Bei der Wahl einer passenden hydraulischen Scheibenbremse gibt es einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen. Wartungsarmer Betrieb, überschaubare Folgekosten, Verfügbarkeit von Verschleiß- und Ersatzteilen sowie ein überschaubarer Preis sind oft entscheidend. Für normale Touren, ohne Downhill oder Alpenpässe, stellt sich die Frage, welches Set am besten geeignet ist.
Die Shimano-Palette im Überblick
Das Spektrum reicht von günstigen Sets wie dem BR-MT200 + BL-MT201 für etwa 24 Euro bis hin zu Deore BR-M6000 für 90 Euro und Vierzylindervarianten für 230 Euro. Worauf muss man achten und reicht das billigste Set aus? Ein erkennbarer Unterschied liegt im Material der Kolben (Kunstharz vs. ...).
Einordnung der Shimano-Gruppen
Hi, die Gruppenauswahl bei Shimano läuft wie immer. Altus fährt, ist schwer. Weder elegant noch leicht, noch gönnt man sich was - außer einem geringen Preis. Die Welt kann man mit dieser Technik durchaus umrunden! Deore und darüber ist wertig, wackelt nach 10 Jahren nicht und fasst sich dann noch gut an. Für Vielnutzer sinnvoll. SLX und darüber ist was für den Status, Leichtbau oder Technikverliebte.
Grundsätzlich sind alle Shimano-Produkte in ihrer Preisstufe von Verarbeitung, Material und Funktion gut. Grundsätzlich stört mich an Shimano die sinnlose Produktvielfalt, weil unbedingt jede Preis-Nische auch noch bedient werden soll.
Vor- und Nachteile von Shimano-Bremsen
Generell bin ich von den Shimano-Bremszangen mit den einzusetzenden Lösefedern nicht begeistert. Dazu kommt, dass dieser Hersteller die Scheiben schon im Neuzustand auf 1,8mm »verschlankt« hat. Damit ist vor allem die Verschleißreserve reduziert worden. Shimano-Scheiben sind zwar nur 1,8mm, dürfen aber bis 1,5mm runtergefahren werden (Magura 2,0mm -> 1,8mm). Rest in der Herstellerbeschreibung. Das Feder-Splint-System ist unschön, aber problemlos. Die Feder hilft ein wenig den Dichtungen beim Kolbenrückzug.
Die Griffweiten musst Du nur einmal einstellen. Da halte ich »werkzeuglos« für keinen besonderen Wert und muss eher befürchten, dass die sich beispielsweise beim Transport von selber verstellen.
Alternativen zu Shimano: Magura im Vergleich
Bei mir kommt Magura besser weg und das betrifft auch die aktuellen MT-Bremsen. Ein bißchen ist das auch Gefühlssache. Mir gefällt die Fertigungsqualität bei Shimano gerade auch bis runter in die preiswerten Gruppen ganz deutlich besser. Schon der leichtgängige Hebel und der klare Druckpunkt erarbeiten sich bei mir sehr deutliche Sympathiepluspunkte.
Eine Stärke der MT-Bremsen sind die lösefederfreien Bremszangen, eine zweite die drehbaren Bremshebel, die links und rechts einbaubar sind. Der völlig unnötige Zirkus wegen einer wirklich bekloppten US-Norm mit der falschen Anordnung der Bremshebel (bevor wieder jemandem der Kamm schwillt, die Vorderradbremse gehört nach rechts, weil das an allen Einspurfahrzeugen so ist) ist damit gegessen.
Der Druckpunkt und die Bremswirkung haben sich im Urlaub im Februar als untadelig herausgestellt. Das war auch bei den Mädelsbremsen schon so und meine im Februar 2018 in Buenos Aires unverhofft weggekommener Hobel lief seit 2005 mit einer »Louise XT«. Die Kombination aus Shimanobremshebel und Magurazange vereinigte die besten Teile beider Hersteller, die sich (auch wenn das heute gerne »übersehen« wird) noch immer auf dieselben, allerdings längst abgelaufenen Patente berufen.
Erfahrungen mit Magura
Meine praktische Erfahrung mit Scheibenbremsen beschränkt sich auf Magura Luises am Tandem und andere Maguras am Tourenrad eines Freundes. Die Luises unbekannten Alters hängen und schleifen trotz aller Tricks, sie wieder gängig zu bekommen. Gut, das kann auch alterungsbedingt sein. Wobei das Tandem ausgesprochen gepflegt und umsorgt wirkte, als wir es kauften.
Das Rad meines Freundes war keine 2 Jahre alt, trotzdem hing eine Bremse hartnäckig fest und schliff daher den einen Belag kaputt, während der andere fast neuwertig war. Was immerhin einen Belag schont. Wenn Sparsamkeit schwäbisch ist, ist diese Art von Sparsamkeit weniger die meine.
Shimano Deore als Empfehlung
Mein Radhändler hat mir zu Deores für das Tandem geraten. Sie sollen unkompliziert sein und wenig Ärger bereiten. Ich fahre Shimano-Scheibenbremsen (XT aus dem Jahre 2015) in Kombination mit Magura-Bremsscheiben (ich bin mir, ohne jetzt nochmal gemessen zu haben, ziemlich sicher, daß die 2 mm Materialdicke haben) ohne Probleme. Die Bremssättel stecken die 0,2 mm an Mehr problemlos weg.
Shimanos Trekking-Kombi BR-M6000 + BL-T6000 für ca. 90€ ohne Scheiben ist eine gute Option. Ersatzteile gibt es um die Leitungen, ein paar Dichtungen und Deckel, aber mWn keine Kolben und Kolbendichtungen. Kolbenmaterial ist Kunststoff ohne irgendwelche vorstehenden und bruchgefährdeten Teile - also problemlos.
