Die Shimano XT Bremse hat sich in den vergangenen Jahren als eine der am häufigsten an hochwertigen Bikes verbauten Bremsen etabliert. Für das neue Modelljahr wurde sie modifiziert und erhielt neben einer neuen Farbe auch eine neue Gebereinheit. Diese wirkt deutlich schlanker und verfügt über eine schmalere Lenkerklemme. Shimano Shifter lassen sich über die I-Spec II Kombi-Klemme am Bremshebel montieren.
Bewährte Eigenschaften und neue Features
Gleich geblieben sind die individuellen Einstellmöglichkeiten. Werkzeuglos kann man die Hebelweite und mit einem Schraubendreher den „Free Stroke“ bzw. Druckpunkt verändern. Die hervorragende Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit der ihres Vorgängers identisch. Die Hebelweite lässt sich einfach werkzeuglos einstellen.
Druckpunkt und Dosierbarkeit
Bei der Druckpunkteinstellung hingegen konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen. Der Druckpunkt ist definiert, aber tendenziell weich, und die Leistung lässt sich gut dosieren. Bei schnell aufeinanderfolgenden Bremsungen wandert der Druckpunkt deutlich.
Bremsleistung und Fading
Mit den original verbauten Resin Belägen hat man mit der XT Bremse in den meisten Situationen genug Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 km/h aufwärts trat starkes Fading auf, und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Beim Dauerbremsen zeigte sich ein ähnliches Bild: Die Leistung war konstant hoch, und erst im steileren Stück der Teststrecke trat deutliches Fading auf.
Bei den Metall-Belägen war es ähnlich. Während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach. Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.
Haltbarkeit und Schwachstellen
Super dosierbar und kraftvoll zugleich ist Shimanos XT-Bremse, dennoch nicht zu bissig. Die gute Modulation hilft bei der Suche nach Grip. Das Hebelgefühl und die Hebelweite runden das Gesamtpaket ab.
Stürze kommen vor, und dabei bricht ein Bremshebel mal ab. Ärgerlich. Die XT-Hebel aber machen mir einen besonders filigranen Eindruck. Sie verfügen über eine Sollbruchstelle, damit die Gebereinheit bei einem Sturz keinen Schaden nimmt. Gefühlt ist diese allerdings sehr dünn, zu dünn und bricht auch bei leichten Stürzen oder Baumkontakt. Drei Hebel in zwei Monaten musste ich tauschen, obwohl die Klemme nicht festgezogen war. Pech? Oder könnten die Hebel etwas stabiler sein?
By the way: Hebel tauschen ist ziemlich einfach, ohne die Leitung öffnen zu müssen. Auf YouTube gibt’s Erklärvideos dazu. Mir wurden die Ersatzhebel aber auf Dauer zu teuer, da in Kanada nur die ganze Gebereinheit erhältlich ist. Einzelne Hebel werden nicht angeboten.
Deshalb bestellte ich die Pro 120 MTB Levers von FLO Motorsports. Die US-Amerikaner kennen offenbar das Problem und haben passend für Shimanos XT-Bremse eigene Hebel entwickelt, die laut Hersteller-Aussage unzerbrechlich sein sollen. Grund dafür ist das stärkere, CNC-gefräste Material und eine Feder, die es dem Hebel erlaubt, bei einem Sturz nach vorne auszuweichen. Durch das dünnere Design im Fingerbereich kommt das Hebelgefühl nicht ganz an das der Originale heran. Dennoch ist mir noch kein FLO-Hebel gebrochen. Kostenpunkt: 129,90 US-Dollar inklusive Versand aus den USA.
Shimano XT - Preis: 204 Euro (pro Bremse)
CNC-gefräst und laser-graviert. Die Pro-120-Hebel von FLO Motorsports sollen unzerbrechlich sein.
