Die Shimano Deore M6100 ist eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Seit Jahrzehnten träumen Biker von legendären Buchstabenkombinationen wie XTR und XT, die Schaltvergnügen und Statussymbolik zugleich versprechen. Die Deore-Gruppe von Shimano steht schon seit vielen Jahren für zuverlässige, bewährte Performance für ambitionierte Einsteiger zu einem äußerst attraktiven Preis.
Die neue Shimano Deore M6100 im Detail
Mit der Einführung der Deore M6100 verbauen die Japaner sogar unterhalb des SLX-Niveaus erstmals 12 Gänge. Um die Nummer vier in Shimanos Komponentenhierachie massentauglich zu machen, setzt Shimano mit der neuen Deore sogar noch weiter unterhalb 300-Euro-Preisgrenze an. Die 11fach- und 10fach-Versionen der Deore wird es trotzdem weiterhin geben.
Wie von Shimano gewohnt, „erbt“ die Deore Gruppe zahlreiche Features die zuvor den höherwertigen Gruppen vorbehalten waren. Wie bei Shimano üblich darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben.
Lust auf etwas Fach-Japanisch-Englisch? "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" wären ab sofort als Features im Deore-Aufgebot. So hat die langlebige Edelstahl-Kassette harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine satte Bandbreite von 510 Prozent ergibt.
Die neue Shimano Deore M6100 ist eine reine 1-fach Gruppe. Entsprechend lautet bezüglich der M6100 die wohl wichtigste und entscheidende Frage: Welche Kassetten wird es geben und wie groß fällt dementsprechend die Bandbreite aus? Mit seiner 10-51 Kassette, die in verschiedenen Ausführungen auch schon bei XT(R) und SLX zum Einsatz kommt, setzte Shimano ein für viele überraschendes Ausrufezeichen.
An der Kassette für die neue Deore-Gruppe verbaut Shimano 12 Edelstahl-Ritzel mit einer Bandbreite von 10-51 Zähnen. In Kombination mit der spezielle M6100-Kette will Shimano eine signifikante Steigerung in Sachen Schalt-Performance im Vergleich zu früheren Deore-Modellen erreicht haben. Für die neue Deore CS-M6100 Kassette würden wir dann knapp 600g vermuten. Auf der Habenseite dürfte diese jedoch neben der durch die Stahl-Konstruktion bessere Haltbarkeit wohl auch einen ausgesprochen attraktiven Preis verbuchen können - schließlich ist die SLX Kassette bereits für unter 70 Euro zu haben.
Kurbelgarnitur der Deore M6100
Herzstück der neuen Deore M6100 ist die schicke 12fach-Kurbelgarnitur. Die neue Deore-Kurbelgarnitur ist gespickt mit Technologien aus den teureren XT- und XTR-Gruppen. Genau wie die teureren SLX-, XT- und XTR-Modelle profitiert auch die M6100 von der Dynamic Chain Engagement+ Technologie. Dabei sollen die speziell geformten Zähne den Rückhalt der Kette im Kettenblatt begünstigen, sowie Reibung und Geräuschentwicklungen reduzieren.
Im Falle der Deore M6100 setzt Shimano auf ein mutiges, kantiges, futuritisches Design, das ganz und gar nicht nach Einsteiger-Komponente aussieht und unserer Ansicht nach auch einige der teureren Kurbeln optisch lässig aussticht. Erhältlich ist die hohlgeschmiedete Alu-Kurbel ab Werk mit 30 oder 32er Blatt, das per Direct Mount befestigt wird. Die Kurbelarme gibt es entweder in 170mm oder 175mm Länge, bei den Q-Faktoren gibt es mit 172mm, 178mm und 181mm sogar derer drei.
Dabei hält die Direct-Mount-Befestigung das Kettenblatt nicht nur sicher an Ort und Stelle und zahlt auf eine cleane Optik ein, sondern ermöglicht auch den reibungslosen Wechsel des Kettenblatts. Zudem sind die Kettenblätter der großen Geschwister (Shimano SLX, XT und XTR) mit dem neuen Familienmitglied M6100 kompatibel. Somit liegt es am Benutzer, das Spektrum wahlweise mit einem 28er, 30er, 32er, 34er oder gar 36er-Kettenblatt zu erweitern.
Schaltwerk und Schalthebel der Deore M6100
Für den Ritzelwechsel verantwortlich zeigt sich das Tandem aus RD-M6100 Schaltwerk, das natürlich mit der hauseigenen Shadow+ Dämpfung ausgestattet ist und sich optisch klar vom Vorgänger abhebt und dem SL-M6100 Schalthebel. Hinten sorgt an der neuen Deore ein Shadow RD+-Schaltwerk für präzise und reibungslose Gangwechsel und mehr Kettenspannung im groben Gelände. An Leit- und Spannrolle zählen wir 13 Zähne.
