Shimano Alfine 11: Anleitung zur Einstellung und Wartung

Wer kennt es nicht: Vor einem liegt ein satter Gegenanstieg, man rotiert den Drehgriff zwei oder drei Raster zurück, freut sich schon auf die passende Übersetzung, doch außer einem ungesund klingenden Rattern passiert nicht viel. Der richtige Gang will einfach nicht reinspringen und man selbst verzweifelt an der Steigung. Falls deine Shimano Nabenschaltung momentan solche Symptome zeigt und etwas störrisch ist, kannst du hier nachlesen, wie man die Schaltung wieder korrekt einstellt.

Eine falsch eingestellte Gangschaltung kann ganz schön nervig sein. Eine Shimano Nabenschaltung ist meist recht wartungsarm und muss nur selten eingestellt werden. Hält man sich an die regelmäßigen Ölwechsel (ca. alle 5000km oder alle zwei Jahre), beugt man nämlich dem vorzeitigen Verschleiß vor und sorgt somit für eine langanhaltend gute Performance. Dass sich die Schaltung aber ab und an verstellt, ist ganz normal, da sich der Schaltzug durch die Benutzung etwas längt.

Du kannst aber entspannt aufatmen: die Einstellung ist relativ simpel und auch von jedem selbst durchführbar - in der Regel benötigst du kein Werkzeug. Den Weg zur Fachwerkstatt kannst du dir also sparen. Die Einstellung der Schaltung erfolgt an unkritischen Stellen, weshalb man recht wenig kaputt machen kann - zumindest solange man nicht versucht, den Nabenkörper zu öffnen.

Wann muss eine Shimano Nabenschaltung eingestellt werden?

Es ist in der Regel recht deutlich bemerkbar, dass eine Nabenschaltung neu eingestellt werden muss. Meistens lässt sich der gewünschte Gang nicht bzw. nur mit sehr viel Kraft einlegen oder du musst den Drehgriff weiter drehen, als es die aufgedruckte Anzeige vorgeben würde. Auch ungewollte Schaltvorgänge gehören zu den gängigen Problemen.

Es muss jedoch nicht immer an der Einstellung der Schaltung liegen. Vor allem bei Schwergängigkeit kann es auch manchmal an einer alten, verdreckten oder beschädigten Zughülle liegen. Dadurch kann der Schaltzug nicht mehr ordentlich im Inneren gleiten, was bei jedem Schaltvorgang viel Kraft erfordert. Es lohnt sich also, hier nachzusehen. Solltest du keinen Mangel feststellen können, lese dir einfach im nächsten Abschnitt durch, wie deine Schaltung einzustellen ist.

Wie wird eine Shimano Nabenschaltung eingestellt?

Die Einstellung einer Shimano Nabenschaltung ist für alle Modelle recht ähnlich, im Detail gibt es aber Unterschiede. Die passenden Handgriffe für jede Nabe haben wir dir nachfolgend Schritt für Schritt aufgeschrieben.

1. Den richtigen Gang einlegen

Um eine Shimano Nabenschaltung richtig einzustellen, musst du immer den passenden Referenzgang am Drehschaltgriff einlegen. Dieser variiert je nach Modell:

  • Alfine 11-Gang Nabe: Sechster Gang
  • Alfine 8-Gang Nabe: Vierter Gang
  • Nexus 7-Gang Nabe: -
  • Nexus 8-Gang Nabe: -
  • Nexus 3-Gang Nabe: Zweiter Gang

2. Gelbe Markierung überprüfen

Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Nabe findet man die Markierung an der silbernen Nabenschaltbox direkt am Ausfallende. Hier sollte der gelbe Streifen mittig zwischen den beiden weißen Begrenzungslinien liegen. Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht. Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden.

Praktisch: Die Markierungen sind oben und unten angebracht, so dass sie sowohl bei einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad einsehbar sind, als auch im Montageständer. Bei allen Modellen gilt: Sind die Markierungen nicht wie oben beschrieben, muss nachgestellt werden. Das funktioniert mittels der Spannung des Schaltzugs.

