Die Shimano Deore findet von Amazon-Käufern lobende Erwähnung vor allem wegen ihrer guten Schaltleistung. Spitzenbewertungen erhält die Fahrradschaltung für ihre schnelle, zuverlässige und genaue Funktionsweise. Selbst Käufer, die ihr Fahrrad täglich nutzen, können keinerlei Schwächen feststellen. Auch mit dem Preis-/Leistungsverhältnis sind die meisten einverstanden. Nur durchschnittliche Bewertungen gab es selten - beispielsweise wegen einer falschen Lieferung. Das Gros der Käufer ist rundum zufrieden mit seiner Wahl.
Deore ist etwas schwerer als LX, XT hat aber qualitativ ansonsten keine Nachteile da es z.B. auch Octalink II und Hollowtech hat. Lediglich das Schaltwerk ist bei XT oder XTR minimal genauer bzw.
Trotz der immensen Größe von Shimano, hat vor allem Sram, der einzige ernstzunehmende Konkurrent, die Entwicklung von Mountainbike-Schaltungen in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Mit der Einführung der 1x12-Schaltung haben die Amerikaner 2016 das Traditionsunternehmen Shimano bei der Technologievorherrschaft abgelöst. Bereits zwei Jahre später etablierte Sram mit seiner NX-Gruppe die neuen 1x12-Antriebe an Mountainbikes bis in den günstigen Einstiegsbereich. Shimano springt erst 2019 mit XT und SLX auf den 12fach-Zug auf. 2018 reagierten die Japaner auf den wachsenden Druck und verpassten ihrer neuen XTR ebenfalls ein zwölftes Ritzel an der Kassette. Seit Sommer 2019 sind zudem die günstigeren SLX- und XT-Gruppen mit Zwölffach-Kassetten ausgestattet. Mittlerweile sind acht Zwölffach-Varianten über sämtliche Preisklassen erhältlich.
Sowohl bei Shimano als auch bei Sram sind die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Antriebe untereinander kompatibel. So kann sich jeder Biker seinem Budget entsprechend seinen Antrieb auch selbst konfigurieren. Die günstigsten Upgrade-Kits aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel gibt es ab 167 Euro. Das zusätzlich nötige Nachrüstkettenblatt für die alten Kurbeln kostet ab 40 Euro. Wer einen alten Sram-Elffach-Antrieb auf Sram-Zwölffach umrüsten möchte, braucht keinen neuen Freilaufkörper. Wer seinen alten HG-Freilauf (Shimano) nicht ersetzen will oder kann, hat die Option, eine Sram-Eagle-NX-Kassette zu verbauen.
Wir haben alle Antriebe (bis auf die Shimano Deore M6100) nachgewogen und schildern zusätzlich unsere Fahreindrücke aus der Praxis. Daher beruht dieser umfassende Überblick und alle gemachten Angaben und Preise auf unseren Daten aus dem Jahr 2020.
Überblick: Sram vs. Shimano 12fach-MTB-Schaltgruppen
Sram-Schaltgruppen
- XX1 Eagle AXS
- X01 Eagle AXS
- XX1 Eagle
- X01 Eagle
- GX Eagle AXS
- GX Eagle
- NX Eagle
- SX Eagle
Shimano-Schaltgruppen:
- XTR
- Deore XT
- SLX
- Deore
Shimano Deore - der Goldstandard bei den MTB-Schaltungen?
Für das Modelljahr 2021 erweiterte Shimano sein 1x12-Angebot um die günstigere Deore M6100. Um die Nummer vier in Shimanos Komponentenhierachie massentauglich zu machen, setzt Shimano die neue Deore-Schaltung sogar unterhalb der 300-Euro-Preisgrenze an. Alle neuen Shimano Deore 12fach-Komponenten sind seit dem Modelljahr 2021 im Handel erhältlich.
Die Leit- und Spannrollen haben bei der neuen 12fach-Deore 13 Zähne. Der Freilaufstandard ist Micro-Spline und die Bandbreite beträgt 510 %. Der Preis für die Schaltgruppe liegt bei ca. 300 Euro.
