Seit 1921 fertigt der japanische Hersteller Shimano Zubehör und Komponenten für Fahrräder. Heute ist Shimano einer der weltweit größten und bekanntesten Hersteller von Schaltgruppen für Rennräder, Trekkingräder, Mountainbikes und andere Fahrradmodelle. Passend für jedes Fahrrad und jeden Fahrertyp werden die Schaltgruppen in unterschiedlichen Qualitätsstufen und Ausführungen angeboten. Für Trekking-Fahrräder gibt es von Shimano nicht ganz so viele relevante Schaltgruppen wie für Mountainbikes. Dennoch ist es wichtig zu wissen, welche Schaltgruppe wofür steht und welche die richtige für dich ist. Die Namen der Schaltgruppen sind die gleichen wie bei den Mountainbikes, jedoch unterscheiden sich die Trekking-Schaltgruppen von den MTB-Komponenten.
Eins vorweg: Es gibt keine wirklich „schlechten“ Schaltgruppen bei Fahrrädern und E-Bikes, die wir verkaufen. Auch eine Acera-Schaltung ist eine ordentliche Komponente, die genau richtig für deine Bedürfnisse sein kann. Es muss nicht zwingend immer eine Deore oder XT am Trekkingrad sein.
Shimano Altus im Detail
Die Shimano Altus Schaltgruppe ist eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis. Ein Vorteil ist, dass diese Schaltgruppe mit 7 bis 8 Gängen kompatibel ist. Die Kettenschaltung der Shimano Altus Schaltgruppe ist so konstruiert, dass sie sowohl mit 7 wie auch mit 8-Gang Kassetten kompatibel ist. Insgesamt kann das Schaltwerk der Shimano Altus Schaltungen für MTB als gut bezeichnet werden.
Die Verarbeitung ist ordentlich, aber Shimano hat für die Altus Schaltung sehr viel Kunststoffteile verwendet. Dennoch ist die Altus Schaltung eine der schwersten auf dem Markt. Sie ist gut für Citybikes und Tourenräder geeignet, denen bei der Fahrt nicht sehr viel zugemutet wird. Die Shimano Altus Schaltgruppe muss je nach Beschaffenheit der Fahrstrecke häufig nachgestellt werden. Stöße kann die Schaltung nicht gut wegstecken. Sprünge quittiert die Schaltung bei der Landung mit lauten Geräuschen. Altus Schaltgruppen von Shimano eignen sich weniger für das sportliche Mountainbikefahren. Die günstigen Altus Schaltwerke sind aber gut für ausgedehnte Tourenfahrten mit günstigen ATBs und MTBs geeignet. In diesen Radklassen werden häufig die Shimano Schaltgruppen Acera, Alivio und Altus montiert. Diese Schaltgruppen werden den meisten Ansprüchen von Freizeitfahren gerecht.
Wer sein Fahrrad hauptsächlich in der City oder für gemütliche Touren nutzt, braucht eine alltagstaugliche, günstige Kettenschaltung. Sie bietet bei normalen Fahrten einen guten Schaltkomfort und arbeitet zuverlässig. Bei Fahrten im Gelände ist diese Schaltung jedoch überfordert.
Vergleich: Shimano Altus vs. Deore
Shimano Deore und Shimano Altus Schaltgruppen unterscheiden sich in vielen Punkten voneinander. Die Deore Schaltgruppe bietet eine ausgereifte Konstruktion und gute Qualität im mittleren Preisbereich. Im Vergleich Shimano Altus vs. Deore sind Deore Schaltgruppe etwas höher angesiedelt als die sehr günstigen Altus Schaltgruppen von Shimano. Für höhere Ansprüche ist die Shimano Deore Schaltung die richtige Wahl, die auch im Vergleich Shimano Altus vs. Deore besser abschneidet. Auch sind sie seit einiger Zeit für Mountainbikes erhältlich. Die Anzahl der schaltbaren Gänge ist bei der Deore Schaltgruppe höher als bei der Altus Schaltgruppe. Deore Schaltungen sind mit 2-fach oder 3-fach Kurbel erhältlich. Mit den 10 Ritzeln hinten ergeben sich 2 x 10 oder 3 x 10 Schaltkombinationen. Die Präzision der Deore Schaltung ist im Vergleich zur Altus Schaltung von Shimano deutlich besser.
