Shimano Deore XT 8-fach Schalthebel im Test: Eine detaillierte Analyse

Die Firma Shimano gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten Herstellern von Fahrradteilen bzw. Fahrradkomponenten. Ein Grund dafür ist zum Beispiel die enorme Auswahl an unterschiedlichen Bauteilen, die für nahezu jeden Fahrertyp das passende Produkt anbieten kann. Diese werden ständig weiterentwickelt und verbessert und liegen somit in punkto Innovation und Qualität immer auf einem aktuellen Level.

Ein weiterer Grund ist das faire Preis-Leistungs-Verhältnis, das Shimano bietet. Durch die Verwendung unterschiedlicher Materialien und weiterer Faktoren kann Shimano verschiedene Baugruppen anbieten, so dass für jeden Geldbeutel das Passende dabei ist. Bei der Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten kann die Entscheidung für eine bestimmte Baugruppe allerdings auch mal schwer fallen.

In diesem Fall bringt Sie eine präzise Selbstanalyse auf den richtigen Weg, denn Shimano kann, wie oben erwähnt, für nahezu jeden Fahrertyp etwas Passendes anbieten. Stellen Sie also zunächst fest, was genau Sie von Ihren neuen Fahrradkomponenten erwarten. Hierbei spielen zum Beispiel die ungefähre Jahreskilometerleistung und das bevorzugte Terrain eine entscheidende Rolle.

Die Baugruppen Shimano Deore LX und XT unterscheiden sich unter anderem in der Verwendung verschiedener Materialien und in der Konsequenz dann auch in der Belastbarkeit, im Gewicht und im Preis. Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch.

Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß.

Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich. Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen.

Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören. Unsere Shimano Fahrradschaltungen-Liste fußt auf zwei Säulen: den Tests der Fachmagazine und den Meinungen von Kundinnen und Kunden. Wir arbeiten unabhängig und neutral.

Shimano aus Japan ist bei Fahrradschaltungen die Nummer eins. Einer der Gründe dafür: Ob Einsteiger, Freizeitradler oder Amateur- und Profibiker - für alle Zielgruppen gibt es das passende Angebot. Ein Überblick. Für gewöhnlich bietet Shimano seine Systeme als Komplettgruppe an, in der alle Bauteile enthalten sind: Kettenblätter, Tretkurbeln, Ritzelpaket und Kettenspanner, die Kette selbst sowie der Umwerfer, das Schaltwerk und die Schalthebel.

Die Gruppen werden zum Teil in mehreren Versionen angeboten (Gangvielfalt, Lieferumfang etc.) und enthalten vereinzelt weitere Tools wie Pedale, Laufräder, Naben und Bremsen, zudem ist im Falle eines Defekts jedes Bauteil fast immer auch separat erhältlich. Teilen wiederum lässt sich das Portfolio anhand zweier Kriterien: dem Einsatzzweck und der Qualität.

So finden sich auf der Homepage grob die Kategorien MTB/Trekking und Straße (Rennrad etc.) und in beiden Kategorien bietet Shimano Systeme für Einsteiger und Freizeitradler sowie für Biker mit gehobenen Ansprüchen an.

Shimano Schaltgruppen im Detail

Einsteiger und Freizeitbiker: Die einfachsten Gruppen von Shimano schonen das Budget (ca. 200 EUR) und reichen für den normalen Alltagsgebrauch aus. Alerdings muss man natürlich qualitativ Abstriche machen. Die Bauteile etwa sind relativ schwer, aber trotzdem nicht allzu robust, zudem mangelt es den Systemen oft an Präzision, etwa bei großen Gangwechsels oder wenn es ruppig zugeht. Beispiele sind etwa die Gruppen Acera oder Alivio und im Rennradsegment das System Sora.

Anspruchsvollere Biker im MTB- und Trekkingbereich spricht Shimano mit den Schaltungen Deore oder Deore XT und - für Rennräder - dem System Tiagra an. Das Preisniveau liegt hier etwas höher, dafür nutzen sich die Bauteile nicht so schnell ab. Zudem ist der Schaltvorgang meist sicherer und komfortabler.

Amateure und Profis: Für Amateure mit Wettkampfeifer sowie für ausgewiesene Profibiker reserviert Shimano das Beste vom Besten. Leichtes Gewicht, hohe Robustheit, ergonomische Schalthebel, schnelle Reaktionszeiten, dazu selbst bei großer Belastung präzise Gangwechsel - die Systeme bieten letztlich alles, was man von einer hochwertigen Schaltung erwartet.

