Shimano BR-MT520 Bremssattel Test: Leistungsstarke Bremsen im Detail

Die hydraulische Scheibenbremse von Shimano mit ergonomischen 2-Finger-Bremshebel BL-MT501 und 4-Kolben Bremssattel BR-MT520 stellt den Maßstab für kostengünstige Performance-Bremssysteme dar. Sie bietet hohe Bremskraft mit 4-Kolben und eine präzise dosierbare Bremskraft im kraftvollen Design. Gegenläufige Kolben verhindern Vibrationen.

Technische Details und Features

Der Shimano BR-MT520 Bremssattel verfügt über vier Keramik-Kolben, die für starke Bremsleistung auf dem Trail sorgen. Natürliches Mineralöl als Hydraulikmedium, umweltschonend und weder toxisch noch korrosiv, stellt bei Fahrradbremssystemen das optimale Hydraulikmedium dar. Die Bremse arbeitet ruhig und kraftvoll. Außerdem lässt sich der gruppenlose Bremssattel per One Way Entlüftung ganz einfach sachgemäß warten.

Features des Shimano BL-MT501 / BR-MT520 4-Kolben Scheibenbremse:

  • Hauptzylinder mit glattem und robustem Design
  • Leistungsstarke SERVOWAVE-Bremse
  • Schlank und stabil
  • Zuverlässige Leistung und stabiles Bremsendesign - ideal für alle Fahrstile: von Cross Country bis Trail
  • Bremssattel für Postmount-Aufnahme
  • Optimierter, ergonomischer 2-Finger-Bremsgriff
  • 4-Kolben Bremssattel
  • Gegenläufige Kolben mit zwei Kolbendurchmessern bieten eine breitere Kontaktfläche
  • Zügiger Erstkontakt des Belags und kontrollierte Dosierbarkeit der Bremskraft
  • Belag und Kolben thermisch isoliert
  • Wirkstarke Bremsleistung sorgt für zuverlässiges Fahrverhalten und mehr Fahrgenuss
  • Schnell ansprechende Bremskraft verbessert die Kontrolle
  • Konstante Bremsleistung und verbesserte Lebensdauer
  • One-Way Entlüftung
  • I-Spec II kompatibel - Befestigung des Schalthebels am Bremshebel für ein sauberes, aufgeräumtes Cockpit
  • Passende Bremsscheiben SM-RT70 und SM-RT66 separat erhältlich!
  • Bremsscheibe und Adapter nicht im Lieferumfang enthalten!

Warum gute Bremsen wichtig sind

Wer bremst, verliert - aber wer später bremst, ist länger schnell. So oder so braucht es dafür eine geile Bremse. Fakt ist: Bikes werden immer potenter, die Strecken härter und wir schneller - da müssen auch die Bremsen mithalten.

Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme. Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind.

Doch was zeichnet die beste MTB-Scheibenbremse eigentlich aus? Sie muss zuverlässig, einfach zu warten, leicht und am besten auch noch erschwinglich sein. Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist.

Vergleich mit anderen Bremsen

Im Testfeld wurden sowohl Budget-Bremsen als auch echte Boutique-Bremsen verglichen. Was alle Scheibenbremsen gemeinsam haben? Vier Bremskolben und eine hydraulische Betätigung. Das Testfeld bewegt sich preislich zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt.

Das Gewicht der Bremsen unterscheidet sich dabei nur marginal. Gerade einmal 180 g liegen zwischen der leichtesten und der schwersten Bremse im Test: Hayes Dominion T4 als leichteste mit 530 g und SRAM MAVEN Ultimate als die schwerste mit 710 g.

Bremsflüssigkeiten: Mineralöl vs. DOT

Das Bremsmedium - also die Flüssigkeit, die die Power vom Hebel zum Bremssattel am Rad überträgt - variiert nur zwischen mineralischem Öl oder DOT-Bremsflüssigkeit.