Die Sättel sind 2-teilig, aber die Verschraubung habe zumindest ich nicht zerstörungsfrei öffnen können. Sie sind serienmäßig ohne Banjo mit geraden Abgängen und haben an beiden Enden das (gleiche) Olive-Pin-System, was praktisch ist. Griffweite wird mit einem kleinen Inbusschlüssel eingestellt.
DOT oder Mineralöl? Die Diskussion ist sinnlos, DOT wird in einigen hundert Millionen Fahrzeugen seit Jahrzehnten verwendet und gibt es in jedem Supermarkt in der 0,5l-Dose. Die minimalen Mengen in einer Fahrradscheibenbremse sind uninteressant, es frißt auch nicht sofort Hände auf und auf Lack muss es eine ganze Weile stehen, bis dieser angegriffen wird. Irgendwelche Reste lassen sich gut mit Wasser abspülen, weil es sich eben mit Wasser mischt.
Erfahrungen mit günstigen Shimano-Bremsen
Fahre seit 2002 mit Scheibenbremsen (Shimano, Hayes, Avid, TRP) und hatte nie sonderliche Probleme, auch nicht mit den billigen 445er Shimanos (ab 20€ Hebel und Sattel). ich hab mir erst kürzlich einen M6000er-bremsensatz zugelegt. Die dürften bis auf den anderen Hebel mit den T6000er identisch sein. Mein Sohn hat an seinem täglich genutztem Rad einen satz SLX, also eine klasse hochwertiger. der einzige erkennbare Unterschied ist die werkzeuglose verstellung der Hebellage.
Alternative Bremsentypen: Mechanisch und Hybrid
Halten wir fest: wenn es um maximale Bremsleistung, Dosierbarkeit und Kontrolle geht, dann sind hydraulische Scheibenbremsen die beste Wahl - egal ob für das Reiserad oder den Bikepacking-Flitzer. Mechanische Scheibenbremsen hingegen sind preislich günstiger (meistens), kommen mit ihrer Bremsleistung - wenn richtig eingestellt - durchaus schon an hydraulische Bremsen heran, sind oft leichter als diese und lassen sich einfacher montieren und warten.
Ein bisschen Öl kann da nicht schaden, vor allem wenn es zu mehr Bremskraft und Dosierbarkeit führt und in sogenannten Hybrid-Bremsen zum Einsatz kommt. Diese Bremsen sind eine Kombination aus mechanischen und hydraulischen Bremsen. Dabei werden die Bremsbeläge hydraulisch gegen die Scheibe gedrückt und die Hydraulik mechanisch gesteuert.
Bei Hybrid-Bremsen fällt zuerst immer ein Name: TRP HY RD. Diese Hybrid-Bremsen für Rennrad Bremsgriffe gibt es schon sehr lange. Trotz dieses zusätzlichen Öl-Pakets bauen die Bremsen nicht besonders breit und lassen sich wie alle TRP mechanischen Scheibenbremsen einfach und schnell montieren.
Axess Brash 2020: Einsteiger-Mountainbike mit hydraulischen Scheibenbremsen
Das Axess Brash 2020 ist ein Einsteiger Mountainbike, das Spaß macht und in jeder Hinsicht in Bezug zu seiner Berufung funktioniert. Das liegt einerseits daran, dass es mit hydraulischen Scheibenbremsen ausgestattet ist. Das ist in dieser Preisklasse immer mein erster Blick und mitnichten üblich für ein Fahrrad in diesem Bereich. Perfekt eignet sich das Axess Brash als Mountainbike für Kinder- und Jugendliche, die ihrem alten Fahrrad entwachsen sind.
Auch preisbewusste Erwachsene und Gelegenheitsfahrer werden mit dem Brash glücklich. Es sei denn, sie sind besonders kräftig und bewegen die Waage auf über 100 Kilogramm. Für unter 400 Euro ist das Axess Brash 2020 ein gelungenes Einsteiger-Hardtail für erste Offroad-Abenteuer und tägliche Touren.
Shimano BR-MT200 Scheibenbremsen-Set
Beim Shimano BR-MT200 Scheibenbremsenset (VR + HR) handelt es sich um ein preisgünstiges Bremssystem ohne Gruppeneinbindung. Mit seinem vielseitigen Design eignet es sich für zahlreiche Fahrradtypen im MTB- oder auch Trekking- und Urban-Bereich. Die Leistung der 2-Kolben-Bremssättel ist an Einsteiger angepasst und entfaltet sich zuverlässig ohne große Geräuschentwicklung. Dank One Way Bleeding Technologie ist die Entlüftung kein Problem.
Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften.
KTM WILD SPEED DISC 26 met black (fire orange) 9-G Shimano Altus
KTM verzichtet beim WILD SPEED DISC 26 met black (fire orange) 9-G Shimano Altus auf jegliches überflüssiges Ausstattungsdetail. Das ermöglicht den sportlichen Einsatz. Auch leichte Singletrails lassen sich damit problemlos fahren. Mit der Ausstattung lehnt sich KTM nicht aus dem Fenster und verbaut Anbauteile wie die allermeisten Hersteller in diesem Segment.
Die hydraulische Funktionsweise der Tektro Scheibenbremsen minimiert die nötige Handkraft beim Verzögern auf ein Minimum. Die Shimano Schaltung hat neun Ritzel an der Kassette. Das ist mindestens eins mehr als die meisten Mitbewerber haben und damit sehr gut.
Die 127 mm kurzen Kurbeln zeigen, dass sich die KTM Produktmanager mit diesem Thema auskennen. KTM gibt keine exakte Größenempfehlung für dieses Bike. Pauschal würden wir das Bike aufgrund seiner Geometrie für Kinder zwischen 140 und 165 cm empfehlen.
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