Die Konditionen erreichen dabei meist den hohen drei-, teilweise gar den vierstelligen EUR-Bereich. Insofern ist klar, welche Zielgruppe Shimano hier im Blick hat. Sie machen einen Rahmen zum Rad: Die Gruppen. Shimano, Sram oder Campagnolo? Wo sind die Unterschiede? Welche Gruppe leistet was? Wir haben es getestet.

Testumfeld: Die Zeitschrift RennRad testete sechs Fahrradschaltungen (Komplettgruppen). 33 Jahre ist es her, dass Shimano mit der Deore XT die erste, speziell für den Mountainbike-Einsatz entwickelte Schaltgruppe auf den Markt brachte. Seitdem hat sich viel verändert: die Kette kletterte von 8, über 9, bis zu 10 Ritzel bei der letzten Evolutionsstufe. Die Shimano M8000 wird nun die erste XT-Gruppe sein, bei der sich insgesamt 11 Ritzel, mit maximal 42 Zähnen, auf den Freilauf drängeln.

Auch optisch hat sich einiges getan. Während die XT im Laufe der Jahre mal verspielt, manchmal vielleicht sogar etwas billig wirkte, steht die aktuellste Version des Dauerbrenners richtig edel da. Mattschwarze Oberflächen und ein klares Design geben dem Fahrer schon beinahe etwas Shimano XTR-Feeling. Dass die XT in der M8000-Ausführung noch ein Stückchen näher an die große Schwester heranrückt, merkt man vor allem am Design der Kurbel.

Der Spider, der jetzt als 1-, 2- oder 3-fach Variante erhältlich ist, nimmt deutliche Anleihen bei Shimanos Top-Gruppe. Auch beim Umwerfer hat sich einiges geändert. Der wird jetzt nicht mehr klassisch von oben, sondern wie bei der XTR, von der Seite angelenkt. Das soll zum einen den Rahmendesignern mehr Freiraum bei der Hinterbau-Konstruktion bieten, zum anderen die Kette noch geschmeidiger und kraftvoller auf die großen Blätter hiefen.

Auch die Schalthebel sind optisch mittlerweile kaum mehr von XTR-Hebeln zu unterscheiden. Wie sie sich auf dem Trail anfühlen, wollten wir direkt nach der Präsentation am Gardasee erfahren.

Erste Testfahrt der neuen Shimano XT-Gruppe

Also ab zum Shimano-Stand. Dort steht bereits ein Cube-Stereo, komplett mit der neuen XT-Gruppe bestückt, bereit zur Ausfahrt. Für die Testfahrt hat Shimano die 2-fach-Variante der XT montiert. Das heißt: hinten stehen maximal 40 Zähne zur Verfügung. Die 11-42er Kassette bleibt aktuell der Einfach-Kurbel vorbehalten. Dort hat man die Wahl zwischen 30, 32 oder 34 Zähnen. Die Zweifach-Kurbel gibt es mit 38/28, 36/26 oder 34/24 Zähnen. Entsprechend den steilen Anstiegen am Gardasee kurble ich mit der mittleren 36/26-Übersetzung die Berge hoch. Damit bleibt auch bei meiner noch mageren Frühjahrs-Form Luft an den steilen Rampen.

Bessere Verstellmöglichkeiten mit I-Spec II

Die erste Überraschung erwartet mich noch vor dem Start. Beim Ausrichten der Schalthebel fällt der Blick auf die überarbeitete I-Spec-II-Schelle. Die fällt im Vergleich zur Vorgängerin etwas filigraner aus. Der eigentliche Benefit ist aber der erweiterte Verstellbereich. Öffnet man die Schraube, mit der der Schalt- am Bremshebel fixiert ist, lässt sich der Schalthebel sowohl horizontal als auch vertikal bewegen. Zudem gibt es zwei Positionen zur Befestigung des Schalthebels. Innen oder weiter außen. Damit sollte nun wirklich jeder - egal wie groß und lang die Finger sind - die optimale Position am Lenker finden können.

Hebel-Ergonomie wie bei der XTR

Ich rolle los. Zur Eingewöhnung erst einmal die komplette Kassette durchschalten. Die Hebel liegen richtig gut am Finger und erinnern optisch stark an die Nobel-Gruppe XTR von Shimano. Ein kleiner Druck am leicht geriffelten, längeren Hebel schiebt die Kette sanft und ohne spürbaren Zeitverlust aufs nächstgrößere Ritzel. Der Gang sitzt.

