Die Wahl der richtigen Bremsscheibe ist entscheidend für die Leistung und Sicherheit Ihres Fahrrads. Shimano bietet eine breite Palette an Bremsscheiben für verschiedene Anwendungen und Budgets. In diesem Artikel vergleichen wir verschiedene Shimano-Bremsscheiben und Bremsen, um Ihnen bei der Auswahl des richtigen Modells zu helfen.
Zwei oder vier Kolben, dicke oder dünne Scheiben?
Wer leicht ist, hat viel Auswahl. Schwere Fahrer müssen genauer hinschauen und erfahren in unserem neuen Bremsentest, womit sie sich bedenkenlos dem Rausch der Tiefe hingeben können.
Zehn Bremsen zwischen 110 und 515 Euro und mit Gewichten zwischen 280 und 500 Gramm haben wir zum Test geladen. Acht davon massive Vierkolben-Konstruktionen mit Gravity-Anspruch. Bahnbrechende Neuerungen sind nicht zu verkünden, aber Detailarbeit kann auch Unterschiede machen.
Nur Ausprobieren bringt Erkenntnis, also haben wir die Testbremsen auf unserer bewährt herzhaft zupackenden Testmaschine und unserer anspruchsvollen Teststrecke gemartert. Die markantesten Unterschiede fanden wir dabei einmal mehr in der Standfestigkeit der Stopper. Den kompletten Vergleichstest der 10 Scheibenbremsen finden Sie im Download-PDF aus BIKE 5/2021.
Getestete Bremsen im Überblick
Hier ist eine Übersicht der im Test berücksichtigten Bremsen:
- Formula Cura 4
- Hayes Dominion A2
- Hope Evo Tech 3 E4
- Magura MT7 Pro
- Shimano Deore 6120
- Shimano XTR 9120
- Sram Code RSC
- Trickstuff Piccola
- Trickstuff Piccola HD
- TRP DH-R Evo
Einzelheiten zu den Bremsen:
- FORMULA Cura 4: 417 Gramm / 207 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- HAYES Dominion A2: 440 Gramm / 297 Euro¹ (Zweikolben-Bremse)
- HOPE Evo Tech 3 E4: 399 Gramm / 280 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- MAGURA MT7 Pro: 433 Gramm / 275 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- SHIMANO Deore 6120: 463 Gramm / 120 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- SHIMANO XTR 9120: 395 Gramm / 304 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- SRAM Code RSC: 474 Gramm / 322 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- TRICKSTUFF Piccola: 280 Gramm / 515 Euro¹ (Zweikolben-Bremse)
- TRICKSTUFF Piccola HD: 345 Gramm / 488 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
- TRP DH-R Evo: 500 Gramm / 274 Euro¹ (Vierkolben-Bremse)
So haben wir getestet
Was Bremsen wirklich können, zeigt sich vor allem in Extremsituationen. Wir haben die Grenzen der Stopper in der Praxis und im Labor ausgereizt.
In der Praxis
Wir sind auf die Bremsenteststrecke vom Schwestermagazin TOUR ausgewichen. 230 Tiefenmeter mit durchschnittlich 13,8 Prozent Gefälle, in der Spitze bis zu 25 Prozent steil, dienen dazu, Dosierbarkeit, Bremskraft und Standfestigkeit zu testen. Das Testprozedere: Erst schleifen lassen, dann kräftige Intervallbremsungen und schließlich eine Vollbremsung aus 60-65 km/h in steilem Gefälle. Gebremst wird nur mit der vorderen Bremse. Zwei Fahrer (75 und 100 kg) fahren jeweils eine Abfahrt. Überraschung: Auch wenn das Szenario keineswegs hart anmutet, war es für einige Bremsen bereits zu viel!
Im Labor
Im BIKE-Labor werden die Bremsen schrittweise an ihre Grenzen gebracht. Das Prüfprozedere umfasst 200 Bremsungen, vom Einbremsen, über die Ermittlung von Nass- und Trockenbremswerten bis zum abschließenden, dreistufigen Fading-Test. Die Belastungen orientieren sich an den Realdaten, ein Gebläse ersetzt auf dem Prüfstand den Fahrtwind. Die ermittelten Brems- und Handkräfte ergeben die Kennlinien in den Steckbriefen. Die Temperaturmessung hilft bei der Interpretation der Kraftmessungen. So können wir erkennen, unter welchen Bedingungen Fading einsetzt. In die abschließende Bewertung fließen Praxis- und Labordaten ein.
