Shimano Bremsscheiben im Test: Ein umfassender Vergleich

Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Shimano Bremsscheiben, einschließlich Vergleichstests und detaillierte Bewertungen verschiedener Modelle. Dabei werden Aspekte wie Leistung, Technologie und Montage berücksichtigt, um Radfahrern bei der Auswahl der optimalen Bremsscheibe zu helfen.

Die besten Shimano-Bremsscheiben im Überblick

Hier ist eine Auswahl der besten Shimano-Bremsscheiben, basierend auf verschiedenen Tests und Vergleichen:

  • Shimano SMRT70L: Vergleichssieger mit außergewöhnlicher Leichtigkeit und starker Bremsleistung.
  • Shimano IRTMT800SI RT-MT800: Überraschend positive Leistung, gefertigt aus Edelstahl und Aluminium für effiziente Bremsleistung.
  • Shimano RT-EM600: Preis-Leistungs-Sieger mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor.
  • Shimano RTMT900L: Übertrifft Erwartungen mit hervorragender Leistung und Ice Technologies Freeza für effektive Kühlung.
  • Shimano SM-RT86M2: Bestseller mit effizienter Kühlung und langanhaltender Leistung durch XT-Technologie.
  • Shimano SMRT64M: Einfache Montage und zufriedenstellende Bremswirkung.
  • Shimano SM-RT10M: Robuste Bauweise und hochwertiges Material für Langlebigkeit und erstklassige Performance.
  • Shimano SM-RT56S: Konzipiert für Standard-Bremsanlagen mit 6-Loch-Montage.

Shimano XTR M9120 im Test

Die Shimano XTR M9120 Bremse, bestehend aus Geber BL-M9120 und Nehmer BR-M9120, ist die Highend-Vierkolben-Bremse der Japaner. Sie wird erfolgreich in der Enduro- und Downhill-World-Series eingesetzt.

Aufbau, Details & Gewicht

Die M9120 besticht durch ein brillantes Finish, einen famosen Formfaktor und ein sehr zartes Gewicht. Sie wirkt wie aus einem Aluminiumguss. Im Inneren arbeiten zwei Keramikkolben mit 15 mm Durchmesser und zwei mit 17 mm, was eine beste Modulation verspricht. Die neuesten Ice-Tech-Freeza-Scheiben (RT-MT900) sind allerdings nur mit Centerlock erhältlich, weshalb für den Test auf die leichtere Variante RT-MT905 zurückgegriffen wurde. Spezialität beider Scheiben ist neben Kühlflächen der Aluminiumkern zwischen zwei Stahlaußenlagen. Reine Stahlrotoren führt Shimano aber ebenso im Programm. Auch Beläge finden sich zahlreiche im Sortiment, zwei, mit Kühlfinnen versehene, dienen sich der XTR an, einer metallisch, einer organisch.

Montage & Setup

Die XTR wird entlüftet, aber nicht endmontiert geliefert. Sattel und Leitung sind unverbunden, wobei die Leitung per Stopfen gesichert ist und nur durch den Rahmen gezogen werden muss. Der Anschluss an den Nehmer erfolgt in der Regel ohne Mineralölverlust, sodass kein Entlüften nötig ist. Falls doch, wirkt dieser Vorgang via Trichter wenig zeitgemäß, klappt aber tadellos. Die Hebelweite lässt sich per Drehrad top einstellen, während die Leerwegschraube etwas "fuzzelig" ist. Das Andocken von Shimano-Shiftern gelingt leicht mittels I-Spec-EV-Technik. Für Sram-Hebel bzw. die der meisten Vario-Sattelstützen braucht es Adapter von Fremdanbietern. Da sich die Axialpumpe zusätzlich und nahe des Griffs am Lenker abstützt, ist für weitere Schellen auch nicht viel Platz.

Ergonomie & Dosierbarkeit

Die Ergonomie verdient höchstes Lob. Der kompakte XTR-Hebel umgarnt den Finger wie kaum ein anderer. Dass der nicht mehr wie bei der M9020 aus Carbon besteht, macht die Dosierung im Vergleich zur genialen Vorgängerin einen Hauch weniger sensibel, dafür fühlt sich alles steifer, direkter an. Altbekannt bei Shimano ist die Servo-Wave-Technik: Man überbrückt erst schnell den Leerweg, um die Beläge zur Scheibe zu führen. Danach steigt der Übersetzungsfaktor, die Kennlinie wird deutlich progressiver. Wer der XTR noch etwas mehr Biss entlocken will, greift nicht zu den organischen Standard-, sondern zu den zupackenderen Sinter-Belägen.

Bremskraft & Standfestigkeit

Obwohl nicht mit größten Kolben bestückt, bringt die XTR richtig "Zug" auf die Disc. Nur mit der Cura4 und der MT7 konnte man im Vergleich ein paar Zentimeter später "in die Eisen langen", aber mehr Power, als die M9120 bereitstellt, benötigt man eigentlich nie. Dazu beherrscht Shimano das Thema Konstanz, die Bremse fühlt sich jeden Tag gleich an. Bei langen, harten Abfahrten macht sich spät und unkritisch, dezentes Fading bemerkbar. Die in einigen Tests wortwörtlich heraufbeschworenen Probleme mit dem Alu-Kern der leichten Discs traten nie auf. Eine Dicke von 2,00 statt 1,80 mm wäre dennoch besser.

Beläge

Neben anderen passenden Belägen bietet Shimano vor allem die für die neueste Generation ihrer Vierkolben-Bremsen entwickelten Beläge mit Kühlfinnen an. Im Test waren der mitgelieferte, organische Belag (N03A-RF) und der metallische (N04C-MF). Ersterer lässt sich feiner dosieren, der gesinterte greift eine Spur beherzter zu.

