Shimano Bremsbeläge B05S wechseln – Eine detaillierte Anleitung

Gut funktionierende Bremsen sind für die Sicherheit beim Mountainbiken das A und O. Nichts ist schlimmer, als am höchsten Punkt einer Tour festzustellen, dass die Bremse nicht richtig bremst. Vorbeugend hilft: regelmäßig Bremsbeläge checken und gegebenenfalls austauschen.

Vielleicht hast Du es bei Deiner letzten Mountainbike-Tour schon gehört: Ein leichtes Kratzen bei jeder Bremsung. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bremsbeläge Deiner Scheibenbremse runtergefahren sind und ausgewechselt werden müssen. Im besten Fall kommt es gar nicht erst soweit und Du checkst regelmäßig den Zustand der Bremsbeläge. Spätestens vor einer großen Tour solltest Du Dein Fahrrad und die Bremsen prüfen. Wenn der Bremsbelag auf einer Trägerplatte dünner als 1mm ist, heißt es: Der Bremsbelag muss gewechselt werden.

Zum Glück brauchst Du dafür Dein Mountainbike nicht in die Werkstatt bringen und lange auf die Reparatur warten. Denn die Bremsbeläge Deiner Scheibenbremse kannst Du auch ganz einfach selber wechseln. Im Folgenden beschreibe ich Dir Schritt-für-Schritt, wie Du dabei vorgehst.

Benötigtes Material und Werkzeug

Zum Wechseln Deiner Scheibenbremsen-Beläge brauchst Du zunächst natürlich die richtigen Bremsbeläge. Denn je nach Fahrrad-Bremsanlage gibt es hier Unterschiede. Um den richtigen Bremsbelag für Deine Fahrrad-Scheibenbremse zu finden, solltest Du die Nummer auf dem Bremssattel ablesen. Diese Nummer sollte sich auch auf der Verpackung der Ersatzbeläge wiederfinden. Nicht jeder Bremsbelag ist für jede Scheibenbremsanlage geeignet.

Neben den neuen Ersatzbelägen sollte auch das richtige Werkzeug griffbereit sein:

  • etwas Bremsenreiniger
  • ein sauberes Tuch
  • einen speziellen Bremskolben-Spreizer von Park Tool oder einen stabilen, möglichst breiten Reifenmontierhebel oder einen breiten Schlitz-Schraubenzieher, um die Bremskolben zurückzudrücken
  • einen spitzen, dünnen Gegenstand, um den Führungsstift/-splint zu entfernen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Wechseln der Bremsbeläge

1. Vorbereitung des Fahrrads

Am besten funktioniert das Wechseln der Beläge, wenn das Rad in einen Montageständer gespannt ist. Spanne also das Rad in einen Montageständer oder sorge für einen sicheren Stand. Klemme dafür das Bike an einen Montageständer oder hänge es mit dem Sattel auf eine stabile Stange, sodass sich das entsprechende Rad frei drehen und herausnehmen lässt. Alternativ kannst Du das Fahrrad auch umdrehen, wie im Video gezeigt.

2. Laufrad ausbauen und Bremsscheiben prüfen

Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden. Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind. Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“. Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden.

Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren. Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden. Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss.

Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft. Diese unterliegt natürlich, genau wie die Beläge, einem gewissen Verschleiß, auch wenn dieser aufgrund der Härte des Stahls deutlich langsamer fortschreitet als bei den Bremsbelägen. Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist. Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen. Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden. Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.

Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist. Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus.

Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.

Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel. Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt. Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt. Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen.

Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden. Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger , der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird. Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt. Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.

3. Führungsbolzen entfernen und Bremsbeläge herausziehen

Nachdem das Rad demontiert ist, kann der Führungsbolzen entfernt werden. Hierbei kann es sich je nach Hersteller um eine Inbusschraube handeln, die Du mit einem passenden Inbusschlüssel herausdrehen kannst. Ist ein einfacher Splint verbaut, kann dieser zum Beispiel mit einem Seitenschneider gerade gebogen und herausgezogen werden.

