Elektronische Schaltungen sind heutzutage an vielen hochwertigen Fahrrädern zu finden und schalten schnell und präzise. An vielen High-End-Mountainbikes, Rennrädern und Gravelbikes sind sie bereits ab Werk verbaut. Auch bei Individualaufbauten und als Upgrades erfreuen sie sich wachsender Beliebtheit. Die meisten Systeme arbeiten mittlerweile kabellos (wireless), während andere semi-wireless sind, also eine Mischung aus Funktechnologie und Kabelübertragung nutzen.
Alle elektronischen Schaltungen bieten Vorteile gegenüber Schaltgruppen mit Bowdenzügen: Sie schalten präziser und zuverlässiger. Hier erfahren Sie, wie sich die Systeme unterscheiden und warum eine elektronische Schaltgruppe eine echte Alternative für Ihr Fahrrad sein könnte.
Vorteile von E-Schaltungen gegenüber mechanischen Schaltgruppen
Der offensichtliche Vorteil elektronischer Schaltungen liegt darin, dass Sie sich nicht mehr um Bowdenzüge kümmern müssen. Vieles wird dadurch einfacher, was Montage, Einstellung, Wartung und Verschleiß betrifft. Kabel oder Funkverbindungen müssen weder nachgestellt noch regelmäßig ausgetauscht werden. Einmal eingerichtet, bieten sie konstante Schaltpräzision.
Zum Schalten drücken Sie Knöpfe: Diese haben keine langen Hebelwege, erfordern keine großen Bedienkräfte und ihre Mechanik verschleißt nicht durch Schmutz. Motoren in Schaltwerk und Umwerfer übernehmen die Hauptarbeit - jedes Mal gleich schnell und stark. Optionale Erweiterungen ermöglichen das Schalten auch von anderen Griffpositionen aus - etwa am Oberlenker oder Lenkeraufsatz Ihres Rennrads.
Natürlich bieten elektronische Schaltsysteme auch Konnektivität. Sie können mit Ihrem Trainingscomputer oder mit Apps auf Ihrem Smartphone kommunizieren. Der Mehrwert reicht von einer vereinfachten Konfiguration der Tasten über Informationen in Echtzeit bis hin zu detaillierter Auswertung gesammelter Daten. Die verbundenen Endgeräte helfen Ihnen auch, den Ladezustand der Akkus im Blick zu haben und rechtzeitig ans Aufladen zu denken - denn ohne Energie bewegen sich die Stellmotoren in Schaltwerk und Umwerfer nicht.
Reine Funkschaltungen sind äußerst einfach zu montieren und ermöglichen ein besonders aufgeräumtes Bike. Ihr Rahmen benötigt dafür keinerlei Kabelführungen. Sie schrauben Schaltwerk und gegebenenfalls Umwerfer an den Rahmen, die Schalthebel an den Lenker und können die Funkverbindung aufbauen.
Ein Semi-Wireless-System arbeitet mit einer Funkverbindung zwischen Bremsschalthebeln und Schaltwerk sowie einer Kabelverbindung zwischen Schaltwerk, Umwerfer und dem zentralen Akku. Das Schaltwerk dient dabei als Gehirn der Gruppe. Es empfängt und verarbeitet die Schaltsignale und gibt sie via Kabel an den Umwerfer weiter. Die Montage eines Semi-Wireless-Systems ist etwas aufwendiger als die des Wireless-Systems, aber deutlich einfacher als mit innenverlegten Bowdenzügen. Die E-Kabel sind dünner und flexibler, und da sie, anders als Bowdenzüge, nicht regelmäßig getauscht werden müssen, ist das Verlegen normalerweise eine einmalige Angelegenheit.