Stärken und Schwächen im Überblick
- STÄRKEN: Dosierbarkeit, Bremskraft, Hebelergonomie
- SCHWÄCHEN: Hebel mehrmals gebrochen
Die neue Shimano XT Di2 im Detail
Shimano legt die Deore XT-Produktlinie neu auf. Die neue XT Di2, technische Bezeichnung M8200, ist damit auch kabellos und bringt die Technologien der Top-Gruppe XTR in ein breiteres Marktsegment. Kernstück der Neuentwicklung ist das kabellose Schaltwerk RD-M8250, das die Shimano Shadow ES Technologie und ein keilförmiges Design von der XTR übernimmt. Damit soll das Schaltwerk, das weiter auf ein klassisches Design mit Schaltauge setzt, besonders robust sein. Die gute Nachricht: Wie die neue XTR bringt die XT Di2 keine neuen Standards und kann entsprechend sogar an Bikes mit klassischer Technik nachgerüstet werden.
Nach wie vor ist die XT auf knackiges und schnelles Schalten ausgelegt. Für mehr Haltbarkeit gibt's eine spezielle Version mit Linkglide Kassette.
Robustes Schaltwerk mit Aufprallschutz
Das neue Deore XT Schaltwerk verfügt über eine nahtlos in das Gehäuse integrierte Stabilisator-Einheit, und ein Design mit möglichst wenig Ecken und Kanten. So kann das Schaltwerk die meisten Kollisionen auf dem Trail vermeiden oder an Hindernissen abgleiten, ohne Schaden zu nehmen. Bei unvermeidbaren Aufprallen entkoppelt sich der Stellmotor kurzzeitig zum Schutz vor Beschädigung. Die neue automatische Impact Recovery Funktion führt das Schaltwerk unmittelbar darauf an die ursprüngliche Position zurück. Im Gegensatz zum Carbon-Käfig der XTR-Version setzt Shimano bei der Deore XT auf einen robusten Aluminium-Käfig.
Den Schaltkäfig gibt's in einer langen Ausführung für 10-51 Zähne und in einer mittleren für die neue 9-45 Kassette.
Neue Kassette mit 9-45 Zähnen
Wie die XTR kommt auch die XT Di2 für klassische Mountainbikes mit einer Kassette mit 9-45 Zähnen. Dadurch soll gegenüber üblichen 10-51er Kassetten Gewicht eingespart werden. Außerdem kann man mit einem kleineren Kettenblatt dieselbe Entfaltung erreichen - Stichwort Bodenfreiheit - und das Schaltwerk fällt nicht so lang aus. Das soll Kollisionen mit Hindernissen vorbeugen.
Kabelgebunden und ohne 9er Ritzel fürs E-MTB
Speziell für E-MTBs gibt’s die eigentlich kabellose XT Di2 aber auch mit Kabelanschluss an den Hauptakku. So entfällt das Laden einer separaten Batterie. Ebenfalls sinnvoll: Am E-MTB setzt Shimano weiterhin auf Kassetten mit 10-51 Zähnen und umgeht so das Verschleiß-Problem mit dem kleinen 9er Ritzel. Wer es besonders haltbar mag, greift zur Linkglide-Version mit stabilerer 10-51 Kassette und nur elf Gängen, die ebenfalls im Programm ist. Die E-MTB-Version verfügt daher über einen langen Schaltkäfig, der mittlere Schaltkäfig der neuen XT Di2 ist für den Einsatz mit 9-45er Kassette am Bio-Bike gedacht.
Soll an Hindernissen besonders leicht abgleiten. Die neue XT Di2 will auch mit klassischem Schaltauge besonders robust sein.
Die neue Shimano XT Di2 im Überblick
- Zwölf Gänge (Linkglide: Elf Gänge)
- bekannte Microspline-Aufnahme
- Kabellos-Technik (kabelgebunden für E-MTBs)
- SGS (langer Käfig für 10-51Z Kassette), GS (mittellanger Käfig für 9-45Z Kassette)
- Besonders Robust dank kantenlosem Design
- Preis Schaltwerk: ca. 500 Euro (alte XT mechan. ca. 100 Euro)
Verbesserte Bremsen und neue Laufräder
Die Deore XT M8200 Bremse erhält ebenfalls ein Update. Der BL-M8200 Bremshebel kommt mit einem neuen Drehpunkt, der für eine natürlichere Fingerbewegung beim Bremsen sorgen soll. In Kombination mit dem überarbeiteten Bremssattel-Design und einem neu entwickelten Mineralöl mit niedriger Viskosität soll die Bremse eine konsistente Leistung über einen weiten Temperaturbereich liefern.