Ist der Führungsbolzen entfernt, kannst Du die Bremsbeläge aus der Bremszange ziehen. Tipp: Schau Dir kurz die alten Bremsbeläge an. Sind diese plan und nahezu identisch abgefahren, scheint die Bremse in Ordnung zu sein. Sind sie aber deutlich einseitig abgenutzt, deutet das auf einen feststehenden Kolben hin. Auch können die Beläge nicht plan, sondern schief abgenutzt sein. Ist dies der Fall, könnte ein Kolben leicht schief im Bremssattel stehen oder dieser war schief montiert.

Alternativ kannst Du auch den Bremssattel selbst entfernen, als Schrauben kommen überwiegend 5 mm Inbus oder Torx T 25 zum Einsatz.

4. Bremskolben zurückdrücken

Nun drückst Du zunächst die Bremsbeläge im Bremssattel mit einem passenden Gegenstand wie zum Beispiel der Transportsicherung oder mit einem Reifenheber zurück in die Endposition. Einen harten Gegenstand wie einen Schraubenzieher oder ein Messer solltest Du nur benutzen, wenn du die Beläge wirklich nicht mehr brauchst. Scharfkantige Gegestände können zur Beschädigung der Beläge führen. Achte darauf, dass die Kolben wirklich ganz zurück im Sattel sind.

5. Bremskolben herausdrücken und reinigen

Als nächstes drückst Du die Bremskolben ca. Dazu einfach vorsichtig den Bremshebel betätigen. Fährt nur ein Kolben aus der Zange, kannst Du diesen mit dem Bremskolben-Spreizer festhalten, sodass sich der andere bewegen kann.

Achtung: Achte darauf, dass die Kolben nicht zu weit heraus gedrückt werden. Ansonsten können sie aus der Zange fallen, was zum Auslaufen der Bremsflüssigkeit führt.

Sind die Kolben ca. 2mm aus dem Sattel gedrückt, entferne vorhandene Ablagerungen an den Bremskolben mit dem Bremsenreiniger und einem sauberen Tuch.

6. Bremskolben wieder zurückdrücken

Die sauberen Bremskolben müssen nun wieder in den Bremssattel zurückgedrückt werden. Bei diesem Schritt solltest Du besonders sorgfältig sein, damit die Bremse wieder einwandfrei funktioniert. Bevor die Kolben wieder in den Sattel gedrückt werden, empfiehlt es sich, etwas Bremsflüssigkeit auf die Kolben zu tröpfeln. Dies erleichtert das Zurückdrücken und macht die Dichtungen wieder geschmeidig.

Hast Du etwas Bremsflüssigkeit auf die Kolben gegeben, können diese am besten mit dem Bremskolben-Spreizer durch vorsichtiges Hebeln zurückgedrückt werden. Hast Du keinen solchen Spreizer in der Werkzeugkiste, kann dies auch mit einem stabilen Reifenheber geschehen. Achte darauf, dass Du die Kolben nicht schief in den Sattel zurückdrückst und sie vielmehr leicht in den Sattel gleiten.

Musst Du etwas mehr Kraft aufwenden, um die Kolben wieder zurückzudrücken oder waren die Bremsbeläge stark einseitig abgefahren, müssen die Kolben wieder gängig gemacht werden. Dazu einfach die Kolben öfter aus dem Sattel pumpen und wieder hineinhebeln. Sind alle Kolben gängig und vollständig in den Bremssattel gedrückt, wische die überschüssige Bremsflüssigkeit mit einem Tuch ab.

