Shimano Deore XT Hinterradnabe im Test: Eine umfassende Analyse

Der japanische Hersteller Shimano produziert eine vielfältige Auswahl an hochwertigen Naben, einschliesslich der Deore XT Hinterradnabe. Shimano steht mit seiner Deore XT Baugruppe bereits viele Jahrezehnte für hohe Qualität, Stabilität und Langlebigkeit. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Test und eine umfassende Analyse dieser Nabe, einschliesslich eines Vergleichs mit anderen Naben und einer Bewertung ihrer Leistung und Haltbarkeit.

Technische Details und Konstruktion

Die Deore XT FH-M756 Nabe ist mit einem Freilauf und einer Achse aus Stahl, einem innen liegenden Fettmantel, einer Labyrinth-, O-Ring und Schleifdichtung und einem hochwertigen CBN Konuslager ausgestattet. Dies sorgt für einen geringen Wartungsaufwand. Die Einstellung ist leicht zu handeln und der Lauf ist durch die Boron-beschichteten, polierten Lagerlaufflächen ausgesprochen weich. Eine Reparatur ist im Bedarfsfall nicht möglich.

Ein hier gerade zerlegte Exot (6-Loch, 100mm, QR9, Hochflansch) mit dem Namen HB-M756 und der Aufschrift "Shimano Deore XT" zeigt ein zweistufiger Dichtungssystem mit speziellen Gummiformteilen und noch einem Stützblech. Nicht ein Teil entspricht irgendeinem Normteil. Das Teil ist neu und nur Anschauungsmaterial, also in perfektem Zustand. Lager geöffnet, entfettet und leicht geölt. Konus nicht hart angestellt, sondern nur so, dass definitiv nichts wackelt.

Shimano kann Vieles selbst bauen/ nach Vorgaben produzieren lassen, weil sie so groß sind. Trotzdem stellt sich immer die Frage, warum baut man etwas selbst, wenn es am Markt Normteile gibt, die in Stückzahlen auch günstig sind? Die Kugeln sind auch Standard. Außerdem sorgt das üppige Fett in Shimano Naben für eine gute Abdichtung und Haltbarkeit. Allerdings, wenn in viel Fett Wasser verquirlt ist, wird trotz Korrosion die Oberfläche nicht so rau. Entfetten, neues Fett rein und es geht ohne wesentliche Qualitätsverluste weiter.

Vergleich mit anderen Naben

Der japanische Hersteller Shimano, sowie auch KX produzieren eine vielfältige Auswahl an hochwertigen Naben. Beide Naben haben 135 mm Einbaubreite und werden komfortabel mit einem 5 mm Schnellspanner montiert. Der Einsatz erfolgt an City-, Trekking und Mountainbikes.

An die XT Nabe passen 8 bis 11-fach MTB Kassetten. Die KX-M Nabe hat einen breiteren Freilauf und es lassen sich zusätzlich auch 11-fach Rennradkassetten montieren. Beide Naben sind für die Montage von 6-Loch Bremsscheiben vorbereitet.

Die KX-M Hinterradnabe verfügt zusätzlich über einen leichten Freilaufkörper aus Aluminium mit einer "Anti-Bite" Stahlverstärkung, um auch bei starkem Treten Beschädigungen durch die Kassette zu vermeiden. Hier ist auch ein 6-Sperrklinken System und eine sehr große 54-Zähne Verzahnung vorhanden, welche für einen sicheren und schnellen Kraftschluss sorgt. Die KX-M Nabe ist inklusive des Freilaufsystems im Bedarfsfall, dank der verwendeten Rillenkugellager, leicht zu reparieren. Eine Umrüstung auf 12x142 mm Steckachse ist möglich. Es können auch 12-fach Microspline oder Sram XD Freilaufkörper nachgerüstet werden.

Wollen Sie später flexibel sein, dann fahren Sie mit der KX-M Nabe goldrichtig, denn Sie können Sie jederzeit auf andere Achsen und Freilaufkörper umrüsten.