Die XT-Bremsen erhalten ebenfalls ein Update und sind an die neuen XTR-Stopper angelegt.
Vielseitige Alu-Laufräder für Enduro und XC
Abgerundet wird das Deore XT M8200 Line-up durch die neuen WH-M8200 Alu-Laufräder. Diese gibt es sowohl für den Enduro- wie auch den XC-Einsatz und in 29- sowie 27,5-Zoll-Ausführung. Die Laufräder zeichnen sich durch ein verbessertes Nabendesign für erhöhte Wartungsfreundlichkeit und eine optimierte Dichtungsleistung aus. Die Aluminium-Hakenfelgen besitzen eine Maulweite von 30 Millimetern und sind tubeless-ready ausgeführt.
- Material: Aluminium
- Größen: 27,5 und 29 Zoll
- Maulweite: 30 mm
- Speichen: Robuste J-Bend Edelstahlspeichen
- Lochzahl: 28
- Eingreifwinkel: 3,5 Grad
- Features: MICRO SPLINE, CENTER LOCK Bremsscheibenaufnahme
Einschätzung
Die neue XT übernimmt weitestgehend die mit der neuen XTR vorgestellten Technologien. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Gruppen dürfte - wie bisher - im Gewicht liegen. Funktional ist sicher auch die neue XT eine Bank, leider aber auch ziemlich teuer. Mit rund 500 Euro für das Schaltwerk alleine liegt sie drastisch über dem Niveau der bisherigen mechanischen XT. Der Blick auf das ähnlich üppige Preisschild einer GX-Transmission-Funkschaltung relativiert das wieder etwas. Das Update für die beliebte XT-Bremse dürfte ebenfalls Anklang finden.
Shimano XT Bremse im Praxistest
Die Shimano XT Bremse ist ein echter Klassiker im umfangreichen Angebot des japanischen Herstellers. Shimano präsentiert sich seit vielen Jahren mit einem breiten, etwas unübersichtlichen Portfolio. Neben Bremsen spielen hier vor allem Schaltgruppen und auch Antriebe eine große Rolle. Im von uns getesteten Shimano-Line-up nimmt die XT-Reihe die mittlere Position der Performance-Bremse ein. Mit 588 Gramm ohne Scheiben entspricht die Vierkolbenbremse Shimano XT um 1 g fast exakt dem Durchschnittsgewicht. Häufig an Serien-Bikes verbaut, präsentiert sich die XT als Allround-Lösung mit hochwertiger Haptik.
Die optische Gestaltung entspricht dem klassischen Shimano-Design, mit breiter, abgestützter Geber-Einheit. Die Bremse bietet eine durchdachte, einteilige Klemmung und freie Kombinationsmöglichkeiten mit I-SPEC. So kann ein Cockpit-Chaos verhindert werden, indem Dropper- und Schaltungshebel an der Bremsschelle befestigt werden. Die Klemmung kann leicht gelöst werden und dank einteiliger Ausführung geht nichts verloren - wir sind Fans!
Einstellmöglichkeiten und Handling
Einfache Anpassungen sind dank werkzeugloser Hebelweitenverstellung und der „free Stroke“-Schraube möglich, wobei Letztere eher eine Placebo-Wirkung hat. Die Shimano XT-Bremse funktioniert wie die Marken-Geschwister mit Mineralöl und ist dadurch relativ unproblematisch bei Haut- oder Lackkontakt. Solange das Öl nicht auf die Bremsbeläge gelangt, seid ihr safe. Was das Entlüften angeht, sind die Shimano-Bremsen eine der einfachsten im gesamten Testfeld. Das von Shimano entwickelte „One-Way-Bleeding“ soll verhindern, dass sich Luftblasen im System festsetzen. So genügt es in der Regel, den Trichter mit Mineralöl auf die Gebereinheit zu schrauben und einige Male den Bremshebel zu betätigen.
