Shimano Deore XT Brems-Schalthebelkombination im Test

Die Shimano Deore XT Gruppe hat im Laufe der Jahre viele Veränderungen und Verbesserungen erfahren. Besonders hervorzuheben ist die Brems-Schalthebelkombination, die sich als ein wichtiger Bestandteil dieser Gruppe etabliert hat. Dieser Artikel beleuchtet die Geschichte, die technischen Details und die Leistungsfähigkeit dieser Komponente, insbesondere im anspruchsvollen Einsatz beim Mountainbiken und Alpencross.

Die Evolution der Shimano Deore XT Gruppe

Im Jahr 1994 erfuhr die Deore XT Gruppe von Shimano eine umfassende Überarbeitung und Aufwertung. Die wichtigste Neuerung der M737 war die Einführung von 8-fach-Schaltungen. Ab dieser Generation wurden die XT-Gruppen auch mit "Compact Drive" Kurbeln ausgestattet. Die kleineren Übersetzungen der Kettenblätter sollten in Kombination mit kleineren Ritzeln die gleichen Abstufungen bei geringerem Gewicht ermöglichen. Neu waren auch die Parallax-Naben mit einem deutlich dickeren Nabenkörper und doppelter Dichtung. Diese Technologie war zunächst exklusiv der XT-Gruppe vorbehalten und nicht in der Topgruppe XTR verfügbar. Hierdurch sollte die Stabilität gesteigert werden.

Die "Advanced Light Action" Technologie sollte für leichtere Schaltvorgänge sorgen. Die RD-M737-SGS ("super long cage") und RD-M737-GS ("mid cage") waren 8-fach STI kompatibel und verfügten über diese Technologie sowie keramikgelagerte Führungsrollen. Die neue "Compact Drive" Kurbel FC-M737 mit Hyperdrive-C Kettenblättern und das BB-UN71 (versiegeltes Kapselinnenlager) waren in den Übersetzungen 22/32/42 oder 22/32/44 mit "Biopace"- oder runden Kettenblättern sowie in den Kurbellängen 165, 170, 175 und 180 erhältlich. Die Kurbelschrauben waren mit englischem (68/70/73 x 107/113) Gewinde verfügbar. Das Gewicht betrug 694 Gramm (inkl. CS-M737). Die CS-M737 Kassette war eine 8-fach Hyperglide - C (Compact) Kassette mit Aluminium-Träger für geringeres Gewicht und Spider-Arm-Design.

Weitere Komponenten der Deore XT Gruppe

  • Steuersätze: HP-M740 (1 Zoll), HP-M741 (1 1/8 Zoll) und HP-M742 (1 1/4 Zoll), verfügbar mit englischem und italienischem Gewinde sowie gekapselten und austauschbaren Lagern.
  • Naben: FH-M737 (hinten) und HB-M737 (vorne) im Parallax-Design (= vergrößerter Nabenkörper), 8-fach SIS kompatibel, für 32 oder 36 Loch Felgen (hinten) und für 28, 32 oder 36 Loch Felgen (vorne) erhältlich. Es gab zwei Versionen der Vorderradnabe: standard 9mm Stahlachse (silbernes Label) oder die HB-M738 mit 11mm Aluminiumachse (goldenes Label).
  • Bremsen: BR-M737 Cantilever Bremsen mit M-System und austauschbaren Bremsblöcken in den Bremsaufnahmen.

Die Brems-Schalthebelkombination im Praxiseinsatz

Ein Test des Rose Red Bull Scandium Four-500, einem Mountainbike, das für Crosscountry und Alpencross-Einsätze konzipiert wurde, zeigte die Leistungsfähigkeit der Shimano Deore XT Brems-Schalthebelkombination. Besonders hervorgehoben wurde die Brems-Schalthebelkombination mit dem Namen Dual Control. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit möchte man diesen Bestandteil der Deore XT Gruppe kaum noch missen. Mit ihren präzisen Schaltvorgängen erfreute uns die Shimano Deore XT bis zum Ende des AlpenX.