Shimano SLX - M7100
Die SLX war bis zum Modelljahr 2020 Shimanos Einstieg in die Zwölffach-Klasse. Bei ähnlichem Preis ist sie über 200 Gramm leichter als Srams NX-Eagle-Pendant. Allerdings wird beim Umrüsten auch ein neuer Freilaufkörper für zirka 60 Euro fällig. In der Praxis funktioniert die Schaltung sehr gut. Vielen gefällt das weichere Schaltgefühl des Hebels sogar besser als das des teureren XT-Hebels.
In Sachen Preis-/Leistung eine der besten 12fach-Schaltungen für Mountainbikes am Markt: die Shimano SLX. Der Freilaufstandard ist Micro-Spline, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 1857 Gramm und das Kurbelgewicht 649 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 167 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 270 Euro.
Sram NX Eagle
Srams NX-Eagle-Gruppe ist kein Leichtgewicht, hat aber einen großen Vorteil: Ihre Kassette ist mit dem Jahrzehnte alten HG-Freilauf von Shimano kompatibel. Mit dem 11er-Abschlussritzel ist ihre Bandbreite geringer als bei allen anderen Zwölffach-Antrieben. Das Schaltgefühl ist minimal undefinierter, und sie läuft etwas lauter als die hochwertigeren Antriebe von Sram.
Größter Pluspunkt der Sram NX Eagle: Man kann sie mit dem etablierten HG-Freilauf fahren. Das macht sie vor allem fürs Nachrüsten an alte Bikes interessant. Der Freilaufstandard ist HG-Standard, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 2074 Gramm und das Kurbelgewicht 707 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 455 %. Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 187 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 268 Euro.
Shimano Deore XT - M8100
Die XT-Gruppe von Shimano kombiniert seit Jahrzehnten annehmbare Preise mit höchster Qualität. Da macht auch das neue M8100-Ensemble keine Ausnahme. Aufgrund des guten Preis-Leistungsverhältnisses wird sie oft auch als "Volksschaltung" bezeichnet. Ihre Funktion ist tadellos. Lediglich die hohen Handkräfte des Schalthebels gefallen nicht jedem.
Die „Volksschaltung“ an sportlichen Mountainbikes: die Shimano Deore XT als 12fach-Version. Der Freilaufstandard ist Micro-Spline, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 1798 Gramm und das Kurbelgewicht 641 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 267 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 412 Euro.
Sram GX Eagle
In den Punkten Gewicht, Preis und Schaltgefühl ist die GX der Shimano XT minimal überlegen. Dafür hat sie eine zehn Prozent geringere Bandbreite. Unterm Strich kann man sagen: Beide Schaltgruppen funktionieren auf ähnlichem Niveau. Die GX Eagle von Sram hat also auch das Zeug zur Volksgruppe. Rein von der Funktion ist kaum ein Unterschied zur X01 oder XX1 Eagle zu spüren.
Die Sram GX Eagle 12fach-Schaltgruppe bekommt man im Netz bereits deutlich unter 400 Euro. Der Freilaufstandard ist XD, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 1711 Gramm und das Kurbelgewicht 612 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 500 %. Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 260 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 377 Euro.
Shimano XTR - M9100
Nach einem Werksbrand bei Shimano musste man lange auf die neue XTR-Kurbel warten. Mittlerweile ist die Top-Gruppe der Japaner komplett erhältlich. Der Schalthebel drückt sich sportlich straff, dafür wechselt die Kette blitzschnell und leise die Ritzel. Eine elektronische Di2-Version der 12fach XTR-Schaltung gibt es aktuell nicht.
Hochwertiger und leichter geht's bei Shimano nicht: die aktuelle XTR 12fach-Version. Der Freilaufstandard ist Micro-Spline, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 1497 Gramm und das Kurbelgewicht 531 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 450 % / 510 % / 623 % (2fach). Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 552 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 999 Euro.