Bremsgefühl und Leistung auf dem Trail
Im Trail-Test zeigt die Shimano XT eine sehr gute Bremspower. Das Bremsgefühl kann man dabei als „digital“ beschreiben: Der Druckpunkt ist sehr knackig und sehr definiert in einem schmalen Bereich verglichen zu Hope, Trickstuff oder Hayes. Die Power setzt direkt zu Beginn des Druckpunkts ein und ist dann mit Fingerspitzengefühl gut dosierbar. Der Leerweg ist leichtgängig und ähnelt - wie das ganze Bremsgefühl - stark der Leichtbau-Bremse Shimano XTR. Auf dem Trail sind die XT und XTR ziemlich gleich, erst im Labortest werden die Unterschiede deutlich: Hier erreicht die XT eine gute Verzögerung im Mittelfeld, vor der Shimano SLX und hinter Hayes Dominion T4, dicht gefolgt von der Shimano XTR.
Mit Sinter Green-Belägen kann die Bremspower der Shimano XT aber noch deutlich gesteigert werden. Durch die ICE-TECH-Bremsscheiben und -Beläge mit Kühllamellen entwickelt die Bremse viel weniger Hitze: In unseren Laborversuchen zeigt das Thermometer 25° C weniger als als bei der SLX im direkten Vergleich. Das führt zu Fading auf langen Abfahrten. In Summe lässt die Shimano XT keine Wünsche offen, hebt sich aber auch in keine Richtung besonders ab.
Die Shimano XT überzeugt mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, starker Power und gutem Feeling. Auf dem Trail zeigt sie keinen spürbaren Unterschied zum teureren XTR-Topmodell, bietet jedoch Sparpotenzial von über 200 €.
Das Handling ist einfach, sowohl beim Einstellen als auch beim Entlüften.
Erfahrungen mit dem Upgrade auf Shimano Deore XT
Wenn man ein neues Bike kaufen möchte vergleicht man ja oft verschiedene Bikes miteinander, bevor man sich für ein Modell entscheidet. Maßgeblichen Anteil an der Entscheidung hat bei mir immer die Auswahl der verbauten Komponenten. Ich gehe oft so vor, dass ich festlege, wie hoch mein Budget ist und dann versuche, das in meinen Augen beste Bike innerhalb meiner Preisgrenze zu finden. So war das auch bei meinem Trekkingrad, das Stevens vom Werk aus mit Shimano Deore Scheibenbremsen ausgestattet hat. Ich habe nach dem Kauf des Bikes schon einige Komponenten ersetzt, die ich mir bei einer individuellen Zusammenstellung nicht ausgesucht hätte. Durch den Tausche der Bremsanlage wollte ich den letzten Schmerzpunkt beseitigen, den ich mit der herstellerseitigen Ausstattung noch hatte.
Natürlich ist es etwas überzogen, die Shimano Deore Bremsen an meinem Trekkingrad als „Schmerzpunkt“ zu bezeichnen. Denn sie wären vermutlich jederzeit dazu in der Lage, das Rad inkl. mir als Fahrer abzubremsen - und das auch absolut zuverlässig und ausreichend. Die Liste meiner Wunsch-Komponenten wird jedoch nicht nur durch davon beeinflusst, was sinnvoll für den Anwendungsbereich ist.
Hersteller müssen zwischen ihren verschiedenen Modellen sinnvolle Abstufungen bei der Auswahl der eingesetzten Komponenten vornehmen. Nur so können sie zu den Preisvorstellungen von verschiedenen Fahrern die passenden Bikes anzubieten. Trotzdem komme ich nicht so recht damit zurecht, wenn an einem 3000 EUR Fahrrad nicht mindestens ein vergleichbar hochwertiges Bremssystem wie die Shimano Deore XT Bremse montiert wurde. Besonders auffällig wird es in dem Segment der E-Bikes, die oftmals nur noch mit Shimano BR-MT200 oder BR-MT400 Scheibenbremsen ausgestattet sind.
Der Umbau im Detail
Im Grunde funktioniert der Wechsel bei fast allen Fahrrad-Modellen auf die gleiche Art und Weise. Und weil es bereits sehr viele Anleitungen und Tutorials darüber gibt, wie die notwendigen Arbeiten am Bike durchzuführen sind, habe ich mich dagegen entschieden, noch eine weitere Anleitung zu schreiben und hier zu posten.
