Shimano Alfine Innenlager Montage Anleitung

Nicht alle Reparaturen am Fahrrad laufen super einfach wie von selbst ab. Hier ein Beispiel für eine Tretlager-Reparatur an meinem Pendlerbike, die ich mir wesentlich einfacher vorgestellt hatte.

Normalerweise wird so was im Netz nie gezeigt, aber ich kenne es auch aus Motorradbastlerkreisen, es geht beim Schrauben öfter mal was schief - nur wird dann ungern drüber geredet.

Damit wir alle was davon haben zeige ich einen Austausch meines Shimano Tretlagers, was mit schlechtem Werkzeug passieren kann, und wie man richtig festsitzende Lagerschalen dann doch noch los bekommt, bevor der ganze Fahrradrahmen im Müll landet.

Die Montageanleitung kann auch für FSA-Tretlager benutzt werden.

Hier handelt es sich um ein millionenfach verbautes Shimano Hollowtech II Tretlager, dessen Lagerschalen in den Rahmen (in meinem Fall ein Stevens Citiflyer von 2005) geschraubt werden.

Tretlagertypen

Generell unterscheidet man zwei- und dreiteilige Tretlagertypen. Bei dreiteiligen Tretlagern besteht der Satz aus zwei Kurbelarmen und einem einstellbaren Innen- oder Patronenlager. Bei zweiteiligen Tretlagern ist die Achse bereits an einem Kurbelarm befestigt.

Bei Shimano Hollowtech II gibt es neben dem Typ „BSA“ oder „ITA“ aber auch Pressfit. Hierfür benötigt man ein Einpresswerkzeug. Im Gegensatz zu Pressfit gilt das BSA-Lager als relativ leicht austauschbar, da es ähnlich eines Ahead-Steuersatzes nur leicht geklemmt montiert wird.

Man benötigt nur ein „günstiges“ Spezialwerkzeug.

Demontage des alten Tretlagers

  1. Zunächst wird die Kunststoff-Staubkappe mit einem Spezialwerkzeug entfernt, das oft mit dem Vielzahnschlüssel zur Lagerschraubung mitgeliefert wird. Die Kappe dient nicht nur dem Schutz vor Dreck, sondern auch dem Einstellen des Lagers - genauer gesagt nicht dem des Lagerspiels selbst, sondern dem des Achsspiels der gesamten Kurbelgarnitur. Ein leichtes, minimales Schleifen ist hier unvermeidbar.
  2. Danach wird der linke Kurbelarm mittels Innensechskantschlüssel demontiert. Es sind nur zwei Schrauben mit einer mittig sitzenden Schraubensicherung einem sogenannten „Stopp-Plättchen“. Bei der Montage ist es sinnvoll hier einen Drehmomentschlüssel zu benutzen und die gesäuberten und gefetteten Schrauben mit Gefühl Step by Step anzuziehen, anstatt gleich eine Schraube anzuballern. Das „Stopp-Plättchen“ muss genauso wieder eingebaut werden. Gereinigt versteht sich von selbst.
  3. Der gelöste Kurbelarm klemmt bei dieser Konstruktion sogar ohne die Schrauben fast immer ziemlich fest auf der verzahnten Achse. Das war auch bei dem Pressfitlager meines Cyclocrossers so.
  4. Zum Lösen des Kurbelarms nutze ich einen Schraubendreher und klopfe diesen mit einem Gummihammer vorsichtig in den Spalt der Kurbel.
  5. Bei anderen Tretlagerarten wie ISIS Drive® oder Octalink® ist der Kurbelarm an dieser Stelle fest geklemmt und benötigt einen Kurbelabzieher, mit dem die Kurbel von der Welle gezogen wird.
  6. Shimano hat es SelbstschrauberInnen an dieser Stelle einfacher gemacht: Es reicht aus, die Welle durch klopfen oder ganz leichten Schlägen mit dem Gummihammer herauszuziehen.
  7. Der Kunststoffring wird einfach abgezogen und gründlich gereinigt, damit kein Dreck zwischen dem Kurbelarm und dem Schleifring rumschmiergelt.
  8. Die Welle samt Kettenrad kann nun heraus gezogen und ebenfalls gereinigt werden.
  9. Um die beiden Lagerschalen samt Industrielager preiswert herauszudrehen, benötigt man auf jeden Fall einen solchen Vielzahnschlüssel, für ein paar Euro erhältlich bei vielen Online-Versendern.
  10. Unten noch gerade zu erkennen das beschriebene Kunststoffspezialwerkzeug, um die oben benannte Staubkappe herauszudrehen.