Sram XX1 Eagle / XX1 Eagle AXS
Die XX1 Eagle ist die leichteste Zwölffach-Schaltgruppe auf dem Markt. Neben der normalen Version mit Schaltzug gibt es noch eine teurere, elektronische AXS-Variante komplett ohne Kabel. Die X01 Eagle ist ähnlich hochwertig, für den Enduro-Einsatz aber etwas robuster verarbeitet. Der Schalthebel drückt sich definiert, aber weich. Ein Traum von einer Schaltung!
268 Gramm wiegt das Sram XX1 Eagle-Schaltwerk. Der Freilaufstandard ist XD, das Gewicht der Schaltgruppe¹ beträgt 1434 Gramm und das Kurbelgewicht 469 Gramm. Die Bandbreite liegt bei 500 %. Der Preis für ein Upgrade-Kit² beträgt 744 Euro / 1089 Euro und der Preis für die Schaltgruppe³ 1199 Euro / 1525 Euro für AXS.
¹Die komplette Schaltgruppe besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette, Kettenblatt, Kurbel und Schalthebel. Das Tretlager wurde aufgrund verschiedenster Standards nicht berücksichtigt. ²Ein Upgrade-Kit besteht aus Schaltwerk, Kassette, Kette und Schalthebel. ³Durchschnittspreis von drei großen Online-Shops Januar 2020.
Günstige 1x12-Schaltung aus Japan gecheckt
Endlich stellen die Japaner ihre SLX-Schaltung mit 1x12-Technologie vor. Wir haben Sie bereits ausgiebig auf den Trails getestet! XTR, XT ... Seit Jahrzehnten träumen Biker von diesen legendären Buchstabenkombinationen, die Schaltvergnügen und Statussymbolik zugleich versprechen. Den preislich darunter liegenden Schaltgruppen haftet hingegen das "Graue-Maus-Image" an. Zu Unrecht, wie etwa seit diesem Jahr die tolle SLX-Gruppe beweist.
Noch ein paar Euro-Scheine darunter siedelt sich die brandneue Deore M6100 an, die jetzt ebenfalls als 1 x 12-Antrieb daherkommt und komplett ohne Bremse laut Shimano rund 280-290 Euro kosten soll (exakte UVPs geben die Japaner wie immer nicht an).
Wie bei Shimano üblich darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben. Lust auf etwas Fach-Japanisch-Englisch? "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" wären ab sofort als Features im Deore-Aufgebot. Besser verständlich sind da nackte Zahlen: So hat die langlebige Edelstahl-Kassette harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine satte Bandbreite von 510 Prozent ergibt.
Leicht ist die Deore-Gruppe allerdings nicht, vor allem besagte Kassette und die (hübschen) Alu-Kurbeln drücken mit Vehemenz auf die Waage. Und in der Praxis? Da schlägt sich die Deore mehr als wacker angesichts ihres attraktiven Preises. Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion.
Hoch schaltet die Deore zwar "nur" drei Gänge auf einen Rutsch, dies funktioniert aber auch unter Last ordentlich. Dafür ist jedoch eine sehr penible, mitunter etwas zeitraubende Einstellung der Schaltung nötig. Beim Runterschalten spürt man hin und wieder eine kleine Verzögerung - das machen XT & Co. besser, aber eben nicht zu diesem Preis.
Vergleichsweise gering sind die notwendigen Fingerkräfte. Ganz anders als etwa bei der neuen TRP-Schaltung. Gerade Einsteigern dürfte das gefallen. Doch auch Pros dürfen verlocken: Dank des zuschaltbaren Reibungsdämpfers steht das Schaltwerk auch im harten Downhill stabil - klasse.
Viel Schaltung für wenig Geld! Die ganze Deore-Gruppe kostet nicht viel mehr als ein XTR-Schaltwerk, macht dafür einen tollen Job.