3. Spannung des Schaltzugs einstellen

Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt. Bei der Nexus 3-Gang Nabe ist letzteres der Fall, weshalb du entweder mit der Hand oder mit einem 10er Maulschlüssel die Mutter an der Nabenschaltungsbox lösen musst. Nun kannst du an der Stellschraube drehen, bis die gelbe Markierung mittig zwischen den weißen Begrenzungsstreifen steht. Dann ziehst du die Befestigungsmutter wieder an, damit sich die Stellschraube nicht verstellen kann. Zum korrekten Anzugsmoment achte bitte auf die Angaben des Herstellers.

Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt. Nach der Einstellung der Zugspannung solltest du bei allen Nabenschaltungen einmal in den ersten Gang und einmal über den Referenzgang hinaus schalten. Die Markierungen sollten danach im Referenzgang immer noch passgenau sein.

Sollte die Einstellung mittels der Stellschrauben nicht möglich sein, weil du sie nicht weit genug drehen kannst, muss der Seilzug an der Nabe gelöst und mit etwas mehr Spannung festgezogen werden. Das geht am besten mit einer schmalen Zange. Wichtig ist, dass die Stellschrauben davor auf eine mittlere Position gedreht werden, um im Anschluss genug Spielraum zu haben. Die Feinjustierung erfolgt nämlich erneut mit den Stellschrauben.

4. Einstellung testen

Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen. Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben. Der nächste Gegenanstieg wird somit zum Kinderspiel.

Detaillierte Demontage und Reparatur der Alfine 11

Bei den meisten Schaltproblemen muss die Alfine 11 gar nicht geöffnet werden. Man sollte das also nicht einfach zum Spaß machen. Vieles ist von außen reparabel: Ölwechsel, neuer Bowdenzug, die richtige Schaltzug- und Konus-Einstellung usw. helfen in der Regel.

Wichtig: Drucken Sie sich die Shimano Explosionszeichnung unbedingt aus und nehmen Sie diese mit an den Arbeitsplatz. Ganz wichtig: Die Shimano Explosionszeichnung EV-SG-S700-3092A.pdf, da hier alle Teile bezeichnet sind.

Demontage des Schaltarms und des Ritzels

Ich starte mit der Demontage des Schaltarms und des Ritzels. Dazwischen sitzt eine Kunststoffscheibe namens Driver-Cap (Nr. 41), die später wieder montiert werden muss. Das Ritzel hat an dieser Nabe bereits deutliche Verschleißspuren, ich werde es auswechseln. Die Nabe hat vermutlich bereits 12 - 14.000 Kilometer runter. Shimano gibt für die Übersetzungsverhältnisse feste Grenzwerte an, die nicht überschritten werden dürfen, damit das Drehmoment die Nabe z.B. bei schweren, beladenen Reiserädern nicht zerstört.

Nach dem Entfernen des Ritzels wird der starke Ölverlust deutlich. Hier ist was undicht. Der schwarze Kunststoffring „Kettengleiter“ ist nur locker aufgesteckt und kann einfach abgezogen werden. Es dürfen beim Zusammenbau keinesfalls Sandkörner oder Dreck hinein fallen! Die Nabe ist von Innen mit hochpräziser Feinmechanik vollgestopft. Grob reinigen reicht leider nicht aus. Bei mir hat das Putzen der verölten und sandverkrusteten Bauteile sehr viel Zeit gekostet.

Im Bild ist zu sehen, was passiert, wenn man die Konusschrauben lösen will: Unter der Gummistaubkappe links sitzt wieder massig Dreck, der unbedingt entfernt werden muss, weil darunter schon gleich die erste, empfindliche Dichtung sitzt. Leider erfüllt die Staubkappe ihre Funktion überhaupt nicht. Vor dem Lösen der Kontermutter des Konuslagers also nochmal gründlich putzen, z.B.