Vereinfachte Schaltlogik mit oder ohne Umwerfer
Bei Gruppen mit mehreren Kettenblättern kann der elektronisch gesteuerte Umwerfer die Kettenlinie berücksichtigen - also die momentane Position der Kette auf der Kassette. Liegt Ihre Kette zum Beispiel auf einem großen Ritzel, muss der Käfig nicht so weit bewegt werden, um vom großen aufs kleine Kettenblatt zu schalten, wie wenn sie weiter rechts auf einem kleinen Ritzel der Kassette liegen würde. Überschalten wird so effektiv vermieden.
Auch können Sie (wenn Sie möchten) der intelligenten Elektronik die Entscheidung überlassen, wann das vordere Kettenblatt beim Schalten gewechselt wird. Sie schalten dann nur noch hoch oder runter, ohne darüber nachzudenken, ob Umwerfer oder Schaltwerk oder beide an der Reihe sind. Beim manuellen Wechsel des Kettenblattes kann das Schaltwerk automatisch ein paar Ritzel entgegenschalten, damit der Übersetzungssprung nicht so groß ausfällt. Wenn Sie lieber selbst entscheiden, können Sie aber auch komplett manuell schalten.
Auch wenn Sie sogenannte Einfach-Antriebe mit einem Kettenblatt fahren, profitieren Sie von der verbesserten Schaltlogik der Elektronik, die ein Überschalten auf dem Ritzelpaket effektiv verhindert oder bei Bedarf in der Lage ist, mehrere Gänge zu überspringen. Elektronisch gesteuerte Umwerfer berücksichtigen die Kettenlinie, sodass Ihre Kette immer reibungslos läuft.
Shimano Di2: Alle Gruppen im Überblick
Shimanos elektronisches Schaltsystem ist länger am Markt als alle anderen und unter anderem bekannt für seine hohen Schaltgeschwindigkeiten. Die Abkürzung Di2 steht für „Digital Integrated Intelligence“. Waren die Di2-Gruppen zunächst semi-wireless, hat Shimano im Sommer 2025 auch neue Schaltgruppen eingeführt, die komplett ohne Kabel auskommen. Je nach Fahrradtyp stehen Ihnen folgende Gruppen zur Auswahl:
| Radtyp | Gruppe | Schaltstufen | Übertragung | Mount-Type | Erscheinung |
|---|---|---|---|---|---|
| MTB | XTR Di2 M9200 XT Di2 M8200 Deore Di2 M6200 | 1 x 12 | wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025 |
| E-MTB | XTR Di2 M9200 XT Di2 M8200 Deore Di2 M6200 | 1 x 12 | wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025 |
| Rennrad | Dura Ace Di2 R9200 Ultegra Di2 R8100 105 Di2 R7100 | 2 x 12 | semi-wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2021 2021 2022 |
| Gravel | GRX Di2 RX827 GRX Di2 RX825 | 1 x 12 2 x 12 | wireless semi-wireless | Konventionell (Schaltauge, UDH) | 2025 2024 |
Aufgepasst beim E-MTB: Die neuen Shimano E-MTB-Schaltwerke bieten Ihnen mit einem Shimano-EP8- oder -EP6-Motor ein optimal aufeinander abgestimmtes System. Dadurch können Sie smarte Funktionen, wie etwa automatisches Schalten, nutzen.
Aufgepasst bei der Shimano-CUES-Di2-Gruppe: Die CUES Di2 mit ihrer automatischen Schaltfunktion wurde für urbane E-Bikes entwickelt, aber auch schon an anderen E-Bike-Kategorie verbaut. Zusammen mit Shimanos 2025 vorgestelltem Q'AUTO-System bringt die CUES Di2 automatisches Schalten nun auch an nicht-motorisierte Urban- und Gravelbikes. Durch einen Dynamo in der Hinterradnabe wird das System mit dem notwendigen Strom versorgt - Sie brauchen also nicht mal mehr einen Akku. Fahren Sie „richtig sportlich“, empfehlen wir Ihnen jedoch eine der oben genannten, zu Ihrem Einsatzgebiet passenden Schaltgruppen.
