Vom Mountainbike bis zum Stadtrad: Gute Bremsen bringen Kontrolle und Sicherheit auf dem Trail und im Straßenverkehr. Die beste Bremsleistung liefern Scheibenbremsen - wenn sie gut eingebremst sind. Das Einbremsen der Beläge ist relativ einfach, braucht nur ein paar Minuten und den Unterschied wirst Du sofort spüren. Hier erfährst Du, wie Du Bremsbeläge am besten einbremsen kannst und warum das sinnvoll ist. In diesem Artikel erklären wir Dir Schritt für Schritt, wie das geht und was dabei eigentlich passiert.
Wann Du Deine Bremse Einbremsen Solltest
Bremsbeläge und Bremsscheibe liefern ihre volle Brems-Power erst, wenn sie aufeinander eingebremst sind. Das solltest Du also immer tun, wenn eines oder mehrere der Teile getauscht wurden - egal ob nur die Beläge, nur die Scheibe oder alles zugleich. Auch die Bremsen an einem neuen Bike solltest Du einbremsen. Wie das geht und warum es überhaupt wichtig ist, erfährst du hier.
Einbremsen Schritt für Schritt
Zum Einbremsen Deiner Bremsanlage solltest Du Dir eine sichere Umgebung suchen, wo Du ungestört bist und relativ viel Platz hast. Ein leerer Parkplatz funktioniert gut, aber auch ein übersichtlicher Forstweg, auf dem wenig los ist. Widme Dich der Vorder- und Hinterradbremse jeweils einzeln! So funktioniert das Einbremsen besser als würdest Du versuchen, beide zugleich einzubremsen.
So gehst Du vor:
- Beschleunige auf etwa 30 km/h - Du musst nicht sprinten, aber etwas schneller, als würdest Du nur entspannt dahinrollen, sollte es schon sein.
- Ziehe eine von beiden Bremsen so stark, dass das Rad gerade noch nicht blockiert.
- Lass sie so schleifen, bis du stehst. Es hilft, dabei Dein Gewicht nach vorne oder hinten zu verlagern, je nachdem, ob Du gerade die Vorder- oder Hinterradbremse einbremst.
- Wenn Du zum Stehen gekommen bist, dann wiederhole die ersten beiden Schritte so oft, bis Du spürst, dass die Bremsleistung zunimmt.
Wie viele Wiederholungen es dazu braucht, hängt von einigen Faktoren ab - Geschwindigkeit, Art der Bremsbeläge, Temperatur und auch Größe der Bremsscheibe. Nun kannst Du den Vorgang mit der jeweils anderen Bremse durchführen.
Tipp: Wenn Du die Bremsbeläge vor dem Einbau etwas mit Sandpapier anraust, kannst Du die Prozedur des Einbremsens oft etwas beschleunigen.
Eine starke Bremse kann ihre Power erst entfalten, wenn sie eingebremst ist. Neue Bremsscheiben müssen ebenfalls eingebremst werden.
Was Passiert Beim Einbremsen Genau?
Bremst Du Deine Bremsen wie oben beschrieben ein, erzeugst Du gezielt Reibung zwischen den Bremsbelägen und der Bremsscheibe. Dabei werden Staub und andere Verunreinigungen abgetragen, die bei der Herstellung entstanden oder eventuell bei der Lagerung angefallen sind. Außerdem schleifst Du die Oberflächen der Reibpartner genau passend zueinander ein. Das macht einen großen Unterschied, da aufgrund von Fertigungstoleranzen weder Beläge noch Scheiben zu 100 Prozent plan sind.
Je nach Art der Beläge können durch die Erhitzung beim Einbremsen auch noch Bestandteile ausgasen. Bei verölten Belägen hilft das Einbremsen übrigens nicht. Daher solltest Du bei Arbeiten an Deinen Bremsen oder in deren Nähe immer darauf achten, dass keine Schmierstoffe auf die Scheiben oder Beläge gelangen.
Was Passiert, Wenn Du Neue Beläge Nicht Einbremst?
