Mit der Einführung der Deore M6100 verbauen die Japaner erstmals 12 Gänge unterhalb des SLX-Niveaus. Das soll sich nun ändern, denn für 270 Euro galt die SLX-Gruppe bisher als die günstigste mit 1x12 Gängen von Shimano. Um die Nummer vier in Shimanos Komponentenhierachie massentauglich zu machen, setzt Shimano mit der neuen Deore sogar noch weiter unterhalb 300-Euro-Preisgrenze an.
Die 11fach- und 10fach-Versionen der Deore wird es trotzdem weiterhin geben. Alle neuen Shimano Deore 12fach-Komponenten sind ab Juni 2020 im Fachhandel erhältlich.
Laut Hersteller liegt der Preis der neuen Deore-Gruppe bei etwa 270 Euro. Der tatsächliche Preis dürfte sich also etwas bei knapp unter 250 Euro einpendeln. Damit bleibt die Deore auf dem gleichen Preis-Niveau wie das 2x11-Deore-Pendant und die 12fach-Einsteigergruppe Sram SX Eagle (etwa 250 Euro). Die Sram NX Eagle bekommt man im Internet aktuell für etwa 280 Euro.
Technologien und Features der Deore M6100
Wie bei Shimano üblich darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben. Lust auf etwas Fach-Japanisch-Englisch? "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" wären ab sofort als Features im Deore-Aufgebot.
Herzstück der neuen Deore M6100 ist die schicke 12fach-Kurbelgarnitur. Genau wie die teureren SLX-, XT- und XTR-Modelle profitiert auch die M6100 von der Dynamic Chain Engagement+ Technologie. Dabei sollen die speziell geformten Zähne den Rückhalt der Kette im Kettenblatt begünstigen, sowie Reibung und Geräuschentwicklungen reduzieren.
Dabei hält die Direct-Mount-Befestigung das Kettenblatt nicht nur sicher an Ort und Stelle und zahlt auf eine cleane Optik ein, sondern ermöglicht auch den reibungslosen Wechsel des Kettenblatts. Beim Kauf stehen dem Kunden neben der Kurbelarmlänge von wahlweise 170 oder 175 Millimetern auch zwei verschiedene Kettenblattgrößen mit 30 oder 32 Zähnen zur Wahl. Zudem sind die Kettenblätter der großen Geschwister (Shimano SLX, XT und XTR) mit dem neuen Familienmitglied M6100 kompatibel. Somit liegt es am Benutzer, das Spektrum wahlweise mit einem 28er, 30er, 32er, 34er oder gar 36er-Kettenblatt zu erweitern. Zuletzt bietet Shimano die Kurbelgarnitur mit drei verschiedenen Q-Faktoren (Abstand der zwei Kurbelarme im montierten Zustand) an: 172 Millimeter, 178 Millimeter und 181 Millimeter.
An der Kassette für die neue Deore-Gruppe verbaut Shimano 12 Edelstahl-Ritzel mit einer Bandbreite von 10-51 Zähnen. Wie bei den anderen Shimano 12fach-Schaltungen soll auch die neue Deore schneller, präziser und zuverlässiger Schalten als die Vorgänger-Schaltgruppe. In Kombination mit der spezielle M6100-Kette will Shimano eine signifikante Steigerung in Sachen Schalt-Performance im Vergleich zu früheren Deore-Modellen erreicht haben.
Hinten sorgt an der neuen Deore ein Shadow RD+-Schaltwerk für präzise und reibungslose Gangwechsel und mehr Kettenspannung im groben Gelände. An Leit- und Spannrolle zählen wir 13 Zähne. Auch im Schalthebel stecken die Gene der teureren Shimano 12fach MTB-Schaltungen. Dank I-Spec-EV-Schelle lassen sich auch am kleinen Geschwisterchen Deore Schalt- und Bremshebel mit nur einer Schelle montieren. Mit Rapidfire Plus schaltet der Fahrer mit nur einem Druck am Hebel um bis zu drei Gänge zurück. Zudem gibt die „Two Way Release“-Funktion den Schaltzug wahlweise durch Ziehen mit dem Zeigefinger oder Drücken mit dem Daumen frei. So wie man das von Shimano-Schaltungen eben kennt.
