Um eine Shimano Nexus-8 oder Alfine zu zerlegen, muss man nur die 15er-Sicherheitsmutter abschrauben und den darunter liegenden gekonterten Konus lösen. Danach lässt sich die Nabe von der Getriebeeinheit abziehen.
Warum ist die Wartung des Shimano Alfine Freilaufs wichtig?
Obwohl der große Vorteil einer Nabenschaltung durch Ihre Kapselung vor Dreck vor allem darin besteht nahezu wartungsfrei zu sein, verbleiben eben auch winzige, abgeriebene Metallpartikel in der Nabe. Sie können wie bei einer Kettenschaltung nicht einfach abfallen, sondern schmirgeln permanent an den Oberflächen der Kugel- Nadellager samt der Lagerflächen.
Shimanos Wartungs-Empfehlung für die Nexus-8-Schaltung lautet jedes Jahr oder alle 2.000 Kilometer (aktualisiert 12.2021) ausbauen, reinigen, in ein Ölbad legen und zusätzlich gefettet wieder einbauen.
Mein subjektives Fazit mit einer Nexus Premium Nabe von 2005: Die Shimano Nexus- und Alfine-Naben sind nur dann „wartungsfrei“, wenn ihre Basis-Schmierung durch kundige Hände alle x-Tausend Kilometer erneuert wird.
Ob das nun wirklich alle 2 - 3.000 Kilometer laut Shimano Wartungsplan sein muss oder ob man - wie ich - mehr als 12.000 Kilometer problemlos durchfährt, die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen.
Eine Kettenschaltung muss ständig gewartet werden und trotzdem auch bei guter Pflege: Alle 2.000-3.000 Kilometer tut man gut daran, die Verschleißteile austauschen.
Bekannt geworden sind Probleme bei Nexus-Winterfahrern-Innen: Das rechte Kugellager samt Konus am Ritzel leidet unter massivem Verschleiß durch eingedrungenen Schmutz.
In älteren Versionen der Shimano-Nexus-Nabe verabschiedet sich auch gern das große Nexus-Kugellager in der Nähe des Antriebsritzels in Form von zerborstenen Lager-Einzelteilen, die bei Weiterfahrt durch Metallpartikel in kürzester Zeit die gesamte Nabe schrotten.
Beide Kugellager auf der Ritzelseite sollte man deshalb besonders im Auge behalten.
Shimano hat im Laufe der Nexus-8-Baureihe öfter die Dichtungen geändert, um die Wartungsfreiheit zu verbessern. Deshalb unterscheiden sich viele Naben aus verschiedenen Baujahren insbesondere durch ihre Dichtungsvarianten.
Ölwechsel und Schmierung
Mit der Hoffnung die Nabenschaltung noch ein paar Jahre retten zu können, bieten einige Fahrradhändler einen kostspieligen Ölwechsel an, der das Radler-Budget von sagenhaften 50,- EUR ähnlich dem Ölwechsel eines ausgewachsenen Kleinwagens strapaziert.
Dazu wird die innere Schalteinheit der Nexus-(bzw. Alfine 8)-Nabe ein paar Minuten in ein spezielles, sündhaft teures Naben-Öl von Shimano getaucht.
Nach dem Abtropfen werden die Kugellager noch mit einem weißen Shimano-Spezialfett einmassiert, die Schalteinheit wird wieder in die gereinigte Nabe eingebaut und das Hinterrad wird wieder montiert.
Diese positiven Effekte verstärkten sich nach hundert Kilometern Radfahren noch. Ein Jungbrunnen für meine Nexus Premium sowie für meine Beine!
Die Maßnahme ist für Vielfahrer oder Fahrradpendler also überzeugend.
Kosten sparen bei der Wartung
Ich bin ja ein echter Fan von Werterhaltung, aber das ist Geldschneiderei. Es muss für Vielfahrer auch irgendwie günstiger gehen.
Bei der Recherche kam für mich heraus: Man kann die Wartung für einen akzeptablen Preis mit etwas Schraubertalent selbst durchführen, denn die Shimano Nexus Nabe ist auch für Otto-Normalschrauber recht wartungsfreundlich in mehreren Modulen aufgebaut.
