Shimano bietet eine breite Palette von Ketten- und Nabenschaltungen für verschiedene Fahrräder an. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Kettenschaltungen, wie der Shimano Deore XT, und Nabenschaltungen, wie der Shimano Nexus oder Alfine. Das Prinzip innerhalb der Schaltungstypen ist jedoch gleich.
Bei Kettenschaltungen gibt es kaum Unterschiede, ob man eine Shimano XT MTB-Schaltung oder eine Shimano 105 Schaltung für das Rennrad einstellen möchte. Dies gilt auch für Schaltungen an Trekkingrädern oder Citybikes, wie die Shimano Tourney. Die einzelnen Schritte sind unabhängig davon, ob man eine Shimano Deore 9-Gang, 10-Gang, 11-fach oder 12-fach Schaltung einstellt. Selbst ältere Shimano 6-Gang Schaltungen funktionieren nach dem gleichen Prinzip.
Moderne Mountainbikes, Gravelräder und Rennräder verzichten oft auf einen Umwerfer. Wenn ein Umwerfer vorhanden ist, sind zusätzliche Schritte erforderlich, um sowohl die Shimano Schaltung hinten als auch den Umwerfer vorne korrekt einzustellen. Bei E-Bikes mit Mittelmotor ist in der Regel eine Schaltung ohne Umwerfer verbaut.
Anleitungen zum Einstellen von Shimano Schaltungen finden sich in zahlreichen YouTube-Videos, Foren, Blogs, Workshops und auf den Internetseiten von Online-Shops. Eine gute Übersicht über die Schaltungen und technische Dokumente bietet die Seite si.shimano.com.
Nabenschaltungen: Shimano Nexus und Alfine
Shimano bietet zwei Haupttypen von Nabenschaltungen an: Nexus und Alfine. Die Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen, die Alfine mit acht und elf Gängen. Bei älteren Rädern kann auch die Shimano Nexave Schaltung vorkommen, die jedoch nicht mehr von Shimano angeboten wird. Die mechanische Variante wird über einen Seilzug angesteuert, und am Lenker befindet sich ein Drehgriff oder ein "Rapidfire"-Hebel zum Schalten.
Einstellen von Shimano NabenschaltungenAm Schalthebel befindet sich eine Rändelschraube zur Anpassung der Zugspannung. Um beispielsweise eine Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einzustellen, geht man wie folgt vor:
- Den vierten Gang einlegen.
- Die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe suchen und sicherstellen, dass sie genau in Flucht stehen. Ein Montageständer erleichtert die Arbeit.
- Falls die Markierungen nicht fluchten, die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel anpassen.
Für eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, und die gelbe Markierung muss zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein.
Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben erfolgt ähnlich. Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Auch hier müssen die gelben Markierungen fluchten und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.
Kettenschaltungen: Grundlagen und Einstellung
Um eine Shimano Schaltung einzustellen, die nicht mit einer Getriebenabe arbeitet, sondern als Kettenschaltung konstruiert ist, sind einige Schritte mehr erforderlich, kompliziert ist das Ganze aber nicht. Anleitungen sind im Internet verfügbar, z.B. auf anleitungsportal.de. Dort findet man Anleitungen als PDF für einzelne Schaltgruppen, wie die Shimano Deore XT.
Egal, ob man eine 1x, 2x oder 3x Schaltung wartet, man beginnt damit, die Shimano Schaltung hinten einzustellen. Drei Schritte sind nötig: das Einstellen der Endanschläge, die Justierung der Zugspannung und die Fixierung des Abstands des Schaltwerks zur Kassette.
An den Schaltwerken sind verschiedene Einstellschrauben angebracht. Zwei Schrauben definieren die Endanschläge des Schaltwerks, mit einer wird der Abstand von Schaltwerk zu den Ritzeln justiert. Die Endanschläge verhindern, dass die Kette über die Ritzel ins Leere fällt.
Einstellen der Endanschläge und Zugspannung- Äußerer Anschlag: In den schwersten Gang schalten, sodass die Kette auf dem äußeren Ritzel liegt. Den Schaltzug entspannen, indem man die Rändelschraube am Schalthebel im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag dreht oder die Klemmschraube des Schaltzugs am Schaltwerk löst. Die Leitrolle oben am Schaltwerk und das kleinste Ritzel sollten fluchten. Falls nicht, den Endanschlag mit der mit "H" markierten Schraube verändern.
- Zugspannung: Falls der Schaltzug am Schaltwerk gelöst wurde, muss man ihn wieder befestigen. Mit der Rändelschraube am Schalthebel arbeiten. Die Kurbel drehen und den Schalthebel betätigen, um auf das nächstgrößere Ritzel zu schalten. Wenn die Kette nicht nach oben wandert, die Zugspannung erhöhen, indem man die Rändelschraube gegen den Uhrzeigersinn dreht. Über alle Gänge nach oben und unten schalten. Falls das Herunterschalten nicht funktioniert, die Zugspannung verringern.
