Shimano CN-HG93 Laufrichtung Erkennen und Kette richtig montieren

Wer einen reibungslosen Antrieb für sein Bike möchte, sollte sich von Zeit zu Zeit eine neue Fahrradkette gönnen. Für die Wechselintervalle gibt es keine genauen Vorgaben, diese sind abhängig von Wetter, Fahrstil, Wartungszustand und weiteren Faktoren. Prüfen und pflegen Sie Ihre Kette in regelmäßigen Abständen, da sich diese mit der Zeit längt oder dem natürlichen Verschleiß zum Opfer fällt. Der Wechsel der Shimano Kette kann gut auch von ungeübten Fahrern selbst erledigt werden.

Laufrichtung der Kette

Bei neuen Ketten ist es egal, wie herum sie laufen. Bei gebrauchten Ketten kann es sehr wohl einen Unterschied machen, wie herum man sie (wieder) montiert.

Grund: Die Ketten werden an den Ritzel und Kettenblöättern immer in eine Richtung abgewinkelt. Dadurch entsteht eine Abplattung am Bolzen. Ein Radhändler sagte mir auf einer Party, dass man eine Kette auch in der Laufrichtung umdrehen kann, um den Seitenverschleiß nicht so extrem zu haben. Allerdings ist m.E.

Shimanos asymmetrische Elffach-Ketten haben eine festgelegte Laufrichtung. Auf der Außenseite erkennen Sie Einprägungen an den Laschen. Legen Sie die Kette so auf, dass die eingeprägte Schrift nach außen zeigt.

Hinweis: Bei Shimano Ketten steht es auf dem Beipackzettel, zumindest bei der HG93, die ich zuletzt montiert habe - vorher war mir dies auch nie aufgefallen. Sie schreiben, dass die Kette sonst nicht so stark belastbar ist, ich denke aber, dass dem Normalbürger auch dann die Kette nicht reisst, wenn er es anders herum macht. Zu beschreiben, wie die Kette aufgelegt werden muß, fällt mir ein wenig schwer, aber die Beipackzettel sind sogar im Internet bei Shimano herunterladbar - nicht, dass ich es falsch beschreibe und dann massenhaft Reiseradler verunglücken.

Werkzeug und Hilfsmittel

Für den Kettenwechsel benötigen Sie folgendes Werkzeug und Hilfsmittel:

  • Spezifische Kettennietwerkzeuge
  • Speiche als Haltehilfe
  • Kettenschmierstoff
  • Fett
  • Lappen

Schritte zum Wechseln der Kette

Sorgen Sie zunächst für optimale Bedingungen: Das Bike sollte für Montagearbeiten immer sicher stehen. Auch alte Kleidung, die ruhig schmutzig werden darf, sowie dünne Handschuhe können hilfreich sein. Legen Sie sich alles was Sie benötigen in Reichweite zurecht. So gehen Sie beim Austausch bzw.

  1. Legen Sie die Kette an einer beliebigen Stelle in den Kettennieter und drücken Sie den Kettennietstift heraus.
  2. Wahrscheinlich müssen Sie die neue Kette vor der Montage kürzen.
  3. Ziehen Sie die Enden vorsichtig zusammen, bis diese etwas „stramm“ ist.
  4. Von dieser Position rechnen Sie zwei Kettenglieder dazu, dann haben Sie die passende Länge für Ihre neue Kette.
  5. Die überflüssigen Kettenglieder können entfernt werden.
  6. Nehmen Sie die Kürzung der Kette immer nur an Stellen mit einfachem Nietstift vor.

Achtung! Wenn die Kette nach dem Kürzen per Nietstift verbunden werden soll müssen sich an den Enden eine Außenlasche und ein Innenglied gegenüber stehen. Wenn Sie lieber ein kompatibles Kettenschloss verwenden möchten, werden zwei Innenglieder benötigt!

Kettenlänge bestimmen

  1. Legen Sie die neue Kette vorne über das große Blatt, hinten über das kleinste Ritzel und führen Sie sie durch das Schaltwerk. Achten Sie darauf, dass die Kette nirgends streift. Die Schrauben der Schaltwerksrollen müssen senkrecht übereinander stehen.
  2. Kontrollieren Sie beim Kette wechseln, ob die Länge wirklich passt, indem Sie die Kette über das kleine Blatt und das kleinste Ritzel laufen lassen. Die Führungsrolle des Schaltwerks muss dann 5 bis 15 Millimeter Abstand vom unteren Kettenstrang haben.
  3. Gegenprobe: Legen Sie die Kette über das große Blatt und das größte Ritzel. Der Führungskäfig darf dann nicht vollständig gespannt sein. Er muss sich noch leicht nach oben bewegen lassen; die Kette soll dabei Spannung verlieren.