Nun kommt das Spezialwerkzeug zum Einsatz. Achtung, das Gewinde läuft hier anders herum… Einige fragten, ob der Schlüssel wirklich notwenig ist. Nun ja, er kostet mit 12,- EUR nicht die Welt, der Deckel kann mit etwas Glück evtl. auch mit der Hand abgedreht werden, sicher ist das aber nicht. Nur keinesfalls mit einem Schraubendreher aufmeißeln.

Die rechte Seite der Alfine ist nun geöffnet. Nach dem Lösen des linken Konuslagers, kann die gesamte Getriebeeinheit zur Ritzelseite herausgenommen werden. Aber Achtung, auch hier versteckt sich wieder loser Dreck auf dem Wellendichtring (Siehe Pfeil Nr. 35). Dieser kann nach dem Säubern ganz vorsichtig herausgenommen werden. Darunter befindet sich das von innen ölgeschmierte, linke Konuslager. Der Wellendichtring muss eigentlich beim Zusammenbau mit einem Spezialwerkzeug (Nr. 49) eingesetzt werden. Braucht man aus meiner Sicht nicht unbedingt. Mit etwas ruckeln und ziehen habe ich die öltriefende Getriebeeinheit nun ausgebaut.

Das Öl wird weiterhin heraustropfen, insbesondere, wenn die Getriebeeinheit gedreht in den Schraubstock eingespannt wird. Auf der rechten Seite sind leichte optische Laufspuren von der Schleifdichtung der Staubkappe A (Nr.26), die ich ersetzen werde.

Das Öl der Alfine ist länger nicht gewechselt worden - man sieht es deutlich. In schlimmeren Fällen sieht man abgebrochene Metallpartikel oder Bauteilsegmente wie z.B. Fragmente von Federn. Meine Vermutung, dass allein ein frischer Ölwechsel eine deutliche Verbesserung bezüglich der Leertritte bringen könnte, rückt nun in reale Nähe.

Ursprünglich hatte ich deshalb vor, die Getriebeeinheit außerhalb des Nabenkörpers in Getriebeöl zu baden - eben genau so, wie bei den Nexus-Schaltungen vorgeschrieben. Ich hatte für diese Prozedur aber gerade nicht mehr genug Getriebeöl zur Hand und außerdem jetzt noch die Möglichkeit, die Getriebeeinheit ja auch in eingebautem Zustand noch reichlich mit frischem Öl spülen zu können.

Bevor es herausfällt, sollte nun das Konuslager samt Dichtring heraus genommen werden. Beides gründlich reinigen. Die Lauffläche des Konus und das Lager auf Laufspuren untersuchen. Falls diese sichtbar sind müssen die Teile ersetzt werden. Die Kugeln dürfen nicht von selbst aus dem Lagerring fallen, ansonsten das Kugellager erneuern.

Die gesamte Alfine 11 wird komplett durch das innere Ölbad geschmiert. Lagerfett (wie bei den Shimano Nexus-Schaltungen) verdickt das Öl künstlich und erzeugt so Schaltprobleme. Die Lager dürfen also nicht gefettet, sondern nur geölt eingebaut werden.

Kontrolle des inneren, gesäuberten Nabenkörpers auf Laufspuren. Auf Riefen, Macken oder Klemmspuren achten, denn dann stimmt etwas nicht und der Nabenkörper (und oft auch die Getriebeeinheit) müssen ersetzt werden. Die beiden glänzen Flächen zeigen den Rollen-Freilauf (Shimano-Sprech: „Silent Clutch“) der ersten Getriebeeinheit. Diese dienen dem Freilauf der drei Getriebeeinheiten. Im Inneren der gesamten Getriebeeinheit stecken noch zwei weitere Rollenfreiläufe.

