Shimano Breite Ausführung: Definition und Details

Die Passform ist das A und O bei Rennradschuhen. Der Schuh muss eng und kompakt sitzen, ohne dabei zu drücken oder ein unangenehmes Gefühl zu erzeugen. Nur so ist eine gute Kraftübertragung vom Fuß auf das Pedal gewährleistet - auch über Stunden bei langen Ausfahrten und Radmarathons. Doch was, wenn der Fuß breiter ist als der Standard? Hier kommt die breite Ausführung von Shimano ins Spiel.

Was bedeutet "breite Ausführung" bei Shimano Schuhen?

Viele Hersteller haben für ihre Schuhmodelle genau einen Leisten. Aber: Von einigen Herstellern gibt es Rennradschuhe auch in einer breiteren Ausführung. Bei Shimano heißt das Modell "wide". Auch von Northwave gibt es einige Schuhmodelle wie den Extreme in einer "slim"- und einer "wide"- Version. Ausprobieren lohnt sich!

Die Shimano SH-XC502 Cross-Country-Schuhe gibt es auch in einer speziellen Ausführung für breitere Füße, die kurz XC5E genannt wird.

Warum eine breite Ausführung wählen?

Ein Rennradschuh muss eng und kompakt sitzen, ohne dabei zu drücken oder ein unangenehmes Gefühl zu erzeugen. Wenn der Fuß zu breit für einen Standardschuh ist, kann dies zu Druckstellen, Schmerzen und einer beeinträchtigten Kraftübertragung führen. Eine breite Ausführung bietet mehr Platz im Vorfußbereich und sorgt so für einen bequemeren Sitz.

Der wesentliche Unterschied zu Herrenschuhen ist der Leisten, auf dem der Schuh gefertigt wird - laut Lotte Kraus von Gebiomized oft mit einem breiteren Vorfuß und einem höheren Spann ausgestattet. Auch die erhältlichen Größen sind andere: Die meisten Frauenschuhe gibt’s ab Größe 36, kleinere sind selten. Die Obergrenze bei den meisten Frauenschuhen liegt bei Größe 43. Herrenschuhe fangen meist bei Größe 36 oder 37 an und sind bis 48 oder 50 zu haben. Wenn sie passen, spricht aber nichts dagegen, beim anderen Geschlecht zu wildern.

Eigenschaften und Vorteile der Shimano SH-XC502 (XC5E) in breiter Ausführung

Die Shimano SH-XC502 (XC5E) in breiter Ausführung bietet folgende Eigenschaften und Vorteile:

  • Passform: Speziell für breitere Füße entwickelt, um Komfort und Leistung zu gewährleisten.
  • Verschluss: BOA L6-Drehverschluss am Spann zur schnellen und bequemen Fixierung unterschiedlichster Fußformen.
  • Sohle: Glasfaserverstärkte, flache Zwischensohle, nahtlos aufgebaut, für gute Kraftübertragung und Stabilität.
  • Außensohle: Leichte Shimano Ultread-XC-Gummiaußensohle für dauerhaften, ausgezeichneten Grip.
  • Obermaterial: Mit Netzgewebe, TPU und Kunstleder bezogener Oberschuh, umschließend und wenig überlappend konstruiert, für bequeme Passform und ein geringes Gewicht.

Technologien in Shimano Schuhen

Shimano integriert verschiedene Technologien in seine Schuhe, um Komfort, Leistung und Effizienz zu optimieren:

  • Ultread XC: Eine von Shimano entwickelte Gummimischung für die Außensohlen speziell von Cross-Country- und Cyclocross-Rennschuhen. Sie ist leicht, griffig und leistungsstark sowohl bei Trockenheit wie bei nassen Bedingungen.
  • Shimano Dynalast: Die Dynalast-Technologie von Shimano ist ein Schuhleistendesign mit geringerer Zehenüberhöhung. Es bewirkt eine reibungslosere Aufwärtsbewegung beim Pedalieren, die energieeffizienter ist und somit die Leistungsfähigkeit verbessert.

Wie finde ich die passende Größe?

