Shimano Bremsscheibe: Mindestdicke und wichtige Informationen

Die Bremsscheibe ist ein essentielles Bauteil jeder Bremsanlage und dient als Reibpartner des Bremsbelags. Es gibt jedoch Unterschiede in Durchmesser, Stärke, Material und Form, die alle die Bremseigenschaften deines Rades beeinflussen. Spätestens, wenn die Mindestdicke erreicht ist, solltest Du Deine Bremsscheibe wechseln.

Arten von Bremsscheiben

Man unterscheidet zwischen einteiligen und zweiteiligen (floating) Bremsscheiben.

  • Einteilige Bremsscheiben: Diese sind komplett aus Edelstahl und in einem Stück gefertigt.
  • Zweiteilige Bremsscheiben: Diese haben in der Regel einen Spider aus Aluminium, während der Reibring aus Edelstahl besteht. Der Hintergrund für die zweiteilige Bauweise ist die Gewichtsreduzierung durch das leichtere Aluminium und die höhere Wärmeleitfähigkeit von Aluminium, was die Kühlung der Bremsscheibe fördert.

Einflussfaktoren auf das Bremsverhalten

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Bremsverhalten:

  • Durchmesser: Je größer der Durchmesser der Bremsscheibe, desto größer ist die Bremskraft, da der Hebelarm größer wird. Eine größere Bremsscheibe begünstigt zudem die Kühlung der Bremsanlage.
  • Stärke: Mittlerweile haben Bremsscheiben eine Stärke von ca. 1,6 mm bis sogar 2,3 mm. Je dünner die Bremsscheibe, umso leichter ist Sie tendenziell, allerdings werden Sie aufgrund des geringen Materialeinsatzes auch schneller heiß.
  • Ausschnitte in der Reibfläche: Diese sind günstig für die Kühlung der Scheibe, reduzieren das Gewicht und verhindern ein Verglasen des Belages.

Befestigung von Bremsscheiben

Üblicherweise werden Bremsscheiben mit 6 Linsenkopfschrauben befestigt (6-Loch Standard). Es gibt auch spezielle Naben mit 3-Loch, 4-Loch oder 5-Loch Befestigung, die spezielle Bremsscheiben benötigen. Des Weiteren ist die Centerlock Befestigung eine gängige Möglichkeit, bei der die Bremsscheibe eine zur Nabe passende Verzahnung hat und mit nur einer Mutter gesichert wird.

Centerlock vs. 6-Loch

Grundlegend gibt es momentan zwei verschiedene Befestigungsstandards: Centerlock und 6-Loch. Bei letzterem Standard werden die Bremsscheiben mittels sechs Schrauben befestigt. Je nach Hersteller sollten diese mit 4-6 Nm angezogen werden (sowohl Manual für die Nabe als auch der Scheibe beachten). Auf den Schrauben befindet sich eine Schraubensicherung, damit sich die Bremsscheibe nicht lösen kann.

Centerlock kommt hingegen mit einem einzelnen Abschlussring aus, der mit demselben Tool montiert wird, das für die Montage einer Kassette oder Innenlager benötigt wird. Hier werden gut 40-50 Nm Drehmoment benötigt. Durch eine Verzahnung auf der Nabe und auf dem Abschlussring wird verhindert, dass sich die Bremsscheibe lockern kann. Das System ist also, genauso wie bei 6-Loch, absolut sicher und zuverlässig.

Vor- und Nachteile:

Merkmal 6-Loch Centerlock
Vorteile Große Auswahl an Naben und Bremsscheiben; Montage per Multitool (meist Torx-25); Ersatzschrauben leicht zu beschaffen; Mit Adapter auch 6-Loch Bremssscheiben möglich Einfache und schnelle Montage; Eventueller Gewichtsvorteil; Kompatibel mit 15/20mm Achsen
Nachteile Montage dauert länger; Höhere Wahrscheinlichkeit, ein Gewinde zu beschädigen Spezielles Werkzeug notwendig; Reduzierte Auswahl an Bremsscheiben und Naben; Keine Umrüstung auf Centerlock möglich; Für verschiedene Achsen werden unterschiedliche Abschlussringe benötigt

Auswahl der richtigen Bremsscheibe

Je nach Einsatzbereich und Anspruch wählst Du die passende Scheibe.

  • XC Bike: Scheiben mit 160 mm / 160 mm oder 160 mm / 140 mm (VR / HR) Durchmesser mit geringer Stärke und kleiner Reibfläche.
  • All-Mountain Bike: Scheiben mit 180 mm/ 160 mm Durchmesser mit etwas größerer Reibfläche und Stärke oder 203 mm / 180 mm mit kleiner Reibfläche.
  • Enduro oder Freeride Bikes: Kombination von 203 mm / 180 mm Durchmesser. Hier solltest Du auf Bremsscheiben mit großer Reibfläche und mehr "Fleisch" setzen.

