Shimano Bremsbeläge bestimmen und identifizieren: Ein umfassender Leitfaden

Bremsbeläge am Fahrrad sind essenziell für die Sicherheit und unterliegen einem hohen Verschleiß. Viele Radfahrer setzen auf bewährte Marken wie SHIMANO, um sich auf eine zuverlässige Bremsleistung verlassen zu können. Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtigen Shimano Bremsbeläge für Ihr Fahrrad zu identifizieren.

Die Bedeutung der richtigen Bremsbeläge

Die Wahl der richtigen Bremsbeläge ist entscheidend für die Sicherheit und Performance Ihres Fahrrads. Unterschiedliche Bremssysteme und Fahrbedingungen erfordern spezifische Beläge.

Felgenbremsen vs. Scheibenbremsen

Mittlerweile sind beide Bremssysteme ausgereift. Allerdings sind Felgenbremsen problemloser, was Wartung und Unterhalt und das Verständnis für das System angeht: Man kann leichter selbst Hand anlegen. Hier gilt es, die richtigen Bremsbeläge für vorgegebene Felgen zu bestimmen. Das ist aber schwierig korrekt anzupassen, da die Felgenoberfläche je nach Material und Verschleissgrad sehr unterschiedlich sein kann.

Scheibenbremsen

Scheibenbremssysteme sind mit aufeinander abgestimmten Reibpartnern (Bremsscheibe und Bremsbelag) ausgestattet. Bei Scheibenbremsen muss eingebremst werden. Hierbei erfolgt eine mechanische und chemische Umwandlung im Belagsmaterial durch Hitze und Druckbeaufschlagung, der Belag „passt“ sich an die Scheibe an und umgekehrt.

Einflussfaktoren auf die Belagshaltbarkeit

Die Belagshaltbarkeit ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Belagsmaterial
  • Belagsgröße und -dicke
  • Bremsscheibendurchmesser
  • Art der Bremsfläche

Materialien von Bremsbelägen

Es gibt verschiedene Materialien für Bremsbeläge, die jeweils Vor- und Nachteile haben:

Metallische und Sinterbeläge

Metallische und Sinterbeläge haben meistens bessere Nassbremseigenschaften, bremsen nass sogar teilweise besser als trocken, was bei rutschigem Untergrund sogar zu brenzligen Situationen kommen kann. Dieser Typ weist auch weniger Verschleiss auf. Deshalb dürfen viele Bremsen gar nicht oder nur unter bestimmten Bedingungen mit Sinter/Metallischen Belägen betrieben werden.

Organische Beläge

Organische Beläge sind dafür meistens leiser, erzielen höhere Verzögerungswerte bei Trockenheit und haben einen geringeren Temperturleitkoeffizienten, was heißt, sie isolieren besser und bringen nicht so viel Hitze in das Bremssystem, ergo weniger Fading.

Die richtige Scheibengröße wählen

Die zu erzielende Bremskraft bei konstanter Handkraft steigt mehr oder weiniger linear mit dem Scheibendurchmesser, d.h. je größer die Scheibe, desto geringer die Handbremskraft bei gleicher Verzögerung. Größere Bremsscheiben kühlen besser ab, dadurch ist die Gefahr von Fading bei größeren Bremsscheiben geringer. Es gilt die generelle Regel: Je schwerer das Gesamtgewicht, je schneller gefahren wird und je größer das Gefälle, desto größer die Scheibendurchmesser.

Einige Bremshersteller bieten auch verschiedene Bremsscheibentypen an. Beim 26-Zoll-Laufrad sollten 180mm-Scheiben oder größere verwendet werden. Damit liegt man auf der sicheren Seite, vor allem wenn es mal steiler und länger bergab geht und/oder höheren Systemgewichte.

Wie finde ich die richtigen Bremsbeläge für mein Fahrrad?

Um die richtigen Bremsbeläge zu finden, gibt es mehrere Ansätze:

  • Hersteller und Modell identifizieren: Suchen Sie nach dem Namen, Hersteller und Modell auf dem Bremshebel oder der Bremse.
  • Nummern auf der Bremse: Achten Sie auf Nummern auf der Bremse, die bei der Identifizierung helfen können.
  • Fahrradladen: Fragen Sie im Fahrradladen um Rat und bestellen Sie die passenden Beläge.
  • Kaufvertrag: Überprüfen Sie den Kaufvertrag des Fahrrads, um Informationen über die verbauten Teile zu finden.

Wann sollten Bremsbeläge gewechselt werden?

Einen generellen Ratschlag, wann die Bremsbeläge rechtzeitig getauscht werden sollten, gibt es nicht. Je nach Art, Material und Güte der Bremsbeläge, eigenem Fahrverhalten und vieler weiterer Faktoren, kann man den Wechsel nicht an der gefahrenen Kilometerleistung festmachen.

Regelmäßige Überprüfung

Prüfen Sie die Bremsklötze regelmäßig, besonders vor längeren Fahrradtouren. Sind die Beläge bei Scheibenbremsen komplett runtergefahren, macht sich dieses beim Bremsen mit einer verminderter Bremswirkung und vor allem mit einem scharrenden und kratzenden Geräusch auf sich aufmerksam. In diesem Fall reibt das Metall der Belagplatte des Bremssattels bereits mit der Bremsscheibe aneinander.

Mindestdicke der Beläge

Die einfachste Möglichkeit, die "Fahrtüchtigkeit" der Scheibenbremsbeläge zu beurteilen, ist die Begutachtung der Dicke der Beläge. Diese sollte auf keinen Fall 1 mm unterschreiten. Bei 1 mm oder mehr sind Sie noch auf der sicheren Seite.

Verschleißanzeigen

Einige Bremsbacken besitzen ebenfalls sogenannte Indikatoren, die Ihnen signalisieren das ein Wechsel ansteht.

Ungleichmäßiger Verschleiß

Checken Sie die Beläge immer hinten UND vorne. Oft bremst man nämlich nur mit den hinteren Bremsen. Die vordere Bremse kommt oft nur bei Vollbremsungen oder nur sehr dezent zum Einsatz. Von daher verschleißen die Bremsbeläge vorne und hinten nie gleichmäßig.

Was tun, wenn die Beläge verschlissen sind?

Wenn über die Verschleissgrenze runtergebremst wird, z.B. bis aufs Trägerblech, kann es bei einigen System zu Problemen kommen, weil Luft ins System gelangt. Entlüften unterwegs sollte Profis mit entsprechendem Werkzeug und Wissen vorbehalten bleiben. Bremsen mit Mineralöl sind einfacher zu entlüften, da die Schutzausrüstung nicht so aufwändig ist.

Wie Sie die Bremsbeläge selbst wechseln können, erklären wir Ihnen in unserer Anleitung "Bremsbeläge bei Scheibenbremsen wechseln".

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