Nach dem Einspannen der Getriebeeinheit in den Schraubstock erkennt man optisch den Zustand der Sonnen- und Planetenräder. Hier dürfen keine Zähne abgebrochen- oder verschlissen sein. Beachten sie die beiden Aussparungen mit den sichtbaren Haltenocken für die Federn. Genauso muss das später wieder zusammengebaut werden. Fehlt eine der beiden silbernen Haltenocken. ist wahrscheinlich eine Feder gebrochen. Das abgebrochene Drahtstück muss unbedingt gefunden werden.

Nach dem Lösen des Sprengrings mit einem Schraubendreher können die Halteplatte und die erste Getriebeeinheit abgenommen werden. Die Pfeile im Bild zeigen auf die Haltenocken zweier Federn, die nicht gebrochen oder ausgeklinkt sein dürfen. Dies ist eine typische Fehlerquelle in der Alfine-Konstruktion, die bei vielen NutzerInnen für Probleme sorgt. Die Federn müssen leicht drehbar in ihren Nuten sitzen.

In fast allen Foren wird davon abgeraten, die Planetenräder zu demontieren, da diese übereinstimmend mit winzig kleinen Markierungen wieder in das Sonnenrad eingesetzt werden müssen. Die beiden silbernen Rollenfreiläufe müssen sich ein kurzes Stück zurückdrehen lassen und von selbst wieder in ihre Ausgangsposition federn.

Nach genauer Begutachtung der Teile habe ich an dieser Stelle auf die weitere Demontage verzichtet, da alle Teile intakt aussahen und ich mit der Alfine ja noch keinen Meter gefahren bin. Auch die zweite und dritte Getriebeeinheit kann demontiert werden - z.B. um eine gebrochene Feder oder defekte Kupplung (Nr.15) zu entdecken. Die Nabe knackt dann bzw. lässt sich in vielen Gängen nicht mehr schalten.

Ersatzteile für die Alfine 11

Im Grunde genommen sind die Einzelteile nicht sonderlich teuer. Problematisch ist eher, das sie mühsam bei mehreren Händlern im Netz bestellt werden müssen, da nicht jeder alles vorrätig hat. Bei drei Einzelbestellungen hat man aber schon gleich ganz schnell zwanzig Euro Versandkosten oben drauf. Das läppert sich spätestens dann, wenn man später bei der Montage von Nexus auf Alfine merkt, das auch die Lenkergriffe nicht mehr passen (Drehgriff versus Rapidfire-Schalthebel) und auch noch neue Verdrehsicherungen für die Ausfallenden sowie neue Achsmuttern benötigt werden (Shimano Alfine Kleinteile-Set für SM-S700). Haben Sie an das Getriebeöl samt ein Ölwechselkit gedacht? Diese kleinen Einzelbestellungen nervten mich. Ein kompetenter Shimano-Fahrradhändler vor Ort als Anlaufstelle zumindest für die Original-Ersatzteile wäre die Lösung gewesen.

Nachdem die Getriebeeinheit wieder zusammengesetzt wurde, wird die große Shimano Staubkappe A mit dem Spezial-Werkzeug mit viel Gefühl wieder eingeschraubt (nicht anballern, sie besteht aus weichen Kunststoffen). Vorher sollten die beiden Dichtlippen (siehe Pfeile im Bild) unbedingt mit Öl befeuchtet werden, damit es leicht läuft und die Gummidichtung nicht wieder vorschnell verschleißt. Diese Dichtkappe ist aus verschieden festen Kunststoffmaterialien gefertigt und reagiert auf unsachgemäße Behandlung sicher extrem sensibel. Es wird sehr wahrscheinlich das verantwortliche Bauteil für die meisten Ölverluste auf Zeit an der Alfine 11 sein.

Im Prinzip macht genau diese Dichtung neben den drei Gängen technisch den großen Unterschied zur fettgefüllten Alfine- oder Nexus-8 Schaltung. Wer die Nexus 8 an dieser Stelle z.B. mit Hilfe eines Dichtmittels ebenfalls richtig abdichtet, kann sich auch bei den Nexus 8-Modellen über eine sehr leichtgängige und wartungsfreundliche Ölbadschmierung freuen. Ich habe das bereits ausprobiert.

