Shimano Alfine 8 Wartung: Kosten und Durchführung

Die Shimano Alfine 8-Gang Nabenschaltung ist bekannt für ihre Zuverlässigkeit und geringen Wartungsaufwand. Eine moderne Nabenschaltung benötigt grundsätzlich vergleichsweise wenig Pflegeaufwand. Jedoch muss die Schalteinheit alle 1.000 km oder alle 6 Monate gereinigt und gewartet werden. Bei schlechten Wetterbedingungen schadet es auch nicht, wenn diese Intervalle verkürzt werden. So können Sie optimale Bedingungen für die Mechanik schaffen.

Wartungsintervalle und -umfang

Shimanos Wartungs-Empfehlung für die Nexus-8-Schaltung lautet jedes Jahr oder alle 2.000 Kilometer (aktualisiert 12.2021) ausbauen, reinigen, in ein Ölbad legen und zusätzlich gefettet wieder einbauen. Obwohl der große Vorteil einer Nabenschaltung durch Ihre Kapselung vor Dreck vor allem darin besteht nahezu wartungsfrei zu sein, verbleiben eben auch winzige, abgeriebene Metallpartikel in der Nabe. Sie können wie bei einer Kettenschaltung nicht einfach abfallen, sondern schmirgeln permanent an den Oberflächen der Kugel- Nadellager samt der Lagerflächen.

Der Wartungsvorgang der Alfine 8-Gang Nabenschaltung von Shimano umfasst den Ausbau der internen Einheit der Nabe, den Öl-Tauchvorgang sowie den Wiedereinbau der internen Einheit. Im nachfolgenden Abschnitt können Sie diesen Vorgang Schritt für Schritt nachvollziehen und anschließend selbst durchführen.

Ölbad: Notwendigkeit und Durchführung

Mit der Hoffnung die Nabenschaltung noch ein paar Jahre retten zu können, bieten einige Fahrradhändler einen kostspieligen Ölwechsel an, der das Radler-Budget von sagenhaften 50,- EUR ähnlich dem Ölwechsel eines ausgewachsenen Kleinwagens strapaziert. Dazu wird die innere Schalteinheit der Nexus-(bzw. Alfine 8)-Nabe ein paar Minuten in ein spezielles, sündhaft teures Naben-Öl von Shimano getaucht. Nach dem Abtropfen werden die Kugellager noch mit einem weißen Shimano-Spezialfett einmassiert, die Schalteinheit wird wieder in die gereinigte Nabe eingebaut und das Hinterrad wird wieder montiert.

Was bringt ein Ölbad bzw. Diese positiven Effekte verstärkten sich nach hundert Kilometern Radfahren noch. Ein Jungbrunnen für meine Nexus Premium sowie für meine Beine! Die Maßnahme ist für Vielfahrer oder Fahrradpendler also überzeugend.

Bei der Recherche kam für mich heraus: Man kann die Wartung für einen akzeptablen Preis mit etwas Schraubertalent selbst durchführen, denn die Shimano Nexus Nabe ist auch für Otto-Normalschrauber recht wartungsfreundlich in mehreren Modulen aufgebaut. Die komplette Shimano Nexus 8 Getriebeeinheit: Eine Säuberung, ein Ölbad und gutes Lagerfett reichen zur Wartung aus.

Anleitung zum Ölbad

  1. Zunächst führt man die komplette Nexus-Getriebeeinheit aus der Nabe gezogen werden. Falls die Getriebeeinheit klemmt, kann sie mit einem weichen Gegenstand, wie einem Gummihammer oder Holzklotz vorsichtig heraus geklopft werden. Achtung, die Getriebeeinheit kann dann leicht herausfallen, also an der Gegenseite festhalten!
  2. Als Ölbad wird einfach ein handelsübliches Getriebeöl für Motorroller bzw. Motorräder genommen (Literpreis ca. Als Öl-Behälter zum Tauchen kann z.B.
  3. Die Nexus- oder Alfine- Getriebeeinheit wird darin maximal bis zum Konuslager der Antriebsseite mindestens 1h eingelegt, evtl.
  4. Die Nabe muss gründlich abtropfen, damit kein überschüssiges Öl an der Speichen entlang in die Felgen bzw.
  5. Die beiden Konus-Kugellager außen und das große Kugellager an der Ritzelseite werden zusätzlich noch mit hochwertigem, wasserfesten Lagerfett eingestrichen.

