Ursachen und Lösungen für quietschende Shimano Bremsen

Jeder Fahrradfahrer kennt es: Das nervige Quietschen der Shimano Fahrradbremsen, egal ob Felgenbremsen (V-Brakes) oder Scheibenbremsen. Oft steckt eine einfache Ursache dahinter, die mit etwas Geschick selbst behoben werden kann.

Häufige Ursachen für quietschende Bremsen

  • Falsch eingestellte Bremsen
  • Schmutzablagerungen
  • Abgenutzte Bremsbeläge
  • Feuchtigkeit
  • Verölte Bremsbeläge

Was tun bei quietschenden Bremsen?

1. Abnutzungsgrad der Bremsbeläge prüfen

Befindet sich auf den Bremsklötzen noch genügend Gummischicht? Wenn diese abgenutzt ist und Aluminium auf die Felge trifft, entstehen unangenehme Geräusche. In diesem Fall sollten die Bremsbeläge ausgetauscht werden.

Es lohnt sich, die Stärke der Bremsbeläge alle paar Monate zu kontrollieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Am besten kann man den Verschleißzustand im ausgebauten Zustand beurteilen, aber auch mit einem groben Blick von oben in den Bremssattel kann man den Verschleißzustand der Beläge erkennen. Die Haltbarkeit von Bremsbelägen ist - wie bei allen Bauteilen - stark von der Nutzung und Pflege abhängig.

Tipp: Gehen Sie kein unnötiges Risiko in Sachen Bremsbeläge ein. Wenn Ihnen nicht ganz klar ist, ob das noch vorhandene Gummi ausreicht, tauschen Sie die Bremsbeläge von Shimano lieber zügig aus.

2. Bremse richtig einstellen

Die Bremsbeläge sollten sich auf beiden Seiten etwa 3 - 4 mm von der Felge entfernt befinden und die Felge nicht berühren. Es kann hilfreich sein, die Bremsklötze etwas zu drehen, sodass der Felgenkontakt zuerst am vorderen Teil stattfindet. Die Bremsklötze stehen somit also nicht parallel zur Fahrradfelge, sondern eher in V-Form.

Die Fahrradbremse muss korrekt eingestellt sein. Zwischendurch sollte dies immer mal nachkontrolliert werden; denn im Laufe der Zeit können sich Schrauben lockern und entsprechendes Quietschen verursachen.

3. Gründliche Reinigung

Fettablagerungen und Verschmutzungen sind Hauptursachen für störende Nebengeräusche. Reinigen Sie Bremsen und Felgen regelmäßig mit lauwarmem Wasser, Spülmittel und einem sauberen Lappen oder mit speziellem Bremsreiniger.

Mit dem frisch geputzten und noch feuchten Fahrrad können Sie nun eine kleine Testfahrt absolvieren und dabei einige Male die Fahrradbremse betätigen. Auf diese Art lösen sich auch kleinere Partikel von den Bremsklötzen.

Shimano Bremsscheibe und Bremsbeläge müssen gesäubert werden. Wie bei den V-Brakes kann hier ebenfalls warmes Wasser mit Spülmittel oder Bremsenreiniger genutzt werden. Wichtig ist, dass Sie niemals Öl bei der Scheibenbremse von Shimano verwenden.

4. Scheibenbremse schleift

Wenn die Bremse auch ohne Betätigung des Bremshebels Geräusche macht, ist der Abstand zwischen Bremssattel bzw. -belag und Bremsscheibe zu gering. Überprüfen Sie, ob der Bremssattel mittig ausgerichtet ist oder ob die Bremsscheibe einen Schlag hat.

Vor einem hellen Hintergrund können Sie den Lichtspalt zwischen Bremsbelag und -scheibe am besten erkennen. Drehen Sie das Rad, um zu überprüfen, wie und wo das Geräusch entsteht.

Wenn die Bremsscheibe eiert: Verzogen oder verbogen?