Kette richtig reinigen und schmieren

  1. Messen Sie zuvor die Längung der Kette mit der Wippermann- bzw. Shimano-Lehre oder dem Rohloff-Caliber. Ist die Kette verschlissen, sollten Sie sie wechseln, um Zahnkranz und Kettenblätter zu schonen. Das Putzen können Sie sich dann sparen.
  2. Ist die Kette noch gut, umfassen Sie sie unten mit einem Baumwolllappen hinterm Kettenblatt. Ziehen Sie den Lappen nach hinten. Kurbel eine halbe Umdrehung rückwärts drehen, wieder wischen. Wiederholen Sie das, bis die Kette weitgehend sauber ist.
  3. Schaben Sie verharztes und verschmutztes Öl mit einem Kunststoffschaber (z. B. einem Reifenheber) von den Ketten­blättern; Stahl (z. B. Schrauben­zieher) verursacht Kratzer. Wischen Sie anschließend die Kettenblätter und die Kurbeln mit einem Lappen sauber.
  4. Entfernen Sie auf die gleiche Weise Schmutz und verbrauchtes Öl und Fett von der Spann- und der Führungsrolle des Schaltwerks. Wischen Sie Schaltwerk und vorderen Umwerfer ebenfalls sauber.
  5. Schalten Sie auf das kleinste Ritzel und bauen Sie das Hinterrad aus. Reinigen Sie den Zahnkranz, indem Sie einen gefalteten Lappen zwischen jeweils zwei Ritzel fädeln und vor und zurück ziehen; dabei wird der Zahnkranz immer ein Stück weitergedreht - so lange, bis er sauber ist.
  6. Wer eine besonders saubere Kette will, legt sie auf das große Kettenblatt und streift Glied für Glied von innen nach außen ab.

Kette schmieren:

  1. Die Wahl des Schmierstoffs ist für viele eine Glaubensfrage. Am verlässlichsten ist spezielles Kettenöl. Es benetzt die Kette mit einem Film, der Geräusche mindert und deutlich sichtbar macht, ob noch Schmierstoff vorhanden ist. Trockenschmierstoffe halten die Kette sauber, müssen aber erfahrungsgemäß häufiger aufgebracht werden.
  2. Drehen Sie die Kurbel rückwärts und tragen Sie auf die durchlaufende Kette dünn das Kettenöl auf, so dass sich der Schmierstoff gleichmäßig verteilt. Kurbeln Sie danach noch einige Umdrehungen weiter und lassen Sie dem Öl anschließend eine halbe Stunde Zeit, um zwischen Laschen und Rollen einzuziehen.
  3. Wischen Sie abschließend überschüssiges Öl mit einem Baumwolltuch ab, damit es keinen Schmutz anziehen kann und keine Spritzer auf Reifen und Felge geschleudert werden - was nicht nur ungepflegt aussieht: Öl auf der Felgenflanke schwächt die Bremswirkung.

Wichtige Hinweise

  • Reinigerverbot: Kettenreinigungsmaschinen und spezielle Fettlöser schaden der Kette mehr als sie nutzen. Das Fett im Inneren der Gelenke wird durch die Reiniger gelöst, der Schmutz nicht vollständig heraus­gespült.
  • Werkzeug zum Kette wechseln am Rennrad: Ohne das zur Kette passende Werkzeug wird die neu ­montierte Kette zum Sicher­heits­risiko. Wer den Kauf des ­Spezialwerkzeugs scheut, lässt die Kette besser beim Händler montieren.
  • Kettenlänge: Zu lange Ketten laufen lauter und können abspringen. Zu kurze Ketten können dazu führen, dass das Schaltwerk in die Speichen gerät oder die Kette bei ungünstigem Ketten­lauf reißt - Sturzgefahr!
  • Nietverbot: An der Stelle des Verbindungsstiftes darf eine Kette nicht wieder geöffnet werden! Die Kette wäre nach dem erneuten Vernieten unsicher. Das sichere Wiedervernieten gelingt nur mit einem neuen Shimano-Elffach-Niet bzw. dem Campagnolo-Ultra-Link. Die Zehn- und Elffach-Kettenschlösser von SRAM können nicht mehr geöffnet werden. Soll die Kette demontiert werden, drücken Sie mit dem Nietwerkzeug einen Stift am Verschlussglied heraus. Das Wiederverschließen gelingt beim Kette wechseln mit einem neuen Kettenschloss.
  • Kürzverbot: Campagnolo hat am Kettenende mit den Außenlaschen einen Warnhinweis angebracht. Diese Außenlaschen sind für das Vernieten vorbereitet, dort darf nicht gekürzt werden.

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