Auch im Schalthebel stecken die Gene der teureren Shimano 12fach MTB-Schaltungen. Dank I-Spec-EV-Schelle lassen sich auch am kleinen Geschwisterchen Deore Schalt- und Bremshebel mit nur einer Schelle montieren. Mit Rapidfire Plus schaltet der Fahrer mit nur einem Druck am Hebel um bis zu drei Gänge zurück. Zudem gibt die „Two Way Release“-Funktion den Schaltzug wahlweise durch Ziehen mit dem Zeigefinger oder Drücken mit dem Daumen frei. So wie man das von Shimano-Schaltungen eben kennt.
Das neue 12-fach Schaltwerk kann mit seiner elegant-schwarzen Farbe nicht nur optisch überzeugen. Die bei den modernen 1×12 Antrieben üblichen, extremen Größenunterschiede der Ritzel erfordern beim Schaltwerk spielfreie Lagerpunkte und höchste Präzision. So reduzieren große Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen Laufgeräusche. Außerdem sorgt der robuste Käfig für hohe Kettenspannung und hält damit die Kette auch in holprigem Gelände im Zaum.
Auch der rechte 12-fach Schalthebel profitiert von den Technologien der höher positionierten Gruppen SLX, XT und XTR. Beispielsweise ermöglicht I-Spec EV einen deutlich größeren Einstellbereich der Montagepunkte am Lenker als bisher. Was die individuelle Cockpit-Ergonomie auf ein neues Level hebt. In Kombination mit weiteren Features wie Rapidfire Plus und Two-Way-Release lässt sich mit den neuen Deore Schalthebeln schneller, präziser und komfortabler denn je in beiden Richtungen durch die Kassette schalten.
Deore-Scheibenbremse mit zwei und vier Kolben
Gemeinsam mit der neuen Schaltgruppe führt Shimano von jetzt auch zwei neue Deore-Scheibenbremsen im Sortiment. Zum einen die altbekannte Deore mit Zweikolben-Bremssattel, zum anderen eine speziell für den Trail-/Enduro-Einsatz konzipierte Vierkolben-Variante.
Es geht spannend weiter: Die neuen Deore Bremsen kommen in zwei Versionen auf den Markt. Der BR-M6100 Bremssattel ist mit seinen zwei Bremskobeln eher für den Touren- und XC-Bereich ausgelegt, sein größerer Bruder, der BR-M6120 bringt mit vier Kolben hingegen auch ein Enduro zuverlässig zum Stehen. Für beide Bremssättel ist der gleiche Geber vorgesehen - das ist durchaus erwähnenswert, denn so sind beispielsweise beliebte Kombinationen aus einem Vierkolben-Sattel vorn und zwei Kolben hinten problemlos möglich.
Mit Präsentation des neuen 4-Kolben-Sattels stellt Shimano klar, dass die Deore Gruppe jetzt auch für sportlich-ambitionierte Biker eine interessante Option ist. Denn wer in Richtung Enduro unterwegs ist und stets nach den steilsten Abfahrten sucht, für den ist eine kraftvolle 4-Kolben-Bremse zumindest am Vorderrad Pflicht. Ob 2- oder 4-Kolben-Version - beide Bremsanlagen teilen sich denselben Bremshebel.
Dessen neue, zusätzliche Abstützung am Lenker sorgt für eine steifere Konstruktion und damit bessere Kraftübertragung von den Fingern ins System. Zudem sind die Bremshebel mit der bewährten Servo Wave Technologie ausgestattet: Im ersten Teil des Hebelwegs werden die Beläge schnell nahe an die Scheiben führt. Im zweiten Teil stellt das System dann viel Hebelweg für den eigentlichen Bremsvorgang zur Verfügung. Der Vorteil: Mehr Leistung bei verbesserter Kontrolle. Um das neue Deore-Cockpit perfekt zu machen, bietet Shimano nun auch einen Remote-Hebel für Teleskop Sattelstützen an.
Alternativen zur Deore Schaltgruppe
- Shimano Tourney: Konzipiert für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder, preisgünstig und bietet eine einfache Schaltung.
- Shimano Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano, bietet solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
- Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
- Shimano Alivio: Geeignet für Alltagsfahrten und leichtes Gelände, zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus.
- Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt, präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten.
- Shimano Deore XT: Bietet zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel und eine robuste Bauweise.
- Shimano XTR: Entwickelt für höchste Ansprüche an die Leistung des Mountainbikes, bietet schnelle und präzise Schaltung.
Fazit
Die neue Shimano Deore ist unserer Meinung nach die wahrscheinlich beste Gruppe für Biker, die auf ihr Budget achten müssen oder wollen. Für einen Komplettpreis von deutlich unter 300 Euro erhält man robuste und gut verarbeitete Komponenten, die nahezu alle technischen Features der Shimano Topgruppen übernommen haben. Selbst das Finish der Deore wirkt wertig und makellos.
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