Wenn Du Deine Bremsbeläge und Bremsscheiben nicht gezielt einbremst und einfach losfährst, wird sich der Effekt irgendwann durch die ganz normale Nutzung der Bremsen einstellen. Das kann aber einige Touren dauern. So lange verzichtest Du auf einen erheblichen Teil Deiner möglichen Bremsleistung, was gerade im Gelände unangenehm sein kann. Da Vorder- und Hinterradbremse beim ganz normalen Fahren unterschiedlich stark beansprucht werden, werden sie unterschiedlich lange brauchen, bis sie eingebremst sind.
Es lohnt also, ein paar Minuten ins Einbremsen zu investieren, damit Du von Anfang an die volle Power Deiner Scheibenbremsen nutzen kannst. Verschiedene Beläge benötigen unterschiedlich lang, bis sie eingebremst sind.
Weitere Tipps zu Scheibenbremsen
Das Einbremsen von Bremsbelägen und Bremsscheiben ist nur ein Aspekt einer gut gewarteten Scheibenbremse. Was es sonst so zu beachten gibt und wie Du Deine Bremsen zum Beispiel entlüften und korrekt einstellen kannst, kannst Du im nachfolgenden Blogbericht nachlesen: Wartung der hydraulischen Scheibenbremse.
Zusätzliche Informationen zum Einbremsen von Shimano Bremsen
Moderne Shimano Scheibenbremsen am Fahrrad - egal, ob Citybike, Trekkingrad oder MTB - sollten optimal bremsen: Wohl dosiert, aber auch kraftvoll. Unabhängig vom Wetter, z.B. bei Schnee oder Regen oder auf schlammigem Untergrund müssen die Bremsbeläge der Shimano Fahrradbremsen immer gleich und vor allem zuverlässig greifen.
Wenn Sie neue Shimano Scheibenbremsen an Ihrem Bike haben bzw. die Shimano Bremsbeläge neu sind, achten Sie darauf, diese ab dem 1. Tag nach dem Austausch passend „einzubremsen“ bzw. „einzufahren“. Beim Einschleif- bzw. Einbremsprozess passen sich der Bremsbelag und die Shimano Bremsscheibe (auch Disc Brake genannt) perfekt aneinander an. Dabei werden kleinste mikroskopische Unebenheiten auf beiden Bauteilen perfekt weggeschliffen. Ganz schnell liegt dann der Bremsbelag beim Bremsen plan auf der Bremsscheibe, was sehr wichtig ist.
So finden dann künftig bei verschiedenen Bremsvorgängen diese beiden Komponenten optimal Kontakt und die Geschwindigkeit am Laufrad wird reduziert. Noch dazu finden beim kräftigen Einbremsen neuer Bremsbeläge vom namhaften Hersteller Shimano chemische Prozesse statt. Diese sind sehr wichtig, da der Belag ab Werk noch sehr weich ist und beim Bremsen der Bremsbelag stark erhitzt wird. Das Material gast dabei aus und der ehemals weiche Belag härtet aus, ist temperaturresistent und kann seine optimale Bremswirkung hervorragend entfalten.
Wenn Sie den Einbremsprozess nicht durchführen, findet kein Aushärten der Bremsbeläge statt und diese sind weiterhin weich. Dann verschleißen diese extrem schnell und müssen entsprechend früher auch gewechselt werden. Sie sehen, der Einbremsprozess der Shimano Scheibenbremsen-Beläge ist unabdingbar - ein Unterlassen geht mit einem unnötig erhöhten Kostenaufwand und deutlich verminderter Sicherheit im Straßenverkehr einher.
Gemäß Shimano Herstellerangaben sollte beim Einbremsen das Fahrrad auf 30 km/h beschleunigt werden, um dann die nötigen 30 (manchmal auch mehr) Vollbremsungen durchzuführen. Dies ist auf jede Bremse bezogen, also 30 x vorne, 30 x hinten.
Diesen Brems-Vorgang wiederholen Sie je 30 Mal vorne und auch 30 Mal hinten, wenn die Bremsbeläge von Shimano neu sind. Nach und nach merken Sie eine zunehmend bessere Bremswirkung (meist ist dies ab ca.