Herausforderungen und Lösungen

Das Schrauber-Unglück nimmt ab hier seinen Lauf und ich zeige es ganz bewusst, damit ihr das keinesfalls nachmacht! Nachdem ich mit dem Tretlagerschlüssel einmal abgerutscht bin…wollte ich das Unheil nicht wahr haben und habe den Chinaschrott zum zweiten mal versetzt angesetzt. Das Lager saß bombenfest bewegte sich keinen Millimeter. Dafür bog sich der Schlüssel auf und zermatschte die extrem weiche Shimano Lagerschale. Ab hier habe ich kaum noch Fotos gemacht, da ich erstmal schlucken musste. Immerhin stand jetzt der Rahmen auf dem Spiel. Zu einem Fahrradhändler wolle ich so auch nicht gehen. Die einzige Möglichkeit, die ich sah, war mit einer Metallsäge jeweils zwei tiefe Kreissegmente bis kurz vor dem Rahmen wegzusägen um dann mit einem riesengroßen Engländer die Lagerschale herausdrehen zu können.

Damit wäre das Lager selbst aber auch Schrott gewesen. Noch lief es immerhin, wenn auch mit einem Klicken. Diesen Plan B wollte ich zunächst versuchen, war aber von großen Selbstzweifeln befallen.

So war ich fast ohnmächtig gezwungen auf die bestellte Spezial-Tretlagernuss zwei Tage zu warten und nutzte die ungewisse Zeit mit reichlich Kriechöl in der Garage, welches ich im 6-Stunden-Rhythmus emsig in den Gewindespalt zwischen Lagerschale und Rahmen aufsprühte. Mindestens sechsmal.

Als die Nuss dann ankam, erhitzte ich den Rahmen mit weicher Flamme eines Gasbrenners auf ca. 60-70 Grad und kühlte die Lagerschale gleichzeitig mit Eisklötzen aus der Gefriertruhe. Die ebenfalls gekühlte Nuss habe ich dann relativ beherzt mit einem Hammer aufgeschlagen und gebetet. Mit einem großen Drehmomentschlüssel konnte ich die knallfestsitzende Lagerschale dann tatsächlich mit Gewalt lösen.

Ich vermute bis heute, dass der Händler falscherweise ein ähnlich hohes Drehmoment zur Montage angewendet hat, da sich ein Gewinde in einem Alu-Fahrradrahmen eigentlich erheblich nachgiebiger erweist. Hier hatte ich das Gefühl eine LKW-Radmutter zu lösen. Aber es hat geklappt und mein geliebtes Alltagsrad, mit dem ich bisher über 17 Jahre unterwegs war musste noch nicht auf den Schrott.

Montage des neuen Tretlagers

Das Shimano Ersatz-Tretlager BB-RS500 besteht aus den zwei Lagerschalen mit Industrielagern und einer Kunststoffhülse mit zwei O-Ringen, die beide Lager auch nach innen zum Rahmen hin abdichtet. Das ist wichtig, da viele Sattelklemmen und Sattelstangen im Regen Wasser ziehen und dieses in den Rahmen laufen kann. Nebst Fertigungspänen, Dreck durchs Sattelrohr und im Rahmen verlegten Bowdenzügen eine sinnvolle Konstruktion.

Nach dem Einbau lief mein Rad zumindest subjektiv etwas leichter.

Noch ein Blick auf die alten, gekapselten Industrielager. Sie sind leider nicht zur Demontage vorgesehen. Ein Kunststoffring verhindert das Eindringen von Dreck, aber auch das Einpressen einer frischen Fettfüllung. Dafür müsste das Lager aber auch zunächst gründlichst gereinigt werden. Hebelt man vorsichtig an dem Kunststoffring herum, zerbricht er und das Lager liegt offen. Er ist zweitielig und schützt von innen und außen. Evtl. Radfahrende in einer misslichen Situation, die z.B. auf Fernreisen kein Ersatz-Tretlager bekommen, können den Kunststoffring vorsichtig entfernen, eine neue Fettfüllung einmassieren und den Ring - oder die Reste davon vorsichtig wieder aufsetzen. Das wird nicht ewig halten, aber vielleicht nochmal 2.000 km gut gehen.

