Egal ob von Shimano oder Sram, die neuen 12-fach Schaltgruppen richtig einzustellen kann etwas Tricky sein. Mehr Gänge bedeuten schmalere Ketten und feinere Distanzen zwischen den Gangstufen. Somit müssen die Schaltungen sehr genau eingestellt werden, damit sie perfekt funktionieren. Mit ein paar Tricks lassen sich aber auch die 12-fach Schaltungen problemlos einstellen.
Stellt man zum aller ersten Mal eine Gangschaltung am Fahrrad ein, dreht man meist wild an allen Einstellschrauben und verschlimmert eigentlich alles nur. Dabei ist die richtige Einstellung nicht so kompliziert, wie sie anfangs scheinen mag und unterteilt sich im Wesentlichen in drei verschiedene Parameter auf.
Diese drei Parameter treffen im übertragenden Sinn sogar auf elektronische Schaltungen zu:
- Umschlingung der Kette
- Die Anschläge
- Seilspannung
Bevor du jetzt verzweifelt versuchst deine Schaltung einzustellen und zu keinem brauchbaren Ergebnis kommst, solltest du, gerade wenn du dein Bike schon etwas länger fährst oder viel im Gelände unterwegs bist, sicherstellen, dass auch alle Komponenten intakt und voll funktionsfähig sind. Häufig funktioniert eine Schaltung aufgrund eines schwergängigen Schaltseils oder wegen eines verbogenen Schaltauges nicht ordentlich. Dann kann auch der beste Profi die Schaltung nicht mehr ordnungsgemäß einstellen. Bist du also nicht erfolgreich mit der Einstellung, solltest du diese Faktoren untersuchen.
Umschlingung der Kette einstellen
Als Umschlingung wird der Winkel bezeichnet, den die Kette die Kassette umschlingt. Normalerweise ist dieser wichtig, um die Umschlingung der kleinen Ritzel richtig einzustellen, bei den 12-fach Antrieben ist er allerdings fest vorgegeben. An den Shimano Schaltwerken befindet sich auf der Rückseite des Schaltwerkskäfigs eine Markierung, die sich mit dem größten Ritzel der Kassette decken soll. Das Schaltwerk wird auf den leichtesten Gang geschalten und so eingestellt, dass sich die äußersten Zähne des größten Ritzels mit der Markierung decken.
Die richtige Einstellung der Anschläge
Mit den Anschlägen wird verhindert, dass die Kette über das größte oder kleinste Ritzel hinaus kann und in die Speichen gerät oder den Rahmen beschädigt. Bei falscher Einstellung der Anschläge kann es auch passieren, dass die Kette beispielsweise nicht in den größten oder kleinsten Gang wechselt und im Gang davor hängen bleibt.
Es gibt zwei Anschlagsschrauben, eine für jedes Ende der Range. Bei Shimano sind diese mit einem L und einem H gekennzeichnet, was für Low- und High-Speed steht. Low begrenzt also den Anschlag zum größten Ritzel mit der meisten Zähne Zahl (für langsame Geschwindigkeiten) und High ist für das kleinste Ritzel mit der niedrigsten Zähne Zahl (für hohe Geschwindigkeiten) zuständig.
Die Anschläge sollten so eingestellt werden, dass die Kette leicht auf das entsprechende Ritzel wechselt, ohne darüber hinaus Schalten zu können. Besonders die Einstellung des H-Anschlags ist wichtig, denn sie kann bei falscher Einstellung die Seilspannung beeinflussen.
Einstellung High-Speed Anschlag
Um die Einstellung des H-Anschlags zu prüfen, Schalte auf das kleinste Ritzel und löse den Schaltzug vom Schaltwerk, um den Einfluss der Seilspannung zu eliminieren. Jetzt sollte die Kette genau mittig unter dem kleinsten Ritzel laufen. Wenn du das Schaltwerk per Hand nach oben drückst und wieder loslässt, sollte die Kette problemlos und schnell auf das kleinste Ritzel schalten. Mit dem Hineindrehen des Anschlags sitzt das Schaltwerk weiter innen und umgekehrt.
Einstellung Low-Speed Anschlag
Bei der Einstellung des Low-Speed Anschlags ist wichtig, dass die Kette auf keinen Fall über das größte Ritzel hinaus schalten kann. Schaltest du also alle Gänge bis zum größten Ritzel hinauf, darf sich der Schalthebel auf dem größten Ritzel nicht oder nur noch minimal drücken lassen und das Schaltwerk sollte sich nicht mehr in Richtung Speichen bewegen. Ist der Anschlag zu weit innen eingestellt, schaltet die Kette nicht oder nur schwer auf das größte Ritzel.
Einstellung der Seilspannung
Mit der Seilspannung wird die Position des Schaltwerks unter allen Ritzeln kontrolliert. Das heißt, wenn die Kette die Kassette nicht nach oben steigen möchte, braucht das Schaltwerk etwas mehr Seilspannung und du musst die Einstellschraube herausdrehen.