Bei einem Alpencross musste das Scandium über 19.000 Höhenmeter zurücklegen. In diesem anspruchsvollen Gelände zeigte die Shimano Deore XT Scheibenbremse in Kombination mit der Brems-Schalthebelkombination ihre Stärken. Ein Griff in die Bremshebel, und die enorme Bremsleistung der Shimano Deore XT Scheibenbremse verzögert brachial das Bike. Bemerkenswert ist bei heftigen Bremsmanövern und Lastwechsel das Fahrverhalten des Red Bull Scandium. Das Scandium läßt keine Unruhe und kein Flattern aufkommen.

Shimano XTR M900: Eine Ikone der 90er

Ein kurzer Blick auf die Shimano XTR M900, die in den 1990er Jahren die Top-Gruppe für Mountainbikes darstellte, zeigt die Innovationskraft von Shimano. Im Jahr 1992 brachte Shimano die neue Top - Gruppe für Mountainbikes auf den Markt: die XTR - M900 Serie. Sie löste die Shimano XT - M735 damit als Top - Gruppe für´s Gelände ab. Wesentliche Änderung waren neben dem edlen Finish auch die erstmals 8-fach Ritzel, wodurch nun 24 Gänge zur Verfügung standen. Die Shimano XTR M900 wurde, mit leichten Modifizierungen, bis 1995 angeboten und wurde dann im Jahr 1996 von der Nachfolgeserie XTR - M950 abgelöst. Diese Schaltgruppe war Anfang der 90er Jahre das Nonplusultra und setzte neue Maßstäbe in Sachen Leichtbau, Präzision und Design. Mit der XTR M900 schuf Shimano eine völlig neue Premium-Kategorie für Mountainbike-Komponenten. Schon der Name „XTR“ - abgeleitet von „Extreme Racing“ - zeigt, worauf Shimano abzielte: maximale Leistung und minimalen Kompromiss.

Die Shimano XTR M900 war ein Komplettpaket und bestand aus allen wichtigen Komponenten, die ein Mountainbike braucht: Schaltwerk, Umwerfer, Schalthebel, Kurbel, Naben, Kassette, Bremsen und sogar Steuersatz und Pedale.

Hauptkomponenten der Shimano XTR M900

  • Schaltwerk: RD-M900 mit Parallelogramm-Design für präzise Schaltvorgänge.
  • Umwerfer: FD-M900 mit breiter, stabiler Klemmschelle.
  • Schalthebel: Rapidfire-Plus-Technologie für das Schalten mehrerer Gänge auf einmal.
  • Kurbelgarnitur: FC-M900 aus kaltgeschmiedetem Aluminium mit 5-Arm-Aufnahme.

Die FC-M900 ultra low profile Kurbel war verfügbar in den Übersetzungen 28/38/48 oder 26/36/46 Kettenblättern, mit 165/170/175/180 Kurbellängen. Die Naben FH-M900 und HB-M900-F (vorne) waren 8-fach kompatibel, für 32 oder 36 Loch Felgen (hinten). Die Bremsen BR-M900F/R waren low profile Design Cantilever Felgenbremsen, Vorder- und Hinterradbremse mit einem separaten Design.

Tipps zum Wechseln des Schaltseils

Viele Mountainbike-Fahrer stehen irgendwann vor der Aufgabe, das Schaltseil an ihrer Brems-Schalthebelkombination zu wechseln. Hier einige Tipps, die bei diesem Vorgang helfen können:

  1. Suchen Sie die Typnummer auf der Lenkerschelle der Shimano-Komponente.
  2. Schalten Sie (virtuell) auf das kleinste Ritzel.
  3. Entfernen Sie die Miniplastikkappe, die von einer kleinen Schraube gehalten wird (Feinmechanikerwerkzeug erforderlich).
  4. Schieben Sie den Zug wie gewohnt heraus.

Diese Schritte sind besonders hilfreich bei älteren Shimano LX Brems-Schalthebelkombinationen. Bei gerissenen und ausgefransten Zügen kann es erforderlich sein, die Hebel komplett auseinanderzunehmen.

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