Shimano CN-6600: Laufrichtung, Montage und wichtige Hinweise

Die Shimano CN-6600 ist eine beliebte Kette, die oft in Verbindung mit Ultegra 6603 Gruppen verwendet wird. Im Folgenden werden wichtige Aspekte zur Montage, Laufrichtung und Pflege dieser Kette erläutert.

Laufrichtung der Kette

Bei neuen Ketten ist es grundsätzlich egal, wie herum sie laufen. Bei gebrauchten Ketten kann es jedoch einen Unterschied machen, wie herum man sie wieder montiert. Der Grund dafür ist, dass sich die Ketten an den Ritzeln und Kettenblättern immer in eine Richtung abwinkeln, wodurch eine Abplattung am Bolzen entsteht.

Shimano gibt eine bevorzugte Laufrichtung seiner Ketten an. Bei den neuesten Shimano Ketten ab 10-fach, wie z.B. CN 7900, CN-6700, HG94, ist die Kette so zu montieren, dass die Schrift nach außen zeigt. Shimanos asymmetrische Elffach-Ketten haben ebenfalls eine festgelegte Laufrichtung. Auf der Außenseite sind Einprägungen an den Laschen erkennbar. Die Kette muss so aufgelegt werden, dass die eingeprägte Schrift nach außen zeigt.

Es geht darum, den Nietstift ins vordere "Loch" (bzgl. Laufrichtung der Kette) der Außenlasche zu platzieren.

Erfahrungen mit der Laufrichtung

Es wurde die Erfahrung gemacht, dass es eine Rolle spielen kann, welche Seite der Kette innen und welche außen war, zumindest wenn die Kette schon etwas verschlissen ist. Eine Kette wurde zur Reinigung abgenommen, und nach der Montage lief sie sehr rau und ratterte, was zunächst nicht erklärbar war. Nachdem die Kette versuchsweise umgedreht wurde, lief sie wieder tadellos.

Montage der Kette

Beim Kette wechseln sollte man auf Folgendes achten:

  • Werkzeug: Spezifische Kettennietwerkzeuge und eine Speiche als Haltehilfe sind notwendig.
  • Hilfsmittel: Kettenschmierstoff, Fett und ein Lappen sind hilfreich.
  • Nietverbot: An der Stelle des Verbindungsstiftes darf eine Kette nicht wieder geöffnet werden, da sie danach unsicher wäre. Das sichere Wiedervernieten gelingt nur mit einem neuen Shimano-Elffach-Niet bzw. dem Campagnolo-Ultra-Link.
  • Kürzverbot: Campagnolo hat am Kettenende mit den Außenlaschen einen Warnhinweis angebracht. Diese Außenlaschen sind für das Vernieten vorbereitet und dürfen nicht gekürzt werden.

Schritte zur Kettenmontage

  1. Kette mit dem Kettennieter TL-CN 28 oder 34 an dem Ende kürzen, das mit der Innenlasche endet, damit die Außenlaschen im Originalzustand bleiben.
  2. Kette ins Werkzeug legen und die Spindel gleichmäßig drehen, bis der Niet vollständig aus der Kette gedrückt ist.
  3. Kette auf das kleine Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel legen und durch den Schaltungskäfig führen.
  4. Den gefetteten Verbindungsstift von außen durch die zusammengeschobene Kette schieben.
  5. Kette in das Nietwerkzeug legen, wobei sie sauber geführt werden muss und die Spitze passgenau in die Senkung des Nietstifts laufen muss.
  6. Die Spindel des Werkzeugs gleichmäßig drehen, bis der Niet fühl- und hörbar einrastet.
  7. Kontrollieren, ob sich das vernietete Glied frei bewegen lässt, indem die Glieder von Hand zusammenschieben werden, und ob der Niet (ohne Einführhilfe) auf beiden Seiten gleich weit übersteht.
  8. Abschließend den Führungsstift am Niet mit einer Zange abbrechen.

Kettenlänge

Zu lange Ketten laufen lauter und können abspringen. Zu kurze Ketten können dazu führen, dass das Schaltwerk in die Speichen gerät oder die Kette bei ungünstigem Kettenlauf reißt, was Sturzgefahr bedeutet!

Ermittlung der richtigen Kettenlänge

  1. Neue Kette vorne über das große Blatt, hinten über das kleinste Ritzel legen und durch das Schaltwerk führen. Sicherstellen, dass die Kette nirgends streift und die Schrauben der Schaltwerksrollen senkrecht übereinander stehen.
  2. Kontrollieren, ob die Länge passt, indem die Kette über das kleine Blatt und das kleinste Ritzel laufen gelassen wird. Die Führungsrolle des Schaltwerks muss dann 5 bis 15 Millimeter Abstand vom unteren Kettenstrang haben.
  3. Gegenprobe: Kette über das große Blatt und das größte Ritzel legen. Der Führungskäfig darf dann nicht vollständig gespannt sein, sondern muss sich noch leicht nach oben bewegen lassen, wobei die Kette Spannung verlieren soll.

