Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Shimano Alivio-Komponenten warten können, um eine optimale Leistung zu gewährleisten. Wir konzentrieren uns auf die Entlüftung der Bremsen und die Einstellung der Schaltung.
Bremsenentlüftung
Wandert der Druckpunkt Ihrer Bremse stark, tritt er erst kurz vor dem Griff auf oder ist er sehr weich? Mit einer sauberen Entlüftung beheben Sie diese Probleme und bekommen wieder einen klar definierten Druckpunkt. In der folgenden Anleitung zeigen wir dir, wie du den Druckpunkt deiner Bremse mit der Schnellentlüftung oder der kompletten Entlüftung wieder super hinbekommst.
Werkzeug
Alles, was Sie zur Entlüftung brauchen:
- Shimano Mineralöl
- Spritze
- Trichter
- 7mm Gabelschlüssel
- Inbusschlüssel
Der Trichter dient als Auffangbehälter, als Entlüftungsspritze genügt auch eine Haushaltsspritze. Achten Sie darauf, dass der aufgesteckte Schlauch fest auf Spritze und Entlüftungsnippel sitzt. Das original Mineralöl von Shimano ist Pflicht, denn Additive in anderen Ölen wie z.B. Magura greifen die Dichtungen von Shimano Bremsen genauso an wie DOT Flüssigkeit.
Methoden zur Entlüftung
Für die Entlüftung von Shimano Scheibenbremsen gibt es zwei Methoden:
- Schnellentlüftung: Lässt sich der Druckpunkt der Bremse schnell und simpel verbessern. Bei fortgeschrittenem Verschleiß der Bremsbeläge wandert immer mehr Bremsflüssigkeit vom Reservoir aus dem Hebel in den Bremssattel und der Druckpunkt verschiebt sich zum Lenker. Auch hier ist die Schnellentlüftung perfekt, um den Druckpunkt wieder weiter vom Lenker weg und nach vorne zu bringen.
- Komplette Entlüftung: Für hartnäckige Fälle mit sehr schwammigem Druckpunkt, Neueinbau einer Bremsanlage oder für einen Bremsflüssigkeitswechsel muss man zur kompletten Entlüftungsmethode greifen. Hierzu wird die Bremsflüssigkeit mit einer Spritze vom Bremssattel nach oben durch den Bremshebel in ein Auffangbehältnis gepumpt. Die alte Flüssigkeit und Verunreinigungen werden aus dem System gespült und durch neue Bremsflüssigkeit ersetzt.
Tipp: Kontrollieren Sie die Bremsbeläge bevor Sie entlüften. Der Druckpunkt an Shimano Scheibenbremsen neigt dazu stark zu wandern, wenn die Bremsbeläge fast komplett verschlissen sind. Wenn Ihre Bremsbeläge verschlissen sind, tauschen Sie diese zuerst und überprüfen Sie dann den Druckpunkt erneut.
Vorbereitung
Die ersten Schritte sind bei beiden Entlüftungsmethoden gleich. Richten Sie den Hebel horizontal aus, so dass die Verschlussschraube auf dem Bremshebel der höchste Punkt ist. Entfernen Sie die Verschlussschraube am Reservoir, montieren Sie den Entlüftungstrichter und entfernen Sie den Verschlusspin des Trichters.
Schnellentlüftung - Schritt für Schritt
- Für die Schnellentlüftung müssen Sie weder das Laufrad noch die Bremsbeläge ausbauen.
- Füllen Sie den aufgeschraubten Entlüftungstrichter ca. zur Hälfte und pumpen Sie dann am Hebel. Leichtes Neigen des Bikes der Längsachse nach hilft, die Luft aus der Leitung nach oben zu befördern.
- Bei den ersten paar Pumpstößen werden relativ viele und große Luftblasen nach oben steigen, das ist die Luft im Reservoir die jetzt durch Bremsflüssigkeit ersetzt wird.