Wer mit seinem MTB durchs Gelände fährt und keinen Sprung auslässt, für den ist eine Shimano Deore Schaltgruppe mit Sicherheit die bessere Wahl.
Alternativen und Ergänzungen: Shimano Cues
Statt Sora, Altus, Claris, Alivio und Acera wird es in Zukunft nur noch eine einzige Produktfamilie geben. Die Cues. Mit dem Fokus auf Langlebigkeit und leichter Bedienbarkeit soll die Cues alle Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes und neuerdings sogar günstigen Rennrädern abdecken. Ob das gelingt? Wir konnten die Cues in verschiedenen Ausführungen schon ausgiebig fahren.
Denn auch die Cues gibt es in mindestens drei verschiedenen Ausführungen mit teils extrem unterschiedlicher Wertigkeit. Wer sich für ein Bike mit der neuen Allround-Schaltung interessiert, muss hier also genau hinschauen. So ist das Topgruppe Cues U8000 mehr als doppelt so teuer, wie die Einstiegsgruppe Cues U4000.
Die Einsteigergruppe Cues U4000 schaltet nur neun Ritzel am Hinterrad. Die Mittelklasse Cues U6000 hat schon zehn oder sogar elf Ritzel hinten. Die Topgruppe Cues U8000 schaltet immer elf Gänge im Heck und ist sogar als Di2-Variante mit elektronischer Ansteuerung verfügbar.
Konzipiert ist die Cues für den Allround-Einsatz von E-Mountainbike bis Gravel. Verbaut wird sie aktuell aber am meisten an Trekking- und Alltagsrädern.
Shimano Cues U4000 - Die Einsteigergruppe
Mit neun Gängen am E-Bike ist die 4000er Cues von Shimano eindeutig im Einsteigersegment unterwegs. Das größte Manko der “kleinen” Cues ist die wenig feine Gangabstufung. Um mit nun neun Gängen eine große Bandbreite zu erreichen, muss man gerade am E-Bike zur Kassette mit 11 bis 46 Zähnen greifen. Ansonsten funktioniert auch die günstig Cues zuverlässig und kann Alltagsnutzer durchaus glücklich machen. Typisch für Schaltungen mit der Linkglide-Technik: Die Schaltvorgänge sind sehr weich aber nicht so schnell wie man es von den klassischen Modellen mit Hyperglide-Technik gewohnt ist.
Außerhalb vom Racing-Kontext dürfte das kaum stören, für den Alltag ist die Schaltgeschwindigkeit locker ausreichend. Anders als bei den günstigen Deore-Schaltungen verzichtet die günstige Cues nämlich auf die Geländeoptimierte Schaltwerksdämpfung Shadow Plus. Am (E-)Mountainbike würden wir die Cues 4000 daher nicht empfehlen.
Shimano Cues U6000 - Solide Mittelklasse
Optisch wie haptisch ist die Shimano Cues 6000 ein Upgrade. Gerade die etwas teurere Elffach-Variante bietet deutlich definiertere Gangwechsel, als die 4000er Cues. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Nur die teureren Varianten der Cues 6000 kommen ab Werk mit Shimanos Shadow-Technologie gegen Kettenklappern. Erkennbar ist das an dem kleinen On-Off-Hebel für die zusätzliche Dämpfung am Schaltwerk. Diese Varianten können wir auch anspruchsvollen Nutzern und Trail-Fans klar empfehlen. Die günstigeren 6000er Cues ohne Schaltwerksdämpfung passen eher zu Trekking- und Alltagsrädern.
Shimano Cues 8000 - Seltene High-End-Option
Von der Wertigkeit und vom Schaltgefühl liegt die Cues 8000 sehr nah an der beliebten XT-Gruppe. Allerdings gilt das auch für den Preis. Wie die günstigeren Cues-Schaltungen setzt auch die Cues 8000 auf die haltbaren Linkglide-Kassetten. Die Schaltgeschwindigkeit ist daher etwas gedrosselt. Dafür sollen die Linkglide-Gruppen nicht so anfällig sein. Selbstverständlich kommt die 8000er Cues standardmäßig mit dem starken Shadow-Plus-Dämpfer gegen Kettenklappern.
Weitere Shimano Schaltgruppen im Überblick
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.
Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.
- Shimano Tourney: Konzipiert für den Einsatz auf Einsteiger- und Freizeit-Fahrrädern. Sie bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano. Die Schaltung ist robust und zuverlässig, aber nicht ganz so leistungsstark und präzise wie höherwertige Schaltgruppen.
- Shimano Acera: Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln.
- Shimano Alivio: Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist. Sie zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus. Im Vergleich zur Acera Schaltgruppe bietet die Alivio Schaltgruppe eine höhere Qualität. Die Alivio Schaltgruppe verfügt auch über ein stilvolles und modernes Design.
- Shimano Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit aus, die auch bei schwierigen Bedingungen und rauem Gelände eine hervorragende Leistung bietet. Im Vergleich zu günstigeren Shimano Schaltgruppen bietet die Deore Schaltgruppe eine noch höhere Qualität und Leistung. Die Deore Schaltgruppe verfügt auch über ein aktuelles, zeitloses Design.
- Shimano SLX: Bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Zum Beispiel ist sie sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist. Darüber hinaus ist sie sehr präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten, sodass du immer mit der richtigen Übersetzung unterwegs bist. Sie ist leicht und kompakt, was sie zu einer sehr guten Wahl macht.
- Shimano Deore XT: Eine hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch ihre zuverlässige Schaltleistung, ihre präzisen Gangwechsel und ihre robuste Bauweise auszeichnet. Sie bietet auch ein breites Übersetzungsverhältnis, sodass du in jeder Situation einen passenden Gang findest.
- Shimano XTR: Die XTR Schaltgruppe ist für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen. Sie bietet eine schnelle und präzise Schaltung und eignet sich für anspruchsvolle Trail-Sessons oder auch den beliebten Alpencross. Mit dieser Ausstattung stehen dir alle Möglichkeiten offen.
Bestandteile einer Mountainbike-Gruppe
Denn das Schaltsystem ist quasi der Antrieb des Fahrrads und beinhaltet die Kurbel am Tretlager, Kettenblätter vorne, die Kette, die Kassette hinten, das Schaltwerk, einen Umwerfer (bei zwei oder mehr Kettenblättern) sowie die Schalthebel. Außerdem gehören zu den Antriebsgruppen (Groupsets) am Mountainbike noch die Bremsen inklusive Bremshebel dazu.
Die Tretkurbel
Hier nimmt die Kraftübertragung ihren Anfang. An den Kurbeln des Tretlagers befinden sich die Pedale, mit deren Hilfe die Antriebsgruppe in Gang gebracht wird. Das Tretlager besteht dabei aus den Teilen Kurbelarme, Kettenblatt bzw. Kettenblätter und der Achse, die beide Kurbeln miteinander verbindet.
Die Anzahl der Kettenblätter gibt dabei Aufschluss über die Anzahl der Gänge, welche deinem Mountainbike vorne zur Verfügung stehen. Aktuell geht der Trend eher in die Richtung „weniger ist mehr“, also weg von drei Kettenblättern, die sich vorrangig noch an Einsteigermodellen finden und hin zu Einfach- und Zweifachkurbeln mit einem bzw. zwei Kettenblättern.
Die Länge der Kurbelarme ist genauso wie beim Rennrad variabel, variiert aber nicht so stark. Die Kurbelarmlänge ist ausschlaggebend für die Hebellänge beim Treten und damit für die Effizienz der Kraftübertragung. In der Regel findet man bei kleinen Rahmen 170mm Länge, bei Medium-Rahmen und größer 175mm. Downhill Bikes nutzen dagegen kürzere Kurbelarme um die 165mm, damit genug Bodenfreiheit gegeben ist.
Das Tretlager
Die Tretkurbeln werden auf der Tretlagerwelle befestigt, welche wiederum auf mehreren Innenlagern, dem Tretlager, gelagert sind. Das Gehäuse unterscheidet sich je nach Ausführung des Tretlagers. Aktuell favorisieren die Hersteller immer mehr die Innenlager-Lösungen mit eingepressten Lagerschalen anstatt z.B. die eingedrehten Lager mit BSA-Gewinde, welche auch nach vielen Jahren noch auf den Shimano Hollowtech-Standard setzen. Bei den Pressfit-Lagern herrschen die Standards BB30 und BB90 (häufig auch BB86 und BB92) vor.