So hat die langlebige Edelstahl-Kassette harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine satte Bandbreite von 510 Prozent ergibt.
Der rechte 12-fach-Schalthebel der DEORE (SL-M6100-IR) profitiert von denselben Technologien wie seine Geschwister auf XTR, DEORE XT und SLX Niveau, unter anderem von I-Spec EV.
Deore-Scheibenbremse ab sofort auch mit vier Kolben
Gemeinsam mit der neuen Schaltgruppe führt Shimano von jetzt auch zwei neue Deore-Scheibenbremsen im Sortiment. Zum einen die altbekannte Deore mit Zweikolben-Bremssattel, zum anderen eine speziell für den Trail-/Enduro-Einsatz konzipierte Vierkolben-Variante.
Dazu sind die Bremshebel mit SHIMANOs bewährter SERVO WAVE Technologie ausgestattet, die mit dem ersten Teil des Hebelwegs die Beläge schnell nahe an die Scheiben führt und im zweiten Teil viel Hebelweg für den eigentlichen, leistungsstarken und gut kontrollierbaren Bremsvorgang zur Verfügung stellt.
Die DEORE M6100 Bremsen kommen in zwei Versionen auf den Markt - mit XC-spezifischem Zwei-Kolben-Bremssattel (BR-M6100) oder mit einem Vier-Kolben-Bremssattel für den Trail/Enduro-Einsatz (BR-M6120).
Praxistest und Fahreindrücke
Die Schaltvorgänge sind knackig und „on point“. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab. Die neue Shimano 12-fach XT konnte bereits überzeugen. Was mir aber ausdrücklich gut gefallen hat, das sind die neuen Schalthebel. Dabei sind es nicht die gummierten Kontaktflächen der Schalt-Paddles, sondern vor allem der Verstellbereich der I-SPEC EV Montage. Damit lassen sich die Hebel in seitlicher Richtung um mehr als 14 mm verschieben und wie gehabt auch in Rotationsrichtung anpassen. Das Thema Ergonomie ist damit definitiv vorbildlich gelöst.
Dank 2-Way-Release Technik funktioniert der Schalthebel überdies auch intuitiv - je nach Vorlieben des Nutzers. Neu ist dagegen die Schaltfunktion beim linken Hebel (nur für 2-fach Aufbauten): der neue Rapidfire Plus Mono Schalthebel weist nur mehr eine Bedienrichtung auf. Der erste Hebeldruck hebt den Umwerfer aufs große Kettenblatt und arretiert ihn dort. Der zweite löst ihn und hebt die Kette aufs kleine Blatt.
Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion. Hoch schaltet die Deore zwar "nur" drei Gänge auf einen Rutsch, dies funktioniert aber auch unter Last ordentlich. Dafür ist jedoch eine sehr penible, mitunter etwas zeitraubende Einstellung der Schaltung nötig. Beim Runterschalten spürt man hin und wieder eine kleine Verzögerung - das machen XT & Co. besser, aber eben nicht zu diesem Preis.
Vergleichsweise gering sind die notwendigen Fingerkräfte. Gerade Einsteigern dürfte das gefallen. Dank des zuschaltbaren Reibungsdämpfers steht das Schaltwerk auch im harten Downhill stabil - klasse.
Shimano DEORE M6100, M5100 und M4100 im Detail
Der japanische Fahrradteilehersteller stellt mit der DEORE M6100 das neueste Mitglied der 12-fach MTB Komponentenfamilie her und präsentiert parallel dazu eine 11-fach DEORE M5100 sowie die 10-fach-Variante M4100, die ebenfalls den klangvollen Namen SHIMANO DEORE trägt.
Die M6100 Serie basiert auf der DNA der SHIMANO Top-MTB-Gruppen XTR, DEORE XT und SLX. Zum Einsatz kommt dieselbe DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Technologie wie bei den XTR, DEORE XT und SLX Kurbeln, die mit ihren speziell geformten Zähnen gleichermaßen den Rückhalt der Kette auf dem Kettenblatt wie den reibungslosen und leisen Lauf garantiert.