Unbedingt nach dem Einbremsen die Bremsbeläge noch richtig heiß bremsen, um so das sogenannte Ausgasen der Lösungsmittel im Material hervorzurufen. Lassen Sie hierzu am besten auf einer steilen Abfahrt die Bremsen einzeln schleifen bis diese richtig heiß sind. (Bei sinter-metallischen Bremsbelägen ist dies nicht nötig, da hier meist nur wenig bzw.
Auch wenn Sie das Gefühl haben, dass der Einbremsprozess etwas zeitaufwändig und kräftezehrend ist, führen Sie ihn unbedingt durch und vernachlässigen das Prozedere nicht.
Einbremsen: Weshalb ist es so wichtig eine neue Scheibenbremse einzubremsen und was passiert bei diesem Vorgang?
Du hast ein komplett neues Bike oder aber ein bestehendes Gefährt mit neuen Bremsscheiben und/oder Belägen? Dann ist es wichtig, diese anständig einzubremsen. Beschleunige dazu acht bis zehn Mal auf 30 km/h und bremse bestimmt und kontrolliert auf Schrittgeschwindigkeit herunter, ohne eines der Räder dabei zu blockieren. Nach besagten Wiederholungen wirst du feststellen, dass die Bremsen immer knackiger greifen und die Bremsleistung deutlich gesteigert wird.
Je bewusster und sauberer du diesen Prozess durchführst, desto mehr Power und weniger Geräuschentwicklung wirst du auf deinen Touren haben. Zusätzlich beugst du Verglasungen der Bremsen vor und sorgst für ein ruckelfreies Bremsverhalten auch bei Fahrrädern mit viel Federweg.
Die wichtigsten Tipps zum Einbremsen der Bremsbeläge bei Scheibenbremsen
- Scheiben & Beläge einschleifen: Beläge und Bremsscheiben müssen zunächst eingeschliffen werden. Das ist wichtig, damit die mikroskopisch kleinen Unebenheiten der jeweiligen Oberflächen ausgeglichen werden. Ansonsten reiben nur die Spitzen dieses Mini-Gebirges aufeinander, was zu extrem hoher lokal begrenzter Hitzeentwicklung führt. Lassen Sie dabei zuerst die MTB-Scheibenbremse bei langsamer Fahrt oder geringem Gefälle 200 bis 300 Meter leicht schleifen.
- Moderate Bremsungen aus 30 km/h: Den Einbremsprozess der Scheibenbremse geben die Bremsenhersteller meist so oder so ähnlich an: mindestens 30 moderate Bremsungen aus mittlerer Geschwindigkeit (ca. 30 km/h) fast bis zum Stillstand. Fast bis zum Stillstand deshalb, damit sich keine Anhäufungen von Bremsbelag auf der Reibfläche bilden, die später ungewünschte Vibationen (Ursache für Geräusche) hervorrufen können. Man sollte während dieses Schrittes eine Zunahme der Bremswirkung spüren. Erhöht sich die Bremspower der Scheibenbremse nicht mehr merklich, ist dieser Schritt angeschlossen.
- Richtig heiß bremsen auf einer langen Abfahrt: Zum Abschluss des Einbremsens von Scheibenbremsen am Mountainbike sollte man - bei organischen Belägen - das Ausgasen provozieren. Dazu auf einer langen, steilen Abfahrt die Bremse (einzeln!) so lange schleifen lassen (also: richtig heiß bremsen), bis das Initial-Fading beginnt, die Bremswirkung also deutlich nachlässt. Erst dann ist der Belag optimal eingebremst, verschleißfest und standfest. Sinter-metallische Bremsbeläge und auch die meisten sogenannten semi-metallischen Belagmischungen bei Scheibenbremsen benötigen diesen Schritt in der Regel nicht zum Ausgasen, da sie keine oder nur sehr geringe Anteile flüchtiger Lösemittel enthalten. Allerdings müssen auch sie hohen Temperaturen ausgesetzt werden, damit sich die nötige Reibschicht nachhaltig ausbilden kann.
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