Shimano Bremsscheiben im Vergleich (Stand 08/2025)
Im Folgenden werden verschiedene Shimano-Bremsscheiben verglichen, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten:
| Modell | Befestigung | Größe Ø | Bremswirkung | Material | Vorteile |
|---|---|---|---|---|---|
| Shimano SMRT70L | Centerlock | 203 mm | Besonders gut | Keine Herstellerangaben | Besonders leicht, starke Bremsleistung, bessere Wärmeabstrahlung |
| Shimano IRTMT800SI RT-MT800 | Centerlock | 160 mm | Sehr gut | Aluminium, Edelstahl | Aus rostfreiem Edelstahl, Verschlussring: Innenverzahnung |
| Shimano RT-EM600 | Centerlock | 180 mm | Sehr gut | Aluminium, Edelstahl | Besonders einfache Montage, aus rostfreiem Edelstahl, mit Magnet für Shimano Steps Geschwindigkeitssensor |
| Shimano RTMT900L | Centerlock | 203 mm | Sehr gut | Aluminium, Edelstahl | Aus rostfreiem Edelstahl, einfache Montage |
| Shimano SM-RT76L | 6-Loch | 203 mm | Besonders gut | Edelstahl | Besonders gute Bremswirkung, aus rostfreiem Edelstahl |
| Shimano E-SM-RT64LEC | Centerlock | 203 mm | Besonders gut | Aluminium, Edelstahl | Besonders gute Bremswirkung, besonders einfache Montage |
| Shimano SM-RT86M2 | 6-Loch | 180 mm | Sehr gut | Edelstahl | Für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht |
| Shimano SM-RT56 | 6-Loch | 180 mm | Sehr gut | Edelstahl | Für Kunstharz- und Metallbeläge, besonders leicht |
Detaillierte Betrachtung ausgewählter Modelle
Shimano SMRT70L
Die Shimano Uni-Bremsscheibe fällt in unserem Vergleich durch ihre außergewöhnliche Leichtigkeit auf und bietet dennoch eine starke Bremsleistung. Ihre Konstruktion ermöglicht zudem eine effiziente Wärmeabstrahlung, was die Haltbarkeit der Bremsen verbessert. Dank ihrer Vielseitigkeit eignet sie sich sowohl für Kunstharz- als auch für Metallbeläge und ist somit eine ideale Wahl für verschiedene Fahrradanwendungen.
Shimano IRTMT800SI RT-MT800
Die Shimano IRTMT800SI Bremsscheibe hat uns positiv überrascht. Die Bremsscheibe mit Center-Lock-Aufnahme besteht aus einer Kombination von Edelstahl und Aluminium. Diese Materialwahl sorgt für eine effiziente Bremsleistung. Die Kompatibilität mit Metall- und Resin-Belägen bietet eine flexible Nutzung. Insgesamt ein Produkt, das unsere Erwartungen übertroffen hat.
Die Bremsscheibe Rt-mt800 von Shimano ist für Geländemotorräder und ähnliche Fahrzeuge konzipiert. Sie eignet sich besonders für den Einsatz unter extremen Bedingungen. Aufgrund ihrer Ice Technologies hält sie hohen Temperaturen stand.
Die Center-Lock-Aufnahme ist ein Befestigungssystem, das eine einfache Montage der Bremsscheibe Rt-mt800 von Shimano ermöglicht. Es bietet eine sichere und schnelle Lösung, um die Scheibe auf der Nabe zu fixieren. Dieses System ist besonders praktisch für Wartungen und Radwechsel.
Die Bremsscheibe Rt-mt800 von Shimano ist mit Bremsbelägen aus Metall und Resin kompatibel. Diese Flexibilität erlaubt es, die Scheibe an verschiedene Fahrstile und Bedingungen anzupassen. Beide Materialien bieten unterschiedliche Vorzüge in Bezug auf Bremskraft und Haltbarkeit.
Die Ice Technologies Freeza nutzt eine spezielle Materialkombination, um die Wärmeentwicklung beim Bremsen zu reduzieren. Das reduziert das Risiko von Überhitzung und sorgt für gleichmäßige Bremsleistung. Dies verbessert auch die Lebensdauer der Bremsscheibe Rt-mt800 von Shimano.
