Shimano Antares DC: Wurfgewicht, Test und Performance

Shimano DC Baitcaster sind derzeit in aller Munde. Vielen ist aber nicht bewusst, dass DC Baitcaster nicht gleich DC Baitcaster ist. Es gibt viele verschiedene, teils sehr unterschiedliche, DC Systeme. Ob man sich eine Metanium DC, eine SLX DC oder eine komplett andere DC Baitcaster holt ist nicht nur von der Optik und dem verwendeten Material im Body abhängig.

Auch die verbauten DC Systeme unterscheiden sich massiv was die Performance und somit auch den Spaß beim Angeln angeht.

Funktionsweise des DC Bremssystems

Der Chip einer Shimano DC Baitcaster überwacht die Rotationsgeschwindigkeit der Spule und passt die Bremskraft, die auf die Spule wirkt, automatisch an. Es wird 1000 Mal in der Sekunde gemessen und das System versorgt sich selbst mit Energie. Da sich die Technik immer weiter entwickelt gibt es mittlerweile schon einen kleinen Wald an DC Systemen, die mehr oder weniger fortschrittlich und ausgefeilt sind.

i-DC4 Bremssystem

Das i-DC4 Bremssystem bietet am wenigsten Diversität und Einstellungsmöglichkeiten. Du findest dieses System in Europa derzeit in der Curado DC und in der SLX DC. Es gibt vier Einstellmöglichkeiten. Die Nummerierung geht entweder von 1 bis 4 oder man hat 1, 2, 3 und F. Es handelt sich dabei um vier verschiedene Programme. Stark vereinfacht kann man sagen, je höher die Zahl ist, desto mehr wird gebremst.

Bei den Einstellungen spürt man einen deutlichen Unterschied in der Gutmütigkeit und den zu erreichenden Wurfweiten von einer zur nächsten Stufe. Die Position 1 bringt am meisten Wurfweite, aber wenn man beim Auftreffen des Köders den Daumen nicht an der Spule hat, kann es schon ein kleines Nest geben. Ich werfe immer zwischen 1 und 2, da bremst mir das System genug mit, da ich so gut wie immer mit Mono oder Geflecht fische.

i-DC5 Bremssystem

Das i-DC5 ist etwas ausgefeilter als das i-DC4 Bremssystem, was sich in der Performance extrem bemerkbar macht. Wenn ich mir eine Shimano DC Baitcaster kaufe würde ich allerdings deutlich lieber zu einer Rolle mit i-DC5 greifen. Im Inneren des Non Handle Sideplates kann man zwischen drei verschiedenen Modi wählen. Zusätzlich kann man am Wahlrädchen noch die Bremsintensität von 1 bis 4 wählen oder auf A (Automatik) stellen. Somit hat man 15 verschiedene Möglichkeiten die Bremse einzustellen plus der passenden Einstellung der Spool Tension.

MD Tune DC Bremssystem

Die MD Tune DC Baitcaster sind für schwerere Köder ausgelegt. Zusätzlich zum F (Fluorocarbon), P (Geflecht) und N (Mono) Modus im Inneren gibt es noch XB (Monster Drive Mode). Der Monster Drive Mode ist für Big Baits und andere schwere Köder gedacht. Die ersten drei Modi sind für Köder bis zu einer Unze (ca. 24 g) gedacht. Alles drüber wird mit dem XB Mode bedient.

4×8 DC Tune Bremssystem

Dieses DC Bremssystem wurde für die Angelei auf Sea Bass optimiert. Da dabei meistens geflochtene Schnüre verwendet werden ist es speziell auf Geflecht ausgelegt. Auch beim 4×8 DC Tune Bremssystem gibt es acht Einstellungen beim externen Wahlrad.