Bevor Du die neuen Bremsbeläge wieder eingesetzt, kannst Du durch vorsichtiges und kurzes Ziehen am Bremshebel die Funktion der Bremse und der Dichtungen überprüfen. Dabei sollten sich alle Kolben gleichzeitig aus dem Sattel bewegen und nach dem Loslassen wieder ein Stück zurückfahren. Ist dies nicht der Fall, einfach die Schritte 4 und 5 nochmal wiederholen. Hilft auch das nichts, müssen letztlich alle Dichtungen, Kolben und die Bremsflüssigkeit erneuert werden.

7. Neue Bremsbeläge einsetzen

Nachdem die Kolben nun wieder schön gleiten und vollständig zurückgedrückt sind, kannst Du die neuen Bremsbeläge einsetzen. Dazu einfach die Feder zwischen die beiden Beläge legen und zusammendrücken. So können dann die Beläge in der richtigen Stellung wieder in den Bremssattel geschoben werden. Es gibt Bremsbeläge, die eine Laufrichtung besitzen. Diese einfach entsprechend in den Sattel legen.

Die einteiligen Beläge werden nun von der Unterseite in den Bremssattel eingeführt, einen nach dem Anderen. Bei denen mit Öffnungen für Splinte oder Schrauben muss der Splint bzw.

8. Führungsbolzen montieren

Sind die Bremsbeläge richtig im Sattel positioniert, kann der Führungsbolzen sauber gemacht und hineingeschraubt werden. Achte darauf, dass Du die kleine Sicherungsklammer wieder aufsteckst. War ein Splint verbaut, einfach einen neuen Splint einsetzen und dessen überstehendes Ende mit einer Zange oder einem Schlitzschraubenzieher aufspreizen.

9. Bremsscheibe auf Verschleiß prüfen und ggf. austauschen

Bevor Du das Laufrad wieder einsetzen kannst, solltest Du unbedingt auch die Bremsscheibe untersuchen, da auch diese verschleißen kann. Dazu mit dem Finger die Reibfläche und den Stern abfahren. Ist dort am Übergang eine deutliche Kante oder Einbuchtung zu spüren bzw. zu sehen, solltest Du auch die Bremsscheibe austauschen. Muss diese erneuert werden, achte beim Kauf der Scheibe auf die richtige Größe und auf die richtige Befestigungsart.

Nachdem Du die verschlissene Bremsscheibe demontiert hast, die Nabe an der entsprechenden Stelle mit einem Tuch abwischen, anschließend die Bremsscheibe auflegen und die Schrauben mit den Sicherungsfedern ansetzen. Auch hier auf die Laufrichtung der Bremsscheibe achten. Sind alle Schrauben angesetzt, diese dann zuerst über Kreuz leicht anziehen und anschließend in einem zweiten Durchgang nochmal alle gut nachziehen. So vermeidest Du, dass sich die Bremsscheibe verspannt.

Kannst Du die alte Bremsscheibe aber noch verwenden, solltest Du diese mit Bremsenreiniger und einem Tuch reinigen.

10. Laufrad einbauen und Bremssattel zentrieren

Ist nun die Bremsscheibe sauber bzw. ersetzt worden, kannst Du das Laufrad wieder einbauen. Ist das Laufrad eingebaut und der Druckpunkt wieder hergepumpt, solltest Du noch überprüfen, ob der Bremssattel richtig zentriert ist. Dies sollte vor allem dann geschehen, wenn die alten Bremsbeläge nicht plan, sondern schief abgenutzt waren.

Dazu drehst Du an dem entsprechenden Rad. Läuft dieses geräuschlos und stehen die Bremsbeläge parallel zur Bremsscheibe, musst Du nichts mehr machen. Ist jedoch ein permanentes Schleifen zu hören oder die Bremsbeläge stehen nicht parallel zur Scheibe, muss der Bremssattel zentriert werden. Dazu einfach die beiden Schrauben lösen, mit denen der Bremssattel befestigt ist und den Bremshebel betätigen. Mit dem gezogenen Bremshebel die Schrauben wieder zuerst leicht anziehen und erst dann nochmal fest nachziehen.

