Shimano Rennrad Baugruppen Übersicht

Die Wahl der richtigen Schaltgruppe ist ein wichtiges Kriterium für die Qualität eines Rennrads. Shimano bietet eine breite Palette an Rennradgruppen, die sich in Preis, Leistung und Ausstattung unterscheiden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Shimano Rennradgruppen, um Ihnen bei der Auswahl der optimalen Schaltung für Ihre Bedürfnisse zu helfen.

Was gehört zu einer Rennrad-Gruppe?

Komplettgruppen für Rennräder bestehen in der Regel aus Schaltung und Bremsanlage. Im Detail bedeutet das: Kette, Kassette, Kurbeln, Schaltwerk, Umwerfer, Schaltbremsgriffen und Bremsen. Je nach Ausführung kann der Lieferumfang allerdings abweichen, daher sollten Sie die Produktbeschreibung genau lesen.

Neben Komplettgruppen gibt es auch sogenannte Upgrade-Kits, die es Ihnen erleichtern, bestimmte Teile Ihres Antriebs aufzurüsten und andere weiterzuverwenden.

Die Shimano GRX-Gruppe für Gravelbikes

Gravelbikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und sind aus den Wäldern nicht mehr wegzudenken. Shimano GRX ist eine weit verbreitete Gravelbike-Schaltgruppe. Die Shimano GRX-Gruppen bieten eine breite Palette an Ausstattungsmöglichkeiten, darunter 10-fach, 11-fach, Einfach- und Zweifach-Antriebssysteme.

Die GRX 600 ist Shimanos Mittelklassegruppe für Gravelbikes und ist vom Niveau her mit der Shimano 105 Rennradgruppe vergleichbar. Es handelt sich um eine 11-Gang-Gruppe (optional ist auch eine 10-Gang-Kurbel erhältlich).

Die Shimano GRX 400 Gruppe ist die ideale Gruppe für Gravelbike-Einsteiger und kann mit der Shimano Tiagra Gruppe für Rennräder verglichen werden. Im Vergleich zu den anderen GRX-Gruppen ist die GRX 400 eine 10-Gang-Gruppe.

Etwas kompliziert wird die Sache dadurch, dass Shimano nicht für jede Serie eine eigene Schaltgruppe entwickelt hat. So findet man z. B. kein GRX 600 Schaltwerk, was bedeutet, dass man bei einem mechanischen 11-Gang-Schaltwerk das RX800 nehmen muss.

Die GRX-Kurbelgarnituren mit einem Kettenblatt verwenden das Dynamic-Chain-Zahnprofil von Shimano. Jede GRX-Kurbelgarnitur ist mit einer um 2,5 mm weiter außen liegenden Kettenlinie als bei normalen Rennrad-Kurbelgarnituren ausgestattet, um Platz für die breiteren Reifen eines Gravelbikes zu schaffen.

Die GRX-Schaltwerke sind mit einem Stabilisator ausgestattet und weiter unterhalb der Kassette positioniert als herkömmliche Rennradschaltwerke, um weniger exponiert und anfällig für Beschädigungen zu sein.

Für GRX werden keine eigenen Kassetten und Ketten hergestellt. Es ist daher üblich, eine Kassette aus der Renn- oder MTB-Serie zu verwenden. Für das 10-Gang-System wird das Schaltwerk RD-RX400 benötigt, das ein Ritzel mit bis zu 36 Zähnen aufnehmen kann.

Speziell für GRX hat Shimano STI-Hebel (Brems- und Schalthebel kombiniert) sowohl für mechanische als auch für elektronische Schaltungen entwickelt. Diese STI-Hebel verfügen über ein ergonomisches Hebeldesign, das speziell auf Gravel abgestimmt ist.

Neben den standardmäßigen STI-Schalthebeln bietet Shimano auch einen mechanischen ST-RX810-LA-Bremshebel an, der in Kombination mit einem 1x11-Antriebssystem auch einen Dropper Post bedienen kann.

Die hydraulischen BL-RX812 „Sub-Bremshebel“ sind ein zweiter Satz Bremshebel im MTB-Stil, die am Oberlenker angebracht werden können.

Mit den Shimano GRX-Bremsen bremst man kraftvoll und wohldosiert. Shimano hat auch zwei Sätze schlauchloser GRX-Laufräder im Programm: eine 700C-Option und eine 650B-Option.

Übersetzungsbandbreite und Abstufung

Die meisten aktuellen Rennradgruppen kommen mit zwei Kettenblättern an der Kurbel und Kassetten aus elf oder zwölf Ritzeln. Alle drei großen Hersteller - Shimano, SRAM und Campagnolo - bieten Gruppen mit Umwerfer an. Der Vorteil an der bewährten Technik mit zwei Kettenblättern: Die Kassette kann fein abgestuft sein und Sie haben trotzdem eine ausreichende Übersetzungsbandbreite.

