Shimano Deore M6120 Bremsbeläge im Test: Eine umfassende Analyse

Wer bremst, verliert - aber wer später bremst, ist länger schnell. So oder so braucht es dafür eine geile Bremse. Fakt ist: Bikes werden immer potenter, die Strecken härter und wir schneller - da müssen auch die Bremsen mithalten. Wer richtig schnell sein will, muss auch schnell langsam werden können.

In Erzählungen spielen immer nur die schnellste Zeit und das krasseste Tempo eine Rolle. Aber um dahin zu kommen, muss man auch genauso hart wieder verzögern können. Starke Bremsen helfen, maximale Verzögerung auf den Boden zu bringen und die Kontrolle auf immer anspruchsvolleren Strecken zu behalten. Aber nicht nur für Racer und Sekundenjäger ist eine starke Bremse, die wenig Fingerkraft erfordert, wichtig.

Gerade Einsteiger tendieren dazu, mehr auf der Bremse zu hängen - das geht nicht nur aufs Material, sondern auch auf die Unterarme. Wer viel Kraft zum Bremsen braucht, kriegt schnell Arm-Pump. Das kostet Sicherheit und zwingt euch dazu, langsamer zu werden oder sogar stehen zu bleiben, während eure Kumpels davon ziehen - mies. Die Lösung dafür lautet starke Bremsen, die dennoch gut zu dosieren sind.

Die Vierkolbenbremssättel "Shimano DEORE M6120" finde ich vom Preis-/Leistungsverhältnis her absolut unschlagbar! Klingt zu gut, um wahr zu sein? Keine Sorge, es gibt sie. Doch was zeichnet die beste MTB-Scheibenbremse eigentlich aus? Sie muss zuverlässig, einfach zu warten, leicht und am besten auch noch erschwinglich sein. Reine Power hilft nicht, solange sie nicht fein dosierbar ist.

Technische Details und Innovationen

Dank des schnelleren Ansprechverhaltens der Bremse und des kürzeren Leerwegs ermöglicht der SHIMANO DEORE BL-M6100 Bremshebel ein intuitives Bremsen und damit mehr Konzentration auf den Trail. Das Scheibenbremssystem mit Bremssatteldesign mit doppeltem Durchmesser und gegenläufigen Kolben hat vorn und hinten unterschiedlich große Kolben.

Das System umfasst ein Kraftübertragungssystem, in dem die Bremsscheibe durch den kleineren Kolben am Eingang der Bremsscheibenaufnahme und auch von dem stärkeren, größeren Kolben an der Rückseite gedrückt wird. Der Vierkolben-Bremssattel vergrößert die Kontaktfläche mit der Bremsscheibe, während seine Größe kompakt bleibt. Die Position der Beläge ist exakt darauf abgestimmt, den Druck zu stabilisieren. Zudem werden in Kombination mit dem SERVOWAVE Bremshebel unglaubliche 50 % mehr Bremskraft erzielt als mit dem Vorgängermodell.

Angesteuert werden diese über griffweitenverstellbare 2-Finger-Bremshebel aus Aluminium. Dabei hilft die Servo-Wave-Konstruktion, die Bremskraft optimal zu dosieren. Für die Montage der Bremsgriffe stehen geteilte Klemmschellen zur Verfügung, die als I-Spec-EV-Schnittstellen auch eine Kombination mit passenden Schaltgriffen ermöglichen. Die BL-M6100 wurde mit einem zusätzlichen Abstützungspunkt am Lenker ausgestattet, was mehr Kontrolle und Stabilität zur Folge hat.

Dabei werden die Bremsbeläge beim Bremsvorgang mit einem sehr kurzen Weg des Hebels schnell an die Bremsscheibe geführt. Der größere Teil des Hebelwegs bleibt der eigentlichen Bremskraft vorbehalten. Dadurch dosierst Du Deine Bremskraft gezielter und setzt sie besser um.

ICE TECHNOLOGIES für verbesserte Kühlung

Fading der Bremse bei längerer ununterbrochener Betätigung zum Beispiel in der Abfahrt beeinträchtigt die Bremsleistung. SHIMANO hat Bremsscheiben und Bremsbeläge mit ICE TECHNOLOGIES eingeführt, um eine Kühltechnologie für gleichbleibend hohe Bremsleistung zu schaffen. Die Bremsscheibe hat eine dreischichtige Sandwich-Struktur aus Edelstahl außen um einen Kern aus Aluminium.