Die komplette Shimano Nexus 8 Getriebeeinheit: Eine Säuberung, ein Ölbad und gutes Lagerfett reichen zur Wartung aus.
et voilà, danach kann die komplette Nexus-Getriebeeinheit aus der Nabe gezogen werden.
Falls die Getriebeeinheit klemmt, kann sie mit einem weichen Gegenstand, wie einem Gummihammer oder Holzklotz vorsichtig heraus geklopft werden.
Achtung, die Getriebeeinheit kann dann leicht herausfallen, also an der Gegenseite festhalten!
Bei defekten Lagern oder starken Laufspuren (Pitting) müssen die Kugellager bzw.
Die richtigen Öle und Fette
Die Gretchenfrage lautet also: Welches Öl und welches Fett darf man für die Wartung der Shimano Nexus / Alfine Naben bei Freilauf-, Rollerbrake- oder Rücktrittversion benutzen?
Mit einem Bad in Getriebeöl SAE 80W90 GL4 macht man sicherlich erstmal nichts verkehrt (ohne Gewähr).
Das Getriebe-ÖL SAE 80 GL4 wird z.B. bei alten MZ-Motorrädern verwendet.
Konstruktionsbedingt könnten diese Anforderungen also sehr gut mit der Nexus-Funktionsweise hinkommen.
Besucher Henrik P. hat sich z.B. über seine geschrottete Nexus-8-Nabe am E-Bike geärgert und taucht sie jetzt regelmäßig selbst in Öl.
„Ich würde grundsätzlich kein Öl nach der Spezifikation GL 5 verwenden. Hier werden dem Öl Zusätze beigemischt die bei einer Hypoidverzahnung notwendig sind.
Durch diesen Ölzusatz wird die Oberfläche immer leicht angefressen um eine gewisse Rauhtiefe an der Oberfläche zu erreichen. Somit bleibt das Öl besser haften.
Dieser Ölzusatz ist aber Gift für einen gerade verzahnten Planetenradsatz.
Anleitung zum Ölbad
Als Ölbad wird einfach ein handelsübliches Getriebeöl für Motorroller bzw. Motorräder genommen (Literpreis ca. Als Öl-Behälter zum Tauchen kann z.B.
Die Nexus- oder Alfine- Getriebeeinheit wird darin maximal bis zum Konuslager der Antriebsseite mindestens 1h eingelegt, evtl. Die Nabe muss gründlich abtropfen, damit kein überschüssiges Öl an der Speichen entlang in die Felgen bzw.
Die beiden Konus-Kugellager außen und das große Kugellager an der Ritzelseite werden zusätzlich noch mit hochwertigem, wasserfesten Lagerfett eingestrichen.
In den Foren steht: Weißes Fett mit hohem Nylon- bzw. Silikonanteil benutzen. Es darf die verwendeten Kunststoffteile und Dichtungen nicht aufquellen lassen.
Achtung bei montierten Rollerbrakebremsen: Diese können sehr heiß werden und das Lagerfett schmilzt. Bitte unbedingt einen Fachhändler nach der richtigen, hitzeresistenten Fettsorte fragen oder das empfohlene Shimano-Spezial-Fett benutzen.
Nabe und Hinterrad werden wieder eingebaut, dreht sich das Hinterrad nicht leicht ist das Lagerspiel zu stramm eingestellt und muss korrigiert werden.
Hat das Hinterrad leichtes Spiel bzw. Die Pedalen sollten sich beim Schieben jetzt nicht mehr mitdrehen, der richtige Leichtlaufeffekt setzte bei mir aber erst nach ca.
Zusätzliche Tipps
Viele Fahrradhändler tauschen bei Schaltungsproblemen verständlicherweise lieber gleich das ganze Innere der Shimano-Nabe gegen eine neue Getriebeeinheit aus, anstatt zu versuchen sie wieder gangbar zu machen - geschweige denn sie zu reparieren.
Bei dem Zeitaufwand und dem hohen Risiko einer defekten Nabe ist das verständlich.
Wer aber mit etwas Schrauber-Ehrgeiz selbst etwas Zeit investiert und schmutzige Hände nicht scheut, kann seine Nabenschaltung mit ganz wenig Werkzeug und überschaubarem Aufwand über viele Jahre retten.