Shimano Di2: Ergonomie
Die Belegung der Schalter ist in der Standardkonfiguration an mechanische Schalthebel angelehnt: Sie haben zwei Taster, einen zum Hoch- und einen zum Runterschalten. Beim Mountainbike sind die beiden Taster, wie gewöhnlich, unter dem Lenker montiert. Beim Rennrad befinden sich die beiden Schalter direkt hinter dem Bremshebel. Das gemeinsame Bewegen von Schalt- und Bremshebel entfällt - Kraft gespart! Mit einer Zusatztaste am Brifter können Sie außerdem durch das Menü Ihres kompatiblen Bike-Computers scrollen.
Über die E-Tube-Project-App kann jeder Knopf - eventuell nachgerüstete Zusatzschalter und die bereits vorhandenen - nach Ihren Wünschen konfiguriert werden. Zudem lassen sich über die App die Schaltgeschwindigkeit, die Anzahl der Schaltvorgänge bei gedrückt gehaltener Schalttaste und die Umwerfer-Schaltmodi konfigurieren.
Shimano bietet bei Di2 mit „Synchronized“, „Semi-Synchro“ und „Manuell“ drei verschiedene Schalt-Modi. Das bedeutet, dass Sie nicht nur ein kabelfreies Cockpit wie bei den Semi-Wireless-Di2-Systemen haben, sondern komplett kabellos unterwegs sind. Der Akku sitzt hier im Schaltwerk. Am Schaltwerk finden Sie eine Status-LED für den Ladestand und den aktuellen Schaltmodus, den Einstellknopf für die Auswahl der Schaltmodi und beim Semi-Wirelss System den Ladeanschluss des Akkus. Über das Schaltwerk erfolgt auch die Kommunikation mit der E-Tube-Project-App und das Pairing mit externen Geräten, wie zum Beispiel einem Trainingscomputer.
Möchten Sie die neue Wireless-Di2-Schaltung an Ihrem Mountainbike oder Gravelbike nachrüsten, montieren Sie die Komponenten, koppeln Sie die Schaltbremshebel (STI) mit dem Schaltwerk und Sie sind fertig. Bei einem semi-wireless-System verlegen Sie die beiden Kabel (Akku-Schaltwerk, Akku-Umwerfer) im Rahmen und montieren den Akku über eine Halterung in der Sattelstütze oder an einer dafür vorgesehenen Stelle im Rahmen. Koppeln Sie die STIs mit dem Schaltwerk und los geht’s!
iQ’Auto für Räder ohne „E“
Was als Konzeptvelo an der Eurobike 2023 seinen Anfang nahm, bringt Shimano nun als “Q’Auto“ auf den Markt: Eine automatische, kabellos geschaltete Kettenschaltung für Fahrräder ohne Elektromotor.
Vor zwei Jahren wurde das automatische Schaltsystem erstmals vorgestellt und in diesem Frühjahr in Tokyo auch Endverbraucherinnen und Endverbrauchern für Testfahrten angeboten. Als Kombination dieser Elemente bietet die „Q’Auto“-Schaltung eine Premiere, denn es ist die erste selbstversorgende Automatik-Schaltung für Fahrräder ohne Hilfsantrieb. Der benötigte Strom wird nicht aus einem Akku, sondern per in der „Cues FH-U6060“-Hinterrad-Nabe verbautem Dynamo gewonnen.
Basierend auf Sensoren für Tempo, Trittfrequenz und Steigung, über 6.500 algorithmischen Mustern und dem Nutzerverhalten legt „Q'Auto“ von sich aus den jeweils passenden Gang auf. Wenn einem dieser nicht passt, kann man manuell über den kabellosen Schalthebel eingreifen.
Ergänzend zur Hinterrad-Nabe mit integriertem Dynamo, Kondensator, Sensoren und Prozessor führt Shimano auch ein besonderes „Cues Di2“-Schaltwerk (Produktbezeichnung RD-U8050-SGS/GS) sowie einen kabellosen Schalthebel (Produktbezeichnung SW-EN605-R) als Teile der „Q'Auto“-Gruppe ins Sortiment ein. Im Grunde ist dieses Schaltwerk aber mit allen kabellosen Schalthebeln für Shimanos Di2-Gruppen kompatibel - ob fürs Rennvelo, Gravelbike oder Mountain Bike.