Sie strahlt Wärme besser ab und reduziert zum Beispiel eine Oberflächentemperatur von 400 ˚C auf 300˚C. Außerdem gibt es am Bremsbelag eine Kühlfahne. ICE-TECH Bremsscheiben und ICE-TECH Bremsbeläge senken die beim Bremsen entstehenden Temperaturen beträchtlich. Dies verringert wiederum Fading, was eine konstante hohe Leistung selbst bei langen Downhill-Strecken gewährleistet.

Oversize-Kolben übertragen Hydraulikleistung direkt auf den Bremsbelag. Ein Keramikmaterial (XTR: Hochisolierter Kunststoff) wird verwendet, um Wärmeübertragung zu vermeiden und für konstante, sichere Bremsleistung zu sorgen.

Weitere nützliche Technologien

  • ONE WAY BLEEDING: Entwickelt, um schnell und problemlos verhindern zu können, dass sich Luft im Hydrauliksystem befindet.
  • Griffweitenverstellung: Der Bremshebel ist mit einer Griffweitenverstellung ausgestattet. Damit passt sich der Griff der Größe der Hand des Fahrers bzw. seinem Fahrstil oder persönlichen Präferenzen an.
  • SERVOWAVE Bremshebel: Nimmt am Anfang seiner Bewegung viel Bremsweg auf, sodass die Beläge mit geringem Hebelweg an die Bremsscheibe geführt werden können. Nach Anliegen des Bremsbelags nimmt der Kraftübersetzungsfaktor rasch zu.
  • I-SPEC EV: Bei I-SPEC EV sind die Bremsklemmen weiter nach innen verlegt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Kontaktpunkt zwischen Lenker und Bremshebel, was die Steifigkeit des Hebels erhöht. Diese zusätzliche Stütze verbessert die Kontrolle über das Fahrrad und die Bremswirkung erheblich.

I-Spec EV

I-Spec EV beschreibt eine Variante der Verbindung zwischen Bremsgriff und Schalthebel bei MTB-Schaltungen von Shimano. Diese Art der Montage ermöglicht es, den Schaltgriff im Verhältnis zum Bremsgriff sowohl horizontal als auch vertikal zu justieren, und sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit, da es die Anzahl der benötigten Schellen reduziert. I-Spec EV bietet im Vergleich zu I-Spec und I-Spec II einen deutlich größeren Einstellbereich. 14 mm Verstellweg in Längsrichtung und bis zu 60° Rotation ermöglichen eine optimale ergonomische Anpassung an Deinen Fahrstil, Deine Sitzposition und Deine Anatomie.

One-Way-Entlüftung

One Way Bleeding ist eine Technik, die an Shimano Bremssätteln zum Tragen kommt und das Entlüften der Bremse erleichtert. Dabei wurden die Leitungswege so optimiert, dass keine Luftblasen mehr im Bremssattel zurückbleiben. In Kombination mit dem Trichter lässt sich die Bremse sauber und einfach entlüften.

J-Kit

J-Kit ist ein einfaches Leitungsanschlusssystem für hydraulische Bremsen von Shimano, damit Du Deine Bremse unkompliziert und schnell montieren kannst. Die Bremsleitung ist im Lieferumfang noch nicht an der Bremse montiert, um die Verlegung im Rahmen zu erleichtern. Die Bremsleitung ist bei J-Kit bereits mit Öl befüllt und mit einer dünnen Membran versiegelt. Im J-Kit-Bremshebel befindet sich ein kleiner Dorn, der diese Membran bei der Montage durchstößt, sodass das Öl fließen kann.

Vergleich mit anderen MTB-Scheibenbremsen

Im Testfeld hatten wir sowohl Budget-Bremsen, die üblichen Verdächtigen, die sich an den meisten Serien-Bikes finden, als auch echte Boutique-Bremsen, die eurem Kontostand alles abverlangen. Was alle Scheibenbremsen gemeinsam haben? Vier Bremskolben und eine hydraulische Betätigung - also mit einer Flüssigkeit.

Das Testfeld bewegt sich preislich zwischen erschwinglichen 240 und stolzen 1.300 €, wobei sich das Gros der Teilnehmer zwischen 400 und 700 € einpendelt. Die Preise haben wir jeweils als unverbindliche Preisempfehlung im Set, also 2 Bremsen, aber ohne Bremsscheiben verglichen. In der Realität liegen einige Bremsen natürlich auch im Set und auf dem freien Markt deutlich unter UVP. Shimano-Bremsen, die seit langem unverändert auf dem Markt sind, bekommt man beispielsweise fast um die Hälfte der UVP.

