Du fängst mit dem Rennradfahren gerade erst an und wagst dich erstmals auf Klickpedale bzw. fährst du schon länger mit Klickpedalen, tust dich aber mit der optimalen Einstellung noch schwer? Ganz egal, in welcher Situation du dich befindest: Wir haben die richtigen Tipps für dich!
Warum solltest du eigentlich Klickpedale benutzen?
Es ist soweit, du hast dich endlich für den Umstieg auf Klickpedale entschieden. Aber warum wird dieses Pedalsystem eigentlich verwendet? Schuhe mit Cleats und Klickpedalen sorgen dafür, dass deine Füße auf den Pedalen optimalen Halt haben und du drücken bzw. ziehen kannst, ohne dass sich die Füße bewegen. Dein Tritt wird hierdurch flüssiger und effizienter. Da deine gesamte Kraft auf die Pedale übertragen wird, wirst du schneller und hast mehr Energie übrig.
Was sind Cleats?
Sie werden oftmals auch als Pedalplatten oder Schuhplatten bezeichnet und sind das Verbindungsglied zwischen dem Klickpedal und dem Schuh. Die Verbindung zwischen deinen Rennradschuhen und den Pedalen ist die Schuhplatte (Cleat). Sie werden an der Sohle festgeschraubt und erlauben es dem Fahrer fortan, sich in die Pedale einzuklicken.
Werkzeug zur Montage eines Satzes Cleats
Nachfolgend zeigen wir dir das Werkzeug, das du zum Anbringen deiner Cleats an deinen Fahrradschuhen benötigst:
- Einen 3-4 mm großen Innensechskantschlüssel oder ein Multitool
- Einen Satz Cleats
- Einen Filzstift
- Ein Klebeband
- Ein Tuch
Montage deiner Cleats in 9 Schritten
Du montierst zum ersten Mal Cleats an deinen Schuhen? Nachfolgend beschreiben wir dir in 9 Schritten, wie du vorgehst:
- Ziehe deine Schuhe an.
- Nimm ein Klebeband und klebe einen Streifen horizontal an der Sohle entlang im vorderen Bereich auf die Innenseite des Schuhs.
- Zeichne auf dem Klebeband mit einem Filzstift auf Höhe des Knochens des großen Zehs ("des sogenannten ersten Mittelfußknochens") eine Markierung.
- Ziehe deine Schuhe wieder aus und platziere deine Cleats auf den Sohlen.
- Füge die 3 als Zwischenstück zwischen Cleat und Schraube dienenden Platten hinzu.
- Drehe die Schrauben, ohne sie ganz festzuziehen. Du musst die Cleats noch bewegen können.
- Richte die Achse der Cleats so aus, dass sie mit der Markierung übereinstimmt (erstes Zehenglied).
- Ziehe die Schrauben zum Abschluss fest.
7 wichtige Schritte zum Austausch deiner Cleats
Es ist an der Zeit, deine Cleats zu wechseln? Du fühlst dich in deinen Cleats wohl? Du hast das Gefühl, die optimale Position gefunden zu haben? Hier erklären wir dir in 7 Schritten, wie du deine Cleats so austauschen kannst, dass sie genau dieselbe Position haben wie zuvor:
- Nimm ein Blatt Papier sowie einen Stift oder einen Filzstift zur Hand.
- Zeichne sorgfältig die Konturen deiner Cleats unter den Sohlen deiner Schuhe nach.
- Löse die Schrauben und entferne deine Cleats.
- Reinige deine Sohlen mit einem Lappen und entferne Verschmutzungen aus den Löchern.
- Bringe deine neuen Cleats auf deinen Schuhen in Position.
- Platziere sie entsprechend den Konturen, die du nachgezeichnet hast.
- Ziehe schließlich die Schrauben wieder fest.
Hinweise: Achte bei Schuhen mit Carbonsohlen darauf, im letzten Schritt unserer Beschreibung die Schrauben nicht zu fest anzuziehen, damit die Sohlen nicht beschädigt werden bzw. reißen. Nach der Montage bzw. dem Austausch deiner Cleats empfehlen wir dir eine kurze, nicht zu intensive Tour. So kannst du feststellen, wie sich die neu montierten Cleats anfühlen und ob evtl. Schmerzen auftreten. Vergiss nicht, dein Multitool oder einen Innensechskantschlüssel auf die Tour mitzunehmen, falls du die Cleats noch einmal verstellen musst. Im Anschluss an diese erste Tour solltest du noch einmal prüfen, ob die Schrauben der Pedalplatten fest sitzen. Wenn du regelmäßig auf deinem Fahrrad unterwegs bist, solltest du den Sitz der Schrauben monatlich überprüfen. Wenn alles OK ist, wünschen wir dir viele schöne Touren. Solltest du hingegen Schmerzen empfinden, empfehlen wir dir, den nachfolgenden Artikeln zu lesen.
Woran erkennst du Rennradschuhe- und Cleats?
Cleats und Fahrradschuhe für Rennräder erkennst du daran, dass sowohl die Schuhsohlen als auch die Cleats mit 3 Löchern versehen sind. Diese 3 Löcher dienen zur Befestigung der Cleats mithilfe der mitgelieferten Schrauben.