Wenn die Bremsscheibe an einem oder mehreren Punkten leicht schräg läuft und die Bremse in diesem Bereich schleift, ist die Lösung recht simpel: Einfach die Bremsscheibe in diesem Bereich mit (möglichst fettfreien Finger bzw. Handschuhen) zurückdrücken. Hier kannst du ruhig etwas sanfte Gewalt anwenden, wenn du merkst, dass sich eine Verbesserung einstellt. In seltenen Fällen ist die Bremsscheibe aber auch so verformt, dass sie sich nicht mehr zurückbiegen lässt. Dann ist nur ein Austausch möglich. Sollte die Scheibe gerade genug sein, kannst du mit der Einstellung der Bremse weitermachen.

5. Bremsbeläge und Bremsscheiben: Verschleiß prüfen

Wenn Sie mit Ihrem Fahrrad oder E-Bike schon einige Kilometer gefahren sind (und auch mal gebremst haben 😉), kann es sein, dass der Bremsbelag schlichtweg verschlissen ist. Sollte der Belag komplett verschlissen sein, macht sich dies beim Bremsen mit metallischen Schleifgeräuschen bemerkbar. In dem Fall bremst die Bremse jedoch schon länger nicht mehr richtig und auch die Scheibe wird in Mitleidenschaft gezogen (Metall auf Metall). Bei rechtzeitigem Austausch der Beläge wird die Scheibe geschont.

6. Verunreinigte Bremsbeläge

Bei einer Scheibenbremse reicht oft schon ein winziger Tropfen Öl oder Fett zur Kontamination. In den meisten Fällen ist Kettenöl der Verursacher. Es kann aber auch ein Defekt an der Hydraulik vorliegen. Prüfen Sie daher genau, ob sich an den Anschlüssen oder innerhalb des Bremssattel Ölspuren befinden.

Die schlechte Nachricht: Die Bremsbeläge lassen sich leider nicht mehr weiterverwenden. Die gute Nachricht: Die Bremsscheibe kann in den meisten Fällen nach einer gründlichen Reinigung weiterverwendet werden.

Wie reinigt man eine quietschende Scheibenbremse am besten?

Die größte Erfolgschance auf eine ölfreie Bremse hast du, wenn du dir möglichst viel Zeit nimmst und auf mehrere der beschrieben Mittel und Produkte zurückgreifst. Nimm dir einen sauberen Schwamm oder ein Spültuch und heißes Wasser mit Spülmittel und reinige die Bremsscheibe damit oder lege sie gleich darin ein. Im Anschluss kannst du diese dann nochmal Entfetten (z.B. mit Bremsenreiniger) und Papiertüchern „abtrocknen“. Erst dann solltest du die neuen Bremsbeläge einbauen.

Tipp: Für eine anfänglich bessere Bremsleistung lohnt es sich, nach jeder Instandsetzung einer quietschenden Bremse auch die Bremsscheibe mit Schleifpapier anzurauen.

7. Scheibenbremsen quietschen bei Nässe

Auch das Quietschen bei nassen Verhältnissen oder bei Regen ist mehr oder weniger normal für Scheibenbremsen.

8. Was tun bei größeren Verunreinigungen der Bremsbeläge?

Bei größeren Verunreinigungen der Bremsbeläge müssen Sie die Beläge erneuern. Bei kleinen Ölmengen kann man die Bremsbeläge noch retten und die Scheibe samt Bremssattel reinigen.

So geht's:

  1. Bremsbeläge ausbauen
  2. Beläge abfeilen: Danach kann man die verschmutzte Oberfläche der Beläge (Achtung: wirklich nur die Oberfläche) mit einer Feile oder Schleifpapier abfeilen.
  3. Scheibe und Sattel reinigen: Anschließend sollte man die Bremsscheibe und den Bremssattel (innen und außen) mit Bremsenreiniger einsprühen und mit einem sauberen Lappen abziehen.
  4. Bremsscheibe aufrauen: Zusätzlich kann man die gereinigte Bremsscheibe noch mit einem Stück feinem Schleifpapier leicht aufrauen. So können sich Bremsbelag und Scheibe neu aufeinander anpassen. Das ist die Grundlage für eine maximale Bremsleistung.
  5. Neu einbremsen: Hat man Bremsbeläge und Laufrad wieder eingebaut, muss man die Bremse wieder neu einbremsen. Dazu die Bremse in kontrolliertem Umfeld mehrmals richtig heiß bremsen, damit sie ihre volle Bremsleistung entfalten kann.