Das gilt vor allem auch für das weit außen liegende Konuslager, welches mit einer ordentlichen Ölladung eingesetzt werden will. Denn dafür gibt es einen guten Grund: Die beste Einstellung des Konuslagers entscheidet über die Effizienz der gesamten Fahrdynamik. Spüren kann man diese bei der Einstellung nur mit ordentlich geschmierten Lagern. Beim Fahrrad zählt jedes Watt. Schon etwas zu stramm eingestellte Konuslager kosten sehr viel zusätzliche Energie, die im Nachhinein schwer zu lokalisieren ist. Deshalb ist das Ausprobieren bis zum Optimum ein wichtiger Prozess.

Das linke Konuslager darf aber keinesfalls zu locker sitzen, die Alfine 11 verträgt (im Gegensatz nur Nexus 8) kein spürbares Spiel, da sie sonst undicht wird und die Lager vorschnell verschleißen. Andererseits dreht sich die Nabe durch die Menge an Zahnrädern und Lagern samt Abdichtung relativ schwer. Wir kommen hier in einen technischen Konflikt zwischen maximal möglichem Leichtlauf und einer technisch erforderlichen, absoluten Nullspiel-Toleranz.

Auf der rechten Seite wurden das Ritzel und die Metalldichtung ebenfalls leicht ölfeucht eingebaut, damit es schön leicht läuft. Auf dem Foto ist gut zu erkennen, das die Metalldichtung extrem passgenau aufliegt und keinesfalls verzogen oder verbeult sein darf. Zwischen diesen Teilen entstehen ansonsten zu viel Reibungsverluste beim Freilauf.

Bevor der Schaltarm als letztes Teil aufgesetzt wird, habe ich ihn aufgeschraubt und penibel gereinigt, damit die einzelnen Gänge sich ganz leicht schalten lassen. Nach dem Anklipsen habe ich ein leichtes Spiel bemerkt - der Schaltarm wackelte leicht und war bereits optisch angeschliffen. Dieses Phänomen kenne ich von der Nexus 8 Schaltung nicht und es machte mir Sorgen. Der Schaltarm funktionierte bei der ersten Probefahrt trotz der Wackelei. Trotzdem habe ich für wenig Geld einen neuen Schaltarmsatz (Shimano Alfine Kleinteile-Set für SM-S700) bestellt, da ich die anderen Kleinteile ebenfalls benötigte. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diesem Bauteil bei Alfine 11- Problemen zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Das gilt auch für die absolut erforderliche Leichtgängigkeit des neuen, leichtgängigen Schaltbowdenzugs. Bei der Erneuerung ist das Maß zwischen der Tüllenhülse bis zur Klemmschraube von exakt 184 mm im 11. Gang einzuhalten, da die Alfine an der Rändelschraube des Rapidfire-Schalthebels sonst nicht sauber eingestellt werden kann. Nicht umsonst hat Shimano hierfür wieder ein Spezialwerkzeug (Nr. 46) entwickelt, auf das aber mit etwas Mühe verzichtet werden kann.

Auch die saubere Verlegung des Bowdenzugs ohne Knicke mit korrekten Radien entscheidet später über saubere Schaltvorgänge - oder eben nicht. Die Alfine 11 wird grundsätzlich im sechsten Gang eingestellt. Dabei müssen die beiden gelben Punkte (siehe Pfeil im Foto) genau fluchten. Die Punkte waren vor der Säuberungsaktion übrigens kaum zu erkennen.

Die Einstellung ist mindestens dreimal durchzuführen, indem vom 11. Gang in den 6. Gang geschaltet- und dann kontrolliert wird. Ein halber Millimeter vor oder hinter dem exakt übereinstimmenden Fluchtpunkt entscheiden hier oft über Sieg oder Niederlage. Bedenken Sie, dass sich neue Bowdenzüge in den ersten Wochen noch setzen und die Einstellung wahrscheinlich einmal wiederholt werden muss.