Ich werde meinen Nabenschaltungs-Wartungszyklus von ehemals 12 Jahren nun auf alle zwei Jahre erhöhen.
Falls deine Shimano Nabenschaltung momentan solche Symptome zeigt und etwas störrisch ist, kannst du hier nachlesen, wie man die Schaltung wieder korrekt einstellt.
Einstellung der Shimano Nabenschaltung
Eine Shimano Nabenschaltung ist meist recht wartungsarm und muss nur selten eingestellt werden.
Hält man sich an die regelmäßigen Ölwechsel (ca. alle 5000km oder alle zwei Jahre), beugt man nämlich dem vorzeitigen Verschleiß vor und sorgt somit für eine langanhaltend gute Performance.
Dass sich die Schaltung aber ab und an verstellt, ist ganz normal, da sich der Schaltzug durch die Benutzung etwas längt.
Du kannst aber entspannt aufatmen: die Einstellung ist relativ simpel und auch von jedem selbst durchführbar - in der Regel benötigst du kein Werkzeug.
Den Weg zur Fachwerkstatt kannst du dir also sparen.
Die Einstellung der Schaltung erfolgt an unkritischen Stellen, weshalb man recht wenig kaputt machen kann - zumindest solange man nicht versucht, den Nabenkörper zu öffnen.
Wann muss eine Shimano Nabenschaltung eingestellt werden?
Es ist in der Regel recht deutlich bemerkbar, dass eine Nabenschaltung neu eingestellt werden muss.
Meistens lässt sich der gewünschte Gang nicht bzw. nur mit sehr viel Kraft einlegen oder du musst den Drehgriff weiter drehen, als es die aufgedruckte Anzeige vorgeben würde.
Auch ungewollte Schaltvorgänge gehören zu den gängigen Problemen.
Es muss jedoch nicht immer an der Einstellung der Schaltung liegen.
Vor allem bei Schwergängigkeit kann es auch manchmal an einer alten, verdreckten oder beschädigten Zughülle liegen.
Dadurch kann der Schaltzug nicht mehr ordentlich im Inneren gleiten, was bei jedem Schaltvorgang viel Kraft erfordert.
Es lohnt sich also, hier nachzusehen.
Solltest du keinen Mangel feststellen können, lese dir einfach im nächsten Abschnitt durch, wie deine Schaltung einzustellen ist.
Wie wird eine Shimano Nabenschaltung eingestellt?
Die Einstellung einer Shimano Nabenschaltung ist für alle Modelle recht ähnlich, im Detail gibt es aber Unterschiede.
Die passenden Handgriffe für jede Nabe haben wir dir nachfolgend Schritt für Schritt aufgeschrieben.
1. Den richtigen Gang einlegen
Um eine Shimano Nabenschaltung richtig einzustellen, musst du immer den passenden Referenzgang am Drehschaltgriff einlegen.
Dieser variiert je nach Modell:
- Alfine 11-Gang Nabe Sechster Gang
- Alfine 8-Gang Nabe Vierter Gang
- Nexus 7-Gang Nabe
- Nexus 8-Gang Nabe
- Nexus 3-Gang Nabe Zweiter Gang
2. Gelbe Markierung überprüfen
Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Nabe findet man die Markierung an der silbernen Nabenschaltbox direkt am Ausfallende. Hier sollte der gelbe Streifen mittig zwischen den beiden weißen Begrenzungslinien liegen.
Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht.
Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden.
Praktisch: Die Markierungen sind oben und unten angebracht, so dass sie sowohl bei einem auf dem Kopf stehenden Fahrrad einsehbar sind, als auch im Montageständer.
Bei allen Modellen gilt: Sind die Markierungen nicht wie oben beschrieben, muss nachgestellt werden. Das funktioniert mittels der Spannung des Schaltzugs
3. Spannung des Schaltzugs einstellen
Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt.
Bei der Nexus 3-Gang Nabe ist letzteres der Fall, weshalb du entweder mit der Hand oder mit einem 10er Maulschlüssel die Mutter an der Nabenschaltungsbox lösen musst.