Shimano-Schaltwerk Vergleich
Hier ist eine Tabelle mit einem Vergleich von Shimano-Schaltwerken, basierend auf den bereitgestellten Daten:
| Modell | Kompatibilität | Anzahl der Gänge | Größe der Zahnräder | Käfigtyp | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|
| Shimano Deore RD-M592 | MTB | Trekkingbike | 9-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 300 g |
| Shimano Deore 9V | MTB | Trekkingbike | 9-fach | 11 bis 34 Zähne | SGS langer Käfig | 381 g |
| Shimano Acera RD-M360 | MTB | 7- bis 8-fach | 11 bis 34 Zähne | SGS langer Käfig | 200 g |
| Shimano Deore XT RD-M781 | MTB | 10-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 400 g |
| Shimano Deore XT RD-M8000 | MTB | 11-fach | 11 bis 40 Zähne | SGS langer Käfig | 275 g |
| Shimano Deore XT Trekking RD-T8000 | Trekkingbike | 10-fach | 11 bis 36 Zähne | SGS langer Käfig | 253 g |
| Shimano Deore 12s RD-M6100-SGS | MTB | 12-fach | 13 bis 51 Zähne | SGS langer Käfig | 100 g |
| Shimano Altus RD-M310 | MTB | 7- bis 8-fach | 11 bis 34 Zähne | GS mittellanger Käfig | keine Herstellerangabe |
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß.
Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich. Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.
Shimano Tourney ist für den Einsatz auf Einsteiger- und Freizeit-Fahrrädern konzipiert ist. Sie bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano. Die Schaltung ist robust und zuverlässig, aber nicht ganz so leistungsstark und präzise wie höherwertige Schaltgruppen.
Die Shimano Altus Schaltgruppe ist eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis. Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln. Die Shimano Alivio Schaltgruppe ist eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist. Sie zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus. Die Alivio Schaltgruppe verfügt auch über ein stilvolles und modernes Design. Im Vergleich zur Acera Schaltgruppe bietet die Alivio Schaltgruppe eine höhere Qualität.
Die Shimano Deore ist eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit aus, die auch bei schwierigen Bedingungen und rauem Gelände eine hervorragende Leistung bietet. Die Deore Schaltgruppe verfügt auch über ein aktuelles, zeitloses Design. Im Vergleich zu günstigeren Shimano Schaltgruppen bietet die Deore Schaltgruppe eine noch höhere Qualität und Leistung.
Die Shimano SLX Schaltgruppe bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Zum Beispiel ist sie sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist. Sie ist leicht und kompakt, was sie zu einer sehr guten Wahl macht. Darüber hinaus ist sie sehr präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten, sodass du immer mit der richtigen Übersetzung unterwegs bist.
Die Shimano Deore XT Schaltgruppe ist eine hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch ihre zuverlässige Schaltleistung, ihre präzisen Gangwechsel und ihre robuste Bauweise auszeichnet. Sie bietet auch ein breites Übersetzungsverhältnis, sodass du in jeder Situation einen passenden Gang findest. Die XTR Schaltgruppe ist für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen. Sie bietet eine schnelle und präzise Schaltung und eignet sich für anspruchsvolle Trail-Sessons oder auch den beliebten Alpencross. Mit dieser Ausstattung stehen dir alle Möglichkeiten offen.
Produktnews
Mit gleich drei neuen Deore Gruppen mischt Shimano für das Modelljahr 2021 das preisgünstige Segment für Mountainbikes auf. Vier Jahre ist es schon her, dass Sram mit seiner Eagle Schaltung am modernen Mountainbike die 12-fach Ära einläutete. Seit diesem Zeitpunkt liefern sich die US-Amerikaner mit der fernöstlichen Konkurrenz von Shimano ein Kopf-an-Kopf-Rennen und wir Biker bekommen im Jahresrythmus neue Schaltgruppen mit 12 Gängen präsentiert.