Nun das Laufrad wieder drehen lassen. Sollte Du immer noch ein schleifendes Geräusch hören, einfach das Ganze wiederholen. Ist nur ein kurzes bzw. unterbrochenes Geräusch zu hören, ist die Bremsscheibe leicht verbogen. Dies kannst Du durch leichtes Biegen mit einer Zange an entsprechender Stelle in entsprechende Richtung korrigieren. Dazu das Laufrad drehen lassen und die Bremsscheibe beobachten, wie sie durch den Bremssattel läuft. So lässt sich ein vorhandener Schlag leicht erkennen.

Ist letztlich alles erledigt, kannst Du das Fahrrad wieder vom Montageständer holen.

11. Testen der Bremsen

Beim ersten Ziehen des Hebels greifst Du ziemlich ins Leere. Das ist normal durch die automatische Belagnachstellung Deiner Bremse. Die Kolben rücken aus und holen sich aus dem Ausgleichsbehälter Öl nach.

Freien Lauf prüfen, ggf. Jetzt noch prüfen, ob das Laufrad frei läuft und die Scheibe nicht schleift und ggf.

In unserer Anleitung stellen wir das Mountainbike zur Reparatur auf den Kopf. Wenn Du Deine Scheibenbremse jedoch regelmäßig entlüftest und Du außerdem mehrmals den Bremshebel betätigst, bevor Du Dich nach der Reparatur wieder aufs Bike setzt, ist dies in der Regel unproblematisch.

Wichtig: Falls Du nach der Reparatur auf dem Kopf keinen Druckpunkt bei der Bremse spürst, betätige den Bremshebel ein paar Mal.

Bremsbeläge einbremsen

Die beste Bremsleistung liefern Scheibenbremsen - wenn sie gut eingebremst sind. Das Einbremsen der Beläge ist relativ einfach, braucht nur ein paar Minuten und den Unterschied wirst Du sofort spüren. Im How-to erklären wir Dir Schritt für Schritt, wie das geht und was dabei eigentlich passiert.

Wann Du Deine Bremse einbremsen solltest

Bremsbeläge und Bremsscheibe liefern ihre volle Brems-Power erst, wenn sie aufeinander eingebremst sind. Das solltest Du also immer tun, wenn eines oder mehrere der Teile getauscht wurden - egal ob nur die Beläge, nur die Scheibe oder alles zugleich. Auch die Bremsen an einem neuen Bike solltest Du einbremsen. Wie das geht und warum es überhaupt wichtig ist, erfährst du hier.

Einbremsen Schritt für Schritt

Zum Einbremsen Deiner Bremsanlage solltest Du Dir eine sichere Umgebung suchen, wo Du ungestört bist und relativ viel Platz hast. Ein leerer Parkplatz funktioniert gut, aber auch ein übersichtlicher Forstweg, auf dem wenig los ist.

Widme Dich der Vorder- und Hinterradbremse jeweils einzeln! So funktioniert das Einbremsen besser als würdest Du versuchen, beide zugleich einzubremsen.

So gehst Du vor:

  1. Beschleunige auf etwa 30 km/h - Du musst nicht sprinten, aber etwas schneller, als würdest Du nur entspannt dahinrollen, sollte es schon sein.
  2. Ziehe eine von beiden Bremsen so stark, dass das Rad gerade noch nicht blockiert.
  3. Lass sie so schleifen, bis du stehst. Es hilft, dabei Dein Gewicht nach vorne oder hinten zu verlagern, je nachdem, ob Du gerade die Vorder- oder Hinterradbremse einbremst.
  4. Wenn Du zum Stehen gekommen bist, dann wiederhole die ersten beiden Schritte so oft, bis Du spürst, dass die Bremsleistung zunimmt.

Wie viele Wiederholungen es dazu braucht, hängt von einigen Faktoren ab - Geschwindigkeit, Art der Bremsbeläge, Temperatur und auch Größe der Bremsscheibe.

