Shimano Deore Umwerfer einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Viele Fahrradfahrer scheuen sich vor der Arbeit am Umwerfer ihrer Kettenschaltung. Doch das Einstellen des Umwerfers ist gar nicht so schwer und kann ohne großes Expertenwissen selbst durchgeführt werden. Wenn die Kettenschaltung des Fahrrads nicht mehr richtig arbeitet, ist häufig der Umwerfer schuld. In den Fokus rückt der Umwerfer dann, wenn die Schaltvorgänge nicht mehr richtig ausgeführt werden. Die Kette springt über das kleine oder größte Ritzel hinten hinaus, Gänge werden beim Schalten übersprungen oder die Gangwechsel gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr geschmeidig ausgeführt.

Anstatt das Fahrrad in eine Werkstatt zu bringen, kann man den Umwerfer auch selbst einstellen. Der Umwerfer befindet sich an den vorderen Kettenblättern und ist dafür zuständig, die Kette zwischen den verschiedenen Kettenblättern zu bewegen. Am Hinterrad übernimmt das sogenannte Schaltwerk die Aufgabe, die Kette auf die unterschiedlichen Ritzel des Zahnkranzes zu führen. Beide Komponenten zusammen ermöglichen den Gangwechsel und damit eine optimale Anpassung an Gelände und Fahrweise.

Dazu bewegt sich die Fahrradkette durch einen Käfig oberhalb des größten vorderen Kettenblatts. Dieser führt die Kette, ist allerdings nicht starr montiert, sondern beweglich. Wird mit dem Schalthebel am Lenker ein entsprechender Impuls gegeben, bewegt sich der Käfig in die gewünschte Richtung und führt die Kette auf ein größeres oder kleineres Kettenblatt. Zwei Leitbleche, ein inneres und ein äußeres, geben der Kette zusätzlich Führung.

Wann ist ein Umwerfer richtig justiert?

Bei der Begrenzung des Umwerfers geht es um den optimalen Abstand zwischen Kette und innerem Leitblech. Zielwert ist, dass zwischen der Kette und dem Leitblech innen noch etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sind. Ist der Abstand zu klein, ist der Umwerfer zu wenig begrenzt. Ist er zu groß, ist er zu stark begrenzt.

Down-Swing- und Top-Swing-Umwerfer

Im Detail unterscheidet man zwei Arten von Umwerfern: Down-Swing und Top-Swing. Die erste Variante ist fest am Sitzrohr platziert, das zweite Modell weiter unten. Letztlich entscheiden der Fahrradtyp und der Platz am Fahrradrahmen darüber, welche Option zum Einsatz kommt. Innerhalb beider Gruppen differenziert man jeweils noch zwischen Top-Pull (hier erfolgt die Zugführung nach oben), Down-Pull (die Zugführung geht nach unten) sowie Dual-Pull (Zugführung von zwei Richtungen aus).

Benötigtes Werkzeug

Benötigt wird lediglich ein Schraubenzieher. Im Grunde geht es nur um drei Schrauben:

  • Die Einstellschraube für die Zugspannung: Sie befindet sich am Schalthebel, häufig auf der linken Seite des Lenkers.
  • Die H-Schraube: Mit ihr wird die obere Begrenzung justiert, sodass die Kette nicht vom größten Kettenblatt fällt (oberen Anschlag einstellen).
  • Die L-Schraube: Mit ihr stellt man die untere Begrenzung des Umwerfers ein, sodass die Kette nicht vom kleinsten Kettenblatt fällt (unteren Anschlag einstellen).

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen des Umwerfers

Schritt 1: Kontrolle aller Schaltungskomponenten

Vorbereitend sollten alle Schaltungskomponenten überprüft werden. Der Check von Kette, Kettenblättern und Schaltzügen gehört dazu, aber auch die Kontrolle der Leitbleche des Umwerfers, die nicht verbogen sein dürfen. Wenn auch das Schaltwerk hinten so weit in Ordnung ist und sich alle Gänge problemlos schalten lassen, kann es mit dem eigentlichen Justieren des Umwerfers losgehen.

Schritt 2: Lösen der Zugspannung

Zuerst muss die Zugspannung gelöst werden. Nur so lässt sich der Zug am Umwerfer zur Justierung bewegen. Dazu wird die Einstellschraube des Schaltzugs etwa bis zur Hälfte herausgedreht.

Schritt 3: Einstellen des unteren Anschlags

Nun sollte die Fahrradkette so geschaltet werden, dass sie vorne auf dem kleinsten Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel läuft. Jetzt wird der untere Anschlag mittels der L-Schraube (L für "low", also unten) eingestellt. Tipp: Mit einer 10-Cent-Münze lässt sich der Abstand von 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sehr gut überprüfen. Die Münze sollte gut und ohne Spiel zwischen Kette und inneres Leitblech passen. Mit der L-Schraube stellst Du den unteren Endanschlag des Umwerfers ein.