Das Gewicht der Bremsen unterscheidet sich dabei nur marginal. Gerade einmal 180 g liegen zwischen der leichtesten und der schwersten Bremse im Test: Hayes Dominion T4 als leichteste mit 530 g und SRAM MAVEN Ultimate als die schwerste mit 710 g.

Zehn Bremsen zwischen 110 und 515 Euro und mit Gewichten zwischen 280 und 500 Gramm haben wir zum Test geladen. Acht davon massive Vierkolben-Konstruktionen mit Gravity-Anspruch. Bahnbrechende Neuerungen sind nicht zu verkünden, aber Detailarbeit kann auch Unterschiede machen.

Bremsflüssigkeit: Mineralöl vs. DOT

Das Bremsmedium - also die Flüssigkeit, die die Power vom Hebel zum Bremssattel am Rad überträgt - variiert nur zwischen mineralischem Öl oder DOT-Bremsflüssigkeit. Hydraulisch betätigte Bremsen bedeutet, dass diese die Kraft durch eine Flüssigkeit übertragen.

Der Vorteil von Flüssigkeiten: Sie lassen sich im Gegensatz zu Luft nicht komprimieren, die Kraftübertragung findet also nahezu verlustfrei statt. Aus diesem Grund ist auch penibles Entlüften - also kleinste Lufteinschlüsse aus dem Bremssystem zu entfernen - so wichtig. Noch ein Faktor: Bremsflüssigkeit siedet viel später als Wasser.

DOT-Bremsflüssigkeit kommt ursprünglich aus dem Kfz-Bereich. Kleiner Fun-Fact: Sie trägt den Namen vom US-Verkehrsministerium - Department of Transportation. Die DOT-Flüssigkeit ist in Nummern unterteilt, wobei hauptsächlich DOT 4 und 5.1 bei MTBs vertreten sind. Je höher die Zahl, desto höher ist die Siedetemperatur der Flüssigkeit. Das wichtigste Merkmal von DOT-Bremsflüssigkeit ist, dass sie hygroskopisch ist. Das heißt, DOT bindet Wasser (unter anderem aus der Luft) und bildet eine homogene Flüssigkeit. Dadurch ändern sich die Eigenschaften von DOT und der Siedepunkt (regulär bis zu 260° C) sinkt. Darum sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig getauscht werden. Zudem ist DOT gesundheitsschädlich und aggressiv gegenüber Lack, Haut und Klamotten. Hier macht nicht unbedingt die Menge, aber die Dauer das Gift: Spült man DOT gleich mit ausreichend Wasser ab, ist es kein Problem.

Mineralöl als Bremsflüssigkeit ist die Alternative zu DOT. Das Mineralöl wird aus Erdöl gewonnen und hat in der Regel einen niedrigeren Siedepunkt von 190° C. Es ist nicht gesundheitsschädlich oder schlecht für den Lack, nur der Kontakt mit den Bremsbelägen sollte unbedingt vermieden werden. Mineralöl zieht kein Wasser an, bindet es aber auch nicht: Wie beim Salatdressing schwimmt das Öl einfach oben - eine typische Emulsion. Die Wahl der Bremsflüssigkeit obliegt in jedem Fall dem Hersteller, einfaches Wechseln zwischen den verschiedenen Flüssigkeiten ist nicht möglich. Dabei können Dichtungen und auch Bremsleitungen zu Schaden kommen. Der Einfluss aufs Bremsgefühl ist zudem marginal. Mineralöl sollte ebenso herstellerspezifisch gewählt werden, wie DOT nur mit der richtigen Nummer verwendet werden kann.

Bremsbeläge: Metallisch vs. Organisch

Prinzipiell gilt, dass jeder Bremsenhersteller auch seine eigenen Beläge anbietet. Meist sogar in unterschiedlichen Ausführungen. Zudem sind Nachrüst-Beläge von Drittherstellern wie z. B. Sinter, GALFER oder Kool-Stop verfügbar. Hiermit lässt sich häufig vergleichsweise günstig die Bremspower steigern. Zudem gibt es meist zwei Arten von Belägen: metallische und organische. Wobei sie sich in den Grund-Bestandteilen nicht unterscheiden. Diese sind Reibmaterial, Gleitmittel und Fasern.