Zur Wahl stehen Kubelarmlängen von 170 mm oder 175 mm, Kettenblätter mit 30 oder 32 Zähnen (wobei die größeren oder kleineren Kettenblätter der SLX, XT oder XTR auch mit der DEORE Kurbel genutzt werden können und das Spektrum entsprechend erweiteren) sowie Versionen mit drei verschiedenen Q-Faktoren: 172 mm (für 142/148 mm O.L.D.), 178 mm (148 mm O.L.D.) und 181 mm (O.L.D. 157 mm).
Die SHIMANO DEORE 12-fach MICROSPLINE Kassette (CS-M6100) besteht aus 12 haltbaren Edelstahl-Ritzeln und hat eine Übersetzung von 10-51 Zähnen. Und zwar selbst unter hoher Last.
Die SHIMANO DEORE 12-fach HG Kette (CN-M6100) ermöglicht eine leise und leichtgängige Kraftübertragung und zugleich besseren Rückhalt auf Ritzeln und Kettenblätter.
Das DEORE 12-fach-Schaltwerk (RD-M6100-SGS) garantiert schnelle und präzise Schaltvorgänge über die gesamte Bandbreite von 10-51 Zähnen.
Ein optionaler Auslösehebel für versenkbare Sattelstützen (SL-MT500) komplettiert nach Wunsch das DEORE Cockpit. Mit diesem Hebel lassen sich Dropper-Posts betätigen, ohne den festen Griff am Lenker lockern zu müssen.
Die DEORE, die neben der neuen 12-fach-Linie auch eine neue 11-fach-Serie sowie weiterhin eine 10-fach Serie enthält, erhöht die Vielseitigkeit und das Einsatzspektrum dieser Gruppe um ein Vielfaches.
Antriebsoptionen der 11-fach und 10-fach DEORE
Im Gegensatz zur 12-fach DEORE, haben diese beiden Serien auch eine 2-fach Option (2×11, 2×10) im Line-up. Wer sich für ein 11-fach-System entscheidet, hat die Wahl, entweder die 10-51Z HG Kassette (CS-M5100) mit einer 1-fach Kurbel (FC-M5100) mit 30 oder 32 Zähnen oder die 11-42Z HG Kassette mit einer 2-fach Kurbel mit Standard- (FC-M5100-2) oder Boost-Einbaubreite (FC-M5100-B2) und 36-26 Zähnen zu kombinieren.
Die Schaltwerke sind jeweils von der Wahl des Antriebsstrangs abhängig. So ist das SHIMANO SHADOW RD+ Schaltwerk RD-M5100-SGS für den Einsatz mit einem 1×11-fach-Antrieb vorgesehen. Es kommt spielend mit der großen Bandbreite der 11-51Z-Kassette zurecht. Das RD-M5120-SGS Schaltwerk weist ebenfalls das für SHIMANO SHADOW RD+ typische flache Profil auf und ist auf Kassetten bis 42 Zähne (2×11/2×10-fach) bzw. bis 46 Zähne (1×10-fach) ausgelegt.
Die DEORE Umwerfer (FD-M5100/M4100) garantieren leichtgängige, leise und reibungslose Schaltvorgänge vorne und bieten zugleich ausreichend Freiraum für breite Reifen (bis zu 2,3“) auf breiten Felgen.
Schalthebel-Technologien
Sowohl für 1-fach- als auch für 2-fach-Systeme bieten die zugehörigen Schalthebel (SL-M5100-IL/IR) mittels I-SPEC EV die Möglichkeit, Schalt- und Bremshebel bzw. bei 1-fach auch einen Auslösehebel für versenkbare Sattelstützen integriert mit den Bremshebeln an einer gemeinsamen Schelle zu montieren. Dies ermöglicht ein cleanes Cockpit-Design und lässt viele Freiheiten für eine ergonomische Positionierung der Bedienelemente.