Die Kassette (oder das Ritzelpaket)
Die Kassette besteht aus mehreren Zahnkränzen, häufig Ritzel genannt, und befindet sich am Hinterrad des Mountainbikes. Die Kassette bestimmt die Gangzahl am Heck, welche in der Regel zwischen 8 und 12 liegt. Zusammen mit den Kettenblättern ergibt sich daraus die gesamte Gangzahl und Übersetzungsbandbreite.
Die Kette
Die Kette verbindet die Kettenblätter vorne mit der Kassette hinten und ist essentiell für den Antrieb des Mountainbikes. Sie wird fast ausschließlich aus Stahl gefertigt und besteht aus zahlreichen kleinen Gliedern, die eine reibungslose Rotation ermöglichen, sich jedoch nicht verdrehen lassen.
Das Schaltwerk und der Umwerfer
Das Schaltwerk und der Umwerfer verschieben den Lauf der Kette über die Kettenblätter bzw. die einzelnen Ritzel der Kassette. Sie werden in der Regel über ein Kabel angesteuert und leiten über die Manipulation der Zugkraft den Schaltvorgang ein.
Das Schaltwerk hinten kann bei heftigen Geländefahrten schon mal ordentlich durchgeschüttelt werden, Geräusche machen und im schlimmsten Falle die Kette abwerfen. Die Hersteller Shimano und SRAM haben darauf reagiert und ihre Schaltwerke mit sogenannten Clutch-Technologien ausgestattet, die in der Kettenführung eine erhöhte Reibung erzeugen und so die Kettenspannung während der gesamten Fahrt erhöhen, um springende Ketten zu vermeiden (vereinfachte Darstellung im Bild).
Elektronische Schaltungen setzen da noch einen drauf und statten das Schaltwerk mit winzig kleinen Servomotoren aus, welche dann die Schaltbewegungen kontrollieren. Diese Premiumvariante des Schaltens bei einem MTB eliminiert den Verschleiß der Schaltkomponenten durch Schlamm, Wasser und weitere Einflüsse, welche die Schaltleistung zum Teil spürbar beeinträchtigen können, da mechanische Schaltungen auf eine präzise Zugspannung über die Kabel angewiesen sind.
Bei Einfach-Schaltungen mit nur einem Kettenblatt vorne wird kein Umwerfer benötigt.
Die Schalthebel
Die Schalthebel befinden sich direkt am Lenker und sind dein Kontrollelement, um den Schaltvorgang über das Schaltwerk und den Umwerfer einzuleiten. Dies geschieht entweder über ein mechanisches Kabel oder einen elektrischen Impuls.
Der am weitesten verbreitete Schalthebel-Typ ist der Trigger, bei dem du entweder mit dem Daumen oder mit dem Zeigefinger den Schaltvorgang einleitest. Weniger populär ist aktuell das Grip Shift System, bei dem die Rotation des Griffs das Schalten übernimmt. Shimano und SRAM haben beide eigene Systeme zum Schalten, auf die wir später noch eingehen werden.
Die Bremsen
Ebenfalls Bestandteil einer Mountainbike Gruppe ist die Bremse. Auch wenn sie in den letzten Jahren immer mehr in eine eigene Kategorie gedrängt wurde, gibt es zu jeder Schaltgruppe die passende Bremse, auch wenn der Trend hier zu einer Kombination verschiedener Komponenten geht. Dies liegt auch an der Evolution von Felgenbremse zur Scheibenbremse, welche mittlerweile an jedem Mountainbike über ca. 400€ zum Standard geworden ist.
MTB Scheibenbremsen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen - hydraulisch und mechanisch. Mechanische Scheibenbremsen sind die gängige Wahl für Mountainbikes im unteren Preisbereich und funktionieren wie die Schaltung über Zugspannung. Das System ist im Vergleich zum hydraulischen System nicht abgeschlossen und damit eher anfällig für Dreck, Rost und weiteren Verschleiß. Die hydraulischen Scheibenbremsen findet man an den höherpreisigen MTBs und borgt sich die Technologie aus der Autobranche. Über ein abgedichtetes Flüssigkeitssystem wird hier die Kraft vom Bremshebel zu den Bremsklötzen übertragen, absolut wartungsarm und einfach zu bedienen.
