Eine gut funktionierende Bremse ist essenziell für die Sicherheit und den Fahrspaß auf dem Mountainbike. In diesem Artikel werden verschiedene Shimano Bremsen verglichen, um die beste Option für unterschiedliche Anforderungen zu finden.
Die Evolution der Scheibenbremsen
Seit den ersten Scheibenbremsen am Mountainbike hat sich technisch einiges getan. Automatische Belagsnachstellung, werkzeuglose Druck- und Hebelweitenverstellung, sowie unterschiedliche Bremsbelagsmaterialien und Bremsscheibengrößen sind nur einige der Veränderungen.
Eine Bremse hat die Aufgabe, sicher abzubremsen und zum Stehen zu bringen. Dieser Anspruch wurde bei den Tests an jede Bremse gestellt.
Testverfahren
Um die Bremsen zu vergleichen, wurde eine Teststrecke mit etwa drei Kilometern Länge und 240 Tiefenmetern auf Asphalt genutzt. Mit jeder Bremse wurden mehrere Abfahrten absolviert und Bremsungen bei 30 bis 70 km/h durchgeführt. Zudem musste sich jede Bremse bei einer Dauerbremsung beweisen. Um die Verzögerung vergleichbar zu machen, wurde jede Bremse mit einer 200/203 Millimeter Scheibe bestückt.
Einzelne Bremsen im Test
Magura MT7
Die Magura MT7 überzeugt mit hoher Leistung und Standfestigkeit. Allerdings neigt sie zum Schleifen, auch wenn der Bremssattel exakt ausgerichtet ist. Der Hebel lässt sich gut für alle Handgrößen einstellen. Die Bremse zeigte bei einer Dauerbremsung ihre Zuverlässigkeit. Für die farbliche Anpassung gibt es verschiedene Cover und Blenden am Bremssattel, sowie verschiedene Bremshebel.
Hope Tech 3 E4
Die Hope Tech 3 E4 ist eine der leichtesten, individuellsten und günstigsten Bremsen im Test. Der Tech 3 Hebel bietet sämtliche Einstellmöglichkeiten per Rändelschraube und ohne Werkzeug. In puncto Leistung erreicht die Hope nicht das Niveau der anderen Stopper, Fading war aber kaum zu spüren. Sechs Eloxalfarben stehen zur Auswahl, und die CNC gefrästen Bauteile sind ein Hingucker.
Hayes Dominion A4
Die Dominion A4 von Hayes überzeugt mit hoher Leistung, guter Standfestigkeit und angenehmer Ergonomie. Der Bremssattel verfügt über zwei Entlüftungs Ports und kann separat gespült werden. Zudem gibt es die Crosshair Technology, die ein schleiffreies Ausrichten erleichtert. Die Ergonomie des Hebels ist gut, die Einstellung der Weite groß und für alle Handgrößen geeignet. Im Praxistest liefert die Dominion A4 mit die meiste Power. Erst bei der Dauerbremsung fing sie gelegentlich an zu singen und der Druckpunkt wanderte dabei merklich.
Sram Code RSC
Die Code RSC von Sram ist ein Hingucker mit ihren Oil slick Schrauben. Am Hebel selbst kann man Hebelweite und Druckpunkt individuell einstellen. Die bunt schillernde Code brauchte deutlich mehr Einbremszeit, bis sie ihre volle Leistung entfaltete. Das Dauerbremsen war die Disziplin der Code - sie überzeugte vollends, ohne jegliche Auffälligkeiten. Für das Lenkerklemmsystem Matchmaker X gibt es mittlerweile sämtliche Adapter oder Hebel.
Shimano XTR M9120
Die M9120 ist eine Bremse, vollgepackt mit Innovationen. Die Bremsbeläge verfügen über Kühlrippen, die Kolben sind aus Keramik, und die Servo Wave Technologie am Bremshebel ermöglicht eine effiziente Nutzung des Hebelwegs. Die Bremsscheibe ist in Sandwichbauweise mit einem Aluminiumkern gefertigt, um die Wärmeableitung zu verbessern. Zur individuellen Anpassung lassen sich am Bremshebel Hebelweite und Druckpunkt einstellen. Der Druckpunkt ist definiert, die Leistung gut dosierbar und hoch. Ein bekanntes Verhalten von Shimano Bremsen ist das merkliche Wandern des Druckpunkts - so auch bei der XTR.