- Schnelles Ziehen und langsames Lösen des Hebels funktionieren sehr gut, um auch die kleinen Luftblasen an die Oberfläche zu bringen.
- Pumpen Sie solange, bis keine Blasen mehr zur Oberfläche steigen und der Druckpunkt wieder schön definiert ist.
- Nachdem die Entlüftung abgeschlossen ist, können Sie den Verschlusspin in den Trichter stecken, so bleibt die Flüssigkeit im Trichter und Sie können diesen problemlos abschrauben.
Wenn der Druckpunkt nach dieser Methode noch nicht zufriedenstellend ist, müssen Sie zur kompletten Entlüftungsmethode greifen.
Komplette Entlüftung - Schritt für Schritt
- Um die Bremsanlage komplett zu entlüften und einen Bremsflüssigkeitswechsel vorzunehmen, ist etwas mehr Aufwand gefordert. Demontieren Sie das Laufrad und die Bremsbeläge an der Bremsanlage, die Sie entlüften möchten. So können weder Bremsscheibe noch Beläge mit Öl verunreinigt werden.
- Anders als bei der Schnellentlüftung muss der Trichter auf dem Bremshebel zur kompletten Entlüftung leer sein. Setzen Sie nun den gelben Distanzblock in den Bremssattel ein, um ein Herausfahren der Kolben zu verhindern.
- Füllen Sie jetzt die Spritze mit Bremsflüssigkeit (bei Shimano Mineralöl), achten Sie darauf, dass sich keine Luft in der Spritze befindet.
- Mit einem 7mm Gabelschlüssel lösen Sie jetzt den Entlüftungsnippel, schrauben ihn jedoch nicht weiter auf, sondern lockern ihn nur. Der Entlüftungsnippel hat eine Lochung, die ihn erst nach ca. einer halben Umdrehung öffnet.
- Durch Drehen der Spritze können Sie den Entlüftungsnippel nun öffnen und die Flüssigkeit aus der Spritze nach oben in den leeren Trichter drücken. Eine halbe bis ganze Umdrehung reicht, um den Durchfluss zu gewährleisten.
- Während dem Durchpumpen der Flüssigkeit sollten Sie den Bremshebel ein paar Mal langsam ziehen und wieder loslassen, um Luftblasen im Hebel zu lösen.
- Falls die alte Bremsflüssigkeit im Trichter extrem verdreckt aussieht, sollten Sie ruhig zwei bis drei Trichter Flüssigkeit durch die Bremsanlage pumpen. Die Schmutzpartikel in der Bremsflüssigkeit können sich sonst am Geberkolben absetzten und auf Dauer die Funktion des Bremshebels beeinträchtigen. Durch ausreichendes Durchspülen verhinderst du, dass das Innere der Bremse zugesetzt wird.
- Nachdem Sie ordentlich Flüssigkeit durch das System gepumpt haben und keine Blasen oder Verschmutzungen mehr in den Trichter gespült werden, können Sie den Entlüftungsnippel am Bremssattel wieder durch Drehen der Spritze und anschließendes Festziehen mit dem Gabelschlüssel schließen.
- Lassen Sie den Trichter noch auf dem Hebel montiert und verschließen Sie diesen nur mit dem beiliegenden Deckel. Nachdem Sie das Laufrad und die Bremsbeläge wieder eingebaut haben, können Sie die Bremsbeläge noch mit der Flüssigkeit im Trichter zurück an die Scheibe pumpen und das Reservoir ist optimal gefüllt.
Ihre Bremse sollte jetzt einen sehr guten Druckpunkt haben.