Leistung und Erfahrungen im Einsatz

Mein erster Eindruck: Ungewohnt leise fliege ich mit meinem Trek Enduro Bike durch den Wald. Das liegt an dem neuen Nicht-Sound des Scylence-Freilaufs. Dieser Nicht-Sound ist zuallererst gewöhnungsbedürftig. Sonst bin ich immer mit Newmen Laufrädern unterwegs, welche sicherlich zu den lautesten auf dem Markt. Durch den nicht vorhandenen Klang des neuen Scylence-Freilaufs ist es möglich mein Gehör auf die Reifen zu fokussieren. Untergrundwechsel welche mir sonst nie durch Geräuschveränderung auffallen, nehme ich nun bewusst wahr.

Wie erwartet, präsentiert Shimano eine perfekte Schaltung auf höchstem Niveau. Während der Ausfahrt ist die Schaltung sehr leise und sehr präzise. Die Gänge lassen sich durch die neue HYPERGLIDE+ Technologie auch in stark belasteten Situationen oder bei schnellem Antritt einwandfrei schalten. Damit sind ganz neue Möglichkeiten gegeben.

Eigentlich achte ich immer darauf sehr sauber zu Schalten. Bevor ich jedoch wichtige Sekunden in einem Rennen verliere, kann es schon passieren, dass ich auch mal unsauber schalte. Bei der neuen Shimano XT habe ich das Gefühl, als wenn ihr das nichts ausmacht: die Kette wird ebenso sanft und vor allem leise wie bei entspannten Schaltvorgängen geführt. Das gibt mir als Racer eine gewisse Entspannung und Sicherheit. Probleme wie Kettenklemmer sowie den bekanntlichen „Supergau“, einen Kettenabwurf, sind weit entfernt.

Alles in allem fühlt sich die Schaltung sehr kontrolliert, weich und leise an. Das liegt sicherlich auch an der bekannten Shadow+ Funktion. Die Schaltung nimmt stets den richtigen und direkten Weg zum jeweiligen Ziel.

Die Kommando-Ausführung zum Schaltwerk funktioniert wie vorher bereits beschrieben tadellos und knackig. Auch das Feedback für den Fahrer setzt Shimano meiner Meinung nach super um. Die genaue Abstufung lässt sofort wissen, dass ein Schaltvorgang vollzogen wurde. Das Schalten in die schweren Gänge ist, wie von Shimano gewohnt, über Zeigefinger als auch Daumen möglich. Des weiteren ist mir das Mehrfachschalten in die schweren Gänge sehr positiv aufgefallen.

Was mir aber besonders gefallen hat, ist ein wirklich sinnvolles Detail am Schalthebel: Der profilierte Gummi-Einsatz am Schalthebel gibt mir endlich einen griffigeren Untergrund gegenüber einem Hebel aus reinen Metall. Auch bei schlechtem Wetter habe ich somit bessere Kontrolle. Sonst habe ich mir immer in Skatshops Griptape gekauft um auch bei schlechten Wettersituationen den Halt nicht zu verlieren.

Durch die passende Lenkerfernbedienung zum Verstellen der Sattelstütze bietet Shimano ein super aufgeräumtes und einheitliches Komplettpaket. Meiner Meinung nach ein wirklicher Hingucker. Diese SL-MT800 Lenkerfernbedienung ist I-spec EV-kompatibel und funktioniert mit allen gängigen Variostützen.

Schon wie bei dem großen Bruder der XTR, wird es durch den Freilauf sowie den Nabenkörper möglich, dass sich zwei Mitnehmerplatten vollständig voneinander lösen. Somit hört man kein Geräusch, wenn man mal nicht in die Pedale tritt. Der Micro Spline Freilauf macht das Gesamtpaket dann sogar noch etwas leichter. Besonders aufgefallen sind mir das schnelle Einrasten und die höhere Steifigkeit der Hinterradnabe. Das fördert die rasche Beschleunigung und vermindert die unnatürliche Ablenkung.

Es ist spürbar, dass die neue Shimano DEORE XT Gruppe auf dem großen Bruder der XTR Gruppe basiert. Wie gewohnt bringt die Shimano DEORE XT Gruppe eine hohe Schaltgenauigkeit mit sich. Mein erster Eindruck ist, dass hier noch mal eins oben drauf gesetzt werden konnte. Mit ihrem ansprechenden modernen Design passt sie an wirklich jedes Bike und ist in Windeseile montiert. Dabei hilft auch das vorhandene Kettenschloss. Das für mich wertvollste Merkmal ist das extrem ruhige und leise Schalten.