SRAM hat außerdem Rennradgruppen mit Einfachkurbel im Programm. Die Schaltung wird durch den Verzicht auf den Umwerfer leichter und unkomplizierter. Allerdings ist die Abstufung der Gänge nicht so graduell, da die Spreizung zwischen dem kleinsten und größten Ritzel größer ausfällt, um die nötige Übersetzungsbandbreite zu gewährleisten.

Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen

Felgenbremsen sind eine gute Wahl, wenn Sie den klassischen Look mögen, aufs letzte Gramm und höchste Aerodynamik achten. Wenn Sie maximale Bremsleistung und Kontrolle wollen, egal ob die Sonne scheint oder es regnet, dann sind Sie mit Scheibenbremsen bestens beraten. Natürlich muss Ihr Bike die Montage ermöglichen. Für Scheibenbremsen benötigen Sie an Gabel und Rahmen entsprechende Aufnahmen. Flatmount ist am Renner mittlerweile am weitesten verbreitet.

Da es aber auch fürs Rennrad Postmount-Bremssättel gibt, sollten Sie genau darauf achten, die passende Gruppe für Ihr Rad auszuwählen. Adapter können in einigen Fällen zwischen den Systemen vermitteln und den Bremssattel zur Größe der Bremsscheibe ausrichten. Außerdem brauchen Sie einen Disc-Laufradsatz, an dem Sie die Bremsscheiben verbauen können.

Bei Felgenbremsen gilt es, zwischen klassischen Seitenzugbremsen und Direct-Mount zu unterscheiden. Auch hier sind die Montagepunkte an Ihrem Rahmenset entscheidend. Die Systeme sind nicht untereinander kompatibel.

Shimano Rennradgruppen im Detail

Shimano hat drei Gruppen für hochwertige Rennräder im Programm:

  • Dura Ace: Die Spitzenklasse. Hier bekommen Sie die leichtesten Komponenten - hergestellt mit den modernsten Fertigungstechniken aus den besten Materialien.
  • Ultegra: Direkt darunter angesiedelt und unterscheidet sich hauptsächlich durch andere Werkstoffe. Die Gruppe bringt etwas mehr Gewicht auf die Waage, ist dafür aber eben günstiger. Sowohl Ultegra als auch Dura Ace gibt es als mechanische und elektronisch angesteuerte Ausführungen - letztere heißen zusätzlich „Di2“.
  • Shimano 105: Nicht so leicht wie die beiden Top-Gruppen, bietet aber ein super Preis-Leistungs-Verhältnis.

Shimano Claris

Die Shimano Claris ist die Einsteiger-Gruppe des Herstellers und eignet sich vor allem für Rennrad-Einsteiger und Freizeitfahrer. Zu der 8-fachen Kassette hinten gesellt sich entweder eine Zweier- oder Dreier-Kurbel, was je nach Ausführung 16 bzw. 24 Gänge ergibt, was für diesen Einsatzzweck mehr als ausreicht.

Shimano Sora

Die Sora ist in Sachen Funktion und Qualität vergleichbar mit der Claris, kann aber mit seiner 9-fach Kassette einen Extra-Gang verbuchen. Optisch fällt die Sora mit vier Kettenblattarmen auf, verglichen mit den fünf der Claris.

Shimano Tiagra

Mit der Shimano Tiagra sind wir im echten Rennrad-Geschäft unterwegs. Die Schaltung mit 10-fach Kassette ist dank seiner verbesserten Performance und Widerstandsfähigkeit an vielen Rennrädern und sogenannten All-Road-Bikes zu finden, wobei letztere auch im Offroad-Bereich eingesetzt werden können.

Shimano 105

Die Shimano 105 ist für viele die erste wirklich brauchbare Rennrad-Schaltung, wenn es an die Wettbewerbsfähigkeit geht. Sie ist höchstsolide, zuverlässig und hat zahlreiche innovative Features von teureren Gruppen wie der Ultegra und der Dura-Ace geerbt. Mit einer 12-fach Kassette teilt sich die 105 die gleiche Gangzahl wie die gerade genannten Top-Modelle, sodass man hier bedenkenlos upgraden kann, wenn es denn Zeit wird.

Shimano 105 Di2

Wem die elektronischen Schaltgruppen bisher zu teuer waren, dem macht Shimano mit ihrem Di2 Debüt im Mittelklassenbereich bei der 105 Schaltung eine große Freude. Ähnlich wie bei der mechanischen 105 Gruppe übernimmt die 105 Di2 eine Vielzahl an Eigenschaften der Top-Gruppen Ultegra Di2 und Dura-Ace Di2. Für alle, die also bisher nur mechanisches Schalten und dessen Ergonomie gewohnt sind, bietet die SHIMANO 105 Di2 ein vollkommen neues Rennraderlebnis.