DOT-Bremsflüssigkeit kommt ursprünglich aus dem Kfz-Bereich. Die DOT-Flüssigkeit ist in Nummern unterteilt, wobei hauptsächlich DOT 4 und 5.1 bei MTBs vertreten sind. Je höher die Zahl, desto höher ist die Siedetemperatur der Flüssigkeit. Das wichtigste Merkmal von DOT-Bremsflüssigkeit ist, dass sie hygroskopisch ist. Darum sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig getauscht werden. Zudem ist DOT gesundheitsschädlich und aggressiv gegenüber Lack, Haut und Klamotten.

Mineralöl als Bremsflüssigkeit ist die Alternative zu DOT. Das Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und hat in der Regel einen niedrigeren Siedepunkt von 190° C. Es ist nicht gesundheitsschädlich oder schlecht für den Lack, nur der Kontakt mit den Bremsbelägen sollte unbedingt vermieden werden. Mineralöl zieht kein Wasser an, bindet es aber auch nicht.

Bremsbeläge

Prinzipiell gilt, dass jeder Bremsenhersteller auch seine eigenen Beläge anbietet. Meist sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem sind Nachrüst-Beläge von Drittherstellern wie z. B. Sinter, GALFER oder Kool-Stop verfügbar. Hiermit lässt sich häufig vergleichsweise günstig die Bremspower steigern. Zudem gibt es meist zwei Arten von Belägen: metallische und organische.

Die Herstellung der Beläge erfolgt grundsätzlich bei allen Belägen gleich: Die Masse wird unter Hitze und hohem Druck auf die Trägerplatte gepresst.

Bremsscheiben

Die Bremsscheiben für MTB-Bremsen bestehen alle aus Stahl - zumindest die Reibfläche, an der die Beläge anliegen. Die Dicke der Bremsscheiben variiert hingegen und ist vor allem mit der Wärmeableitung gekoppelt. Mehr Material kann mehr Hitze vom sensiblen Bremssattel abtransportieren.

Noch ein wesentlicher Unterschied bei den Bremsscheiben: Es gibt ein- und zweiteilige. Letztere sind auf einem „Stern“ in der Mitte vernietet und schwimmend gelagert. So wird verhindert, dass sich die Reibscheiben bei Wärme ungleichmäßig ausdehnen und verziehen können.

Kommt es zur Befestigung der Bremsscheiben am Rad, ist der Markt zwischen Shimano und dem Rest der Bremsenwelt gespalten. Stichwort 6-Bolt vs. Centerlock. Für uns hat sich die Variante mit den 6 Schrauben als besser herausgestellt. Zwar ist die Montage etwas aufwändiger, dafür haben die Bremsscheiben kein Spiel auf der Nabe.

Testmethoden

Für den umfassenden Bremsentest wurden alle Bremsen mit original Bremsbelägen und den zugehörigen 200-mm-Bremsscheiben an Front und Heck getestet. Das Testergebnis setzt sich aus drei Parametern zusammen: Labor, Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce und natürlich dem Praxistest auf dem Trail.

Labortest

Nach dem vorgeschriebenen Einbremsverfahren wurden alle Bremsen mit original Bremsbelägen und Bremsscheibe auf dem Prüfstand montiert. Dann folgten 20 Abläufe von je zwei Testverfahren: Der erste Test simulierte eine Verzögerung von 30 km/h bis zum Stillstand und der zweite Test eine Bremsung von 30 auf 15 km/h. Zwischen jeder der 20 Bremsungen hat die Bremse 10 Sekunden Erholungszeit bekommen.

Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce

Um die Unterschiede der Bremsen auf der auswendig gelernten Teststrecke noch besser erfahren und vor allem aufzeichnen zu können, wurde jeweils an einem Bike das BrakeAce Telemetrie-Messsystem aus Neuseeland verwendet. Das System misst unter anderem die Anzahl und Dauer von Brems-Events. Außerdem werden die durchschnittliche Bremsleistung und die Kraftverteilung zwischen Vorderrad- und Hinterradbremse gemessen. Aus all den Daten ermittelt die App einen Flow-Score, der den Run insgesamt bewertet.