Die Bremsscheibe Rt-mt800 von Shimano hat einen Durchmesser von 160 Millimetern. Diese Größe ist ideal für Geländemotorräder und sorgt für effiziente Bremsleistung bei anspruchsvollen Fahrten. Sie bietet eine ausgewogene Mischung aus Bremskraft und Gewicht.
Shimano RT-EM600
Die Shimano RT-EM600 Bremsscheibe in Silber mit einem Durchmesser von 180 mm ist eine hochwertige Bremsscheibe inklusive Magnet. Diese Bremsscheibe wurde speziell für eine zuverlässige Bremsleistung entwickelt. Der Magnet ist ein praktisches Feature, das zur Geschwindigkeitsmessung oder für andere Anwendungen genutzt werden kann.
Die Shimano RT-EM600 Bremsscheibe hat einen Durchmesser von 180 mm und wird mithilfe einer Centerlock Befestigung montiert. Diese Art der Befestigung gilt als sehr leicht.
Shimano RTMT900L
Das Shimano Bremsscheibe RT-MT900 hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Bremsscheibe mit 203mm Durchmesser bietet hervorragende Leistung und zeigt sich als zuverlässiges Zubehörteil für unser Fahrrad. Die Ice Technologies Freeza-Technologie gewährleistet eine effektive Kühlung, was die Bremsleistung und -kontrolle verbessert. Insgesamt ein beeindruckendes Produkt von Shimano.
Die Bremsscheibe RTMT900L von Shimano besteht aus Metall mit einem Edelstahlfinish. Diese Materialkombination gewährleistet Korrosionsbeständigkeit, lange Haltbarkeit und eine effiziente Wärmeableitung bei intensiven Bremsvorgängen.
Aufgrund des großen Durchmessers und der robusten Edelstahlkonstruktion ist die Bremsscheibe RTMT900L von Shimano sehr gut für extreme Bedingungen geeignet. Sie bietet hervorragende Bremskraft bei Nässe, Schmutz und hohen Temperaturen.
Die Bremsscheibe RTMT900L von Shimano hat einen Durchmesser von 203 mm. Diese Größe bietet verbesserte Wärmeableitung und sorgt für starke Bremskraft bei anspruchsvollen Fahrbedingungen.
Die Bremsscheibe RTMT900L von Shimano verwendet das Centerlock-System. Dieses erleichtert die Montage und sorgt für eine sichere und stabile Verbindung zwischen Bremsscheibe und Nabe.
Die Bremsscheibe RTMT900L von Shimano wiegt 272,16 Gramm. Das relativ leichte Gewicht kombiniert mit ihrer Stabilität sorgt für eine effiziente Bremsleistung ohne zusätzliches Fahrradgewicht.
Shimano SM-RT76L
Die Bremsscheibe SM-RT76 von Shimano überzeugt uns durch die abgerundeten Kanten für eine einfachere Handhabung sowie durch Beständigkeit gegen Überhitzung. Darüber hinaus bestätigen zahlreiche Nutzer solide Bremswirkung, was uns ebenfalls gefällt.
Bei der Bremsscheibe sind in der Produktion zwei verschiedene Basiswerkstoffe verwendet worden. Beim Außenfinish handelt es sich um Edelstahl, während die Innenseite aus synthetischen Materialien gefertigt ist. Beide Teilstücke haben eine rostfreie wie stabile Struktur. Einige Produkte im Vergleich sind zusätzlich aus Aluminium gefertigt, das ähnliche Materialeigenschaften aufweist.
Mit einem Durchmesser von 203 mm gehört die Shimano-Bremsscheibe zu den größeren Modellen in unserem Shimano-Bremsscheiben-Vergleich. Andere Modelle wie etwa die Shimano IRTMT800SI RT-MT800 messen nur einen Durchmesser von 160 mm.
Laut Hersteller wird die Bremswirkung der Shimano-Bremsscheibe SM-RT76 als besonders gut eingestuft, was unter anderem auf der Größe des 203 mm Durchmessers der Bremsscheibe beruht.
Die Bremsscheibe hat ein eher geringes Artikelgewicht von 200 g, was eine schnelle Montage bei Ihrem Fahrrad ermöglichen sollte. Einige Produkte im Vergleich sind leichter als 150 g, was auch aus den unterschiedlichen Materialien wie Aluminium in Verbindung mit Edelstahl resultiert.