Wie bereits beschrieben, waren an meinem Stevens C12 lite Trekkingrad Shimano Deore BR-M6000 Bremssättel mit BL-M6000 3-Finger Bremshebeln montiert. Das Set für Vorder- und Hinterrad ist für 115,00 EUR zu bekommen. Wer diese verkaufen möchte bekommt auf den bekannten Auktionsplatformen in neuwertigem Zustand ca. 80 EUR dafür. Wenn man Ein- und Ausgaben miteinander verrechnet, kostet das Update somit um die 200 EUR für die Bremssättel Version mit 4-Kolben.
Das Stevens Bike hat außen am Rahmen verlegte Züge. Das sieht zwar nicht so schön clean aus, wie bei Rahmen mit innenverlegten Zügen, dafür ist ein Wechsel der Züge oder Bremsschläuche bedeutend einfacher und geht entsprechend schneller von statten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man bei der Demontage der gesamten Bremsanlage die Bremsleitungen nicht lösen muss.
Wichtige Hinweise zum Umbau
Obwohl der Wechsel der Bremsanlage aus meiner Sicht keine Raketenwissenschaft ist, möchte ich dennoch davor warnen, Veränderungen an sicherheitsrelevanten Teilen vorzunehmen. Wenn man keine Ahnung davon hat und nicht genau weiß was man tut, kann das auch ins Auge gehen. Wer sich sein Wissen auf Youtube angeeignet hat, sollte sich auch dessen bewußt sein und selbst einschätzen, ob man sich die Arbeiten zutraut oder nicht. Auf keinen Fall kann man am Ende jemand anderen dafür verantwortlich machen, wenn man solche Arbeiten nicht einer Fachwerkstatt überlassen hat.
Wer sich trotzdem an den Wechsel herantrauen will, sollte sich mit dem Entlüften der Scheibenbremse vertraut machen. Das dürfte der schwierigste Arbeitsschritt sein, denn darüber hinaus sind nur noch ein paar Schrauben zu lösen und wieder anzuziehen. Außerdem möchte ich noch erwähnen: Wer vorschnell die alten innenverlegten Leitungen aus dem Rahmen gezogen und kein spezielles Einziehwerkzeug zur Hand hat, kann sich schon mal darauf einstellen, dass die Montage der neuen Bremsleitung einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Langjährige Erfahrung mit Shimano XT Bremsen
Shimano XT Bremsen fahre ich schon ewig. Sogar mein erstes Mountainbike hatte schon Shimano XT Bremsen. Ich habe daher bis auf ein paar Fahrten mit Avid Elixir Bremsen kaum Erfahrungen mit anderen Bremssystemen. Mit Shimano XT Bremsen kenne ich mich aber ziemlich gut aus und habe sie über viele Jahre als sehr zuverlässig und wartungsarm zu schätzen gelernt. Meine guten Erfahrungen damit waren sicher ausschlaggebend für die Entscheidung, diese auch wieder am Stevens C12 lite fahren zu wollen.
Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen über den lokalen Bikeshop ist coronabedingt leider aktuell nicht gegeben, daher habe ich die neuen Bremsen Online bestellt. Die Preise dafür variieren um bis zu 40 EUR, außerdem auch die Verfügbarkeiten. Befestigungschrauben für den Bremssattel (inkl.
Vergleich: Shimano Deore vs. Deore XT
Grundsätzlich ist es etwas unfair, einen 2 Kolben Bremssattel mit einem 4 Kolben Bremssattel zu vergleichen. Vor allem, da es die Shimano Deore Bremse mit dem Modell BR-M6100 auch als 4 Kolben Version gibt. Allerdings hab ich diese Bremse herstellerseitig noch nie an einem Fahrrad verbaut gesehen, immer nur das 2 Kolben Modell. Es ist daher wahrscheinlicher, diese Bremse gegen eine Hochwertigere ersetzen zu wollen.
Der Hauptsächliche Unterschied der Shimano Deore XT Bremse ist die schnellere und höhere Kraftübertragung. Durch die 2 zusätzlichen Kolben wirken die Kräfte zudem gleichmäßiger auf der gesamten Auflagefläche des Bremsbelages.