Wie bei allen Neuheiten üblich, sind immer zunächst die Highend-Gruppen an der Reihe; in diesem Fall XX1 bzw. X01 für Sram und XTR für Shimano. Im letzten Jahr legte Sram mit der SX Eagle eine 12-fach Schaltung für den Einstiegsbereich nach, während Shimano mit XT und SLX seinen Mittelklasse-Gruppen ein 12. Für die Saison 2021 wird nun auch Shimano eine 12-fach Schaltgruppe für das etwas günstigere Preissegment anbieten: Die Shimano Deore M6100. Damit jedoch nicht genug: Mit den Serien M5100 und M4100 erhält die Deore-Familie noch weiteren Zuwachs, dann mit elf bzw. zehn Gängen.
Als 11-fach Gruppe kann die M5100 sowohl mit einem als auch mit zwei Kettenblättern gefahren werden. Die Deore Gruppe von Shimano steht schon seit vielen Jahren für zuverlässige, bewährte Performance für ambitionierte Einsteiger zu einem äußerst attraktiven Preis. Ein Blick auf die Eckdaten der neuen M6100er Gruppe genügt, um zu erkennen, dass sich auch künftig daran nichts ändern wird. Wie von Shimano gewohnt, „erbt“ die Deore Gruppe zahlreiche Features die zuvor den höherwertigen Gruppen vorbehalten waren.
Die neue Shimano Deore M6100 ist eine reine 1-fach Gruppe. Freunde von zwei Kettenblättern werden jedoch mit den beiden anderen neuen Deore-Reihen bedient. Entsprechend lautet bezüglich der M6100 die wohl wichtigste und entscheidende Frage: Welche Kassetten wird es geben und wie groß fällt dementsprechend die Bandbreite aus? Mit seiner 10-51 Kassette, die in verschiedenen Ausführungen auch schon bei XT(R) und SLX zum Einsatz kommt, setzte Shimano ein für viele überraschendes Ausrufezeichen.
Nicht nur konnte man damit Srams 10-50 Kassette in der Bandbreite etwas überbieten, sondern die Japaner entschieden sich auch dazu, mit Microspline auf einen neuen Freilauf zu setzen. Dass nun auch die eigentliche Einsteigergruppe die enorm breit abgestufte Kassette bekommt, ist für uns durchaus überraschend. Einerseits bekommt man nämlich zwar eine riesige Bandbreite, die im Einstiegsbereich ihres Gleichen sucht, jedoch ist man auch auf ein Laufrad bzw. eine Nabe mit Microspline Freilauf angewiesen, was zumindest bisher immer die Kosten spürbar in die Höhe trieb.
Leider schweigt sich Shimano derzeit bezüglich des Gewichts noch aus, man verrät jedoch, dass die Kassette komplett aus Edelstahl besteht. Sie dürfte damit beim Gewicht etwas über dem der SLX Kassette liegen, deren größtes Ritzel aus Aluminium besteht und so 530g auf die Waage bringt. Für die neue Deore CS-M6100 Kassette würden wir dann knapp 600g vermuten. Auf der Habenseite dürfte diese jedoch neben der durch die Stahl-Konstruktion bessere Haltbarkeit wohl auch einen ausgesprochen attraktiven Preis verbuchen können - schließlich ist die SLX Kassette bereits für unter 70 Euro zu haben.
Für den Ritzelwechsel verantwortlich zeigt sich das Tandem aus RD-M6100 Schaltwerk, das natürlich mit der hauseigenen Shadow+ Dämpfung ausgestattet ist und sich optisch klar vom Vorgänger abhebt und dem SL-M6100 Schalthebel. Natürlich ist keine neue Gruppe komplett ohne die entsprechenden Kurbeln - und irgendwie sind sie auch immer ein wenig das Aushängeschild der Baureihe. Im Falle der Deore M6100 setzt Shimano auf ein mutiges, kantiges, futuritisches Design, das ganz und gar nicht nach Einsteiger-Komponente aussieht und unserer Ansicht nach auch einige der teureren Kurbeln optisch lässig aussticht.