Nun kannst Du den Vorgang mit der jeweils anderen Bremse durchführen.

Tipp: Wenn Du die Bremsbeläge vor dem Einbau etwas mit Sandpapier anraust, kannst Du die Prozedur des Einbremsens oft etwas beschleunigen.

Eine starke Bremse kann ihre Power erst entfalten, wenn sie eingebremst ist. Mit Schmirgelpapier kannst Du die Beläge anrauen, um den Einbremsvorgang zu verkürzen. Neue Bremsscheiben müssen ebenfalls eingebremst werden.

Was passiert beim Einbremsen genau?

Bremst Du Deine Bremsen wie oben beschrieben ein, erzeugst Du gezielt Reibung zwischen den Bremsbelägen und der Bremsscheibe. Dabei werden Staub und andere Verunreinigungen abgetragen, die bei der Herstellung entstanden oder eventuell bei der Lagerung angefallen sind. Außerdem schleifst Du die Oberflächen der Reibpartner genau passend zueinander ein. Das macht einen großen Unterschied, da aufgrund von Fertigungstoleranzen weder Beläge noch Scheiben zu 100 Prozent plan sind.

Je nach Art der Beläge können durch die Erhitzung beim Einbremsen auch noch Bestandteile ausgasen. Bei verölten Belägen hilft das Einbremsen übrigens nicht. Daher solltest Du bei Arbeiten an Deinen Bremsen oder in deren Nähe immer darauf achten, dass keine Schmierstoffe auf die Scheiben oder Beläge gelangen.

Was passiert, wenn Du neue Beläge nicht einbremst?

Wenn Du Deine Bremsbeläge und Bremsscheiben nicht gezielt einbremst und einfach losfährst, wird sich der Effekt irgendwann durch die ganz normale Nutzung der Bremsen einstellen. Das kann aber einige Touren dauern. So lange verzichtest Du auf einen erheblichen Teil Deiner möglichen Bremsleistung, was gerade im Gelände unangenehm sein kann. Da Vorder- und Hinterradbremse beim ganz normalen Fahren unterschiedlich stark beansprucht werden, werden sie unterschiedlich lange brauchen, bis sie eingebremst sind.

Es lohnt also, ein paar Minuten ins Einbremsen zu investieren, damit Du von Anfang an die volle Power Deiner Scheibenbremsen nutzen kannst.

Verschiedene Beläge benötigen unterschiedlich lang, bis sie eingebremst sind.

Einbremsen von Shimano Bremsbelägen

Moderne Shimano Scheibenbremsen am Fahrrad - egal, ob Citybike, Trekkingrad oder MTB - sollten optimal bremsen: Wohl dosiert, aber auch kraftvoll. Unabhängig vom Wetter, z.B. bei Schnee oder Regen oder auf schlammigem Untergrund müssen die Bremsbeläge der Shimano Fahrradbremsen immer gleich und vor allem zuverlässig greifen.

Wenn Sie neue Shimano Scheibenbremsen an Ihrem Bike haben bzw. die Shimano Bremsbeläge neu sind, achten Sie darauf, diese ab dem 1. Tag nach dem Austausch passend „einzubremsen“ bzw. „einzufahren“. Beim Einschleif- bzw. Einbremsprozess passen sich der Bremsbelag und die Shimano Bremsscheibe (auch Disc Brake genannt) perfekt aneinander an. Dabei werden kleinste mikroskopische Unebenheiten auf beiden Bauteilen perfekt weggeschliffen. Ganz schnell liegt dann der Bremsbelag beim Bremsen plan auf der Bremsscheibe, was sehr wichtig ist. So finden dann künftig bei verschiedenen Bremsvorgängen diese beiden Komponenten optimal Kontakt und die Geschwindigkeit am Laufrad wird reduziert.