Nabe und Hinterrad werden wieder eingebaut, dreht sich das Hinterrad nicht leicht ist das Lagerspiel zu stramm eingestellt und muss korrigiert werden. Hat das Hinterrad leichtes Spiel bzw. Die Pedalen sollten sich beim Schieben jetzt nicht mehr mitdrehen, der richtige Leichtlaufeffekt setzte bei mir aber erst nach ca.

Empfehlungen für Öl und Fett

Die Gretchenfrage lautet also: Welches Öl und welches Fett darf man für die Wartung der Shimano Nexus / Alfine Naben bei Freilauf-, Rollerbrake- oder Rücktrittversion benutzen? Mit einem Bad in Getriebeöl SAE 80W90 GL4 macht man sicherlich erstmal nichts verkehrt (ohne Gewähr). Das Getriebe-ÖL SAE 80 GL4 wird z.B. bei alten MZ-Motorrädern verwendet. Konstruktionsbedingt könnten diese Anforderungen also sehr gut mit der Nexus-Funktionsweise hinkommen.

Die fast wartungsfreie Rollerbrake-Bremse selbst benötigt übrigens einmal im Jahr Shimano Rollerbrake-Spezialfett, um zuverlässig zu funktionieren.

Kosten der Wartung

Für meinen Geschmack aber ziemlich teuer, zumal bei uns insgesamt drei Shimano-Nexus-Getriebenaben in der Garage stehen. Dabei verstehe ich durchaus die Arbeitszeit des Fahrradmonteurs, Spezialwerkzeug, spezielles Shimano-Öl für Getriebnaben zum unglaublichen Mondpreis von 65,- Euro pro Liter(!) mit passender Ölbad-Kunststoffdose zum Tauchbaden. Zusätzlich benötigt man noch das weiße Shimano Lagerfett für die Kugellager.

Viele Fahrradhändler tauschen bei Schaltungsproblemen verständlicherweise lieber gleich das ganze Innere der Shimano-Nabe gegen eine neue Getriebeeinheit aus, anstatt zu versuchen sie wieder gangbar zu machen - geschweige denn sie zu reparieren. Bei dem Zeitaufwand und dem hohen Risiko einer defekten Nabe ist das verständlich.

Zusätzliche Hinweise

Bei defekten Lagern oder starken Laufspuren (Pitting) müssen die Kugellager bzw. Bekannt geworden sind Probleme bei Nexus-Winterfahrern-Innen: Das rechte Kugellager samt Konus am Ritzel leidet unter massivem Verschleiß durch eingedrungenen Schmutz. In älteren Versionen der Shimano-Nexus-Nabe verabschiedet sich auch gern das große Nexus-Kugellager in der Nähe des Antriebsritzels in Form von zerborstenen Lager-Einzelteilen, die bei Weiterfahrt durch Metallpartikel in kürzester Zeit die gesamte Nabe schrotten. Beide Kugellager auf der Ritzelseite sollte man deshalb besonders im Auge behalten.

Shimano hat im Laufe der Nexus-8-Baureihe öfter die Dichtungen geändert, um die Wartungsfreiheit zu verbessern. Deshalb unterscheiden sich viele Naben aus verschiedenen Baujahren insbesondere durch ihre Dichtungsvarianten. Bei diesem Nexus-Kugellager an der Ritzelseite haben sich Öl und Fett vermischt.

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