Shimano Auto-Shift-Funktion für E-Bikes
Shimano bietet die Auto-Shift-Funktion für E-Bikes schon länger an. Das System überwacht die Fahreraktivität und wandelt verschiedene Sensordaten in die richtige Gangwahl um - und legt diesen Gang dann auch selbsttätig ein. Der E-Bike-Motor und die Schaltgruppe sind dafür eng vernetzt und per Kabel verbunden. Das ergibt ein geschlossenes E-Bike-System aus Motor, Schaltgruppe, Display, Motor- und Schaltungs-Remote.
Funktionsweisen der Auto-Shift-Technologie
- Freeshift: Beschreibt das Schalten während des Rollens, ohne dabei in die Pedale treten zu müssen. Der Input dafür kommt entweder von Ihnen, also vom Fahrer selbst, oder - während Auto-Shift aktiv ist - vom E-Bike-System. Um den angeforderten Gang einzulegen, dreht der Motor das Kettenblatt selbstständig, bis der neue Gang eingelegt ist.
- Startshift: Legen Sie über die E-Tube Ride App einen Start-Gang fest. Sobald das Motorsystem nun merkt, dass Sie verzögern und voraussichtlich zu einem Stillstand kommen, schaltet das System die Gänge bis zum ausgewählten Start-Gang herunter.
- Auto-Shift: Durch einen Mix aus verschiedenen Sensordaten wie Kurbelumdrehungen, Neigungssensor, Geschwindigkeit und Druck auf dem Pedal (Drehmomentsensor) wählt das E-System den passenden Gang aus und legt ihn ein - vorausgesetzt Sie rollen.
Bei Shimano ist das mit dem EP 801 oder EP 6 Motor kombiniert mit einer 11-fach Linkglide Di2 Gangschaltung möglich. Coast- und Startshift funktionieren auch mit der elektronischen Di2 12-fach Gangschaltungen von Shimano. Der Langlebigkeit halber bietet Shimano den vollen Automatikmodus allerdings nur bei der 11-fach Variante an - das kostet gegenüber den 12-fach Hyperglide Kassetten 55% Bandbreite. Das heißt, es bleibt eine Bandbreite von 455% gegenüber den 510%, die bei 12-fach Gruppen üblich sind. Beim E-Bike lässt sich die geringere Bandbreite in der Regel durch den größeren Motorsupport problemlos kompensieren.
Beim Shimano Automatik-Schaltsystem ist die gesamte Peripherie kabelgebunden. Die Kabel sind zwar schlanker als reguläre Bowdenzüge, fallen aber dennoch auf. Außerdem hat der Schalthebel rechter Hand noch einen Knopf mehr als die üblichen Verdächtigen zum Rauf- und Runterschalten. Der dritte Knopf ist flach und unauffällig ins Gehäuse integriert und ebenfalls gut mit dem Daumen zu erreichen, ohne die Hand vom Lenker zu nehmen. Über diesen Knopf kann zwischen zwei Automatikmodi und dem manuellen Schaltmodus gewechselt werden. Die restliche Navigation durchs Menü findet wie gewohnt über die linke Motor-Fernbedienung statt.
Konfiguration über die E-Tube Ride App
Über die E-Tube Ride App von Shimano lassen sich die unterschiedlichen Fahr- und Schaltmodi noch weiter konfigurieren. An Fahrmodi bietet Shimano ganze sieben Stück, die Sie alle auch noch nach Ihren Vorlieben individualisieren können. Weiterhin lassen sich auch beide Auto-Shift-Modi 1 und 2 unterschiedlich konfigurieren und anpassen. Das heißt im Klartext: Wer sich richtig reinfuchsen will und sich zutraut, das System ideal auf die eigenen Bedürfnisse zuzuschneiden, hat bei Shimano gewissermaßen freie Hand und kann das System genau für sich und seine Wünsche konfigurieren.