Schritt 4: Einstellen des oberen Anschlags

Nun ist der obere Umwerfer-Anschlag an der Reihe. Dazu wird die Kette genau umgekehrt geschaltet, also vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Mit der H-Schraube (H für "high", also oben) wird nun die Position des Anschlags eingestellt. Auch hier ist der Abstand richtig, wenn zwischen Kette und Leitblech ebenfalls etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz bleiben. Mit der H-Schraube stellst Du den oberen Endanschlag des Umwerfers ein.

Schritt 5: Funktionskontrolle

Sind die Anschläge des Umwerfers richtig eingestellt, wird noch seine Funktion kontrolliert. Dabei wird mit dem Schalthebel vom kleinsten in den größten Gang geschaltet. Führt der Umwerfer diesen Befehl richtig aus, passt alles. Wird die Kette zu weit geworfen, sollte der obere Umwerfer-Anschlag nochmals überprüft und nachjustiert werden.

Schritt 6: Einstellen der Zugspannung

Um das Fahrrad wieder fahrbereit zu bekommen, muss noch die Spannung der Zugseile eingestellt werden. Sie war im ersten Schritt gelöst worden. Wird jetzt der Schalthebel am Lenker benutzt, um die Gänge durchzuschalten, springt die Kette nicht auf die gewünschten Zahnkränze. Mit der Einstellschraube am Schalthebel wird nun langsam der Zug erhöht, bis die Gangwechsel korrekt sind. Aber Achtung: Wird der Zug zu hoch eingestellt, werden die Wechsel zum nächstkleineren Kettenblatt unsauber. Entsprechend muss der Zug wieder reduziert werden.

Zusätzliche Tipps und Informationen

Mehr Gänge bedeuten schmalere Ketten und feinere Distanzen zwischen den Gangstufen. Somit müssen die Schaltungen sehr genau eingestellt werden, damit sie perfekt funktionieren. Mit ein paar Tricks lassen sich aber auch die 12 fach Schaltungen problemlos einstellen.

Bevor du jetzt verzweifelt versuchst deine Schaltung einzustellen und zu keinem brauchbaren Ergebnis kommst, solltest du, gerade wenn du dein Bike schon etwas länger fährst oder viel im Gelände unterwegs bist, sicherstellen, dass auch alle Komponenten intakt und voll funktionsfähig sind. Häufig funktioniert eine Schaltung aufgrund eines schwergängigen Schaltseils oder wegen eines verbogenen Schaltauges nicht ordentlich. Dann kann auch der beste Profi die Schaltung nicht mehr ordnungsgemäß einstellen. Bist du also nicht erfolgreich mit der Einstellung, solltest du diese Faktoren untersuchen.

Umschlingung der Kette

Als Umschlingung wird der Winkel bezeichnet, den die Kette die Kassette umschlingt. Normalerweise ist dieser wichtig, um die Umschlingung der kleinen Ritzel richtig einzustellen, bei den 12 fach Antrieben ist er allerdings fest vorgegeben. An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.

Die richtige Einstellung der Anschläge

Mit den Anschlägen wird verhindert, dass die Kette über das größte oder kleinste Ritzel hinaus kann und in die Speichen gerät oder den Rahmen beschädigt. Bei falscher Einstellung der Anschläge kann es auch passieren, dass die Kette beispielsweise nicht in den größten oder kleinsten Gang wechselt und im Gang davor hängen bleibt.

Es gibt zwei Anschlagsschrauben, eine für jedes Ende der Range. Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht. Low begrenzt also den Anschlag zum größten Ritzel mit der meisten Zähne Zahl (für langsame Geschwindigkeiten) und High ist für das kleinste Ritzel mit der niedrigsten Zähne Zahl (für hohe Geschwindigkeiten) zuständig.

Die Anschläge sollten so eingestellt werden, dass die Kette leicht auf das entsprechende Ritzel wechselt, ohne darüber hinaus Schalten zu können. Besonders die Einstellung des H-Anschlags ist wichtig, denn sie kann bei falscher Einstellung die Seilspannung beeinflussen.

Einstellung High-Speed Anschlag

Um die Einstellung des H-Anschlags zu prüfen, Schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.

Einstellung Low-Speed Anschlag

Bei der Einstellung des Low-Speed Anschlags ist wichtig, dass die Kette auf keinen Fall über das größte Ritzel hinaus schalten kann. Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.

Einstellung der Seilspannung

Mit der Seilspannung wird die Position des Schaltwerks unter allen Ritzeln kontrolliert. Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.

Das Einstellen des Schaltwerks einer Kettenschaltung am Fahrrad ist nicht schwer. Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind. Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts. Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst, können drei Dinge eingestellt werden, oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.

Egal ob Du mit Shimano oder SRAM unterwegs bist - wir erklären Dir, wie Du den Umwerfer an Deinem Mountainbike richtig einstellst. Die Einstellung des Umwerfers umfasst im Prinzip nur die Ausrichtung dieses Leitblechs zu den Kettenblättern und ein paar Vorgaben, wie weit es sich in welche Richtung bewegen kann. Hast Du den Umwerfer einmal korrekt montiert und eingestellt, solltest Du für eine Weile Ruhe haben.

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