Leider fallen Rennradschuhe je nach Hersteller deutlich unterschiedlich aus. Passt beispielsweise ein Gaerne in 45, muss das nicht heißen, dass auch ein Shimano- Schuh in 45 passt. Deshalb sollten Sie von einem Modell am besten immer mehrere Größen anprobieren und sich erst danach entscheiden. Diplom-Sportwissenschaftler Oliver Elsenbach rät: "Radschuhe werden ,kurz‘ gekauft, das heißt: Vorne sollte kaum noch Luft sein. Durch die Druck- und Zugphase sind Passform und Funktion eines Radschuhs anders ausgelegt als bei einem Laufschuh. Deshalb passt die Bohrung der Cleat-Löcher und damit die Pedalachse auch nur optimal unter das Mittelfußzentrum, wenn der Fuß in der Länge ohne Spiel im Schuh sitzt."

Diese Shimano Schuhe fallen kleiner aus, als man der Größe nach erwarten könnte. Am besten eine Nummer größer als gewohnt bestellen.

Worauf sollte man beim Kauf von Rennradschuhen achten?

Der beste Weg, einen wirklich gut passenden Schuh für den eigenen Fuß zu finden, ist Offenheit. Und die Bereitschaft, sich nicht per se auf eine spezielle Marke festzulegen. Denn jeder Hersteller verwendet einen eigenen Leisten, der mal besser, mal schlechter zum eigenen Fuß passt. Nutzen Sie deshalb die Möglichkeit, Schuhe unterschiedlicher Hersteller anzuprobieren, und bestellen Sie sich die Schuhe in mindestens zwei Größen.

Hier sind einige Tipps zur Anprobe:

  • Probieren Sie Schuhe am besten abends an, denn im Laufe des Tages sackt das Blut in die Füße und macht diese dicker als am Morgen.
  • Nehmen Sie die Innensohle heraus, stellen Sie sich darauf und gleichen Sie die Fußdimension (Länge und Breite) sowie Fuß- und Leistenform ab.
  • Ziehen Sie die Schuhe anschließend mit Radsocken an und schließen den Schuh, um sicherzugehen, dass keine Druckstellen entstehen.
  • Auch die Ferse darf nicht zu hoch geschnitten sein, damit der Schuh nicht an Achillessehne oder Ferse reibt. "Und das Schuhvolumen sollte passen. Das merkt man daran, dass der Schuh gut zu schließen und sowohl weiter als auch enger nachjustiert werden kann", sagt Lotte Kraus.
  • Die Ferse darf nicht rausrutschen. Zum Test mit geschlossenem Schuh die Ferse gegen den fixierten Schuh hochziehen.

Allerdings: Anprobieren ist nur der Anfang. Ob Sie mit einem Schuh am Ende wirklich glücklich werden, wissen Sie frühestens nach einer ersten mehrstündigen Ausfahrt ...

Preisunterschiede bei Rennradschuhen

Ein wesentlicher Grund für Preisunterschiede ist die Sohle: Erst ab ca. 170 Euro sind Schuhe mit "reinen" Carbon-Sohlen erhältlich. Diese können deutlich steifer - und dünner - ausfallen als "normale" Kunststoffsohlen (etwa aus Nylon), folglich auch leichter. Positiver Effekt: Der Fuß kommt näher an die Pedalachse, was die Tritteffizienz verbessert. Zweiter Preistreiber: der Verschluss. In der Mittelklasse von 150- 200 Euro hat man eine größere Auswahl an Verschluss-Systemen, findet auch Modelle mit Boa-/Ratschen-Verschlüssen statt der bei günstigeren Schuhen üblichen Klettriegel.

Die Bedeutung der Innensohle

"Aus meiner Sicht ist die Innen- sohle das Herzstück eines Radschuhs", sagt Oliver Elsenbach von Kom Sport. "Die Innensohle kann direkt am Fuß arbeiten, die natürliche Verdrehung des Fußes, Pronation und Supination, lässt sich mithilfe der Innensohle korrigieren bzw. unterstützen. Durch die Stabilisation des Fußes wer- den die Scherkräfte zudem deutlich reduziert und kommen so auch dem Vortrieb zugute." Allerdings sind nach RB-Erfahrung selbst viele teure Schuhe mit eher einfachen, teils schwachen Innensohlen ausgestattet. Deshalb können Sohlen zum Nachrüsten einen spürbaren Komfortgewinn bringen. Anbieter sind beispielsweise Ergon, Solestar, SQLab, Bontrager, Specialized oder Giro. Die Preise reichen von ca. 30 Euro bis rund 100 Euro. "Das Konstrukt Fuß, Radschuh und Sohle sollte sich damit harmonisch und stabil anfühlen", rät Elsenbach.

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