Kettenpflege

Kettenreinigungsmaschinen und spezielle Fettlöser schaden der Kette mehr als sie nutzen, da sie das Fett im Inneren der Gelenke lösen. Stattdessen sollte man die Kette mit einem Baumwolllappen reinigen und anschließend neu schmieren.

Reinigungsschritte

  1. Längung der Kette mit einer Lehre messen. Bei Verschleiß Kette wechseln, um Zahnkranz und Kettenblätter zu schonen.
  2. Bei guter Kette diese unten mit einem Baumwolllappen umfassen und nach hinten ziehen. Kurbel eine halbe Umdrehung rückwärts drehen, wieder wischen. Wiederholen, bis die Kette weitgehend sauber ist.
  3. Verharztes und verschmutztes Öl mit einem Kunststoffschaber von den Kettenblättern schaben und anschließend die Kettenblätter und die Kurbeln mit einem Lappen säubern.
  4. Schmutz und verbrauchtes Öl und Fett von der Spann- und der Führungsrolle des Schaltwerks entfernen und Schaltwerk und vorderen Umwerfer ebenfalls säubern.
  5. Hinterrad ausbauen und den Zahnkranz reinigen, indem ein gefalteter Lappen zwischen jeweils zwei Ritzel gefädelt und vor und zurück gezogen wird; dabei wird der Zahnkranz immer ein Stück weitergedreht, bis er sauber ist.
  6. Für eine besonders saubere Kette diese auf das große Kettenblatt legen und Glied für Glied von innen nach außen abstreifen.

Schmierungsschritte

  1. Spezielles Kettenöl auf die durchlaufende Kette dünn auftragen, so dass sich der Schmierstoff gleichmäßig verteilt.
  2. Nach dem Auftragen des Öls die Kurbel noch einige Umdrehungen weiterkurbeln und dem Öl anschließend eine halbe Stunde Zeit geben, um zwischen Laschen und Rollen einzuziehen.
  3. Überschüssiges Öl mit einem Baumwolltuch abwischen, damit es keinen Schmutz anziehen kann und keine Spritzer auf Reifen und Felge geschleudert werden.

Verschleiß der Kette

An der Kette verschleißen hauptsächlich die Rollen und Bolzen durch die ständige Reibung. Es wird empfohlen, die Längung der Kette regelmäßig zu messen, um rechtzeitig einen Wechsel vornehmen zu können und Schäden an Ritzeln und Kettenblättern zu vermeiden.

Messmethoden für den Kettenverschleiß

  • Messschieber: Einen Messschieber auf ca. 120mm stellen und den Abstand der Kettenglieder messen. Bei Überschreitung bestimmter Werte (z.B. 120.5mm bei Stahlritzeln) sollte die Kette gewechselt werden.
  • Kettenlehre: Eine Kettenlehre verwenden, um den Verschleißgrad der Kette zu bestimmen.

Probleme und Lösungen

Einige Nutzer haben berichtet, dass die CN-6600 Kette auf dem mittleren Kettenblatt der 3fach-Kurbel klappert. Dies kann daran liegen, dass die Kette an die Steighilfen anstößt. Eine mögliche Abhilfe ist ein leichtes Abfeilen der Steighilfen.

Kundenbewertungen

Die Shimano CN-6600 Kette erhält überwiegend positive Bewertungen von Kunden. Sie wird als superleicht, gut verarbeitet und langlebig beschrieben. Viele Nutzer loben die präzisen Schalteigenschaften und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zusammenfassung

Die Shimano CN-6600 ist eine zuverlässige Kette, die bei richtiger Montage und Pflege eine lange Lebensdauer bieten kann. Die Beachtung der Laufrichtung (bei neueren Modellen) und die regelmäßige Kontrolle des Verschleißes sind entscheidend für eine optimale Performance.

Werkzeug zum Kette wechseln am Rennrad

Ohne das zur Kette passende Werkzeug wird die neu montierte Kette zum Sicherheitsrisiko. Wer den Kauf des Spezialwerkzeugs scheut, lässt die Kette besser beim Händler montieren.

Hilfswerkzeug zum Kette wechseln

Zur Ermittlung der Kettenlänge und Montage hilft eine zurechtgebogene Speiche, mit der man die Kette in Position halten kann.

Tabelle: Kettenverschleiß-Grenzwerte

Komponente Grenzwert
Kettenlängung (Messschieber) 120.5mm (Stahlritzel)
Kettenlängung (Kettenlehre) 0.75%

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