Auf der linken Seite kommt bei den 2-fach-Schalthebeln die RAPIDFIRE PLUS MONO Technologie zum Einsatz, bei der mit nur einem Hebel hoch- wie heruntergeschaltet wird, was eine schnelle, direkte und vor allem intuitive Bedienung ermöglicht.
Bremssysteme der DEORE 4100/5100
Passend zu den 10-fach- und 11-fach-Versionen der DEORE sind Scheibenbremssysteme verfügbar, bei denen der Bremshebel BL-M4100 wahlweise mit einem Zwei- oder einem Vier-Kolben-Bremssattel kombiniert wird. Auch der BL-M4100 ist wie seine großen Geschwister zusätzlich am Lenker abgestützt und so signifikant steifer als Vorgängermodelle. Zudem weist auch er einen kürzeren Leerweg auf.
An unserem Ibis Ripley Testbike haben wir die komplette XT-Gruppe montiert, um einen möglichst guten Gesamteindruck zu bekommen. Bei der Übersetzung haben wir uns für 30er Kettenblatt entschieden und diese mit der 10-51 Kassette kombiniert.
Bei der Markteinführung lag der Preis für die XT M8100 bei ca.950 Euro, mittlerweile bekommt man die Komplettgruppe (Anfang 2021) aber schon für ca. 760 Euro. Im Vergleich dazu kostet die XTR-Gruppe in gleicher Ausführung in etwas das Doppelte, wobei man damit lediglich ca.
Persönlich würde ich fast soweit gehen, die XT M8100 als die schönere XTR-Gruppe zu bezeichnen. Die 12-Fach XT Gruppe ist größtenteils in schlichtem Schwarz gehalten. Somit ist die Gruppe optisch sehr neutral und kann in verschiedene Aufbauten farblich gut integriert werden, ohne jedoch optisch langweilig zu sein.
Ergonomie und Einstellbarkeit
Die Ergonomie einer Gruppe wird durch die Kontaktpunkte zum Fahrer bestimmt. Das sind im Grunde Schalthebel und Bremsgriff. Bei der XT-Gruppe sind diese durch die I-Spec Technologie ergonomisch und aufgeräumt am Lenker befestigt. So sind Schalt- und Bremshebel gut angeordnet, um diese jederzeit gut erreichen zu können.
Der Schalthebel kann zusätzlich nach links und rechts um ca. Hochgeschalten wird mit dem kleineren Hebel dieser kann mit Druck und Zug ausgelöst und mit dem größeren Hebel wird heruntergeschaltet, beide Hebel haben eine griffige Oberfläche, so rutscht man selbst bei nassen und schlammigen Bedingungen nur schwer beim Schalten ab.
Die Bremshebel sind als Einfinger-Bremshebel ausgelegt, was dem Anspruch der meisten Biker genügen sollte. Shimano setzt auf dieses bewährte Design schon seit einigen Jahren. Die Hebel liegen sehr ergonomisch am Finger an und an der Außenseite sind runde Einsenkungen eingefräst worden, damit man mehr Grip bei den Bremsmanövern hat und der Hebel einem nicht so leicht vom Finder rutscht.
Außerdem verfügen die Bremshebel über einen großzügigen Einstellbereich der Griffweite, dieser kann werkzeuglos über einen Drehregler eingestellt werden. So sollte sehr kleine als auch sehr große Hände die richtige Griffposition finden können. Kleine Ausfräsungen am Bremshebel sollen den Grip erhöhen.
Schaltperformance und Zuverlässigkeit
Die Shimano XT Schaltgruppe ist seit vielen Jahren eine feste Größe am Fahrradmarkt und steht wie kaum ein anderer Name für Qualität. Diesem Ruf wird sie auch in ihrer neuesten Ausführung als M8100 voll und ganz gerecht - nun jedoch eben mit deutlich größerer Bandbreite. Das im Vergleich zum Vorgänger hinzugekommene Ritzel beeinträchtigt die Schaltperformance nicht. Die Schaltvorgänge finden fast digital mit dem richtigen Feedback am Schalthebel statt.