Gänge und Übersetzungen
Wie es auch bei Motoren im Auto der Fall ist ermöglichen dir die Gänge beim Fahrrad eine konstant hohe Kraftübertragung über eine große Übersetzungsbandbreite, um hohe Geschwindigkeiten bei jeder Steigung zu ermöglichen. Bei kleinen (leichteren) Gängen dreht sich das Hinterrad im Vergleich zur Kurbel weniger, während bei den großen Gängen das Hinterrad bei einer kompletten Umdrehung einen weiteren Weg zurücklegt als die Tretkurbel.
Beim Mountainbiken sind kleine Gänge wichtig, um bei extremen Anstiegen und unwegsamen Passagen gut durchzukommen. Deswegen nutzen MTBs spezielle Übersetzungen, die sich besonders für solches Terrain eignen und eben nicht solch hohen Geschwindigkeiten ermöglichen wie bspw. eine Rennrad-Gruppe.
Shimano vs. SRAM - MTB-Schaltungen im Detail
Im MTB-Bereich gibt es bei der Schaltung eigentlich häufig nur die Wahl zwischen Shimano und SRAM. Die meisten Gruppen wurden so entwickelt, dass sie sich auch kombinieren lassen, solange sie die gleiche Anzahl an Gängen besitzen. Die Schalthebel der japanischen Firma nutzen die Rapid Fire Technologie, welche über Daumen und Zeigefinger gesteuert werden. Die Technologie ermöglicht auch das Schalten mehrerer Gänge mit nur einem Druck. Die aktuellen Top-Gruppen sind die neue XTR M9100 sowie die XTR Di2.
Mechanisch oder elektrisch?
Für die Betätigung von Schaltwerk und Umwerfer gibt es derzeit zwei Systeme, die hauptsächlich bei einer Schaltung eingesetzt werden:
- mechanisch
- elektronisch
Bei Mountainbikes ist die mechanische Schaltung noch am weitesten verbreitet. Hier sind die Schalter über Schaltzüge mit Schaltwerk und Umwerfer verbunden. Durch Betätigung des Schaltgriffs wird der Schaltzug um eine bestimmte Länge verkürzt oder freigegeben. Dies führt zu einer horizontalen Bewegung der Schaltkomponenten, die die Kette in die gewünschte Position bringt. Shimano (Rapid Fire) und SRAM (Trigger) bieten Schalthebel an, die während der Fahrt leicht zu bedienen sind. Sie können mit Daumen und/oder Zeigefinger bedient werden.
Übersicht: Die Schaltungen von Shimano und SRAM
Der Schaltungsmarkt ist groß und manchmal unübersichtlich. Das liegt daran, dass die beiden großen Schaltungshersteller Shimano und SRAM mittlerweile nicht nur Schaltungen in unterschiedlichen Qualitätsstufen anbieten, sondern ihre Gruppen auch auf verschiedene Einsatzbereiche im Mountainbikesport abgestimmt haben.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Gruppen und ihre Position in der Schaltungshierarchie der beiden Hersteller. Die Reihenfolge orientiert sich dabei von der hochwertigsten und auch teuersten Schaltung hin zu den preiswerteren Varianten.
Doch was zeichnet nun eine teure High-End-Gruppe aus, die ein Vielfaches einer günstigeren Schaltung kostet? Die Funktion des Gangwechsels wird letztlich von allen Schaltungen erfüllt. Unterschiede gibt es bei:
- Übersetzungsbereich
- Materialien
- Anpassung an Fahrer und Einsatzgebiet
- Kompatibilität bzw. Kombination mit anderen Gruppen
- Steuerung und Bedienbarkeit
- Gewicht
- Genauigkeit
- Leichtgängigkeit
- Abstufung der Gänge untereinander
| Eigenschaft | Shimano Altus | Shimano Deore | Shimano SLX |
|---|---|---|---|
| Einsatzbereich | City, Touren | MTB, Gelände | MTB, Gelände (anspruchsvoll) |
| Material | Kunststoff, Stahl | Aluminium, Stahl | Leichte Legierungen |
| Anzahl Gänge | 7-8 | 10 | 12 |
| Präzision | Weniger präzise | Präziser | Sehr präzise |
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