Das Lager kann auch aus der Lagerschale mit dem passenden Werkzeug und einem Schraubstock herausgeschlagen oder herausgepresst werden. Die Möglichkeit einer irreparablen Beschädigung durch ein leichtes Verkanten ist aber ziemlich groß.

Das leichte Klicken an warmen Tagen war nach der Reparatur des Tretlagers übrigens nicht verschwunden.

Wartung und Lebensdauer

Das Tretlager am Fahrrad ist ein hochbelastetes Teil, es muss auf Dauer hohe Kräfte und Drehmomente wegstecken. Um hohe Kilometerleistungen zu erreichen, müssen die Lagerschalen genau planparallel satt am Rahmen aufliegen, da die Kugellager selbst recht klein dimensioniert sind, um Gewicht zu sparen. Wenn das nicht der Fall ist, muss die Auflagefläche am Rahmen plan gefräst werden. Das ist eher etwas für die Fahrradwerkstatt, außer man kommt an das dafür notwendige Spezialwerkzeug heran.

In Fachkreisen spricht man von einer durchschnittlichen Tretlager-Lebensdauer von 8.000 bis 15.000 Kilometern. Mein Shimano BSA Gewinde-Tretlager Hollowtech II hat über 17.000 km Pendlerstrecke gehalten, richtig kaputt war es danach immer noch nicht. Aber nach der Reparatur hatte ich trotzdem ein besseres Gefühl.

Beim Verschleiß am Fahrrad kommt es eben darauf an, wie intensiv das Material herangenommen wird. Es ist ein Unterschied, ob ich mit einem MTB Downhill im Matsch fahre und meterweit springe oder nur in der Sommersaison ein Rad moderat bewege.

Anzeichen für Verschleiß und notwendigen Austausch

Wenn ein Tretlager knackt, schleift, rumpelt, quietscht, leicht wackelt oder rau läuft ist das ein eindeutiges Alarmsignal, das man wirklich ernst nehmen sollte, denn die Reparatur ist ohne Austausch quasi unmöglich.

Die Prüfung dazu: Einmal die Kette abnehmen und mit der Hand durchdrehen fördert meist sofort den vermuteten Zustand zutage. Reparieren oder Nachstellen kann man das Lager nicht, ein kompletter Austausch ist sinnvoller.

Moderne und hochwertige Innenlager (alter Begriff: Tretlager) halten oft viele Jahre und verrichten klaglos ihre Arbeit. Dennoch kann es irgendwann nötig sein, diese zu tauschen. Die notwendige Reparatur bzw. der Austausch ist auch für den Laien/Anfänger in weniger als einer Stunde zu bewerkstelligen. So sparen Sie sich den Weg zur Fahrradwerkstatt und damit bares Geld. Hierzu wird, neben ein wenig handwerklichem Geschick, ein passendes Werkzeug benötigt, um das Innenlager zu entfernen.

Das Innenlagerwerkzeug können Sie bei uns im Online Shop erwerben. Aber Achtung: Die Verzahnung des Innenlagers hat jeder Hersteller für sich genormt. Es gibt hier also keinen weltweiten Standard. Somit wird für die unterschiedlichen Innenlager, z.B. von Shimano auch immer ein Innenlagerwerkzeug benötigt, welches mit den Shimano-Innenlagern kompatibel ist. Die Kosten hierfür (ca. 10 EUR) dürften sich aber schon nach der ersten Reparatur gelohnt haben.

Bestimmung des richtigen Innenlagers

Um herauszufinden, welches Innenlager für Ihr Fahrrad geeignet ist, müssen Sie zunächst einige Maße bestimmen. Zunächst nehmen Sie die Kurbeln samt der Kettenblätter (Zahnkränze) ab. Die Anleitung dafür können Sie bei uns unter Kurbel und Zahnkranz-Kassette abnehmen einsehen. Der Blick auf das Innenlager liegt nun frei. Bei fast allen Innenlagern ist die Größe in Millimetern aufgedruckt.

Fehlt diese Angabe und wissen Sie auch nicht wie lang das neue Innenlager sein muss, können Sie das ausgebaute Lager vermessen. Am besten nutzen Sie hierfür ein ganz normales Lineal oder Maßband. Hierbei entspricht die Länge des Lagers der Strecke vom äußeren Rand bis zum Rand der Vierkantaufnahme. Messen Sie hier unbedingt ganz exakt. Es gibt zum Beispiel Innenlager mit 68 mm, aber auch mit 70 mm.