9. Einbremsen

Wenn Sie also kürzlich die Shimano Scheibenbremsen getauscht haben, ist ein Quietsch-Geräusch in der ersten Zeit überhaupt nicht ungewöhnlich. Viele Bremsenhersteller wie Shimano oder Magura sprechen hier von etwa 20 bis 30 stärkeren Bremsungen - beispielsweise bergab - bis die Bremsbeläge eingebremst sind. Im flachen Terrain funktioniert es, auch wenn du während des Tretens für maximal fünf Sekunden die Bremse ziehst, während du weiter in die Pedale trittst.

10. Werkzeug und Vorbereitung

Um die Bremse an deinem Fahrrad selbst überprüfen und reparieren zu können ist es hilfreich, wenn sich die Räder des Bikes frei drehen können. Solltest du keinen Montageständer besitzen, kannst du das Rad auf den Kopf stellen oder eine zweite Person bitten das Rad für dich anzuheben.

Hinweis: Je nachdem welches Problem bei deiner Bremse vorliegt benötigst du verschiedenes Werkzeug und Equipment. Mit einer Ausrüstung von Innensechskant, Schraubenzieher und Zange kommst du schon sehr weit. Auch ein spezielles Fahrrad-Multitool tut natürlich seinen Zweck.

ACHTUNG: Halte deine Finger von der rotierenden Bremsscheibe fern! Achte darauf die Räder beim Einstellen der Bremse nicht oder nur langsam zu bewegen.

11. Bremssattel optisch ausrichten

In der Regel funktioniert die erste Methode schon sehr gut. Manchmal bekommt man die Bremse aber nur schleiffrei, wenn man sie nochmal mit dem Auge ausrichtet. Hierzu löst man nur eine Schraube etwas weiter, dreht dann den Bremssattel per Hand, sodass der Spalt auf beiden Seiten möglichst gleich (parallel) ist. Wer es perfekt haben will, braucht hier etwas Geduld.

12. Bremskolben zurücksetzen

Solltest du mit beiden Methoden kein Glück haben bleibt dir noch eine dritte Option. Wenn sich die Bremskolben - die hinter den Bremsbelägen liegen - nicht gleichmäßig bewegen, fängt die Bremse schneller an zu schleifen und der Verschleiß ist ungleichmäßig. Für das Zurücksetzen der Kolben müssen das Rad und die Bremsbeläge ausgebaut werden. Drücke die Bremskolben am besten mit einem Reifenheber oder einem großen Schlitzschraubendreher zurück. Achte besonders bei hochwertigen Bremsen mit Keramikkolben - erkennbar an der weißen Farbe - darauf, nur wenig Druck auszuüben. Drücke alle Bremskolben zurück bis sie wieder innen mit dem Bremssattel abschließen. Hast du die Bremsbeläge wieder montiert und das Rad eingebaut, starte mit der Einstellung wie bei der Methode 1 oben.

13. Bremsbeläge sind verglast

Das „Verglasen“ lässt sich bei Bremsbelägen an einer glänzenden, Glas-ähnlichen Oberfläche erkennen. Je nach Intensität lässt sich die Oberfläche der Beläge aber noch mit Schleifpapier anrauen und der Bremsbelag lässt sich als Notlösung weiter benutzen. Alle Bremsenhersteller empfehlen jedoch einen verglasten Bremsbelag auszutauschen, da dieser nicht mehr die volle Bremsleistung bieten kann.

Denken Sie immer daran, dass neue Bremsen erst einmal eingefahren werden müssen.

Ein wichtige Info vorab: Eine Scheibenbremse ist ein sicherheitsrelevantes Bauteil. Wer daran selbst rumschraubt, sollte wissen, was er tut und vor allem gründlich arbeiten. Ohne ausreichende Schraubererfahrung schadet es nicht, eine Fahrradwerkstatt aufzusuchen und sich Rat bei Experten zu holen.

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