Ölwechsel bei der Alfine 11-Gang Nabenschaltung

Eine Eigenschaft dieser Schaltungen ist, dass sie besonders robust und unempfindlich. Das gilt auch für die Alfine 11-Gang Nabenschaltung von Shimano. Diese zeichnet durch eine optimierte Abstufung aus, welche einen besonders leichten Lauf verursacht. Die Besonderheit dieser Schaltung ist aber, dass Shimano bei dieser Nabe Öl als Schmierung verwendet.

Im nachfolgenden Abschnitt erläutern wir Ihnen, wie Sie Ihre Alfine 11-Gang korrekt warten. Hierfür muss das alte Öl entfernt, das Innere der Nabe gereinigt und neues Öl eingefüllt werden. Die gute Nachricht ist, dass Sie das Laufrad für diesen Vorgang nicht einmal ausbauen müssen. Die erste Wartung sollte nach etwa 1000 Kilometern erfolgen. Danach warten Sie Ihre Nabe circa alle 5000 Kilometer oder alle 2 Jahre (wenn dies zuerst eintritt). In dem Wartungs-Set für Alfine 11-Gang Naben von Shimano finden Sie die nötigen Utensilien.

Schließen Sie die im Wartungs-Set enthaltene Spritze an den Schlauch an. Der Kolben der Spritze sollte komplett eingedrückt sein. Erst jetzt wird das Laufrad langsam gedreht bis die Ölöffnung nach unten zeigt. Füllen Sie zunächst 25 Milliliter neues Öl in die Spritze ein. Drücken Sie den Kolben der Spritze, damit das neue Öl in die Nabe gelangt.

Zum Abschluss wird das Laufrad einige Minuten lang gedreht, gleichzeitig schalten Sie bitte die Gänge rauf und runter. Durch diesen Vorgang vermischt sich das neue Öl mit möglicherweise in der Nabe verbliebenen Resten des alten Öls. Dieses „Reinigungsöl“ muss nun also wieder entfernt werden.

Weitere Tipps und Hinweise

  • Achten Sie auf schwergängige Schaltzügen und den Faltenbalg am Ende des Schaltzugs.
  • Die Reparatur von Getriebenaben gehört nicht zu den von der RadAmbulanz angebotenen Arbeiten.
  • Nutzen Sie Spezialwerkzeuge zur Demontage der Dichtungskappe hinter dem Ritzel und zum Abschlagen des rechten Konus.
  • Beim Zusammenbau ist die Montage des Ritzels sinnvoll, damit man an diesem drehen und die Effekte beobachten kann.

Werkzeuge für die Demontage

  • Konusschlüssel 15 und 17 mm
  • Spezialwerkzeug TL-AF10 zur Demontage der großen Dichtungskappe hinter dem Ritzel
  • Spezialwerkzeug TL-S701 zur Demontage des rechten Konus

Häufige Fehlerquellen

  • Zerbrochene Feder A
  • Verbogene Gleitkupplungen
  • Eingefahrene Kugellaufflächen
  • Beschädigte Dichtungen, insbesondere die große Dichtungskappe hinter dem Ritzel
  • Beschädigte oder verschlissene Zahnräder

Zusammenfassung der Schritte zur Einstellung der Shimano Alfine 8-Gang Nabenschaltung

  1. Stellen Sie das Fahrrad sicher auf den Kopf.
  2. Suchen Sie das Sichtfenster an der Nabe.
  3. In diesem Fenster können Sie zwei gelbe Markierungen sehen. Diese müssen genau in einer Flucht stehen und aufeinander ausgerichtet sein.
  4. Die Korrektur erfolgt über die Zugeinstellschraube am Schalthebel.
  5. Schalten Sie nun einige Male durch und begutachten Sie die Einstellung in jedem Gang.
  6. Wir empfehlen abschließend eine Probefahrt durchzuführen.

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