Danach setzen Sie das neue Innenlager, gemäß dieser Anleitung in umgekehrter Reihenfolge wieder ein.

Ungewöhnlichen Geräuschen am Bike sollten Sie stets auf den Grund gehen.

Wenn an Ihrem Fahrrad „komische“ Geräusche zu hören sind, sollten Sie der Herkunft dieser unbedingt auf den Grund gehen!

Wenn Sie an Ihrem Fahrrad ungewöhnliche Geräusche hören, sollten Sie diesen unbedingt nachgehen und ganz genau hinhören!

Willst du mit deinem Rad vorwärts kommen, ist das Innenlager nicht wegzudenken. Es ist bei jeder Pedalumdrehung im Einsatz und fristet doch oft ein unbeachtetes Leben unten im Rahmen, gut versteckt zwischen den Kurbelarmen. Eigentlich fällt dieses Lager erst so richtig auf, wenn es nicht mehr einwandfrei funktioniert: Dann können einem quietschende und knarzende Geräusche, spürbares Spiel oder schwergängiges Treten schnell die Lust am Radfahren nehmen.

Wenn dein Tretlager reif für einen Austausch ist, solltest du wissen, welcher Lagertyp verbaut ist, welches Werkzeug du benötigst und wie du es am einfachsten ein- und ausbauen kannst. All diese Informationen haben wir für dich in diesem Beitrag zusammengestellt.

Wann benötige ich ein neues Tretlager?

Wir müssen gestehen: Auch uns macht Radfahren nicht immer Spaß. Bei einem Hagelschauer oder bei vereisten Straßen zum Beispiel. Ganz vorne bei den Spaßverderbern mischt sicherlich auch das defekte Tretlager mit. Wenn du bei jeder Kurbelumdrehung ein nerviges Geräusch aus dem Tretlagerbereich hörst, du spürbares Spiel in der Kurbel oder das Gefühl hast, dass du schwerer Treten musst um die Kurbel zu bewegen, dann ist es an der Zeit, sich mit einem neuen Tretlager den Spaß am Radfahren zurückzuholen.

Dabei verschleißen Tretlager je nach Kilometerleistung, Beanspruchung und den äußeren Bedingungen unterschiedlich schnell. Auch unsachgemäße Handhabung, z.B. eindringendes Wasser durch Reinigung mit dem Dampfstrahler oder ausbleibende Wartung lassen Lager vorzeitig verschleißen. Gerade Ganzjahres- und Allwetterfahrer sollten ihrem Tretlager besondere Pflege zukommen lassen, da das Tretlager im Spritzbereich von beiden Rädern liegt.

Wie finde ich heraus, welches Tretlager ich benötige?

Die einfachste Art festzustellen, welches Lager du benötigst, ist, das alte Lager auszubauen. Meist ist auf dem Lager eine Lagergröße oder ein Code vermerkt, sodass du mithilfe der Informationen einfach ein neues Lager bestellen kannst. Zudem lässt es sich im ausgebauten Zustand leicht ausmessen, sollten keine Angaben mehr lesbar sein.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Tretlagern:

  • Lager mit geschraubten Lagerschalen
  • Lager mit eingepressten Lagerschalen
  • Direkt eingepresste Lager

Diese drei Arten unterscheiden sich hinsichtlich der Montage und dem benötigten Werkzeug. In Abhängigkeit von der Gehäusebreite können zudem auf beiden Kurbelseiten Spacer notwendig sein.

Geschraubte Lager sitzen häufig in einem BSA Tretlagergehäuse, also in einem Gehäuse mit Gewinde auf beiden Seiten. Der BSA Standard ist bei Fahrrädern bis Baujahr 2010 am meisten verbreitet, wobei Rennräder eine Gehäusebreite von 68mm aufweisen und Mountainbikes eine Breite von 73mm; die weiteren BSA Breiten von 83mm und 100mm sind eher selten. Der seit 2006 häufig verwendete BB30 Standard wurde von dem BB86 - BB90 Standard abgelöst, der bei heutigen Rennrädern und Mountainbikes aktueller Stand der Technik ist.

Eine Übersicht sämtlicher Lager- und Gewindetypen haben wir in unserem separaten Innenlagertypen-Ratgeber zusammengestellt.

