Das Einstellen des Schaltwerks einer Kettenschaltung am Fahrrad ist nicht schwer.
Grundlagen der Kettenschaltung
Der sogenannte Umwerfer begegnet uns bei Kettenschaltungen am Fahrrad.
Bei Betätigung des Schalthebels steuert er vorne den Lauf der Fahrradkette auf den verschiedenen Kettenblättern.
Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind.
Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts.
Vorbereitung: Sauberkeit und Bauteilprüfung
Bevor es an die eigentliche Einstellung geht, ist es wichtig, einige Vorbereitungen zu treffen:
- Sauberkeit: Das Fahrrad - speziell Kette, Schaltwerk, Umwerfer, Kassette und Kettenblätter - sollte nicht allzu dreckig sein. Am besten reinigst Du Dein Bike zuvor mit einem Reiniger. Für Kette, Schaltwerk und weitere stark verunreinigte Teile nimmst Du am besten noch eine Zahnbürste oder spezielle Reinigungsbürste zu Hilfe.
- Kette: Die Kette sollte nicht zu stark verschlissen sein. Das lässt sich leicht mit einer Verschleißlehre überprüfen. Deshalb sollte sie regelmäßig erneuert werden. Die Wechselintervalle liegen bei ca. 1.000 bis 1.500 Kilometer.
- Schaltzüge und Schalthüllen: Auf die Schaltzüge und Schaltaußenhüllen sollte man besonderes Augenmerk legen. Die Hüllen dürfen nicht beschädigt oder gar geknickt sein. Speziell wenn der Schaltzug bereits Oxidationsspuren aufweist, müssen zwingend immer Hülle und Zug ausgetauscht werden. Regelmäßiges Schmieren der Züge verlängert die Lebensdauer, Ihr solltet sie dennoch regelmäßig wechseln.
Wenn das Bike soweit sauber und alle Teile geprüft bzw. erneuert sind, kann es losgehen.
Einstellung des Schaltwerks
Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet.
Am Schaltwerk selbst, können drei Dinge eingestellt werden, oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung.
Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.
Der Ablauf bei der Einstellung ist bei allen Shimano Schaltwerken wie XT, XTR, LX, SLX, Dore und Alivio gleich.
1. Grundeinstellung des Schaltwerks
Schaltwerk in folgende Position bringen: Hinten kleinstes Ritzel und vorne mittleres Kettenblatt.
Schaltzug aus Zugklemmschraube lösen.
Prüfen ob die Zugeinstellschraube am Schaltwerk und die am Schalthebel sich in beide Richtungen drehen lassen.
Drehen Sie nun die Kreuzschlitzschraube so, dass das Schaltungsröllchen genau unter das kleinste Ritzel steht.
Drehen Sie nun die Kurbel, jetzt sollte die Kette geräuschfrei über das kleinste Ritzel laufen.
Jetzt den Schaltzug anklemmen (mit 5-7 Nm).
Achten Sie darauf, dass der Zug im Klemmbereich in dem dafür vorgesehenen Schlitz liegt und das der Innenzug richtig stramm ist.
Der rechte Schalthebel sollte sich dabei im kleinsten Gang befinden.
Schalten Sie jetzt auf das größte Ritzel und stellen den Schwenkbereich des Schaltwerkes für diese Position ein.
Drehen Sie die äußere Anschlagschlagschraube soweit rein, bis Sie den Anschlag wahrnehmen, jetzt die Anschlagschraube wieder eine viertel Umdrehung zurück drehen.
2. Feineinstellung des Schaltwerks
Bei einigen Shimano-Schaltwerken ab Modellreihe 2007 gibt es die Feineinstell-Schraube am Schaltwerk nicht mehr.
Eine Feineinstellung ist dann nur möglich über die Spannschraube am Lenker.
Jetzt kommt die Feineinstellung der Schaltung.
Schalten Sie nun einige Male herauf und herunter.