Shimano Antares DC MD: Das Flaggschiff

Die beste Rolle für Freestyle Antares DCMD. Wie der Name MD = monster drive schon sagt. Das Flaggschiff ist mit der MGL III trägheitsarmen Spule und der NEUEN 4 x 8DC MD TUNE Bremse ausgestattet. MGL III und die präzise Steuerung der ungleichmäßigen Bremse der NEUEN 4 x 8DC MD TUNE-Rolle sorgen für eine lange Wurfleistung und einen störungsfreien Betrieb, der die herkömmliche Wurfleistung übertrifft. Zusätzlich zu dem mikromodularen Ritzelgetriebe, das für eine reibungslose Rotation sorgt, wurde die Anzahl der Lager für die Antriebsritzelwelle erhöht, um eine robustere Stützstruktur zu schaffen.

Lohnt sich eine Shimano DC Baitcaster?

Ich antworte auf diese Frage mit einem entschiedenen „jaein“. Wenn du Technik und das DC Geräusch magst, dann brauchst du eine Shimano DC Baitcaster. Geht es dir um maximale Wurfweite wirst du, wenn du schon gut werfen kannst, mit einem normalen Bremssystem weiter werfen. Ich kann nämlich jede Baitcaster so weit zudrehen mit den Bremsen, dass es unmöglich wird einen Backlash zu werfen, dafür brauche ich keine Shimano DC Baitcaster. Unter einer solchen Bremseinstellung leidet dann die Wurfweite massiv und der DC Vorteil verpufft komplett!

Solltest du deine DC Baitcaster aber so einstellen, dass die Wurfweiten wirklich gut sind, wirst du kein Allheilmittel gegen Perücken in der Hand haben. Um optimale Wurfweiten zu erzielen habe ich meine DC Baitcaster immer zwischen 1 und 2 am externen Wahlrad eingestellt. Lasse ich den Daumen beim Auftreffen des Köders auf das Wasser komplett weg, überschlägt sich die Spule dann schon.

Verstehe mich bitte nicht falsch, das DC System ist genial und eine große Erleichterung bei Wind. Man muss auch nicht ganz so konzentriert sein wie bei zickigeren Systemen, aber wer nicht gelernt hat zu werfen wird durch eine Shimano DC Baitcaster nicht direkt auf Level 99 befördert.

Shimano Rollen-Neuheiten

Shimano stellt auf den im Januar und Februar laufenden Angel-Messen in Japan seine Rollen-Neuheiten 2018 vor. So viel vorab: Die Japan Fishing Show 2018 in Yokohama und die Fishing Show Osaka sind für alle Fans von JDM-Tackle eine heiße Zeit. Tackle-Tester.de hat für euch alle Shimano Japan 2018 Neuheiten, die im Raubfischbereich angesiedelt sind, in diesem Artikel zusammengefasst.

Wie gewohnt ist allerdings noch unklar, welche Produkte es aus dem Japan-Rollen-Sortiment im Laufe des Jahres zu uns auf den deutschen Markt schaffen werden.

Shimano Stella

Für viele fast schon ein alter Hut - dennoch: Shimano hat sein Flaggschiff im Spinnrollen-Segment überarbeitet und bringt die neue Stella 2018 auf den Markt.

Shimano Exsence CI4+

Eher ein Exot und eigentlich für Sea Bass konzipiert, eignet sich die neue Exsence CI4+ sicherlich auch für viele Spinnfischer, die dem Zander oder der Meerforelle nachstellen. Die relativ schwarz-gehaltene Rolle dürfte auch für viele Optikfanatiker interessant sein. Die „normale“ Shimano Exsence hat es ja schon in den deutschen Shimano 2018 Katalog geschafft - ob es ihr leichterer Bruder auch tut?

9-11KG max. Schnurf.

Shimano Alde MGL

Auch für die Freunde des gepflegten Baitcastings gibt es einige Neuheiten. Vor allem auf ein Modell wird sich der ein oder andere sehr freuen. Anhand der Schnurfassung kann man bereits einschätzen, dass sich die neue Alde MGL sicherlich gut auf einer Medium-Light oder sogar Light Rute macht. Das wichtigste Feature ist sicherlich Shimano’s MAGNUMLITE Spool (kurz MGL), welche vor allem weite Wurfe garantieren sollte.