Die unterschiedlichen Gradangaben der Cleats
Bei der Suche nach der passenden Rennradausrüstung wirst du feststellen, dass es mehrere Marken mit verschiedenen Farbcodierungen gibt. Die Farben entsprechen jeweils einem bestimmten Winkel zwischen Pedal und Cleat, also in anderen Worten wird ausgedrückt, wie weit sich der Fuß im Pedal bewegen lässt. Es gibt feste Verbindungen, Verbindungen mit wenig Spiel und solche mit viel Bewegungsfreiheit.
Bekannte Marken und ihre Farbcodierung:
- Look
- Starr: Schwarz (O°)
- Etwas Bewegungsfreiheit: Grau (4,5°)
- Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
- Shimano
- Fest verbunden: Rot (0°)
- Etwas Bewegungsfreiheit: Blau (2°)
- Viel Bewegungsfreiheit: Gelb (6°)
- BBB
- Fest verbunden: Grau (0°)
- Etwas Bewegungsfreiheit: Rot und schwarz (6°)
- Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
- Time & Spidlay
Bei diesen beiden Marken gibt es keine farbliche Markierung zur Bestimmung der Bewegungsfreiheit der Cleats. Die entsprechende Gradangabe befindet sich direkt auf den Cleats und beträgt 0° bis 15°.
Welche Gradangabe ist für dich geeignet?
- Starre Cleats: Empfehlen wir Radprofis bzw. Sportlern mit einem gewissen Niveau. Diese Cleats haben den Vorteil einer optimalen Kraftübertragung insbesondere bei Sprints. Sie eignen sich für Radsportler ohne Knieprobleme, da sie den Knien aufgrund ihrer „starren“ Konstruktion keinerlei seitliche Bewegungsfreiheit bieten. Die entsprechenden Sportlern wissen genau, wie sie ihre Cleats einstellen müssen.
- Cleats mit „etwas Bewegungsfreiheit“: D.h. einem Winkel von 2 bis 6 Grad (je nach Marke) eignen sich für Fahrer, die bereits über Erfahrung mit Cleats mit viel Bewegungsfreiheit verfügen oder keine starren Cleats fahren können. Die entsprechenden Cleats bieten ein wenig Bewegungsfreiheit und sind beim Treten trotzdem noch sehr effizient. Diese Art Pedalplatten werden am häufigsten benutzt.
- Cleats mit „viel Bewegungsfreiheit“: Empfehlen wir schließlich Radsportlern, die den Einstieg in das Fahren mit Klickpedalen wagen. Mit diesen Pedalplatten können Fahrer ihre Füße relativ frei bewegen und dank des großen Bewegungswinkels gibt es nur wenig Beschränkungen für die Gelenke. Zur Erinnerung: Cleats mit „viel Bewegungsfreiheit“ verfügen über einen Winkel von 6° bis 9°, in dem ein Bewegen des Fußes möglich ist.
Wie du weißt, ob deine Cleats richtig eingestellt sind
Gut eingestellte Cleats verbinden Komfort mit guter Kraftübertragung! Logischerweise verspürst du mit gut eingestellten Cleats keinerlei Schmerzen und gehst kein Verletzungsrisiko ein. Falsch eingestellte Pedalplatten können hingegen schmerzhaft und sogar gefährlich sein.
Falsch eingestellte Cleats erkennst du an folgenden Hinweisen:
- Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats leicht nach außen drehen.
- Wenn du Schmerzen an den Knieaußenseiten verspürst, solltest du die Cleats ein wenig nach innen verstellen.
- Schmerzt dein Bein im Bereich der Achillesferse, solltest du deinen Fuß weiter nach vorne bringen, indem du die Pedalplatte nach hinten schiebst.
Montiere deine Cleats mithilfe des Klebebands ruhig noch einmal ganz neu, wenn du mit der Einstellung nicht zufrieden bist. Wenn du dich für starre Cleats bzw. Pedalplatten mit wenig Bewegungsfreiheit entschieden hast, dann empfehlen wir dir bei Schmerzen auf solche mit viel Bewegungsfreiheit umzusteigen, damit deine Knie mit weniger Beschränkungen auf natürlichere Weise die richtige Position einnehmen.
Weitere Aspekte bei Klickpedalen und Cleats
Was ist die Auslösehärte?
Indem man die Ferse nach außen bewegt, kann man sich aus einem Klickpedal „befreien“. Die Kraft, die dafür benötigt wird, bezeichnet man als Auslösehärte. Sie kann je nach Modell variiert werden und sollte an die Fahrweise und Vorlieben des Fahrers angepasst werden. Eine Formel dafür, wie man die Härte einstellen sollte, gibt es nicht. Pauschal könnte man jedoch sagen: Je kräftiger der Fahrer ist und je wilder die Fahrweise, desto höher sollte die Auslösehärte eingestellt werden.
Was bedeutet Float?