Noch dazu finden beim kräftigen Einbremsen neuer Bremsbeläge vom namhaften Hersteller Shimano chemische Prozesse statt. Diese sind sehr wichtig, da der Belag ab Werk noch sehr weich ist und beim Bremsen der Bremsbelag stark erhitzt wird. Das Material gast dabei aus und der ehemals weiche Belag härtet aus, ist temperaturresistent und kann seine optimale Bremswirkung hervorragend entfalten. Wenn Sie den Einbremsprozess nicht durchführen, findet kein Aushärten der Bremsbeläge statt und diese sind weiterhin weich. Dann verschleißen diese extrem schnell und müssen entsprechend früher auch gewechselt werden.

Sie sehen, der Einbremsprozess der Shimano Scheibenbremsen-Beläge ist unabdingbar - ein Unterlassen geht mit einem unnötig erhöhten Kostenaufwand und deutlich verminderter Sicherheit im Straßenverkehr einher.

Gemäß Shimano Herstellerangaben sollte beim Einbremsen das Fahrrad auf 30 km/h beschleunigt werden, um dann die nötigen 30 (manchmal auch mehr) Vollbremsungen durchzuführen. Dies ist auf jede Bremse bezogen, also 30 x vorne, 30 x hinten.

Folgen Sie der Anleitung zum Einfahren bzw. Diesen Brems-Vorgang wiederholen Sie je 30 Mal vorne und auch 30 Mal hinten, wenn die Bremsbeläge von Shimano neu sind. Nach und nach merken Sie eine zunehmend bessere Bremswirkung (meist ist dies ab ca.

Wichtiger Tipp bei organischen Bremsbelägen: Unbedingt nach dem Einbremsen die Bremsbeläge noch richtig heiß bremsen, um so das sogenannte Ausgasen der Lösungsmittel im Material hervorzurufen. Lassen Sie hierzu am besten auf einer steilen Abfahrt die Bremsen einzeln schleifen bis diese richtig heiß sind. (Bei sinter-metallischen Bremsbelägen ist dies nicht nötig, da hier meist nur wenig bzw.

Bremsbeläge nach dem Einbau richtig einbremsen - So geht’s:

Neue Bremsbeläge müssen zuerst ausgasen, erst danach ist der Belag verhärtet, wird temperaturresistent und verschleißfest. Bremsbeläge, die vor dem Einbremsen zu heiß werden, können verglasen (zu erkennen an spiegelnder Oberfläche), was die Bremsleistung enorm herabsetzt.

Wir zeigen Dir wie das geht:

  1. Nach dem Einbau der neuen Bremsbeläge solltest Du aus moderater Geschwindigkeit (ca. 25 km/h) mehrfach mittelstark abbremsen (20 - 30 Mal). Hierbei solltest Du spüren wie die Bremskraft beijeder Bremsung zunimmt.
  2. Jetzt solltest Du das eigentliche Ausgasen provozieren (wichtig bei organischen Belägen), indem Du auf einer nicht zu langen Abfahrt die Bremsen schleifen lässt bis sie relativ heiß werden.
  3. Erst wenn Du spürst dass die Bremswirkung nicht mehr zunimmtist der Belag richtig eingebremst, verschleiß- und standfest.

Wenn Du die Brembeläge Deiner Scheibenbremse selber wechseln möchtest, solltest Du Dir dafür Zeit nehmen und sorgfältig vorgehen - schließlich geht es hier um Deine Sicherheit!

Außerdem: Die Bremsbeläge sollten am besten immer zuhause gewechselt werden, da Du dort einfach das bessere Werkzeug parat hast und zur Not noch schnell in das nächste Bike-Geschäft gehen oder online etwas nachbestellen kannst. Trotzdem empfiehlt es sich, unterwegs immer ein Paar Ersatzbeläge dabei zu haben. Schließlich hast Du auch immer ein Multitool und einen Reifenheber in der Tasche.

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