Werkzeuge für den Tretlager-Ausbau

Um besser an und mit deinem Bike arbeiten zu können, empfehlen wir dir je nach geplanter Arbeit, dein Fahrrad auf dem Fahrradständer oder dem Hinterbauständer abzustellen oder einen Montageständer zu benutzen. Außerdem solltest du immer mit den passenden Minitools und dem richtigen Fahrrad Werkzeug zur Montage arbeiten. Wir empfehlen dir das Rad vor der Reparatur gründlich zu reinigen, um sich mit dem neuen Tretlager nicht gleich wieder alten Schmutz mit einzubauen. Zudem sind demontierte Kurbelarme eine gute Gelegenheit, das Rad im Tretlagerbereich mal wieder richtig sauber zu bekommen. Die Kurbelinnenseiten und die Kettenblätter lassen sich ebenfalls im demontierten Zustand bestens reinigen.

Für den Ausbau empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  1. Sorge für einen sicheren Stand des Rades Am besten in einem Montageständer
  2. Hebe die Kette vorsichtig vom Kettenblatt ab. Du kannst sie am einfachsten mit einem Kabelbinder am Umwerfer hochbinden, damit sie den Rahmen nicht verkratzt
  3. Löse an der linken Kurbel die Inbusschrauben Nur lösen, die Schrauben brauchen nicht entfernt zu werden
  4. Entferne mit dem Kurbelkappenwerkzeug die Kurbelkappe
  5. Hebe mit dem Schraubendreher das Sicherungsplättchen an Das Plättchen sichert die linke Kurbel auf der Achse
  6. Ziehe die Kurbel von der Kurbelachse ab
  7. Treibe mit dem Gummihammer vorsichtig die rechte Kurbel aus
  8. Schraublager: Drehe mit dem Tretlagerwerkzeug die Lagerschalen aus dem Rahmen linke Seite=Rechtsgewinde, rechte Seite=Linksgewinde, Tipp: Beide Lagerschalen lösen sich „nach vorne“
  9. Presslager: Treibe mit einem passenden Dorn die Lagerschalen aus Führe dazu den Dorn auf der jeweils gegenüberliegenden Seite in das Tretlager ein und treibe es leichten Schlägen auf dem gesamten Umfang aus
  10. Reinige das Tretlagergehäuse gründlich von außen und innen
  11. Begutachte nun das gereinigte Tretlagergehäuse. Unschöne Stellen und Korrosion kannst du leicht mit feinem Schmirgelpapier oder etwas Stahlwolle entfernen.
  12. Überprüfe auch das Gewinde auf eventuelle Gratbildung oder Beschädigungen. Falls das Gewinde nachgearbeitet werden muss, empfiehlt sich für diesen Arbeitsschritt der Gang zur örtlichen Fahrradwerkstatt. Die Anschaffung eines Gewindeschneiders lohnt sich bei einem Kaufpreis von mindestens 60 € für den einmaligen Einsatz eher nicht.

Befindet sich das Tretlagergehäuse (wieder) in einem guten Zustand, kannst du mit der Montage des neuen Tretlagers beginnen.

Tretlager einbauen - Montage

Ist das Tretlagergehäuse nun in einem einwandfreiem Zustand und hast du das neue Lager mit allen Spacern vorliegen, kannst du mit der Montage beginnen.

Für den Einbau empfehlen wir folgende Vorgehensweise:

  1. Bestreiche beide Gewinde bzw. die Gehäusefläche von innen reichlich mit Montagefett Das Fett schützt die Oberfläche vor Korrosion und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit
  2. Schraublager: Schraube beide Lagerschalen in den Rahmen ein linke Seite=Rechtsgewinde, rechte Seite=Linksgewinde, Tipp: Beide Lagerschalen schließen „nach hinten“, Achte dabei auf die richtige Anzahl der Spacer (siehe Tabelle) und ein Anzugsmoment von 40 - 45 Nm
  3. Presslager: Beide Lagerschalen in das Tretlagergehäuse einpressen Beide Lagerschalen mit dem Einpresswerkzeug bündig in das Gehäuse einpressen, dazu die Lagerschalen gerade an das Gehäuse anlegen und gleichmäßig und ohne zu verkanten anziehen. Beim Einpressen können unangenehme Geräusche entstehen. Diese sind jedoch nicht schlimm
  4. Die rechte Kurbel bis zum Anliegen in das Tretlagergehäuse einschieben
  5. Die linke Kurbel in der richtigen Position auf die Kurbelachse aufschieben
  6. Die Kurbelkappe mit dem Kurbelkappenwerkzeug handfest anziehen (0,7 - 1,5 Nm)
  7. Kurbel sichern und festziehen Sicherungsplättchen wieder eindrücken und beide Inbusschrauben im Wechsel mit 12 - 14 Nm anziehen
  8. Kontrolle Die Kurbel sollte sich nun leicht und spielfrei im Tretlagergehäuse drehen lassen
  9. Überflüssiges Montagefett entfernen und Kette wieder auflegen - FERTIG!