Springt die Kette beim rauf Schalten nur schlecht auf das nächste Ritzel, dann die Einstellschraube am Schaltwerk oder die Einstellschraube am Schalthebel rausdrehen (links gegen Uhrzeiger) Zug wird STRAMMER.
Schalten Sie jetzt auf das mittlere Ritzel.
Läuft hier alles geräuschfrei?
Wenn nicht verändern Sie die Spannung an der Einstellschraube.
Springt die Kette beim runter Schalten nicht sauber auf das kleinere Ritzel, ist die Zugspannung zu hoch, oder der Zug klemmt in der Außenhülle.
Spannung verändern Einstellschraube reindrehen (rechts im Uhrzeiger) weniger Zugspannung.
Wenn das nicht hilft, neuen Schaltzug montieren und Außenhüllen mit Silicon-Spray behandeln oder beides erneuern.
Kann die Schaltung nicht richtig eingestellt werden könnten auch noch folgende Fehler vorliegen:
- Schaltauge oder Schaltarm ist verbogen
- Schaltwerk ist ausgeschlagen
- Schaltungsrollen sind verschlissen
3. Abstand der oberen Schaltungrolle zum großen Ritzel einstellen
Macht die Kette Geräusche (rasseln) bei der Kombination kleines Kettenblatt und hinten großes Ritzel, dann stimmt der Abstand der oberen Schaltungsrolle zum großen Ritzel nicht.
Dieser sollte bei einem Ritzel hinten bis 42 Zähne 5-6 mm und bei einem Ritzel mit 46 Zähne 8-9 mm sein.
Der Abstand wird eingestellt durch die Einstellschraube Nr. 1.
Die Schraube rein drehen und der Abstand wir größer.
4. Sitz der Anschlagschrauben am Schaltwerk
- Shimano: kleines Ritzel = innen und großes Ritzel = außen
- Sram: kleines Ritzel = außen und großes Ritzel = innen
Hinweis: Je nach Modelljahr des Schaltwerkes können die Anschlagschrauben eine geringfügige andere Position haben.
Einstellung des Umwerfers
Die Kette klettert nur dann schnell und reibungslos von einem Kettenblatt aufs nächste, wenn der Umwerfer präzise eingestellt ist. Zur perfekten Einstellung sind nur wenige Schritte nötig.
1. Leitblech kontrollieren
Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.
2. Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen
Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts, sollte 1-3 Millimeter betragen.
3. Modus-Wandler anpassen
An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler.
Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
4. Einstellen der unteren Begrenzung
Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel.
Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.
5. Einstellen der oberen Begrenzung
Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel.
Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers.
Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.
6. Zugspannung einstellen
Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein.
Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.
Fehlerbehebung
Kann die Schaltung nicht richtig eingestellt werden?
- Schaltauge oder Schaltarm ist verbogen
- Schaltwerk ist ausgeschlagen
- Schaltungsrollen sind verschlissen
Wenn Sie Ihren Fahrradumwerfer im ersten Schritt zunächst grob ausrichten, wird Ihnen die Feinjustierung später leichter von der Hand gehen.
Bevor es an die Feinausrichtung geht, müssen Sie den Schaltzug wieder einspannen.
Für den unteren Anschlag schalten Sie vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel.
Zum Schluss widmen Sie sich der Schaltzugspannung.
Über die Spannschraube am Schalthebel können Sie die Spannung erhöhen oder verringern.
Treten Probleme beim Hochschalten auf, muss die Zugspannung erhöht werden.
Führen Sie eine Probefahrt durch, um Ihre Einstellungen zu überprüfen.
Aufgrund seiner Position wird der Umwerfer, insbesondere beim Mountainbiken, gern mal Opfer von Stößen und Stürzen.
In diesem Fall kann es passieren, dass er neu eingestellt werden muss, so dass Sie anschließend wieder Freude an reibungslosen Schaltvorgängen haben können.
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