Das Reibmaterial ist für die Reibung verantwortlich und erzeugt dadurch auch die Bremspower, die man am Ende spürt. Das Reibmaterial besteht aus einem Mix aus harten Materialien wie Metalloxiden und Carbiden und sorgt somit auch für den meisten Verschleiß an der Bremsscheibe. Das Gleitmittel wiederum versucht, den Verschleiß zu begrenzen und den Reibungskoeffizienten stabil zu halten. Die Fasern unterscheiden sich in organischen Materialien wie Kevlar und Carbon oder metallischen Materialien wie Kupfer oder Stahl. Um die Masse zu verbinden, sind noch Binde- und Füllmaterial wie Harze enthalten. Die Herstellung der Beläge erfolgt grundsätzlich bei allen Belägen gleich: Die Masse wird unter Hitze und hohem Druck auf die Trägerplatte gepresst.

Bremsscheiben: Konstruktion und Materialien

Die Bremsscheiben für MTB-Bremsen bestehen alle aus Stahl - zumindest die Reibfläche, an der die Beläge anliegen. Die Dicke der Bremsscheiben variiert hingegen und ist vor allem mit der Wärmeableitung gekoppelt. Mehr Material kann mehr Hitze vom sensiblen Bremssattel abtransportieren. Dieser Effekt besteht zwar in der Theorie, konnte aber bei unserem Labortest nicht final bestätigt werden. Shimano setzt zum Beispiel bei den XTR ICE-TECH-Bremsscheiben auf einen Kern aus Aluminium, der die Wärmeableitung und das Gewicht verbessern soll. Das Labor hat gezeigt: Die Sandwich-Struktur der Bremsscheibe ergibt Sinn und die Shimano XTR-Bremsen bleiben am kältesten. Besonders mit Sinter-Belägen wird der Effekt noch verstärkt.

Noch ein wesentlicher Unterschied bei den Bremsscheiben: Es gibt ein- und zweiteilige. Letztere sind auf einem „Stern“ in der Mitte vernietet und schwimmend gelagert. So wird verhindert, dass sich die Reibscheiben bei Wärme ungleichmäßig ausdehnen und verziehen können. Kommt es zur Befestigung der Bremsscheiben am Rad, ist der Markt zwischen Shimano und dem Rest der Bremsenwelt gespalten. Stichwort 6-Bolt vs. Centerlock. Für uns hat sich die Variante mit den 6 Schrauben als besser herausgestellt. Zwar ist die Montage etwas aufwändiger, dafür haben die Bremsscheiben kein Spiel auf der Nabe.

Testmethoden

Für unseren umfassenden Bremsentest haben wir alle Bremsen mit original Bremsbelägen und den zugehörigen 200-mm-Bremsscheiben an Front und Heck getestet. Das Testergebnis setzt sich aus drei Parametern zusammen: Labor, Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce und natürlich dem Praxistest auf dem Trail.

  • Trail-Test: Mehrere Tage im sonnigen Spanien, um die Bremsen back-to-back auf einer definierten Teststrecke zu fahren. So konnten wir ordentlich Tiefenmeter sammeln, die Bremsen auf Temperatur bringen und einen direkten Vergleich erfahren. Zudem sind wir alle Bremsen auf unseren bekannten Hometrails gefahren und haben unsere jahrelangen Erfahrungen mit einfließen lassen.
  • Labor-Test: Beim Belag-Spezialisten Sinter in Slowenien durchgeführt. Nach dem vorgeschriebenen Einbremsverfahren wurden alle Bremsen mit original Bremsbelägen und Bremsscheibe auf dem Prüfstand montiert. Dann folgten 20 Abläufe von je zwei Testverfahren: Der erste Test simulierte eine Verzögerung von 30 km/h bis zum Stillstand und der zweite Test eine Bremsung von 30 auf 15 km/h. Zwischen jeder der 20 Bremsungen hat die Bremse 10 Sekunden Erholungszeit bekommen. Zudem gab es eine konstante Belüftung der Bremsen, die den Fahrtwind simulieren sollte. Die Ergebnisse stellen jeweils den Durchschnitt der 20 gefahrenen Versuche dar. Zum Erzeugen der Bremskraft wurden immer 40 N auf den Bremsgeber gegeben.
  • Telemetrie-Aufzeichnung mit BrakeAce: Um die Unterschiede der Bremsen auf unserer auswendig gelernten Teststrecke noch besser erfahren und vor allem aufzeichnen zu können, haben wir jeweils an einem Bike das BrakeAce Telemetrie-Messsystem aus Neuseeland verwendet. Das System misst unter anderem die Anzahl und Dauer von Brems-Events. Außerdem werden die durchschnittliche Bremsleistung und die Kraftverteilung zwischen Vorderrad- und Hinterradbremse gemessen. Aus all den Daten ermittelt die App einen Flow-Score, der den Run insgesamt bewertet.