Für extrem hartnäckige Fälle
Bei manchen Rahmenkonstruktionen ist es besonders schwer, die Hinterradbremse ordentlich zu entlüften, besonders wenn die Bremsleitung viele Kurven hat oder etwas sonderbar verlegt ist. Der Schlüssel für eine perfekt entlüftete Bremse liegt darin, die Leitung so gerade wie möglich und den Austrittspunkt höher als den Eintrittspunkt der Entlüftung zu legen. So kann die Luft durch die Leitung nach oben steigen und bleibt nicht in einer Leitungskurve stecken. Um das zu erreichen, musst du den Bremssattel vom Fahrrad losschrauben und herunterhängen lassen und das Fahrrad so positionieren dass der Bremshebel so hoch wie möglich steht. Falls möglich kannst du auch den einen oder anderen Leitungshalter öffnen, um Kurven aus der Leitung zu bekommen.
Shimano Schaltung einstellen
Wenn die Kette nur widerwillig von einem Ritzel zum nächsten hüpft oder ständiges Kettenrasseln Ihre Fahrt begleitet, wird es Zeit, die Shimano Schaltung an ihrem Mountainbike korrekt einzustellen.
Vorbereitung
Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind. Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts.
Einstellschrauben
Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst können drei Dinge eingestellt werden: oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.
Umwerfer einstellen
Die Kette klettert nur dann schnell und reibungslos von einem Kettenblatt aufs nächste, wenn der Umwerfer präzise eingestellt ist. Zur perfekten Einstellung sind nur wenige Schritte nötig.
Schritt 1: Leitblech kontrollieren
Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.
Schritt 2: Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen
Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts sollte 1-3 Millimeter betragen.
Schritt 3: Modus-Wandler anpassen
An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
Schritt 4: Einstellen der unteren Begrenzung
Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel. Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.
Schritt 5: Einstellen der oberen Begrenzung
Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel. Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers. Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.
Schritt 6: Zugspannung einstellen
Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein. Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.
Umwerfer-Standards von Shimano
Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:
- Top Swing/Low Clamp: Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr. Den Durchmesser gleichen bei Shimano Spacer aus.
- Down Swing/High Clamp: Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet. Bei Shimano werden verschiedene Rohrdurchmesser durch die beiliegenden Spacer ausgeglichen.
- E-Type: Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt. Dafür fällt ein Distanzring auf der Montage-Seite weg. Vor allem bei ungewöhnlichen Rahmenformen, aber nur bei BSA Lagern geeignet.
- Direct Mount Low/Top Swing: Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert. Die Umwerfer sind an verschiedene Kettenblattabstufungen (36, 38, 39, 42 Zähne) angepasst.
- Direct Mount High/Down Swing: Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten. Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Achten Sie aber beim Kauf auf die Kapazität beim großen Zahnkranz.
Nabenschaltung einstellen
Falls deine Shimano Nabenschaltung momentan solche Symptome zeigt und etwas störrisch ist, kannst du hier nachlesen, wie man die Schaltung wieder korrekt einstellt.
Grundsätzliches zur Wartung
Eine Shimano Nabenschaltung ist meist recht wartungsarm und muss nur selten eingestellt werden. Hält man sich an die regelmäßigen Ölwechsel (ca. alle 5000km oder alle zwei Jahre), beugt man nämlich dem vorzeitigen Verschleiß vor und sorgt somit für eine langanhaltend gute Performance. Dass sich die Schaltung aber ab und an verstellt, ist ganz normal, da sich der Schaltzug durch die Benutzung etwas längt.
Wann muss eine Shimano Nabenschaltung eingestellt werden?
Es ist in der Regel recht deutlich bemerkbar, dass eine Nabenschaltung neu eingestellt werden muss. Meistens lässt sich der gewünschte Gang nicht bzw. nur mit sehr viel Kraft einlegen oder du musst den Drehgriff weiter drehen, als es die aufgedruckte Anzeige vorgeben würde. Auch ungewollte Schaltvorgänge gehören zu den gängigen Problemen. Es muss jedoch nicht immer an der Einstellung der Schaltung liegen. Vor allem bei Schwergängigkeit kann es auch manchmal an einer alten, verdreckten oder beschädigten Zughülle liegen. Dadurch kann der Schaltzug nicht mehr ordentlich im Inneren gleiten, was bei jedem Schaltvorgang viel Kraft erfordert. Es lohnt sich also, hier nachzusehen.