Aufs kleinere Ritzel können zwei Gänge mit einem Druck geschalten werden. Auch nervöse Schaltvorgänge mit viel Zug auf der Kette bereiteten der XT-Gruppe keine Probleme. Schlamm und Dreck machen das Treten und Schalten lauter, beeinflussen die Performance jedoch nicht eklatant. Die Übersetzung mit dem 30er Kettenblatt und der Kassette von 10-51 ist mehr als ausreichend für den Traileinsatz.
Über Jahre hinweg hat sich die Shadow Plus Schaltwerksdämpfung bewährt und auch am neuen XT 12 Fach-Schaltwerk wurde die Kette ruhig gehalten.
Bremsperformance und Modifikationen
Auch die Shimano-Scheibenbremsen haben sich über die Jahren hinweg schon bewährt. Inzwischen sind sie an einem Punkt angekommen, wo man sich fragen muss, ob Verbesserungen überhaupt noch notwendig sind. Doch auch bei der aktuellsten Evolutionsstufe der Shimano-Bremsen wurde ein kleines Detail ergänzt, was die Performance sehr positiv beeinflusst.
Nahe der Hebelachse des Bremsgriff wurde ein Steg ergänzt, der sich am Lenker abstützt. Bisher gab es nur über die Schelle den Kontakt zum Lenker. Mit dieser zusätzlichen Abstützung wird der Griff an sich um einiges steifer.
Im direkten Vergleich mit der Vorgängerbremse ist das nicht nur spür- sondern auch sichtbar, da sich der Hebel nicht mehr verwinden kann. Ansonsten war die Performance der Bremse sehr solide. Manchmal werden Shimano Bremsen als eher schwieriger dosierbar beschrieben. Unserer Meinung war aber die Dosierbarkeit für den Traileinsatz mehr als ausreichend. Trotz der Standard-Shimano-Bremsscheiben hatten wir keine Temperaturprobleme mit der Bremse.
Erfahrungen im Dauertest
Was fiel uns allgemein an der Gruppe auf? Eigentlich relativ wenig, was bei einer Mountainbikegruppe für sich spricht. Zunächst einmal funktionierte die Montage völlig problemlos. Die Schaltung war schnell eingestellt und auch die Bremsen waren schnell befüllt und entlüftet. Über die gesamte Saison hinweg mussten wir an keiner Stelle wirklich nachjustieren.
Daran hat jedoch auch der edle Ibis Ripley Rahmen seinen Anteil. Die Züge konnten schnell verlegt werden und der Rahmen war top ausgerichtet. Kettenlinie und Ausrichtung des Schaltauges waren perfekt für die verbaute XT-Gruppe. Die Hinterbauten vieler Rahmen sind leider leicht verzogen, was sich negativ auf die Schaltperformance auswirkt, obwohl die Schaltung selbst nicht dafür verantwortlich ist.
Einen winzigen Kritikpunkt haben wir aber doch: Die Kassette auf dem neuen Microspline lockerte sich nach einiger Zeit.
Nach ca. 1500 km mit der Gruppe konnten wir nur sehr wenig Verschleiß feststellen. Die Kette sitzt noch sehr stabil auf dem Kettenblatt und auch die Zähne an den Kettenblätter und Kassette sehen noch sehr frisch aus. Auch die Bremsbeläge würden wir als sehr haltbar beschreiben.
Fazit zum Dauertest
Die neue Shimano XT-Gruppe kann alles genauso gut wie der teurere Bruder XTR. Wer nicht nicht aufs letzte Gramm schaut und den Geldbeutel schonen möchte, der muss mit der günstigeren Shimano-Gruppe keine Abstriche machen.
Typisch Shimano gibt es auch bei der neuesten XT-Gruppe das volle Programm: von der Bremse - die wir ebenfalls für euch getestet haben - bis zum Kettenschloss, das es endlich auch in Shimanos Portfolio geschafft hat.
