SHIMANO DEORE Bremsen im Test: Ein umfassender Überblick

Die Bremse ist eines der wichtigsten Zubehörteile eines Fahrrads und muss vor allem zuverlässig funktionieren. Shimano hat sich unter anderem auf Fahrradbremsen spezialisiert. Shimano-Bremsen erfreuen sich aktuell großer Beliebtheit, vor allem aufgrund der guten Ergonomie, der hohen Zuverlässigkeit und der Sorglosigkeit der japanischen Bremsen. Viele Käufer überzeugt zudem das gute Preis-Leistungs-Verhältnis.

Technologien und Features der SHIMANO DEORE Bremsen

SHIMANO hat Bremsscheiben und Bremsbeläge mit ICE TECHNOLOGIES eingeführt, um eine Kühltechnologie für gleichbleibend hohe Bremsleistung zu schaffen. ICE-TECH Bremsscheiben und ICE-TECH Bremsbeläge senken die beim Bremsen entstehenden Temperaturen beträchtlich. Dies verringert wiederum Fading, was eine konstante hohe Leistung selbst bei langen Downhill-Strecken gewährleistet.

Oversize-Kolben übertragen Hydraulikleistung direkt auf den Bremsbelag. Ein Keramikmaterial (XTR: Hochisolierter Kunststoff) wird verwendet, um Wärmeübertragung zu vermeiden und für konstante, sichere Bremsleistung zu sorgen.

„ONE WAY BLEEDING“ wurde entwickelt, um schnell und problemlos verhindern zu können, dass sich Luft im Hydrauliksystem befindet.

Der Bremshebel ist mit einer Griffweitenverstellung ausgestattet. Damit passt sich der Griff der Größe der Hand des Fahrers bzw. seinem Fahrstil oder persönlichen Präferenzen an.

Der SERVOWAVE Bremshebel nimmt am Anfang seiner Bewegung viel Bremsweg auf, sodass die Beläge mit geringem Hebelweg an die Bremsscheibe geführt werden können. Nach Anliegen des Bremsbelags nimmt der Kraftübersetzungsfaktor rasch zu. Zudem werden in Kombination mit dem SERVOWAVE Bremshebel unglaubliche 50 % mehr Bremskraft erzielt als mit dem Vorgängermodell.

Bei I-SPEC EV sind die Bremsklemmen weiter nach innen verlegt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Kontaktpunkt zwischen Lenker und Bremshebel, was die Steifigkeit des Hebels erhöht. Diese zusätzliche Stütze verbessert die Kontrolle über das Fahrrad und die Bremswirkung erheblich.

Modelle im Vergleich

Im Test wurden verschiedene Modelle von SHIMANO DEORE Bremsen und Konkurrenzprodukte verglichen. Hier eine Zusammenfassung der Testergebnisse:

SHIMANO DEORE M615

Die Shimano Deore profitiert von der Technik der teureren Modelle. Der kurze Hebel greift sich sehr angenehm, die Bremskraft lässt sich damit fein dosieren. Am Prüfstand packte die Deore am kräftigsten zu. Die RT66-Scheibe ist zudem sehr standhaft. Sie überlebte den Fading-Test.

Mit der Shimano Deore hat man eine zuverlässige Scheibenbremse für den Cross Country und All Mountain Bereich, die im Vergleich zu anderen Modellen deutlich den Geldbeutel schont. Wer etwas versierter unterwegs ist und weniger Fading wünscht, kann die Deore problemlos mit der Ice-Tech Technologie aufrüsten. Dadurch rückt die Deore auf und schließt die Lücke zu den teureren Modellen. In Sachen Bremsleistung und Handhabung steht die Bremse ihren großen Brüdern also in nichts nach!

SHIMANO SLX

Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert eine kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche in Kauf nehmen.

SHIMANO XT

Die Shimano XT Bremse ist ein echter Klassiker im umfangreichen Angebot des japanischen Herstellers. Häufig an Serien-Bikes verbaut, präsentiert sich die XT als Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC.

Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar.

In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab. Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €.

Avid DB3

Die DB3 aus Avids Einsteiger-Linie überzeugt mit guter Ergonomie und werkzeugloser Hebelweitenverstellung. In Sachen Bremskraft erzielt sie nur mittlere Werte. Bei großer Hitze verformen sich die Centerline-Scheiben, richten sich beim Abkühlen aber wieder aus.

Hayes Radar

Die Radar von Hayes verzögert dank Sinter-Belägen kraftvoll, neigt allerdings selbst im Trockenen zum Quietschen. "Crosshair"-Technologie nennt Hayes die zwei Inbus-Schrauben, mit denen sich der Sattel feinjustieren lässt. Nur der lange Hebel könnte etwas ergonomischer sein.

Testergebnisse im Detail

Die folgende Tabelle zeigt die mittlere auf dem Prüfstand gemessene Bremskraft in Newton aus Nass- und Trockenbremsung bei 80 Newton Handkraft, ermittelt mit einer 180-mm-Bremsscheibe.

Bremse Bremskraft (Newton)
Avid DB3 299
Hayes Radar 327
Shimano Deore (RT66-Scheibe) 335
Shimano Deore (RT64-Scheibe) 347

Die Shimano Deore Scheibenbremse konnte mit dem Textergebnis „sehr gut“ abschneiden. Getestet wurde die Bremse in fünf unterschiedlichen Kategorien: Gewicht (10%), Bremsleistung (30%), Standfestigkeit (20%), Dosierbarkeit (20%) und Ergonomie (20%). Die Prozentangaben geben an wie sehr das Testkriterium beim Ergebnis gewichtet wurde.

Bei der Rubrik Gewicht konnte die Bremse nur zwei von fünf möglichen Punkten sammeln. Die Bremsleistung ist dagegen ausgesprochen hoch und wurde mit vier Punkten bewertet. Auffällig ist, dass die Bremskraft bei Nässe stark abnimmt. Zudem konnten die Tester an der Hinterradbremse ein leichtes Fading spüren.

Bei den Kriterien Standfestigkeit und Dosierbarkeit konnten die Bremsen ebenfalls mit vier von fünf Punkten überzeugen.

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