Das ist die Bewegungsfreiheit, die dem Fuß zur Verfügung steht, während er im Pedal eingeklickt ist. Grundsätzlich kann man sagen: Je fester der Fuß im Pedal sitzt, also je geringer die Bewegungsfreiheit, desto besser ist die Kraftübertragung. Wenn die Bewegungsfreiheit größer ist, wird dadurch jedoch der Fahrkomfort erhöht und die Belastung auf die Gelenke verringert. Das ist allerdings eine Entscheidung, die jeder Fahrer für sich selbst beantworten sollte, da dies sehr stark vom persönlichen Empfinden abhängt. Deswegen sollte man einfach ausprobieren, was einem besser gefällt.
Pedalplattenschutz
Es lässt sich nicht vermeiden, dass man mit den Fahrradschuhen auch mal ein paar Meter gehen muss. Man könnte die Schuhe jedes Mal wechseln, aber das ist sehr zeitintensiv. Damit man sich diese Prozedur sparen kann und die Cleats dennoch beim Gehen nicht beschädigt werden, gibt es Pedalplattenschoner. Sie werden einfach auf die Pedalplatten gesteckt und schützen diese, wenn man eine Strecke zu Fuß zurücklegen muss.
Bekannte Klicksysteme
Shimano SPD-SL (Rennrad)
Die Pedalplatten bei diesem System werden mit drei Schrauben an der Schuhsohle befestigt. Die SPD-SL Pedale sind in unterschiedlichen Qualitätsklassen erhältlich. Optisch sind sie alle sehr ähnlich, jedoch werden verschiedene Materialien verwendet. Dadurch werden die hochwertigeren Pedaltypen stabiler und vor allem wesentlich leichter. Außerdem gibt es verschiedene Klassen bei der Bewegungsfreiheit, die anhand der Farbgebung der Pedalplatte ersichtlich ist. Die Auslösehärte kann über eine kleine Schraube am Pedal justiert werden.
| Farbe | Float (Bewegungsfreiheit) |
|---|---|
| Rot | 0° |
| Blau | 2° |
| Gelb | 6° |
Shimano SPD (Mountainbike, Gravel)
Wer im Gelände unterwegs ist, muss auch mal vom Fahrrad absteigen und ein paar Meter zu Fuß zurücklegen. Für diese Offroad-Fahrer wurde das SPD-System entwickelt. Dabei sind die Cleats in der Schuhsohle versenkt. Damit kann man zwar keinen Marathon laufen, aber dennoch komfortabel gehen. Befestigt werden die Pedalplatten lediglich mit zwei und nicht mit drei Schrauben wie beim SPD-SL-System für Rennradler. Die dazugehörigen Cleats gibt es in zwei Ausführungen. Bei der Single-Release-Variante kann man relativ einfach ausklicken, indem man die Ferse nach außen dreht. Bei der Multi-Release-Ausführung funktioniert dies ebenfalls, jedoch hat man zusätzlich die Möglichkeit, auch durch andere Seitwärtsbewegungen des Fußes auszuklicken. Das kommt vor allen Klickpedal-Einsteigern zugute, die das korrekte Ausklicken noch nicht verinnerlicht haben, und gibt ihnen mehr Sicherheit. Wie viel Kraft notwendig ist, um den Fuß zu befreien, kann mithilfe einer Schraube eingestellt werden. Die Bewegungsfreiheit liegt bei SPD-Pedalplatten immer bei 5°.
Look KEO
Das KEO-System ist ebenfalls weit verbreitet und bei Amateuren ebenso beliebt wie bei Profis. Entwickelt wurde es von dem französischen Hersteller Look, der 1984 die ersten Klickpedale auf den Markt brachte. Die Pedalplatten ähneln einem Dreieck und werden mit drei Schrauben an den Fahrradschuhen befestigt. Ebenso wie Shimano bietet auch Look seine Fahrradpedale in verschiedenen Güteklassen an und die Bewegungsfreiheit wird ebenso durch unterschiedliche Farben kenntlich gemacht. Bei manchen KEO-Modellen lässt sich die Auslösehärte mit einer Schraube am Pedal einstellen, bei anderen muss dafür ein Carbon-Blatt getauscht werden, das im Lieferumfang enthalten ist.
| Farbe | Float (Bewegungsfreiheit) |
|---|---|
| Schwarz | 0° |
| Grau | 4,5° |
| Rot | 9° |
Crankbrothers Eggbeater
Die Eggbeater wurden von Crankbrothers speziell für die Anforderungen von Mountainbikern entwickelt, eignen sich aber auch ideal zum Graveln und für andere Offroadbikes. Die Konstruktion bietet kaum Flächen, an denen Schmutz oder Schlamm haften bleiben kann, und sorgt zudem für ein sehr geringes Gewicht. Der Pedalkörper, die Feder und die Achse werden aus unterschiedlichen Edelstahlvarianten hergestellt, dadurch sind die Eggbeater äußerst robust und langlebig. Dass man die Pedale vor dem Einklicken nicht in die richtige Position drehen muss, weil man von allen Seiten einsteigen kann, ist ein weiterer Vorteil und ebenfalls dem durchdachten Design zu verdanken.
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