Wie wird eine Shimano Nabenschaltung eingestellt?
Die Einstellung einer Shimano Nabenschaltung ist für alle Modelle recht ähnlich, im Detail gibt es aber Unterschiede. Die passenden Handgriffe für jede Nabe haben wir dir nachfolgend Schritt für Schritt aufgeschrieben.
- Den richtigen Gang einlegen: Um eine Shimano Nabenschaltung richtig einzustellen, musst du immer den passenden Referenzgang am Drehschaltgriff einlegen.
Dieser variiert je nach Modell:
| Nabe | Referenzgang |
|---|---|
| Alfine 11-Gang Nabe | Sechster Gang |
| Alfine 8-Gang Nabe | Vierter Gang |
| Nexus 7-Gang Nabe | - |
| Nexus 8-Gang Nabe | - |
| Nexus 3-Gang Nabe | Zweiter Gang |
- Gelbe Markierung überprüfen: Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Nabe findet man die Markierung an der silbernen Nabenschaltbox direkt am Ausfallende. Hier sollte der gelbe Streifen mittig zwischen den beiden weißen Begrenzungslinien liegen. Bei Nexus 7-/8-Gang und Alfine Modellen sind die Markierungen hingegen direkt am Nabenkörper angebracht. Um den gelben Streifen einsehen zu können, muss lediglich der Kettenschutz etwas verschoben werden. Jetzt sollte der kleine Streifen mit der zweiten gelben Markierung eine Linie bilden.
- Spannung des Schaltzugs einstellen: Je nach Modell wird die Spannung des Schaltzugs am Schalthebel oder an der Nabe eingestellt. Bei der Nexus 3-Gang Nabe ist letzteres der Fall, weshalb du entweder mit der Hand oder mit einem 10er Maulschlüssel die Mutter an der Nabenschaltungsbox lösen musst. Nun kannst du an der Stellschraube drehen, bis die gelbe Markierung mittig zwischen den weißen Begrenzungsstreifen steht. Dann ziehst du die Befestigungsmutter wieder an, damit sich die Stellschraube nicht verstellen kann.
Zum korrekten Anzugsmoment achte bitte auf die Angaben des Herstellers. Bei den übrigen Shimano Modellen kannst du die Zugspannung direkt werkzeuglos an der Stellschraube am Schaltgriff einstellen. Auch hier drehst du so lange nach links oder rechts, bis die gelbe Markierung passt. Nach der Einstellung der Zugspannung solltest du bei allen Nabenschaltungen einmal in den ersten Gang und einmal über den Referenzgang hinaus schalten. Die Markierungen sollten danach im Referenzgang immer noch passgenau sein. Sollte die Einstellung mittels der Stellschrauben nicht möglich sein, weil du sie nicht weit genug drehen kannst, muss der Seilzug an der Nabe gelöst und mit etwas mehr Spannung festgezogen werden. Das geht am besten mit einer schmalen Zange. Wichtig ist, dass die Stellschrauben davor auf eine mittlere Position gedreht werden, um im Anschluss genug Spielraum zu haben. Die Feinjustierung erfolgt nämlich erneut mit den Stellschrauben.
- Einstellung testen: Wenn sich die gelben Markierungen wieder an Ort und Stelle befinden, solltest du die Schaltperformance testen. Das geht denkbar einfach: Schalte langsam durch alle Gänge, ohne den Drehgriff über die jeweilige Anzeige zu drehen. Lassen sich alle Gänge präzise, knackig und ohne großen Kraftaufwand einlegen, scheinst du alles richtig gemacht zu haben. Der nächste Gegenanstieg wird somit zum Kinderspiel.
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