Leichtere Schaltvorgänge, erhöhte Kettenspannung

20 Prozent leichter sollen die Schaltvorgänge mit der neuen Shimano XT ablaufen. Ich würde es als knackig und direkt bezeichnen. Scheinbar konnten die Shimano-Ingenieure den Leerweg beim Schalten nochmals etwas verkürzen. Bereits nach wenigen Millimetern liegt der Zug am Schalthebel an. Leichtgängig und geschmeidig wandert die Kette ohne spürbares Rasseln bis aufs elfte Ritzel.

Die größere Überraschung folgt beim Runterschalten: ich drücke den hinteren 2-Way-Release-Hebel, nichts passiert. Erst als ich etwas fester drücke, gibt der Schalthebel mit einem deutlichen Knacken den Schaltzug frei - hörbar und fühlbar. Das kennt man so bisher noch nicht von den übrigen Shimano-Gruppen. Klar definiert, aber mit fast etwas hartem Druckpunkt lasse ich die Kette über die Kassette wandern. Wie bei der Vorgängerin lassen sich auch hier über die Multi-Release-Funktion zwei Gänge auf einmal wechseln, beim Drücken zumindest. Zieht man mit dem Zeigefinger von hinten, gibt der Schalthebel jeweils nur einen Gang frei.

Das Schaltwerk ist wie gehabt mit dem Shadow-Plus-Standard ausgestattet. Hier wurde lediglich die Spannkraft etwas erhöht. Der Schaltkäfig hält die Kette zuverlässig auf Zug. Selbst im Gerumpel auf den Gardasee-Trails schlägt die Kette so kaum an die rechte Kettenstrebe.

Leichtgängiger Side-Swing-Umwerfer

Eine Neuerung gibt es auch beim Umwerfer: der wird jetzt von der Seite her angelenkt. Der Zug läuft dadurch direkter und weniger umgelenkt zum Umwerfer. Weniger Umlenkungen, weniger Reibung - das soll nicht nur den Kraftaufwand verringern, sondern auch die Zugkraft des Umwerfers erhöhen. 50 Prozent mehr Kraft will Shimano auf diesem Weg aufbringen. Tatsächlich lässt sich die Kette sehr leicht aufs größere Kettenblatt schieben. Allerdings ist der Weg, den der Daumen dabei zurücklegen muss, doch recht lang. Runter geht es flotter: kurz den Hebel antippen, schon fällt die Kette gezielt aufs kleine Blatt, ohne große Verzögerung. Auch am Umwerfer laufen die Schaltvorgänge sehr geschmeidig, schnell und ohne große Verzögerungen ab.

Weitere Shimano Schaltgruppen

  • Shimano Tourney: Für den Einsatz auf Einsteiger- und Freizeit-Fahrrädern konzipiert. Sie bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano. Die Schaltung ist robust und zuverlässig, aber nicht ganz so leistungsstark und präzise wie höherwertige Schaltgruppen.
  • Shimano Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
  • Shimano Acera: Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln.
  • Shimano Alivio: Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist. Sie zeichnet sich durch reibungslose und präzise Schaltvorgänge aus. Die Alivio Schaltgruppe verfügt auch über ein stilvolles und modernes Design. Im Vergleich zur Acera Schaltgruppe bietet die Alivio Schaltgruppe eine höhere Qualität.
  • Shimano Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist. Sie zeichnet sich durch ihre Robustheit und Zuverlässigkeit aus, die auch bei schwierigen Bedingungen und rauem Gelände eine hervorragende Leistung bietet. Die Deore Schaltgruppe verfügt auch über ein aktuelles, zeitloses Design. Im Vergleich zu günstigeren Shimano Schaltgruppen bietet die Deore Schaltgruppe eine noch höhere Qualität und Leistung.
  • Shimano SLX: Bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Zum Beispiel ist sie sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist. Sie ist leicht und kompakt, was sie zu einer sehr guten Wahl macht. Darüber hinaus ist sie sehr präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten, sodass du immer mit der richtigen Übersetzung unterwegs bist.
  • Shimano XTR: Für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen. Sie bietet eine schnelle und präzise Schaltung und eignet sich für anspruchsvolle Trail-Sessons oder auch den beliebten Alpencross. Mit dieser Ausstattung stehen dir alle Möglichkeiten offen.

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