Nun kannst du an der Stellschraube drehen, bis die gelbe Markierung mittig zwischen den weißen Begrenzungsstreifen steht. Dann ziehst du die Befestigungsmutter wieder an, damit sich die Stellschraube nicht verstellen kann.
Zum korrekten Anzugsmoment achte bitte auf die Angaben des Herstellers.
Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt.
Nach der Einstellung der Zugspannung solltest du bei allen Nabenschaltungen einmal in den ersten Gang und einmal über den Referenzgang hinaus schalten. Die Markierungen sollten danach im Referenzgang immer noch passgenau sein.
Sollte die Einstellung mittels der Stellschrauben nicht möglich sein, weil du sie nicht weit genug drehen kannst, muss der Seilzug an der Nabe gelöst und mit etwas mehr Spannung festgezogen werden.
Das geht am besten mit einer schmalen Zange.
Wichtig ist, dass die Stellschrauben davor auf eine mittlere Position gedreht werden, um im Anschluss genug Spielraum zu haben. Die Feinjustierung erfolgt nämlich erneut mit den Stellschrauben.
4. Einstellung testen
Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen.
Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben. Der nächste Gegenanstieg wird somit zum Kinderspiel.
Alfine 11-Gang Nabenschaltung
Im nachfolgenden Abschnitt erläutern wir Ihnen, wie Sie Ihre Alfine 11-Gang korrekt warten. Hierfür muss das alte Öl entfernt, das Innere der Nabe gereinigt und neues Öl eingefüllt werden.
Die gute Nachricht ist, dass Sie das Laufrad für diesen Vorgang nicht einmal ausbauen müssen. Die erste Wartung sollte nach etwa 1000 Kilometern erfolgen. Danach warten Sie Ihre Nabe circa alle 5000 Kilometer oder alle 2 Jahre (wenn dies zuerst eintritt).
Wartungs-Set für Alfine 11-Gang Naben
In dem Wartungs-Set für Alfine 11-Gang Naben von Shimano finden Sie die nötigen Utensilien. Schließen Sie die im Wartungs-Set enthaltene Spritze an den Schlauch an. Der Kolben der Spritze sollte komplett eingedrückt sein. Erst jetzt wird das Laufrad langsam gedreht bis die Ölöffnung nach unten zeigt.
Füllen Sie zunächst 25 Milliliter neues Öl in die Spritze ein. Drücken Sie den Kolben der Spritze, damit das neue Öl in die Nabe gelangt. Zum Abschluss wird das Laufrad einige Minuten lang gedreht, gleichzeitig schalten Sie bitte die Gänge rauf und runter.
Durch diesen Vorgang vermischt sich das neue Öl mit möglicherweise in der Nabe verbliebenen Resten des alten Öls. Dieses „Reinigungsöl“ muss nun also wieder entfernt werden.
Alfine 8-Gang Nabenschaltung
Der Wartungsvorgang der Alfine 8-Gang Nabenschaltung von Shimano umfasst den Ausbau der internen Einheit der Nabe, den Öl-Tauchvorgang sowie den Wiedereinbau der internen Einheit.
Spannen Sie erneut die beiden abgeflachten Seiten der Nabenachse in den Schraubstock. Als nächstes wird die Bremsarmeinheit wieder angebracht. Schrauben Sie danach den linken Konus sowie die linke Mutter wieder an.
Schritte zur Wartung
- Spannen Sie die zwei abgeflachten Seiten der Nabenachse in einen Schraubstock.
- Nehmen Sie die Staubkappe ab.
- Wenn die Bremseinheit entfernt wurde, muss anschließend die Nabenhülse durch stetiges hin- und herdrehen abgezogen werden.
- Wenn eine Rücktrittbremse vorhanden ist, müssen Sie vor dem Öl-Bad noch die Bremsschuheinheit abziehen.
Fazit
Mit der richtigen Pflege und Wartung können Sie die Lebensdauer und Leistung Ihrer Shimano Alfine Nabenschaltung erheblich verbessern. Egal, ob Sie sich für den kostspieligen Ölwechsel beim Fahrradhändler entscheiden oder die Wartung selbst in die Hand nehmen, die regelmäßige Schmierung und Reinigung sind entscheidend für ein reibungsloses Fahrerlebnis.
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