Der Deore Bremssattel hat einen geraden Bremsleitungs-Anschluss, während die Richtung des Anschlusses des Deore XT Bremssattels angepasst werden kann um die Bremsleitung bestmöglich am oder im Rahmen verlegen zu können. Das kann unter Umständen ein Vorteil sein, allerdings kenne ich bislang nur Rahmen bei denen die Zuführung der Bremsleitung zur Bremse gerade verläuft. Eine Anpassung der Zuführung wird daher nur sehr selten erforderlich bzw.
Nicht außer Acht zu lassen ist auf jeden Fall die bessere Optik des Deore XT Bremssattels. Er ist hochglänzend in dunkel-grau metallic lackiert und hebt sich dadurch deutlich mehr an schwarzen Fahrradrahmen ab, wie die schwarz lackierte Deore Bremse. Das zwei zusätzliche Kolben eingebaut sind, kann man dem Gehäuse des Bremssattels äußerlich ansehen, wodurch die Bremse insgesamt wuchtiger wirkt. Den letzten Schliff geben dann die Bremsbeläge, die bei der Deore XT Bremse bereits Kühlrippen besitzen. Allerdings gibt es auch für den Deore Bremssattel passende Beläge mit Kühlrippen.
Unterschiede bei den Bremshebeln
Ein paar Worte möchte ich noch zu den Unterschieden der Bremshebel verlieren. Die ursprünglich an meinem Rad verbauten, BL-T6000 3 Finger Bremshebel wurden durch den Umbau ja ebenfalls durch die entsprechenden Hebel der 8100er Produktserie, nämlich den BL-T8100 Bremshebeln ersetzt. Die Unterschiede sind aber wirklich kaum der Rede wert. Der Deore XT Hebel ist geringfügig leichter. Ansonsten lesen sich die Spezifikationen fast identisch. Beide Hebel besitzen I-SPEC-II kompatible Befestigungsschellen, und besitzen eine Schraube, mit sich die Griffweite werkzeuglos einstellen läßt. Die 3-Finger Version des Deore XT Hebels bietet nicht die Möglichkeit den Leerhub zu verändern, so wie es bei dem 2-Finger Hebel BL-M8100 der Fall ist.
Wenn alles funktioniert hat, sollte das Endergebnis so wie auf den folgenden Bildern aussehen. Bei allen Scheibenbremsen ist wichtig, die Bremsbeläge zunächst einzubremsen. Dadurch erhöht sich die Bremswirkung noch mal deutlich. Das Einbremsen funktioniert so, dass man ca. 20 Mal aus normalem Fahrtempo bis zur Schrittgeschwindigkeit herunterbremst.
Erster Eindruck nach dem Umbau
Leider konnte ich noch keine lange Tour mit den neuen Bremsen fahren. Ich konnte bisher gerade mal die Beläge einbremsen und mir einen ersten Eindruck verschaffen. Zu einem späteren Zeitpunkt bzw. Ich kann aber jetzt schon sagen, dass die Bremswirkung erheblich hoher ist, als mit der originalen Shimano Deore Bremse. Vermutlich wird man auch mit der 2 Kolben Version am Trekkingrad gut auskommen. Die 4-Kolben Bremse wurde ja eigentlich für schwere Räder wie z.B. E-Bikes mit Gewichten zwischen 20-30 kg entwickelt. Trotzdem läßt sich die Bremskraft auch für mein Rad gut dosieren. Ein Fehlkauf war es daher nicht.
Shimano XT M8100 im Dauertest
Letztes Jahr haben auch Shimano XT- und SLX-Bremsen das neue Design und Features der High-End XTR-Bremse verpasst bekommen. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind klein, sodass sich wir uns für den Dauertest der XT M8100-Vierkolbenbremse entschieden haben. Im Zahlen und Kürzel-Gewirr von Shimano ist es verdammt schwer, den Überblick zu behalten. Doch seit knapp einem Jahr gibt es die aktuelle und superschicke Vierkolbenbremse auf XTR-, XT- und SLX-Level.
Unser 92 kg schwerer Testchef Felix hat die mittelpreisige Shimano XT M8100 Vierkolben Bremse - mit 203 mm Bremsscheiben vorne und hinten versteht sich - über 10 Monate in seinem abfahrtsorientierten NICOLAI G1 getestet.