Shimano Alfine Nabenschaltung

Die robuste 8-Gang Alfine Nabenschaltung des Herstellers Shimano erweist sich im Alltag gegenüber einer herkömmlichen Kettenschaltung als äußerst zuverlässig. Sie eignet sich hauptsächlich für Fahrten im Flachland bzw. etwas hügeliger Landschaft, kommt jedoch in sehr steilen Gebieten an ihre Grenzen. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen eher den Einbau einer Shimano 11-fach Schalteinheit. Ohne Weiteres können diese Schaltungen an fast allen Trekking- und Citybikes sowie auch schweren E-Bikes nachgerüstet werden. Beide Modelle - Alfine 8-Gang bzw. 11-Gang - können je nach Bedarf in Fahrräder mit Scheiben- bzw.

Wie bei allen Reparaturarbeiten sollten Sie Ihr Bike zunächst in eine möglichst stabile Position bringen sowie das benötigte Werkzeug bereitlegen. Das ausgebaute Laufrad liegt nun mit der rechten Seite vor Ihnen.

Die innere Ausbuchtung sollte bei den meisten Fahrrädern mit der Wölbung zum Laufrad hin zeigen. Bei Rädern mit schmaler Kettenlinie kann das Ritzel jedoch auch mit der Erhebung nach außen liegend montiert werden, was zur Folge hat, dass die Zähne nun dichter an der Nabe liegen. Prüfen Sie also bei diesem Schritt, wie rum das Zahnrad bei Ihnen aufgelegt werden muss, damit die Fahrradkette von der Kurbel aus kommend eine möglichst gerade Linie bildet.

Nehmen Sie nun den beiliegenden Metallsprengring zur Hand. Drücken Sie diesen soweit es geht auf die Hinterradachse. Hier kann ein einfacher Schraubendreher gute Dienste leisten, indem er den Ring auf einer Seite mit etwas Kraftaufwand auseinanderbiegt, bis dieser fest in der Nut sitzt.

Im nächsten Schritt wird die schützende Staubkappe ganz einfach aufgelegt. Bei der zu montierenden Schalteinheit sollten jetzt alle roten Markierungen in eine Reihe gebracht werden. Anschließend wird dieses Bauteil so auf der Achse positioniert, dass alle fünf Punkte in einer Flucht liegen, also drei oben und zwei unten.

Zum Zubehör gehört ebenfalls ein kleiner Sicherungsring mit einer gelben Kennzeichnung. Dieser wird so aufgesetzt, dass sowohl die Gelbmarkierung auf der Schalteinheit, als auch auf dem Ring übereinstimmt. Die Aufschrift "Lock" mit dem entsprechenden Pfeil zeigt an, in welche Richtung der Hebel gedreht werden muss, um die Schalteinheit sicher zu verriegeln. Hierbei verändert sich die Position des gelben Punktes um etwa eine viertel Umdrehung im Uhrzeigersinn.

Jetzt kann das Laufrad wieder in den Rahmen eingesetzt und die Kette aufgezogen werden. Die Radmuttern mit den Sicherungsringen lassen sich im Anschluss mithilfe eines passenden Schraubenschlüssels handfest anziehen.

Nachfolgend muss nur noch der Schaltzug eingehängt werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen 7- oder 8-Gang Nabenschaltung wird dieser Bowdenzug bei der Alfine 8-fach Schaltanlage nicht von unten nach oben, sondern oberhalb der Nabe - entgegen dem Uhrzeigersinn - entlanggeführt und anschließend mit der Haltenase in die entsprechende Vorrichtung eingehängt.

Wie Sie sehen, ist der Einbau einer Shimano Alfine 8-Gang Schalteinheit nicht so kompliziert, wie es zunächst den Anschein hat. So können Sie sich den Weg in die teure Fahrradwerkstatt sparen und das Geld lieber in eine hochwertige Schaltung investieren.

Bei einer kleinen Probefahrt lässt sich abschließend schnell feststellen, ob alle Teile korrekt montiert wurden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0