Trickstuff Direttissima
Die Direttissima von Trickstuff wirkt edel und minimalistisch. Natürlich lässt sich die Hebelweite verstellen, doch ist für die einmalige Anpassung ein Inbus nötig. Das Gefühl am Bremshebel ist anders als beim Vorgänger. Der Druckpunkt ist gut definiert, aber nicht mehr so hart. Bei den Vollbremsungen zeigt die Trickstuff eine sehr hohe Leistung. Beim Dauerbremsen zeigte die Bremse ein ähnliches Bild: gute Leistung, standfest, aber mit wanderndem Druckpunkt.
Shimano XT
Die Shimano XT Bremse ist ein echter Klassiker und häufig an Serien-Bikes verbaut. Sie bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC. Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich. Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich. Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden.
Weitere getestete Bremsen (Kurzübersicht)
- Formula Cura 4
- Hayes Dominion A2
- TRP DH-R Evo
- Shimano Deore 6120
- Trickstuff Piccola
- Trickstuff Piccola HD
Laborergebnisse und Testbedingungen
Die Grenzen der Bremsen wurden in der Praxis und im Labor ausgereizt. Auf einer Teststrecke mit 230 Tiefenmetern und bis zu 25 Prozent Gefälle wurden Dosierbarkeit, Bremskraft und Standfestigkeit getestet. Das Testprozedere umfasste Intervallbremsungen und eine Vollbremsung aus 60-65 km/h. Im Labor wurden 200 Bremsungen durchgeführt, um Nass- und Trockenbremswerte sowie das Fading zu ermitteln. Die Belastungen orientierten sich an Realdaten, und ein Gebläse simulierte den Fahrtwind.
Wichtige Faktoren bei der Auswahl einer Bremse
Bei der Auswahl einer Bremse sind Zuverlässigkeit, einfache Wartung, geringes Gewicht und ein erschwinglicher Preis wichtig. Reine Power hilft nicht, wenn sie nicht fein dosierbar ist. Zudem spielt die Art der Bremsflüssigkeit (Mineralöl oder DOT) und die Wahl der Bremsbeläge (metallisch oder organisch) eine Rolle.
Technische Details und Materialien
Hydraulisch betätigte Bremsen übertragen die Kraft durch eine Flüssigkeit. Mineralöl und DOT-Bremsflüssigkeit sind die gängigen Optionen. DOT-Flüssigkeit ist hygroskopisch und sollte regelmäßig getauscht werden. Mineralöl ist nicht gesundheitsschädlich und zieht kein Wasser an. Bremsscheiben bestehen meist aus Stahl, wobei die Dicke und das Material (z.B. Aluminiumkern bei Shimano XTR) die Wärmeableitung beeinflussen.
Shimano-Bremsscheiben im Vergleich
Shimano bietet eine Vielzahl von Bremsscheiben an, die sich in Material, Befestigung und Bremswirkung unterscheiden. Hier eine Übersicht:
| Modell | Befestigung | Bremswirkung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Shimano SMRT70L | Centerlock | Besonders gut | Leicht, starke Bremsleistung, gute Wärmeabstrahlung |
| Shimano IRTMT800SI RT-MT800 | Centerlock | Sehr gut | Rostfreier Edelstahl, leicht |
| Shimano RT-EM600 | Centerlock | Sehr gut | Einfache Montage, Magnet für Shimano Steps |
| Shimano RTMT900L | Centerlock | Sehr gut | Einfache Montage, Ice Technologies Freeza |
| Shimano SM-RT86M2 | 6-Loch | Sehr gut | Leicht, für Kunstharz- und Metallbeläge |
| Shimano SMRT64M | Centerlock | Sehr gut | Einfache Handhabung |
| Shimano SM-RT76L | 6-Loch | Besonders gut | Gute Bremswirkung |
| Shimano SM-RT10M | Centerlock | - | - |
Die Wahl der richtigen Bremsscheibe hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzzweck ab.
Die neue Shimano XTR Di2 M9200
Die neue Shimano XTR Di2 M9200 ist eine Funkschaltung, die mit einfacher Handhabung und hoher Geschwindigkeit begeistert. Sie kommt ohne Kabel aus und bietet eine Vielzahl an Konfigurierungsmöglichkeiten. Die Hebel lassen sich vielseitig verdrehen, stehen jedoch etwas zu sehr übereinander. Die Gangwechsel funktionieren definiert und selbst unter Last problemfrei.
Fazit
Der Markt bietet eine Vielzahl von Bremsen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Die beste Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen und dem Einsatzzweck ab. Eine sorgfältige Prüfung und der Vergleich verschiedener Modelle helfen, die optimale Bremse für das eigene Mountainbike zu finden.
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