Besonderheiten des Bremshebels
Die großen Highlights der neuen Bremsen-Generation von Shimano stecken im Bremshebel. Er ist nicht nur mit einer breiten Klemme am Lenker befestigt, sondern stützt sich auch beim Bremsen an einem zweiten Auflagepunkt an den Lenker. So soll der Hebel beim Betätigen noch steifer und das Fingergefühl noch direkter sein. Typisch Shimano kommt die Servo-Wave-Technologie zum Einsatz, bei der zu Beginn die Beläge schnell an die Scheibe gedrückt werden. Im Verlauf des Hebelwegs verändert sich das Hebelverhältnis und die Bremse wird kräftiger. Genau dadurch erzeugt Shimano das typische Fingergefühl, bei dem die XT M8100 sehr schnell,aber dennoch gut dosierbar zupackt.
Ebenso typisch ist die werkzeuglose Hebelweitenverstellung, die einen breiten Einstellbereich bietet. Die neu designten Kühlrippen der ICE-TECH-Bremsbeläge sehen einfach klasse aus, klappern aber auf ruppigen Strecken laut und nervig. Oftmals reicht es, die Belagfeder etwas weiter zu spreizen und die Beläge neu einzusetzen. Wenn das nichts hilft, lässt sich das Problem mit etwas Klettband zwischen Sattel und Kühlrippen in den Griff bekommen. Trotz anfänglichen Klappern setzt Felix weiterhin auf die ICE-TECH-Beläge mit Kühlrippen.
ICE-TECH Bremsscheiben
Die schicken ICE-TECH-Bremsscheiben mit den überdimensionalen Kühlflächen kommen mit Dauerbremsen richtig gut zurecht, sind aber nur mit Centerlock-Naben kompatibel. Auf dem Trail überzeugt die Shimano XT M8100-Bremse vor allem mit ihrer Bremspower, die sie auch ohne viel Handkraft früh und vor allem konstant bereitstellt. Auch auf langen Abfahrten von 1.000 Höhenmetern und mehr konnte Felix trotz seiner 93 kg Gewicht die sehr hitzebeständige Bremse nicht überfordern. Dazu tragen sicherlich auch die leichten ICE-TECH-Bremsscheiben mit Aluminiumkern und großzügigen Kühlflächen ihren Teil bei.
Druckpunktwanderung als Schwachstelle
Doch ein Problem konnte Shimano auch mit der neuesten Bremsen-Generation nicht in den Griff bekommen: Der Druckpunkt der Shimano XT M8100-Bremse wandert vor allem auf ruppigen Trails beachtlich. Bei einer Bremsung packt die Bremse genauso zu wie man es sich wünscht, während der Druckpunkt vor der nächsten Kurve viel weiter vom Hebel entfernt sitzt, nur um vor dem nächsten Steilstück fast am Griff zu liegen. Unser Tester Felix bekam das Druckpunktwandern mit regelmäßigem Entlüften und Überfüllen des Hebels - mit der Trichter-Methode wenigstens schnell und einfach - in den Griff, ganz weg war es allerdings nie.
Beim Wechsel der Beläge ist dann allerdings Vorsicht geboten, um die Dichtungen des Bremshebels beim Zurückdrücken der Kolben nicht zu sehr zu belasten. Hier empfiehlt es sich, den Entlüftungstrichter am Hebel anzusetzen und/oder die Druckpunktverstellung ganz zuzudrehen.
Fazit zur Shimano XT M8100
Mit der neuesten Generation der XT-Vierkolbenbremse ist Shimano nicht nur optisch ein absolutes Highlight gelungen. Die XT M8100 zählt auch zu den kraftvollsten und standfestesten Bremsen auf dem Markt. Love it or hate it - ersteres gilt für das Shimano-typische Hebelgefühl, das nicht nur unser Tester Felix sehr schätzt.
Preis ca.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Deore LX Schalt-Bremshebel: Test, Kaufberatung & Modelle
- Shimano Deore XT Bremshebel einstellen: Schritt-für-Schritt Anleitung
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Mokick oder Moped: Die wichtigsten Unterschiede und ultimative Kaufberatung
- Bremsbeläge am Fahrrad wechseln: Schritt-für-Schritt Anleitung für sicheres Bremsen
Kommentar schreiben