Shimano Ultegra

Die Ultegra ist für ambitionierte Hobbysportler und in der Funktionalität identisch mit dem Top-Model Dura-Ace. Nur beim Material muss man Abstriche machen, was auch zu einem höheren Gewicht führt. Deswegen werden Teile dieser Schaltgruppe auch von den Profis in der Off-Season eingesetzt, um Kosten zu sparen. Die Ultegra gibt es als Rim Brake und Disc Break Version nur mit Zweifach-Kurbel, dafür aber mit vielen unterschiedlichen Kettenblattkombinationen.

Shimano Ultegra Di2

Die elektrische Schaltung der Ultegra trägt Shimano-typisch Di2 am Ende und nutzt statt der Spannung der Kabel motorgestützte Signale zum Gangwechsel. Die Ultegra Di2 ist ca. 80 Gramm schwerer als die mechanische Version und hat dank der Satellite Shifter den Vorteil, dass die Schalthebel an zwei Positionen am Bike untergebracht werden können, zum Beispiel innen am Lenker für Sprints und oben am Lenker für Anstiege.

Shimano Dura-Ace

Die Dura-Ace Schaltung ist die Referenzklasse von Shimano. Ein Materialmix aus Carbon, Titan und hochwertigem Aluminium sorgt für höchste Zuverlässigkeit, die präzise Fertigung nach höchsten Standards für ein unvergleichliches Schaltgefühl. Bei den Profi-Teams überwiegt die Dura-Ace, was den Status der Gruppe im Vergleich mit anderen Top-Marken untermauert.

Shimano Dura-Ace Di2

Die neueste Dura-Ace Generation hat auch einige Updates für die Di2-Variante parat. Highlight ist definitiv die kabellose Kommunikation wie bei der SRAM eTap via ANT+ und Bluetooth. Zusätzlich sorgt es für die Wireless-Verbindung zu dem von SHIMANO entwickelten E-TUBE PROJECT CYCLIST für Smartphones, das die Möglichkeit zur individuellen Einstellung der Schalter, Geschwindigkeit sowie Tastenbelegung ermöglicht. Die neue Syncro Shifting Technologie ist ein weiteres neues Feature und übernimmt auf Wunsch automatisch das Schalten am vorderen Kettenblatt, wenn der Fahrer seinen hinteren Gang ändert.

Mechanisch oder elektrisch schalten?

Der grundlegende Unterschied zwischen mechanischen und elektronischen Schaltsystemen besteht in der Übertragung des Schaltimpulses an Schaltwerk und Umwerfer:

  • Mechanisch: über ein System von Schaltzügen
  • Elektronisch: über Kabel oder Funk

Vor- und Nachteile mechanischer Rennradschaltungen:

  • Vorteile: Gewicht, leichte Reparatur unterwegs, (relativ) preiswert
  • Nachteile: Verschleiß der Züge, Schwergängig bei ungünstiger Verlegung der Züge

Vor- und Nachteile elektronischer Rennradschaltungen:

  • Vorteile: Stets optimale Funktion, Relativ unempfindlich gegen Schmutz
  • Nachteile: Abhängigkeit von Stromquelle, Reparatur unterwegs kaum möglich, Meist höheres Gewicht als mechanische Schaltungen

Zusammenfassung

Die Wahl der richtigen Shimano Rennradgruppe hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen, Ihrem Budget und Ihrem Fahrstil ab. Berücksichtigen Sie die oben genannten Faktoren, um die optimale Schaltung für Ihr Rennrad zu finden.

Tabelle: Shimano Rennradgruppen im Vergleich

Gruppe Gänge Gewicht (ca.) Einsatzbereich Preis
Dura Ace Di2 2x12 2052 g Profi-Rennen, höchste Ansprüche Sehr hoch
Dura Ace 2x11 2077 g Rennen, ambitionierte Fahrer Hoch
Ultegra Di2 2x12 2478 g Ambitionierte Hobbyfahrer, Training Mittel bis hoch
Ultegra 2x11 2471 g Hobbyfahrer, Training Mittel
105 Di2 2x12 - Rennradfahren Mittel
105 2x11 2527 g Einsteiger, Hobbyfahrer Günstig bis mittel
Tiagra 2x10, 3x10 - Einsteiger, Alltag Günstig
Sora 2x9, 3x9 - Einsteiger, Alltag Sehr günstig
Claris 2x8, 3x8 - Einsteiger, Alltag Sehr günstig

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