr Platz am Lenker und eine bessere Haptik mit knackigerem Schaltgefühl.
Sportliche Biker ohne Motor sind nach wie vor mit den Hyperglide-Gruppen am besten aufgehoben. Sie sind etwas leichter als die Linkglide-Pendants und bieten mehr Gänge und damit eine feinere Gang-Abstufung über die Bandbreite hinweg. Gerade die Deore-Zwölffach sticht hier mit guter Funktion und günstigem Preis positiv heraus.
Vorsicht beim Nachrüsten: Wegen unterschiedlicher Kettenlinien sind nicht alle Gruppen miteinander kompatibel. Speziell bei MTB-Gruppen und Cues erstmal checken, ob der Rahmen mit dem jeweils anderen System kompatibel ist.
BIKE-Fazit zur Shimano Cues Gangschaltung
Günstig und gut? Die Shimano Cues liefert eine solide Funktion. Gerade auch die günstigeren Gruppen sind aus unserer Sicht ein Fortschritt gegenüber Acera und Altus. Der Linkglide-Ansatz für mehr Haltbarkeit passt gut zum Rad als Fortbewegungsmittel für Sport und Alltag. Kann man bedenkenlos kaufen! Schade, dass das Portfolio so verwirrend ist. Speziell die besseren Modelle mit Shadow-Plus-Hebel können auch anspruchsvolle Biker überzeugen. Ob so ein Modell verbaut ist, wird aus dem Datenblatt allein leider häufig nicht ersichtlich.
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