Für schwere Fahrer empfiehlt es sich, die Scheiben eine Nummer größer zu wählen. Auch wer viel in technisch anspruchsvollem Gelände fährt oder die Bremsanlage zeitweise stark beansprucht, sollte größere oder robustere Bremsscheiben wählen.

Bremsscheibendurchmesser

Hinsichtlich der Größe haben sich 140, 160, 180 und 200mm Bremsscheiben durchgesetzt. Bei genauer Betrachtung ist es aber leider doch nicht ganz korrekt, da einige Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. So verwendet Formula z.B. 185mm Scheiben, während Magura nicht auf 200 sondern auf 203mm Bremsscheiben setzt. Warum das so ist, weiß vermutlich niemand so genau, aber umso wichtiger ist es daher, genau hinzusehen.

Um den Einsatzbereich der verschiedenen Scheiben zu definieren, nehmen wir aber einfach einmal die vier eingangs genannten Größen:

  • 140mm Scheiben passen zu Rennrädern und zu Cyclocrossern.
  • 160mm kommen gerne bei Cross-Country Fahrern zum Einsatz.
  • 180mm Scheiben vorne und hinten haben sich für Trail-Touren bewährt.
  • 200mm Version verbaut. Auch E-Bikes werden häufig mit 200mm Scheiben ausgestattet

Allgemein gilt also, je abfahrtsorientierter, desto größer die Bremsscheibe.

Bremsscheibenmontage

Bei der Montage gibt es einiges zu beachten:

  1. Laufrichtung beachten: Die meisten Bremsscheiben haben eine Laufrichtung, bei der die volle Stabilität gewährleistet werden kann.
  2. Schrauben über Kreuz anziehen: Bei 6-Loch-Schrauben sollte man die einzelnen Schrauben bei der Montage immer über Kreuz festziehen, um eine Verspannung der Scheibe zu vermeiden.
  3. Drehmomente beachten: Die oben genannten Drehmomente sollten natürlich immer beachtet werden, was auch für Centerlock-Scheiben gilt.
  4. Saubere Arbeitsweise: An der Bremse immer mit sauberen Fingern arbeiten, um die Bremsscheibe und die Bremsbeläge nicht zu verschmutzen.

Spezielle Technologien

Einige Hersteller verwenden spezielle Technologien, um die Leistung ihrer Bremsscheiben zu verbessern:

  • Shimano Ice-Tech: Zweiteilige Bremsscheiben mit Aluminiumträger und Stahl-Reibring für bessere Hitzebeständigkeit und geringere Geräuschentwicklung.
  • Hope Floating Technology: Zweiteilige Scheiben mit schwimmend gelagerten Reibringen und Luftschlitzen für verbesserte Kühlleistung.
  • SRAM Centerline: Reibring mit langen Aussparungen für geringeres Gewicht und konstantes Reibzentrum, was Geräusche und Vibrationen reduziert.

Adapter für Bremsscheiben

Es gibt verschiedene Adapter, um unterschiedliche Scheibengrößen zu verbauen. Die Standards sind International Standard (IS), Postmount (PM) und Flatmount. Mit den passenden Adaptern kann man jeden der Standards auf die gewünschte Scheibenbremsengröße hin anpassen.

Zusammenfassung der Standards:

  • Flatmount-Standard: 140-180mm große Bremsscheiben
  • IS-Aufnahmen: 140-203mm große Bremsscheiben
  • PM-Aufnahmen: Starten entweder bei 160mm (6 Zoll) oder 200mm (8 Zoll). Mittels Adapter können 6 Zoll PM-Aufnahmen auf bis zu 203mm angepasst werden

Gängige Hersteller

Die bekanntesten Hersteller von Bremsscheiben sind:

  • Shimano
  • SRAM
  • Magura
  • Tektro
  • Trickstuff
  • Hope

Verschleiß und Mindestdicke

Um den Verschleiß an den Fahrrad-Bremsscheiben korrekt zu messen, benötigt man einen Messschieber. Bei SHIMANO-Bremsscheiben gibt es beispielsweise eine 1,5 Millimeter-Grenze. Die Bremswirkung ist bei heruntergefahrenen Bremsscheiben deutlich gemindert, was ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Hinweis: Eine allgemeine Empfehlung für die Lebensdauer von Bremsscheiben ist schwierig, da es viel auf das Fahrverhalten und Bremsverhalten des Fahrers ankommt. Man kann sagen, dass es zwischen 3.000 und 25.000 Kilometern liegt.

Shimano gibt die Mindestdicke mit 1,5 mm an. Neue Scheiben haben normalerweise 1,8 mm, diejenigen anderer Hersteller 2,0 mm.

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