Leichte Köder weit werfen?

4,5KG max. Schnurf.

Shimano Bantam MGL

Bantam 100 - bei wem klingelt es da? Wahrscheinlich nur bei unserem „etwas“ älteren Publikum, aber nach 40 Jahren taucht der Name in Form der Shimano Bantam MGL wieder auf. Bei der Rolle handelt es sich wohl um einen 150er Body, bei welchem Shimano laut eigenen Worten ihr „State of the Art“ der Metallverarbeitung gelungen ist. Die Schnurfassung der Spule ist aber die einer 200er Rolle.

5KG max. Schnurf.

Shimano Antares DC MD

Größere Köder und kampfstarke Fische gewinnen der neuen Shimano Antares DC MD mit einer XG Übersetzung nur ein müdes Lächeln ab.

6KG max. Schnurf.

Shimano Bass Rise

Mit der Shimano Bass Rise 2018 legt Shimano die Einsteigerrolle neu auf.

5KG max. Schnurf.

Baitcastrollen: Präzision und Kontrolle

Baitcastrollen sind moderne Multirollen, die vorwiegend beim Spinnfischen mit Kunstködern zum Einsatz kommen. Sie bieten dem erfahrenen Angler maximale Kontrolle über Köderführung und Wurfpräzision. Zwar erfordert ihre Handhabung etwas Übung, doch belohnt sie mit einem besonders direkten Köderkontakt - ideal für gezieltes Raubfischangeln.

Aufbau und Funktionsweise

Im Gegensatz zur Spinnrolle (Stationärrolle) wird eine Baitcastrolle oberhalb der Rute montiert. Ihre Spule liegt horizontal und dreht sich beim Auswerfen frei - das ermöglicht sehr präzise Würfe. Die wichtigsten Bauteile im Überblick:

  • Gehäuse: Meist aus Aluminium, Graphit oder Kohlefaser - leicht, stabil und korrosionsbeständig.
  • Spule: Dreht sich frei beim Auswurf. Hochpräzise gefertigt, meist aus eloxiertem Aluminium, für gleichmäßigen Schnurabwurf.
  • Bremssysteme: Moderne Magnet- oder Zentrifugalbremsen beugen dem „Backlash“ (Schnurverwicklungen beim Wurf) vor. Eine fein einstellbare Sternbremse regelt die Schnurabgabe im Drill.
  • Übersetzung: Gängig sind Übersetzungsverhältnisse zwischen 5:1 und 8:1 - für schnelle und kontrollierte Köderführung.

Eigenschaften guter Baitcastrollen

  • Leicht & kompakt: Mit 150 g bis 300 g Gewicht sind Baitcastrollen sehr handlich - perfekt für lange Angelausflüge.
  • Präzision: Ideal für das punktgenaue Werfen in strukturreichen Gewässern wie unter Bäumen oder an Schilfkanten.
  • Vielseitigkeit: Geeignet für viele Kunstköder - von Jerkbaits und Crankbaits bis zu Spinnerbaits, Wobblern und Jigs.
  • Robustheit: Hochwertige Modelle sind oft salzwassertauglich und halten auch kräftigen Räubern stand.

Anwendungen

Baitcastrollen werden hauptsächlich beim aktiven Raubfischangeln eingesetzt - etwa auf Hecht, Zander, Barsch oder Wels. Sie sind besonders effektiv bei:

  • Jiggen & Jerken
  • Vertikalangeln & Dropshot-Techniken
  • Schleppangeln
  • Präzisionswürfen mit schweren Kunstködern

Vergleich mit anderen Rollenarten

Im Vergleich zur typischen Spinnrolle, die durch einfache Handhabung punktet und auch Anfängern schnelle Erfolge erlaubt, richtet sich die Baitcastrolle eher an erfahrene Angler, die Wert auf präzise Köderführung und Kontrolle legen. Gegenüber großen Multirollen für das Hochseeangeln ist sie deutlich kompakter und auf das gezielte Spinnfischen im Süßwasser ausgelegt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0