Shimano Schaltung einstellen beginnt mit dem Blick auf die Endanschläge. Normalerweise erfolgt die Einstellung hier mit zwei Schrauben, die als H- und L-Schraube bezeichnet werden. Die H-Schraube wird für den unteren Anschlag genutzt. Die L-Schraube steht für die Einstellung der oberen Anschläge. Die Einstellung erfolgt über den unteren Schaltwerksanschlag. Wird die H-Schraube nach links gedreht, erfolgt dies ebenfalls im unteren Schaltwerksanschlag.
Hier wird die Einstellung am oberen Schaltwerksanschlag vorgenommen. Im oberen Schaltwerksanschlag wird diese Drehung vorgenommen. Um nun die Einstellung vornehmen zu können, muss der Blick auf das Ritzel gehen. Der untere Anschlag steht zuerst im Fokus. Das kleinste Ritzel, das sich auf der Kassette befindet, wird geschalten. Wenn die Einstellungen richtig vorgenommen wurden, ist nun das oberste Schaltröllchen so positioniert, dass es unter dem kleinsten Ritzel sitzt.
Wenn sich zeigt, dass die Leitrolle nicht wie gewünscht steht, muss mit dem Endanschlag gearbeitet werden. Hier kann mit der L-Schraube gearbeitet werden. Diese ist notwendig, um den oberen Anschlag einzustellen. Die Schraube kann dafür sorgen, dass sich dieser entweder nach innen oder auch nach außen verschiebt. Auch die H-Schraube wird notwendig.
Nun geht es an die Einstellung des unteren Endanschlages. Auch hier muss wieder auf das kleinste Ritzel geschalten werden. Der Endanschlag kann jetzt über die H-Schraube eingestellt werden. Die H-Schraube wird gedreht. Abhängig von der ausgewählten Drehrichtung wird das Schaltwerk weiter nach innen oder auch weiter nach außen gesetzt.
Damit die Leitrolle unter dem kleinsten Ritzel auch wirklich zu finden ist, muss nun ein wenig mit der Einstellung gespielt werden. Wenn die Schraube nach rechts gedreht wird, dann geht der Endanschlag in die Innenrichtung. Bei der Bewegung der Schraube nach links, wird das Schaltwerk dagegen eher nach außen bewegt.
Beim Shimano Schaltung einstellen wird nun der obere Anschlag eingestellt. Dafür ist es notwendig, die Schaltung durchzunehmen und auf das größte Ritzel zu stellen. Jetzt muss der Blick wieder auf die Leitrolle gehen. Diese muss nun direkt unter dem größten Ritzel zu finden sein.
Wenn jetzt beim Endanschlag zu sehen ist, dass das Schaltwerk zu nahe an den Speichen ist, muss mit der L-Schraube gearbeitet werden. Es kann passieren, dass nun das Schaltwerk blockiert. In diesem Fall muss mit der L-Schraube so gearbeitet werden, dass diese nach außen gedreht wird.
Die Zugspannung stellt den nächsten Aspekt dar. Um diese Einstellung vornehmen zu können, muss nun jeder Gang erst einmal nach oben und nach unten geschalten werden. Hier muss darauf geachtet werden, wie die Kette beim Schalten reagiert. Wenn die Kette die Richtung einnimmt, die sie einnehmen soll, ist dies ein Vorteil.
Wenn die Kette allerdings nicht das nächste kleine Ritzel anspringt, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Zugspannung noch zu hoch eingestellt ist. Damit diese gelockert werden kann, muss an dem Einstellrädchen gedreht werden. Zeigt sich beim Test, dass die Schaltung nicht auf das nächste größere Ritzel übergeht, wird davon ausgegangen, dass die Zugspannung zu gering ist. In dem Fall muss sie erhöht werden.
Wer die Shimano Schaltung einstellen möchte, der muss nun noch die Umschlingung einstellen. Hierfür wird die B-Schraube genutzt. Es handelt sich um die Einstellschraube, die für den Abstand zwischen dem größten Ritzel sowie der Leitrolle vom Schaltwerk notwendig ist. Die Vorgaben zur Umschlingung werden durch den Hersteller herausgegeben.
Die B-Schraube kann nach rechts oder auch nach links gedreht werden. Abhängig von der gewählten Drehrichtung kann auch die Wirkung variieren. Wenn die Drehrichtung nach rechts geht, wird das Schaltwerk nach unten und auch nach hinten bewegt. Zeigt sich ein zu großer Abstand zwischen Leitrolle und Ritzel, sollte die Drehrichtung nach links gehen.
Auch bei diesem Punkt ist es notwendig, sich ein wenig heranzutasten und dann zu schauen, wie die Schaltung reagiert. Am Schalthebel wird der Schaltzugspanner im Uhrzeigersinn gedreht. Im nächsten Schritt wird das Umwerfleitblech ausgerichtet. Die Einstellungen werden mit dem Schraubendreher durchgeführt. Das Leitblech kann zu nah am Rahmen stehen.
Die Kette wird in diesem Schritt direkt auf das Schaltwerk mit den L-Schrauben ausgerichtet. Dabei sind auch die Schaltwerkröllchen zu betrachten. Schaltwerksröllchen und das größte Ritzel müssen nun einen optimalen Abstand haben.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Vollgummi Reifen Fahrrad: Vorteile, Nachteile & Test
- Rocker Mini Bikes Test – Der ultimative Vergleich für die besten Mini Bikes!
Kommentar schreiben