Motor-Fahrmodi können in Sachen Unterstützungscharakter (ECO - Powerful), Drehmoment (20 - 85 Nm) und Motor-Ansprechverhalten (Sanft - Schnell) angepasst werden. Bei den unterschiedlichen Auto-Shift-Modi kann zwischen Asphalt und MTB der Regler gedreht werden. Zudem können Sie natürlich die gewünschte Ziel-Kadenz in der App einstellen und die Anstiegsanpassung zwischen schnell und langsam vornehmen - das senkt quasi die Hemmschwelle, bevor das System schaltet.
Verschleiß und Haltbarkeit
Shimano spricht von einer 300% haltbareren Kassette bei der Auto-Shift-geeigneten Linkglide (11-fach) als der Hyperglide-Kassette (12-fach). Technisch scheint das - durch den weggefallenen Gang und die dadurch robustere Auslegung - plausibel zu sein. Und selbst wenn mal Ersatz fällig wird: Mit ab rund 80 € für eine neue Kassette (455% Übersetzungsbandbreite) und rund 25 € für die Kette schlägt das nicht besonders hoch zu Buche.
Erfahrungen mit der Shimano Auto-Shift
Vor allem im flachen, wenig technischen Gelände fallen die weichen Schaltvorgänge kaum auf. Der Shimano Motor scheint die Schaltpunkte so zu timen, dass sie stets dann stattfinden, wenn gerade am wenigsten Zug auf der Kette lastet. Auf flachen, gleichmäßigen Forstweg-Uphills machen sich diese Anpassungen schon bemerkbar: Mit eingelegtem A2-Modus ist die Schaltfreudigkeit deutlich geringer. Biegt man hingegen auf Trail-Uphills ein, lohnt sich der Daumen-Druck, um auf A2 zu wechseln. Das System schafft es, zuverlässig einen passenden Gang einzulegen, um die Motor-Power voll nutzen zu können. So gehen auch steile, technische Climbs, ohne manuell einzugreifen.
Abwechslungsreiche Abfahrten, gespickt mit abrupten, steilen Gegenanstiegen, kann das System nicht optimal abdecken. Die Antwort darauf ist simpel - die elektrische Schaltung ist nicht mit GPS oder Kartenmaterial gekoppelt, kann also auch keine Anstiege vorhersehen. Und die Reaktionsgeschwindigkeit einer Kettenschaltung ist nun mal limitiert.
Profiteure von Shimanos Auto-Shift sind klar Einsteiger in den E-Mountainbike-Sport. Es passieren weniger Schaltfehler und man braucht nicht erst selbst ein Gefühl dafür zu bekommen, bei welcher Trittfrequenz der Motor am besten arbeitet - die passende kann ja einfach vorab vom Händler eingestellt werden. Für Fortgeschrittene, die sich darauf einlassen und nicht der Meinung sind, alles besser zu wissen als die Technik, eröffnen sich ebenfalls neue Möglichkeiten. Bei technischen Anstiegen kann man sich anstatt auf Schalten und richtigen Motorsupport rein auf die Linie konzentrieren und wie man diese am besten bewältigt.
Shimano CUES Di2
Die Shimano CUES Schaltung ist eine 11-fach oder 10-fach Gruppe für einen Einsatzbereich zwischen spaßorientiertem Trail Mountainbiken oder sportlichen Alltagsfahrten. Es ist konzipiert für intuitive und leichtgängige automatische Schaltvorgänge die dafür sorgen das du dich voll auf die Fahrt konzentrieren kannst. Dabei wurde der Hauptaugenmerk auf die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit gelegt um den Ansprüchen der Biker zu genügen. Die Komponenten der Schaltung lassen sich nahtlos in das System der Antriebseinheiten EP600 und EP801 von Shimano integrieren. CUES Di2 ermöglicht allen eBikern sportlichen Fahrspaß im Zusammenspiel mit den neuen Funktionen AUTO SHIFT und FREE SHIFT.