Erhältlich ist die hohlgeschmiedete Alu-Kurbel ab Werk mit 30 oder 32er Blatt, das per Direct Mount befestigt wird. Die Kurbelarme gibt es entweder in 170mm oder 175mm Länge, bei den Q-Faktoren gibt es mit 172mm, 178mm und 181mm sogar derer drei. Es geht spannend weiter: Die neuen Deore Bremsen kommen in zwei Versionen auf den Markt. Der BR-M6100 Bremssattel ist mit seinen zwei Bremskobeln eher für den Touren- und XC-Bereich ausgelegt, sein größerer Bruder, der BR-M6120 bringt mit vier Kolben hingegen auch ein Enduro zuverlässig zum Stehen.
Für beide Bremssättel ist der gleiche Geber vorgesehen - das ist durchaus erwähnenswert, denn so sind beispielsweise beliebte Kombinationen aus einem Vierkolben-Sattel vorn und zwei Kolben hinten problemlos möglich. Der Geber selbst orientiert sich technisch wie optisch stark an den Pendants aus SLX und XT Reihe. Mit den beiden Produktgruppen M5100 und M4100 verfolgt Shimano nun auch innerhalb der Deore-Familie den Kurs, den die Japaner zuvor bei der GRX Gravel-Gruppe eingeschlagen hatten. Auch dort gibt es innerhalb einer „Gruppen-Familie“ mehrere Abstufungen, die sich preislich und bei den Features unterscheiden.
Je nach dem anvisierten Preispunkt sollten die beiden Deore-Neuzgänge für Nachrüster und Hersteller eine wirklich attraktive Option darstellen. Durch die Möglichkeit, auch einen Umwerfer zu verbauen lassen sich hier fein abgestufte Antriebe mit großer Bandbreite realisieren, wie sie beispielsweise an Einstiegsrädern für den XC-Bereich oder auch für sportliche Trekkingräder sinnvoll sein könnten.
Gerade bei den Kassetten und Kettenblättern bringen die beiden neuen Deore Gruppen für 2021 einige spannende Neuigkeiten mit. Für diejenigen, die auf einen Umwerfer verzichten möchten, gibt es im 11-fach System der M5100 eine neue 11-51 Kassette, die 10-fach Schaltung der M4100 bekommt eine 11-46 Variante. Für einen zügigen Wechsel der Ritzel sind insgesamt drei Unterschiedliche Schaltwerke verantwortlich. Das RD-M5100 ist ausschließlich für den 1×11 Antrieb vorgesehen, hat die entsprechende Shadow+ Dämpfung und bietet genügend Kapazität für die mächtige 11-51 Kassette.
Das Pendant für den 2-fach Antrieb trägt die Bezeichnung RD-M5120, kommt jedoch zusätzlich auch bei sämtlichen 10-fach Kombinationen mit einem oder zwei Kettenblättern zum Einsatz. Die Kompatibilität zwischen 10-fach und 11-fach Antrieben der neuen Deore-Bauteile ist durchaus interessant, denn das war in der Vergangenheit bei Shimano nicht der Fall. Im Umkehrschluss bedeutet das jedoch auch, dass sich das Übersetzungsverhältnis zwischen Schaltwerk und Schalthebel verändert hat - entsprechend dürfte ein Kombinieren mit bestehenden Komponenten älterer Baureihen schwierig werden. Die MT410 (2-Kolben) bzw. MT420 Bremsen sind die günstigsten Disc-Vertreter der neuen Deore-Gruppe und erfreulicherweise wahlweise auch mit vier Kolben erhältlich. Damit sind sie beispielsweise auch eine durchaus gute Wahl für E-Bikes.
Wie immer bei Shimano Produktvorstellungen können wir zu den Preisen derzeit noch keine genauen Infos geben. Gehen wir aber von den derzeitigen Straßenpreisen der M7100 SLX Gruppe aus, die in der Variante ohne Umwerfer inklusive Bremsen bei ca. 350 Euro liegt, dürfte uns ein echter Preisbrecher ins Haus stehen.
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