Bei der Shimano SM-RT76 Bremsscheibe handelt es sich um eine 6-Loch-Bremsscheibe, welche mit sechs Schrauben befestigt wird und sehr leicht zu montieren ist.
Shimano E-SM-RT64LEC
Die SHIMANO SM-RT76 Bremsscheibe ist sehr leicht zu montieren und besticht in unserem Vergleich mit einer sehr guten Bremswirkung. Wir schätzen das robuste, rostfreie und hochwertig verarbeitete Edelstahlmaterial. Es handelt sich bei diesem Produkt um eine 6-Loch-Befestigung.
Die Shimano E-SMRT64LEC Bremsscheibe besteht aus Edelstahl. Dieses Material bietet gute Beständigkeit gegen Rost und Verschleiß, was die Lebensdauer der Scheibe verlängert und eine stabile Bremsleistung gewährleistet.
Die Shimano E-SMRT64LEC Bremsscheibe ist besonders für E-Bikes und Mountainbikes geeignet, die eine hohe Bremskraft und Zuverlässigkeit erfordern. Sie kann auch an anderen Fahrrädern mit hydraulischen Scheibenbremsen verwendet werden.
Ja, wenn die Bremsen Ihres Fahrrads mit Metallbelegen ausgerüstet sind, können Sie die aus Edelstahl gefertigten Bremsscheiben von Shimano kaufen.
Die Shimano E-SMRT64LEC Bremsscheibe verfügt über eine spezielle Konstruktion, die eine gute Wärmeableitung ermöglicht. Dies reduziert die Gefahr von Überhitzung und Bremsfading, was die Leistung unter schweren Bedingungen stabil hält.
Das genaue Gewicht der Shimano E-SMRT64LEC Bremsscheibe beträgt 225 Gramm. Dieses Gewicht ist für eine 203-mm-Bremsscheibe im Rahmen des Üblichen und bietet ein ausgewogenes Verhältnis.
Shimano XT Bremse im Detail
Die XT Bremse ist wahrscheinlich die Bremse, die in den vergangenen Jahren am meisten an hochwertigen Bikes verbaut wurde. Für das neue Modelljahr wurde sie modifiziert und sie hat neben einer neuen Farbe eine neue Gebereinheit bekommen. Diese wirkt deutlich schlanker, hat eine schmalere Lenkerklemme und Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren. Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten. Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern. Die hervorragende Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit der ihres Vorgängers identisch. Die Hebelweite lässt sich einfach werkzeuglos einstellen. Bei der Druckpunkteinstellung hingegen konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich und die Leistung lässt sich gut dosieren. Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich. Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 aufwärts trat starkes Fading auf und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild, die Leistung war konstant hoch und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf. Bei den Metall-Beläge war es ähnlich. Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.
Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.
Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Der Leerweg ist leichtgängig und ähnelt - wie das ganze Bremsgefühl - stark der Leichtbau-Bremse Shimano XTR. Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld, vor der Shimano SLX und hinter Hayes Dominion T4, dicht gefolgt von der Shimano XTR. Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden. Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze: In unseren Laborversuchen zeigt das Thermometer 25° C weniger als als bei der SLX im direkten Vergleich. Das führt zu Fading auf langen Abfahrten. In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab.
Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €. Das Handling ist einfach, sowohl beim Einstellen als auch beim Entlüften.
Shimano XTR M9120 im Test
Stand die XTR-Gruppe einst nur für den Cross-Country-Rennsport, verbirgt sich heute hinter den kryptischen Kürzeln BL-M9120 (Geber) und BR-M9120 (Nehmer) die Highend-Vierkolben-Bremse der Japaner, die mit großem Erfolg auch von vielen Stars in der Enduro- oder Downhill-World-Series eingesetzt wird.