Trail-Test

Die Trails sind gespickt mit Steinplatten und sandigen Kurven, auf denen feines Dosieren besonders wichtig ist. Neben dem Fokus auf Bremspower und Standfestigkeit konnten so auch gut die Modulation, das Hebelgefühl und die Ergonomie der Bremsen getestet werden.

Ergebnisse und Empfehlungen

Auf dem Papier sind sich alle Bremsen sehr ähnlich, die Preisunterschiede aber sehr groß. Das spiegelt sich in der Performance allerdings nicht immer wider.

Manche mögen es knallhart, während andere gern fein dosieren und modulieren wollen. So war es ein verdammt knappes Rennen um den Titel „Beste MTB-Scheibenbremse“.

Testsieger: Hayes Dominion T4

Die Hayes Dominion T4 zeigt eine enorme Performance, sowohl auf dem Trail mit einem sehr guten Bremsgefühl als auch im Labor, und legt damit ein erfolgreiches Comeback hin. Ihre beeindruckende Power und das Hebelgefühl, kombiniert mit dem geringsten Gewicht und nützlichen technischen Features wie die Crosshair-Bremssattel-Montage, machen die Hayes Dominion T4 zum Testsieger im Rennen um die beste MTB-Scheibenbremse.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis: Shimano SLX

Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert eine kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche in Kauf nehmen.

Checkliste: Dinge, die es beim MTB-Bremsenkauf zu beachten gibt

  • Was für ein Bike habe ich? Eine Downhill-Bremse an ein artgerecht eingesetztes XC-Racebike zu schrauben ist wenig sinnvoll.
  • Wo fahre ich? Ist maximale Standfestigkeit gefragt (lange Abfahrten!), dann gibt es nur ein Rezept: dicke Bremsen, große Scheiben.
  • Was wiege ich? Ein 60-Kilo-Flo kann mit einer 180/160-mm-Scheibenkombi und einer Zwei-Kolben-Bremse auch am Trailbike glücklich werden, ein gestandenes 90-Kilo-Mannsbild wird mit so einer Bremse auch zum Stillstand kommen.
  • Was mag ich? Wer es gefühlvoll liebt, greift zu Stoppern mit feinster Modulation, wer stets im letzten Moment in die buchstäblichen Eisen geht, nimmt die Brachialbremse. Hier lohnt auch Detail-Tuning, etwa bei den Belägen.

Empfehlungen für verschiedene Einsatzgebiete

XC/Marathon-Bremsen

Im Cross-Country- und Marathon-Rennsport kommt es auf jedes Gramm an, daher fallen Race-Bremsen entsprechend leicht aus. Typische Vertreter sind Shimano XTR BR/BL M9100, SRAM Level und Magura MT8 SL.

Trail/All-Mountain-Bremsen

Im riesigen Segment von der Tour bis zum leichten Enduro-Einsatz fühlen sich 80 Prozent der Leser zu Hause. Um sich dort auch wohlzufühlen, braucht es eine potente Bremse. Schließlich werden die Bikes mit 120- 150 mm Federweg immer besser - und ihre Besitzer entsprechend mutiger. Empfehlenswerte Bremsen sind Shimano XT BR/BL M8100, SRAM G2 und Magura MT Trail SL.

E-Mountainbike, Enduro und Downhill-Bremsen

Wer ein schweres, dem Bergabradfahren zugeneigtes Bike sein Eigen nennt, der sollte bei der Bremse keine Kompromisse eingehen: Kraft, Standfestigkeit, Dosierbarkeit, Ergonomie - hier zählt nur das Beste vom Besten. Empfehlenswerte Bremsen sind Trickstuff Maxima, Formula Cura 4 und Magura MT7 Pro.

Wartung und Entlüftung

Regelmäßige Wartung und korrektes Entlüften sind entscheidend für die Performance von MTB-Scheibenbremsen. Es gibt spezielle Entlüftungsanleitungen für alle gängigen Bremsen-Modelle.

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