Tuning

Seit Einführung der Ice-Tech-Scheiben vor bald 15 Jahren gibt es Diskussionen. Wie im Testbericht beschrieben, gab es aber nie Probleme mit einer Alu-"Kernschmelze" oder Delamination. Wer den Hightech-Rotoren dennoch nicht traut, findet bei Shimano selbst Alternativen. Oder bei Fremdanbietern: Ein "cooler" Tipp sind die 2,00 mm dicken Shark-Scheiben von Galfer, die mit ihren Kühlfinnen prima zum Konzept der XTR passen.

Weitere Shimano Bremsscheiben im Detail

Einige der beliebtesten Modelle der Bremsscheibe 160 mm Centerlock sind die Shimano XT M8020 Bremsscheibe, die TRP 2-Piece Bremsscheibe und die Hayes Prime Expert Bremsscheibe. Die Shimano XT M8020 Bremsscheibe ist ein leistungsstarkes Modell, das von vielen Fahrradfahrern als einer der besten Bremsscheiben auf dem Markt angesehen wird. Sie ist mit einer Sechs-Loch-Konfiguration ausgestattet und aus robustem Aluminium gefertigt, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Die TRP 2-Piece Bremsscheibe ist ebenfalls ein sehr beliebtes Modell, und ist aus einer Kombination von Aluminium und Stahl gefertigt, um eine höhere Stabilität und Langlebigkeit zu gewährleisten. Schließlich ist die Hayes Prime Expert Bremsscheibe eine leistungsstarke und zuverlässige Option für jeden Fahrradfahrer.

Vor- und Nachteile ausgewählter Shimano Bremsscheiben:

Modell Vorteile Nachteile
Shimano SMRT70L Besonders leicht, starke Bremsleistung, bessere Wärmeabstrahlung Läuft bei sehr hoher Belastung an
Shimano IRTMT800SI RT-MT800 Aus rostfreiem Edelstahl, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht Keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RT-EM600 Besonders einfache Montage, mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor Hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung
Shimano RTMT900L Aus rostfreiem Edelstahl, einfache Montage Hohes Eigengewicht, keine besonders gute Bremswirkung
Shimano SM-RT86M2 Aus rostfreiem Edelstahl, für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht Kein Centerlock, keine besonders gute Bremswirkung

Allgemeine Informationen zu Scheibenbremsen

Scheibenbremsen sind ein essenzieller Bestandteil moderner Mountainbikes (MTBs). Sie bieten zuverlässige und leistungsstarke Bremskraft, was besonders in anspruchsvollem Gelände wichtig ist. Moderne Scheibenbremsen verwenden in der Regel vier Bremskolben und hydraulische Betätigung, wobei die Preise zwischen erschwinglichen und sehr teuren Modellen variieren.

Bestandteile und Funktionsweise

Hydraulische Scheibenbremsen bestehen aus einer Gebereinheit (Bremshebel) am Lenker und einer Nehmereinheit (Bremssattel) an Rahmen oder Gabel. Diese sind durch eine Bremsleitung verbunden, die den Druck vom Geber- auf den Nehmerkolben überträgt. Durch das Pascalsche Gesetz wird die Handkraft verstärkt, indem der Druck im System erhöht und auf die Bremskolben im Bremssattel übertragen wird.

Bremsflüssigkeiten: Mineralöl vs. DOT

Es gibt zwei Haupttypen von Bremsflüssigkeiten: Mineralöl und DOT-Bremsflüssigkeit. DOT-Flüssigkeit ist hygroskopisch und bindet Wasser, wodurch der Siedepunkt sinkt. Sie sollte regelmäßig getauscht werden und ist gesundheitsschädlich. Mineralöl zieht kein Wasser an, ist aber auch nicht in der Lage, es zu binden. Die Wahl der Bremsflüssigkeit ist herstellerspezifisch und ein Wechsel zwischen den Typen ist nicht empfehlenswert.

Bremsbeläge: Metallisch vs. Organisch

Bremsbeläge bestehen aus Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern. Es gibt metallische und organische Beläge, wobei metallische Beläge mehr Reibung und Verschleiß erzeugen, während organische Beläge feiner dosierbar sind. Die Herstellung erfolgt durch Pressen der Masse unter Hitze und hohem Druck auf eine Trägerplatte.

Bremsscheiben: Materialien und Bauweisen

Bremsscheiben bestehen in der Regel aus Stahl, wobei die Dicke und Bauweise (ein- oder zweiteilig) variieren. Shimano verwendet bei den XTR ICE-TECH-Bremsscheiben einen Aluminiumkern zur Verbesserung der Wärmeableitung. Zweiteilige Bremsscheiben sind schwimmend gelagert, um eine ungleichmäßige Ausdehnung bei Wärme zu verhindern. Die Befestigung am Rad erfolgt entweder per 6-Bolt oder Centerlock, wobei die 6-Loch-Variante als stabiler gilt.

Testmethoden und Ergebnisse

Um die Leistung der verschiedenen Bremsen zu vergleichen, wurden umfangreiche Tests durchgeführt, darunter Labortests, Telemetrie-Aufzeichnungen und Praxistests auf Trails. Im Labortest wurden Bremskraft und Verzögerung unter simulierten Bedingungen gemessen. Die Telemetrie-Aufzeichnungen mit BrakeAce ermöglichten die Analyse von Bremsverhalten und Effizienz auf realen Strecken. Die Praxistests auf den Trails dienten zur Beurteilung von Modulation, Hebelgefühl und Ergonomie.

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