Shimano Bremsen Kit Test Vergleich: Ein umfassender Überblick

Die Shimano XT Bremse ist ein etablierter Klassiker im umfangreichen Sortiment des japanischen Herstellers und repräsentiert seit Jahren eine Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik. Shimano präsentiert sich seit vielen Jahren mit einem breiten, etwas unübersichtlichen Portfolio. Neben Bremsen spielen hier vor allem Schaltgruppen und auch Antriebe eine große Rolle. Im von uns getesteten Shimano-Line-up nimmt die XT-Reihe die mittlere Position der Performance-Bremse ein.

Design und Funktionalität

Die optische Gestaltung entspricht dem klassischen Shimano-Design, mit breiter, abgestützter Geber-Einheit. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC. So kann ein Cockpit-Chaos verhindert werden, indem Dropper- und Schaltungshebel an der Bremsschelle befestigt werden. Die Klemmung kann leicht gelöst werden und dank einteiliger Ausführung geht nichts verloren - wir sind Fans! Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich, wobei Letztere eher eine Placebo-Wirkung hat.

Technologie und Wartung

Die Shimano XT-Bremse funktioniert wie die Marken-Geschwister mit Mineralöl und ist dadurch relativ unproblematisch bei Haut- oder Lackkontakt. Solange das Öl nicht auf die Bremsbeläge gelangt, seid ihr safe. Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld. Das von Shimano entwickelte „One-Way-Bleeding“ soll verhindern, dass sich Luftblasen im System festsetzen. So genügt es in der Regel, den Trichter mit Mineralöl auf die Gebereinheit zu schrauben und einige Male den Bremshebel zu betätigen.

Performance auf dem Trail

Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Der Leerweg ist leichtgängig und ähnelt - wie das ganze Bremsgefühl - stark der Leichtbau-Bremse Shimano XTR.

Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld, vor der Shimano SLX und hinter Hayes Dominion T4, dicht gefolgt von der Shimano XTR. Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden.

Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze: In unseren Laborversuchen zeigt das Thermometer 25° C weniger als als bei der SLX im direkten Vergleich. Das führt zu Fading auf langen Abfahrten.

Vergleich mit anderen Bremsen

Um dies zu prüfen, haben wir acht der zupackendsten Vierkolben-Bremsen auf dem Markt eingeladen. Bis auf zwei Ausnahmen stellen sie die jeweilige Speerspitze im Sortiment dar: Bei Shimano gäbe es mit der Saint ein "dickeres" Pendant zur von uns getesteten XTR Trail (wobei die Bremskraft unserer Erfahrung nach identisch ist), zudem würde die Trickstuff Direttissima von ihrer größeren Schwester Maxima vermutlich getoppt werden. Letztere passte in unseren Augen dennoch besser in dieses Testfeld, zumal sie mit dem C42-Bremssattel erst kürzlich ein Update erhalten hat.

Auch die Sram Code Stealth ist mit radikal neuem Design der Gebereinheit sowie mit Carbon-Hebel (Modell Ultimate) nicht lange auf dem Markt. Letzteres gilt ebenso für die Hope Tech 4 V4: der CNC-Schönheit verpassten die Engländer 2022 viele Neuerungen. Zu den genannten gesellen sich alte Bekannte aus dem Wurfanker-Regal wie die brachial wirkende Hayes Dominion A4, das "Leichtkraftwerk" Magura MT7 Pro, die extrem beliebte Shimano XTR M9120 sowie der Dampfhammer DH-R Evo von TRP.

Die großen Unterschiede liegen nicht in der Power, sondern in den Details sowie bei der Modulation.

Shimano Bremsscheiben im Vergleich

Hier ist eine Übersicht der getesteten Shimano Bremsscheiben, inklusive ihrer Eigenschaften und Kundenbewertungen:

Modell Größe Ø Befestigung Bremswirkung Vorteile
Shimano SMRT70L 203 mm Centerlock Besonders gut Besonders leicht, starke Bremsleistung, bessere Wärmeabstrahlung
Shimano IRTMT800SI RT-MT800 160 mm Centerlock Sehr gut Aus rostfreiem Edelstahl, Verschlussring: Innenverzahnung, für Kunstharz- und Metallbeläge
Shimano RT-EM600 180 mm Centerlock Sehr gut Besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl, mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor
Shimano RTMT900L 203 mm Centerlock Sehr gut Aus rostfreiem Edelstahl, einfache Montage
Shimano SM-RT76L 203 mm 6-Loch Besonders gut Besonders gute Bremswirkung, aus rostfreiem Edelstahl
Shimano E-SM-RT64LEC 203 mm Centerlock Besonders gut Besonders gute Bremswirkung, besonders einfache Montage, Aufnahme aus Aluminium, Rotor aus rostfreiem Edelstahl
Shimano SM-RT86M2 180 mm 6-Loch Sehr gut Für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht, aus rostfreiem Edelstahl
Shimano SM-RT56 180 mm 6-Loch Sehr gut Für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht, mit Montagezubehör im Lieferumfang

In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab. Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €. Das Handling ist einfach, sowohl beim Einstellen als auch beim Entlüften.

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