Auto Shift und Fee Shift Funktion
Die Auto Shift Funktion sorgt in Kombination mit einem elektronischen Schaltwerk für einen automatischen Schaltvorgang, sodass Sie immer im optimalen Gang unterwegs sind. Free Shift ist bei eMTB Fahrten die perfekte Unterstützung, wenn Sie in Kurvenreichen Trails unterwegs sind. Diese Funktion sorgt dafür, dass der Schaltvorgang ohne pedalieren erfolgt und Sie voll Konzentration auf das planen und halten Ihrer Linie legen können.
Shimano LINKGLIDE Technologie
Extra langlebige Haltbarkeit durch Shimanos LINKGLIDE Technologie. Diese Fähigkeit ist entscheidend für drehmomentstarke e-Bikes um den Schaltkomponenten eine gewisse Haltbarkeit zu gewährleisten.
Die Cues Di2 basiert auf den noch jungen, E-Bike tauglichen und sanft schaltenden Linkglide-Schaltkomponenten und ermöglicht, kombiniert mit den Antriebseinheiten EP6 und EP 801, die Kettenschaltung ohne zu Pedalieren in den gewünschten Gang zu bringen oder sogar das System vollautomatisch schalten zu lassen.
Shimano Q’Auto im Überblick
Die Q’Auto-Schaltung ist die erste E-Schaltung speziell für Trekking- und Urban-Bikes und setzt auf einen kleinen Nabendynamo im Hinterrad als Energiequelle. Dadurch ist die E-Schaltung immer mit Strom versorgt und man steht nie ohne Energie da.
- 1 x 11 Gänge
- elektronische Kettenschaltung
- Cues-Di2-Gruppe mit Linkglide-Technologie
- Energieversorgung über Dynamo und Kondensator
- Einsatzbereich: Urban, Trekking, Gravel
- Mehrgewicht ca. 400 Gramm
Funktionsweise der Q’Auto Gangschaltung
Geschaltet wird per kabellosem E-Trigger. Auf Wunsch schaltet die Cues Di2 die Elf Gänge auch komplett automatisch. Kontrolliert wird die Shimano-Schaltung über den hauseigenen Algorithmus, der schon länger bei der Schaltautomatik für E-Bikes zum Einsatz kommt. Speziell für Q’Auto hat Shimano die Software aber nochmal angepasst. Im Automatik-Modus lassen sich drei Fahrprofile für schnelle, mittlere und langsame Trittfrequenz vorwählen. Die Automatik kann zu jedem Zeitpunkt manuell durch den Fahrer überstimmt werden. Auf Wunsch soll sie dadurch lernen, sich an die Vorlieben des Fahrers bezüglich Trittfrequenz und Schaltzeitpunkten anzupassen.
Q’Auto im Test
In der Praxis begeistert die Cues Di2 mit dem knackigen und intuitiven E-Trigger von XT und XTR. Egal ob sportlich oder gemütlich, auf Touren und in der Stadt kann man sich auf Shimanos Automatik in der Tat verlassen. Zuverlässig schaltet der Algorithmus die elf Gänge durch und wirkt dabei selten hektisch oder überfordert. Wer möchte, kann in solchen Moment aber auch einfach selbst auf Knopfdruck den nächsten Gang nachlegen.
Nachteile der Q’Auto
Dem System bleibt eine zentrale Schwäche: Anders als beim E-Bike mit separatem Freilauf vorne kann Q’Auto nur schalten, solange sich die Kurbel auch dreht. Schalten im Rollen mit stehender Kurbel ist also nicht möglich. Wer vor der Ampel einfach mit stehenden Pedalen abbremst, erntet also einen zu schweren Anfahrtsgang.