In der Praxis Unsere bewährte Strecke in Bozen stand wegen der Pandemie nicht zur Verfügung. Wir sind auf die Bremsenteststrecke vom Schwestermagazin TOUR ausgewichen. 230 Tiefenmeter mit durchschnittlich 13,8 Prozent Gefälle, in der Spitze bis zu 25 Prozent steil, dienen dazu, Dosierbarkeit, Bremskraft und Standfestigkeit zu testen. Das Testprozedere: Erst schleifen lassen, dann kräftige Intervallbremsungen und schließlich eine Vollbremsung aus 60-65 km/h in steilem Gefälle. Gebremst wird nur mit der vorderen Bremse. Zwei Fahrer (75 und 100 kg) fahren jeweils eine Abfahrt. Überraschung: Auch wenn das Szenario keineswegs hart anmutet, war es für einige Bremsen bereits zu viel!

Im Labor Im BIKE-Labor werden die Bremsen schrittweise an ihre Grenzen gebracht. Das Prüfprozedere umfasst 200 Bremsungen, vom Einbremsen, über die Ermittlung von Nass- und Trockenbremswerten bis zum abschließenden, dreistufigen Fading-Test. Die Belastungen orientieren sich an den Realdaten, ein Gebläse ersetzt auf dem Prüfstand den Fahrtwind. Die ermittelten Brems- und Handkräfte ergeben die Kennlinien in den Steckbriefen. Die Temperaturmessung hilft bei der Interpretation der Kraftmessungen. So können wir erkennen, unter welchen Bedingungen Fading einsetzt. In die abschließende Bewertung fließen Praxis- und Labordaten ein.

Ergebnisse und Fazit

Auf dem Papier sind sich alle Bremsen sehr ähnlich, die Preisunterschiede aber sehr groß. Das spiegelt sich in der Performance allerdings nicht immer wider. Im Test, egal ob Telemetriedaten, Labor- oder Trail, haben sich große Unterschiede gezeigt, aber auch, dass Bremsen viel mit persönlichen Vorlieben und Gefühl zu tun haben. Manche mögen es knallhart, während andere gern fein dosieren und modulieren wollen. So war es ein verdammt knappes Rennen um den Titel „Beste MTB-Scheibenbremse“.

Testergebnisse einiger Modelle

Vom Geheimtipp zum Testsieg! Die Hayes Dominion T4 zeigt eine enorme Performance, sowohl auf dem Trail mit einem sehr guten Bremsgefühl als auch im Labor, und legt damit ein erfolgreiches Comeback hin. Ihre beeindruckende Power und das Hebelgefühl, kombiniert mit dem geringsten Gewicht und nützlichen technischen Features wie die Crosshair-Bremssattel-Montage, machen die Hayes Dominion T4 zum Testsieger im Rennen um die beste MTB-Scheibenbremse.

Die Shimano SLX überzeugt mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test und einer starken Verzögerung samt solider Dosierbarkeit. Das digitale Bremsgefühl erfordert eine kurze Eingewöhnung, dafür muss man bei Anmutung, Ergonomie und Handling keine Abstriche in Kauf nehmen.

Weitere getestete Bremsen:

  • Formula Cura 4
  • Hayes Dominion A2
  • Hope Evo Tech 3 E4
  • Magura MT7 Pro
  • Shimano Deore 6120
  • Shimano XTR 9120
  • Sram Code RSC
  • Trickstuff Piccola
  • Trickstuff Piccola HD
  • TRP DH-R Evo

Nur Ausprobieren bringt Erkenntnis, also haben wir die Testbremsen auf unserer bewährt herzhaft zupackenden Testmaschine und unserer anspruchsvollen Teststrecke gemartert. Die markantesten Unterschiede fanden wir dabei einmal mehr in der Standfestigkeit der Stopper.

Lieferumfang:

  • 2 x Scheibenbremse Shimano Deore BR-M6120 + BL-M6100, VR und HR
  • 1 x Bremsleitung Shimano SM-BH90-SS 1000 mm (VR)
  • 1 x Bremsleitung Shimano SM-BH90-SS 1700 mm (HR)
  • 2 Paar Bremsbeläge Shimano Resin
  • 2 x Insertpin
  • 2 x Olive
  • 4 x Befestigungsschraube Bremssattel
  • 2 x Sprengring

montagefertig, befüllt, nach der Montage ist eine Entlüftung zu empfehlen.

Direkt mitbestellen:

  • Scheibenbremsadapter
  • Werkzeug TL-BH61 zur Insertpin-Montage
  • Entlüftungsdistanzstück Y-8FF19000

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