Sowohl Shimanos XTR- als auch XT- und SLX-12-fach-Schaltungen verrichten ihre Schaltvorgänge auf nahezu vergleichbar hohem Niveau. Der größte Unterschied zwischen den Komponenten liegt meist im Gewicht und den verbauten Materialien, wie z. B. der Trigger: In dem der XT-Gruppe steckt bereits deutlich mehr Technik als bei der SLX-Gruppe.
Denn er verfügt über Multi-Release: kann also mit nur einem Klick zwei Gänge schwerer schalten. Das klingt erst einmal nicht besonders, doch nachdem unser Testchef Felix sich an das Feature gewöhnt hatte, will er es an seinem NICOLAI G1 nicht mehr missen. Nach kurzen Zwischenanstiegen ist die XT-Schaltung so deutlich schneller wieder im richtigen Gang: Wer die Power in den Beinen hat, bekommt sie auf welligen Trails noch besser auf den Boden.
Um ausreichend Platz für das kleinste Ritzel auf dem Freilauf zu schaffen, benötigt die XT-Gruppe unbedingt einen MICRO SPLINE-Freilauf. Zu Beginn unseres Dauertests war dieser mit Ausnahme von DT Swiss und Shimano selbst bei vielen Naben-/Laufradherstellern noch schwer zu bekommen. Doch mittlerweile ist er für eine Vielzahl von Systemen erhältlich.
So kann die XT auch unter Volllast noch extrem sauber und zuverlässig schalten wie kaum ein anderes System am Markt. Der Shadow+ Mechanismus lässt sich in seiner Härte schnell und einfach einstellen und beruhigt so die Kette enorm.
Während Kette, Kurbel, Kassette und Trigger der Shimano XT absolut überzeugen können, ist das Schaltwerk das Sorgenkind der Komplettgruppe. Positiv neben dem Look ist vor allem das robuste Design, das auch so manchen Steinkontakt über die 14 Monate lediglich mit einigen Schönheitskratzern überstanden hat. Auch härtere Impacts, bei denen sogar das Schaltauge am G1 gewechselt werden musste, hat es ohne Murren weggesteckt. Das Einstellen der Schaltung ist easy.
So erlaubt z. B. eine aufgedruckte Markierung am Käfig die perfekte Einstellung der Umschlingung in Sekundenschnelle. Ebenfalls einfach einzustellen ist die Stärke der Shadow+ Dämpfung, die Kettenschlagen verhindern soll. Unter einer Gummi-Abdeckung versteckt sich die Schraube, mit der die Dämpfung an die Vorlieben angepasst werden kann. Felix hat immer auf viel Dämpfung gesetzt und die Schraube nur zum Nachjustieren genutzt, wenn die Dämpfung nach einiger Zeit nachlässt.
Denn besonders während der ersten Grade Käfig-Rotation lässt die Dämpfung schnell nach. Hier hilft auch der regelmäßige Service, bei dem die Clutch abgeschmiert wird, nicht weiter. Das abschmieren verhindert aber ein weiteres, häufig auftretendes Problem, denn steht das Bike längere Zeit ungenutzt (und ohne Service) kann sich die Clutch festsetzen und den Käfig blockieren.
Die Shimano XT 12-fach-Schaltung überzeugt mit hervorragender Schaltqualität unter Last und einem starken Kompromiss aus Leichtbau und bezahlbarem Preis. Hinzu kommen eine klasse Ergonomie, einfaches Setup und die fast einzigartige Multi-Release-Funktion. Einzig die wartungsintensive Shadow+ Dämpfung trübt den positiven Eindruck: Wir empfehlen das passende Ersatzteil gleich mit zu bestellen.
Fazit: Viel Schaltung für wenig Geld! Die ganze Deore-Gruppe kostet nicht viel mehr als ein XTR-Schaltwerk, macht dafür einen tollen Job.
Tabelle: Shimano Deore M6100 - Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Günstiger Preis | Höheres Gewicht |
| Technologien der Top-Gruppen | Penible Einstellung erforderlich |
| Hohe Schaltperformance | Verzögerung beim Runterschalten möglich |
| Ergonomische Schalthebel | Shadow+ Dämpfung wartungsintensiv |
| Vielseitige Antriebsoptionen | Kassette kann sich lockern |
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