E-Bike mit Automatikschaltung
Nicht nur für das Auto, auch für Fahrräder sind automatische Schaltungen erhältlich. Gerade ein E-Bike mit Automatikschaltung ist komfortabel und bietet technische Vorteile. Grundsätzlich bieten verschiedene Komponenten-Hersteller Schaltungen mit Automatik-Funktion an. Die beiden Letzteren findet man an E-Bikes mit Automatik-Nabenschaltung in Verbindung mit der eShift-Funktion von Bosch - zum Beispiel am Stevens E-14 Forma. Die eShift-Funktion gibt es in zwei Ausführungen: für optimiertes manuelles Schalten oder für vollautomatisches Schalten.
Grundsätzlich schaltet das System - auch wenn man den Gangwechsel manuell einleitet - zum optimalen Zeitpunkt und setzt dabei die Motorunterstützung für Sekundenbruchteile aus, um Last von der Kette bzw. der Schaltung zu nehmen. Das kann auch die 2023 von Pinion auf den Markt gebrachte MGU (Motor-Getriebe-Einheit). Bei dieser ist es auch möglich, einen Anfahrgang festzulegen, in den das System beim Anhalten automatisch schaltet, so dass man zum Beispiel beim Ampelstopp nicht manuell einen leichteren Gang wählen muss.
Vollautomatische Schaltungen für das E-Bike gibt es für Getriebeschaltungen und Kettenschaltungen. Bei Enviolo etwa kann die Schaltung als Teil des integrierten Systems in die Steuereinheit des E-Bikes eingebaut werden. Enviolo ist eine stufenlose Schaltung, die es in manuell zu bedienender oder eben als in E-Bike-Automatik-Ausführung gibt. Man wählt einfach in der App von Enviolo, der des Antriebsherstellers, oder per Bedieneinheit am Lenker seine bevorzugte Trittfrequenz aus. Die Automatikschaltung des E-Bikes wählt die Übersetzung stets so, dass diese Trittfrequenz gehalten wird. Auch das E-Bike Automatikgetriebe Rohloff E-14 funktioniert so. Die angestrebte Trittfrequenz wählt man hier via Bosch eShift oder Panasonic FIT E-Bike-System. In beiden Fällen handelt es sich E-Bikes mit Automatik Nabenschaltung.
Vorteile von Getriebeschaltungen
Getriebeschaltungen bieten, ob automatisch oder nicht, ob am E-Bike oder am „Biobike“ gegenüber der Kettenschaltung einige Vorteile. Zwar sind sie schwerer - was am E-Bike weniger ins Gewicht fällt - aber sie sind normalerweise wartungsärmer und schmutzresistenter.
Shimano und Sram Automatik für E-Bikes
Shimano bietet seit 2022 Automatik für das E-Bike mit Kettenschaltungen an, Sram hat 2023 nachgezogen. Die Shimano Cues Di2 war die erste E-Bike Automatikschaltung mit Kette, gleichzeitig führte Shimano die Automatikfunktion für die XT Di2 ein - optimiert für das Mountainbike. Beide sind E-Bike Automatik Schaltungen, die mit den Shimano-Motoren EP6 und EP801 zusammenarbeiten können.
- Auto Shift: Ist eine echte Automatik-Schaltfunktion. Geschwindigkeit und Trittfrequenz werden analysiert und die Schaltung hält die Trittfrequenz in dem vom Menschen in der App festgelegten Trittfrequenzbereich.
- Free Shift: Erlaubt Schaltvorgänge auch im Freilauf - wie bei der „Pre Select“-Funktion von Pinion. Betätigt man den Schalttaster, löst die Di2-Einheit eine Drehbewegung des vorderen Kettenblatts aus, so dass die Kette über die hinteren Ritzel wandern kann, die Kurbeln werden dabei nicht bewegt.
In Kombination beider Shimano-Funktionen kann die Schaltung den passenden Gang auch selbstständig vorwählen.
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