Haltbarkeit und Zuverlässigkeit

Meiner Beobachtung nach hängt die Lebensdauer einer Shimano HR Nabe vor allem davon ab, ob sie dicht bleibt. Vor allem die Antriebsseite scheint da schlechter zu sein. Und wenn da mal Wasser und Material reingekommen ist, dann wars das mit dem guten Stück. Das passt auch generell zu dem Thema "Lagerschäden". Die mit weitem Abstand häufigste Ursache ist Verschmutzung und Korrosion durch ein ungenügend wirksames Dichtsystem. Dazu gehört nicht nur die Dichtung selbst, sondern das gesamte Umfeld.

Die alten Naben hielten ewig, wir haben heute noch 530er in betrieb, die die erste Wartung nach 8 Jahren bekamen und bis heute keine Probs machen. Insofern würde ich bei einem guten Bike / Laufrad grade bei der Nabe nicht sparen!

Ein gut ausgestattetes Pinion-Rad ist von selbst Shimano-frei (trotzdem nichts grundsätzliches gegen Shimano). Ein Speedhub-Rad hat eventuell Shimano-Kurbeln - aber nicht zwingend. NaDys heißen SON, Thema erledigt usw. usw.

Eignung für E-Bikes

Kann man die XT Hinterradnaben also problemlos für moderne E-Bikes bzw. Pedelecs nutzen? Aus eigener Erfahrung müssen wir dieses leider verneinen. Die hohen Antriebskräfte mit Drehmomenten von derzeit aktuell bis 75 Newtonmetern beim Beschleunigen, aber auch die starken Kräfte beim Bremsen erfordern ein sehr hohes Maß an Stabilität bei der verbauten Hinterradnabe am Elektro-Fahrrad. Sonst drohen auf Dauer Beschädigungen, wie z.B. Flanschabrisse oder ein Verbiegen der Achse.

Shimano hat für diese Nabe ein neues Freilaufkörpersystem entwickelt. der Freilaufkörper besteht aus Aluminium. Die Bauweise ist filigran.

Fazit: Wir empfehlen spezielle E-Bike Hinterradnaben von anderen Herstellern, die z.B. 4-fach gelagert sind und deutlich stabiler konstruiert sind.

Kundenbewertungen

Hier ist eine Zusammenfassung einiger Kundenbewertungen zur Shimano Deore XT Hinterradnabe:

  • Cristinel S. (28.08.2025): Good component. Good price and good delivery.
  • Christoph I. (04.04.2024): Super Preis Leistung. Ich habe noch nichts aus zu setzen.
  • mehmet b. (12.05.2020): Top Shop des vertrauens seid Jahren. Gewohnte Qualität von shimano hat am E-bike die alte xt mit 13000 km ersetzt alles prima :-) Preis Leistung unschlagbar.
  • Oliver F. (03.08.2017): Überragende Hinterradnabe für mein Disc Rennrad / Winterrad. Auch nach Kilometern mit Salz und schlechtem Wetter kein Verschleiß oder Spiel. Mach ohne jegliche Geräuche das was es soll.

Diese Bewertungen zeigen, dass die Nabe für viele Anwender eine gute Wahl ist, besonders im Hinblick auf Preis-Leistung und Zuverlässigkeit unter verschiedenen Bedingungen.

Alternativen und Empfehlungen

Wenn du unbedingt eine XT Nabe fahren möchtest, dann die 756. Die 770 und 780er hatten Flanschbrüche (Bingobonge hatte 3 der Naben damit ins jenseits befördert) und die neue 8000er Serie hat Probs mit dem Freilauf. Ich würde eher zu einer (ruhig auch älteren) (S)LX Nabe zurückgreifen. Bei Deore 610/615 hatte ich etliche Naben mit defekten Konen gehabt, teilweise nach nur einem Monat. Keine Ahnung was da los ist, wenn es nur eine Charge mit falschen Härtungen gewesen wäre, müsste doch irgendwann die Problematik eigentlich weniger werden...

Für Steckachse heißen sie FH-MT400, FH-MT410. Es gibt sicher ein paar dutzend bis hundert ältere Typen, wo auch irgendein "Deore" draufgedruckt ist. Bei bc gibt es mit Deore-Label auch gerade FH-T610, FH-M6000, auf der FH-M756A steht dann zur Abwechslung mal Deore XT drauf usw. usw. quer durch den Gemüsegarten.

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