- Innerer Anschlag: In den ersten Gang schalten und die Position der oberen Leitrolle zum Ritzel überprüfen. Die Leitrolle sollte mit dem Ritzel fluchten. Mit der mit "L" markierten Schraube nachjustieren.
- Abstand: Mit der Schraube "B" den Abstand zwischen der oberen Leitrolle zum größten Ritzel einstellen. In den leichtesten Gang schalten und die Schraube solange drehen, bis der Abstand etwa ein Kettenglied beträgt. Bei Shimano 1x Schaltungen sollte eine Hilfslinie am Schaltwerk auf Höhe der Oberkante des größten Ritzels liegen.
Wenn sich die Schaltung nur leicht verstellt hat, genügt es normalerweise, die Zugspannung zu korrigieren.
Einstellung am Rennrad oder Gravelbike
Die Einstellung der Shimano Schaltung hinten am Fahrrad erfolgt bei den Rennrad- und Gravelgruppen genauso wie bei den MTB- und Trekkingschaltungen von Shimano. Bei Schalt-Bremshebeln am Rennradlenker befindet sich die Rändelschraube am Schaltzug vor dem Lenker oder am Zuganschlag des Schaltwerks.
Umwerfer-Einstellung
Für alle Kettenschaltungen gilt: Gibt es vorne mehr als ein Kettenblatt, muss man die Shimano Schaltung auch vorne einstellen. Auch beim Umwerfer müssen die Endanschläge und die Zugspannung eingestellt werden.
Höhe des Umwerfers fixierenDer Umwerfer ist mit einer Schelle direkt am Sitzrohr oder an einer Aufnahme mit Langloch befestigt. Die Höhe ist korrekt, wenn zwischen dem Leitblech außen am Umwerfer und den Zähnen des großen Kettenblatts ein bis drei Millimeter Abstand vorhanden sind. Das Leitblech sollte parallel zu den Kettenblättern stehen.
Einstellen der Endanschläge und Zugspannung- Um den unteren Endanschlag einzustellen, muss man zunächst in den leichtesten Gang schalten und dann den Schaltzug entspannen, indem man die entsprechende Rändelschraube im Uhrzeigersinn dreht. Zwischen dem inneren Leitblech und der Kette sollte ein Abstand von etwa 0,5 Millimetern bestehen, gegebenenfalls muss man mit der Schraube "L" nachjustieren.
- Dann stellt man die Zugspannung mithilfe der Rändelschraube so ein, dass die Kette auf Druck am Schalthebel präzise auf das größere Kettenblatt wandert und umgekehrt.
Mögliche Probleme und Lösungen
Sollten die beschriebenen Arbeitsschritte nicht zur richtigen Einstellung der Shimano Schaltung führen, kann das verschiedene Ursachen haben:
- Verschlissene Ritzel, Kettenblätter oder Kette: Hier hilft der Austausch.
- Verbogene Leitbleche am Umwerfer, Schaltkäfig des Schaltwerks oder Schaltauge: Hier hilft der Gang zum Händler oder das Richten der verbogenen Teile mit speziellem Werkzeug.
Shimano Schaltgruppen im Überblick
Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblättern, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für den Durchschnittmountainbiker reicht auch eine Alivio oder Deore Schaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die verschiedenen Shimano Schaltgruppen und ihre Einsatzbereiche:
| Schaltgruppe | Einsatzbereich | Merkmale |
|---|---|---|
| Tourney | Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder | Einfache Schaltung, robust und zuverlässig, preisgünstig |
| Altus | Einstiegs-Schaltgruppe | Solide Leistung, erschwinglicher Preis |
| Acera | Freizeitfahrer, erste Offroad-Erfahrungen | Schnelles und einfaches Schalten, stabile Teile aus Edelstahl |
| Alivio | Mountainbike-Anfänger | Einfache Wartung, besser entwickelt als günstigere Versionen |
| Deore | Sportliche Fahrer und Anfänger | Robust und zuverlässig, geeignet für Gelände und Mountainbike-Touren |
| SLX | Mountainbiker | Langlebig, zuverlässig, leicht, präzises Schaltverhalten |
| Deore XT | Wettkampffahrer und sportliche Mountainbiker | Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel, robuste Bauweise |
| XTR | Profis und ambitionierte Mountainbiker | Sehr leicht, hochwertige Materialien, schnelle und präzise Schaltung |
Shimano sorgt dafür, dass die Techniken aus den teureren Gruppen langsam aber sicher auch bei den günstigeren Gruppen zu finden sind. Der Unterschied liegt vor allem beim Material der verschiedenen Teile und dem Gewicht der Schaltgruppe.
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