Aufbau, Details & Gewicht
Brillantes Finish, famoser Formfaktor, sehr zartes Gewicht: Wo XTR draufsteht, ist XTR drin. Bei der M9120 wirkt alles aus einem (Alu-)Guss. In dem hausen zwei Keramikkolben mit 15 mm Durchmesser und zwei mit 17 mm, was beste Modulation verspricht. Schade: Die neuste Ice-Tech-Freeza-Scheiben (RT-MT900) mit fünf geraden Stegen gibt es nur mit Centerlock, was nicht zu unserer Testflotte passte. Wir griffen auf die leichte Variante RT-MT905 zurück. Spezialität beider ist neben Kühlflächen der Alu-Kern zwischen zwei Stahlaußenlagen - was in der Vergangenheit oft für heiße Debatten sorgte. Reine Stahlrotoren führt Shimano aber ebenso im Programm. Auch Beläge finden sich zahlreiche im Sortiment, zwei, mit Kühlfinnen versehene, dienen sich der XTR an, einer metallisch, einer organisch.
Montage & Setup
Wie die TRP DH-R liegt die XTR entlüftet, aber nicht endmontiert in der Box: Sattel und Leitung sind unverbunden, Letztere ist per Stopfen gesichert, muss nur durch den Rahmen gezogen werden. Der Anschluss an den Nehmer erfolgt dann in der Regel ohne Mineralölverlust, sodass kein Entlüften nötig ist. Falls doch, wirkt dieser Vorgang via Trichter wenig zeitgemäß - anders als bei Hope klappt er aber tadellos. Die Hebelweite lässt sich per Drehrad top einstellen, was für die "fuzzelige" Leerwegschraube nicht gilt. Leicht glückt das Andocken von Shimano- Shiftern mittels I-Spec-EV-Technik, für Sram-Hebel bzw. die der meisten Vario-Sattelstützen braucht es Adapter von Fremdanbietern. Da sich die Axialpumpe zusätzlich und nahe des Griffs am Lenker abstützt, ist für weitere Schellen auch nicht viel Platz.
Ergonomie & Dosierbarkeit
Davon ab verdient die Ergonomie höchstes Lob. Wie kaum ein anderer umgarnt der kompakte XTRHebel den Finger. Dass der nicht mehr wie bei der M9020 aus Carbon besteht? Das macht die Dosierung im Vergleich zur in dieser Beziehung genialen Vorgängerin einen Hauch weniger sensibel, dafür fühlt sich alles steifer, direkter an. Altbekannt bei Shimano ist die Servo-Wave-Technik: Man überbrückt erst schnell den Leerweg, um die Beläge zur Scheibe zu führen. Danach steigt der Übersetzungsfaktor, die Kennlinie wird deutlich progressiver. Wer der XTR noch etwas mehr Biss entlocken will, greift nicht zu den organischen Standard-, sondern zu den zupackenderen Sinter-Belägen.
Bremskraft & Standfestigkeit
Obwohl nicht mit größten Kolben bestückt, bringt die XTR richtig "Zug" auf die Disc. Nur mit der Cura4 und der MT7 konnten wir im Vergleich ein paar Zentimeter später "in die Eisen langen", aber mehr Power, als die M9120 bereitstellt, benötigt man eigentlich nie. Dazu beherrscht Shimano das Thema Konstanz, die Bremse fühlt sich jeden Tag gleich an. Bei langen, harten Abfahrten macht sich spät und unkritisch, dezentes Fading bemerkbar. Die in einigen Tests wortwörtlich heraufbeschworenen Probleme mit dem Alu-Kern der leichten Discs hatten wir nie. 2,00 statt 1,80 mm Dicke wäre dennoch besser.
Beläge
Neben anderen passenden Belägen haben die Japaner vor allem die für die neuste Generation ihrer Vierkolben-Bremsen entwickelten Beläge mit charakteristischen Kühlfinnen im Programm. Getestet haben wir den mitgelieferten, organischen Belag (N03A-RF) und den metallischen (N04C-MF). Ersterer lässt sich feiner dosieren, der gesinterte greift eine Spur beherzter zu.
Tuning
Seit Einführung der Ice-Tech-Scheiben vor bald 15 Jahren sorgen diese für Diskussionen. Wie im Testbericht beschrieben, hatten wir aber nie Probleme mit einer Alu-"Kernschmelze" oder Delamination. Wer den Hightech-Rotoren dennoch nicht traut, findet bei Shimano selbst Alternativen. Oder bei Fremdanbietern: Ein "cooler" Tipp sind die 2,00 mm dicken Shark-Scheiben von Galfer, die mit ihren Kühlfinnen prima zum Konzept der XTR passen.
Test-Fazit
Feinste Machart, reich an Technologien, mit geringstem Gewicht, aber auch mit hervorragender Bremskraft und Konstanz gesegnet.
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