Shimano Deore XT Schaltwerk 7-fach: Eine detaillierte Betrachtung

Das Schaltwerk ist ein essentielles Bauteil am Fahrrad, das am Hinterbau des Rahmens in der Nähe der Hinterradachse befestigt wird. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Kette zwischen den Ritzeln zu bewegen, um das Übersetzungsverhältnis zu ändern. Dies ermöglicht es dem Fahrer, das Treten je nach Bedarf zu erleichtern oder zu erschweren.

Bestandteile und Funktionen des Schaltwerks

Schaltauge

Am Ende des Fahrradrahmens befinden sich die Ausfallenden, an denen das Laufrad befestigt wird. Das Schaltauge ist am rechten Ausfallende angebracht und dient zur Befestigung des Schaltwerks. Da dieses Bauteil bei Stürzen verbiegen oder brechen kann, ist es bei den meisten Fahrrädern austauschbar, um einen kompletten Rahmentausch im Schadensfall zu vermeiden.

Schaltkäfig

Der Schaltkäfig befindet sich am unteren Teil des Schaltwerks und ist mit zwei Schaltrollen ausgestattet. Seine Aufgabe ist es, die Kettenspannung aufrechtzuerhalten, um ein Durchhängen oder Umherschwingen der Kette zu verhindern. Die Länge des Käfigs bestimmt die Gesamtkapazität des Schaltwerks. Kurze Käfige werden hauptsächlich bei Rennrädern verwendet, während Mountainbikes in der Regel lange Schaltkäfige benötigen.

Die Bedeutung der Ganganzahl

Die Angabe 8-, 9- oder 10-fach usw. bezieht sich auf die Anzahl der Gänge, für die das Schaltwerk geeignet ist. Diese Information kann durch Zählen der Ritzel am Hinterrad oder Ablesen am Schalthebel ermittelt werden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Ganganzahl nicht der einzige Faktor ist, der die Kompatibilität des Schaltwerks bestimmt. Weitere wichtige Aspekte sind:

  • Maximale und minimale Zähneanzahl: Die meisten Schaltwerke geben an, wie viele Zähne das größte und kleinste Ritzel mindestens bzw. maximal haben dürfen.
  • Maximale Differenz vorne: Dies entspricht der maximalen Differenz an Zähnen zwischen dem größten und kleinsten Kettenblatt, die das Schaltwerk ausgleichen kann.
  • Kapazität: Die Kapazität gibt den Unterschied an Zähnen an, den das Schaltwerk insgesamt ausgleichen kann. Sie wird berechnet, indem die maximale Differenz vorne mit der Differenz zwischen dem größten und kleinsten Ritzel addiert wird.

Beispielrechnung zur Ermittlung der Kapazität

Um die Kapazität zu berechnen, betrachten wir eine 3-fach-Kurbelgarnitur mit einer Abstufung von 48-36-26 Zähnen und eine 10-fach-Kassette mit einer Abstufung von 11-32 Zähnen:

  1. Maximale Differenz vorne: 48 - 26 = 22 Zähne
  2. Differenz der Ritzel: 32 - 11 = 21 Zähne
  3. Kapazität: 22 + 21 = 43 Zähne

Shadow-Schaltwerk Technologie von Shimano

Shimano entwickelte die Shadow-Schaltwerk Technologie ursprünglich für Mountainbiker mit aggressivem Fahrstil. Diese Schaltwerke zeichnen sich durch eine flache Bauweise aus, die kaum über die Hinterradachse hinausragt. Zudem wurde die Spannung der Rückstellfeder erhöht, was zu einer verbesserten Schaltperformance führt.

Shimano Deore XT: Eine etablierte Schaltungsgruppe

Die Shimano Deore XT Schaltungsgruppe gibt es bereits seit 1982 und stellt die zweithöchste Gruppe im Sortiment des Herstellers dar. Sie richtet sich vor allem an Mountainbike- und Trekkingradfahrer. Auch günstigere Fahrräder sind oft mit einem XT-Schaltwerk ausgestattet. Die komplette Gruppe ist auf hohe Belastung und beste Schaltperformance auch unter widrigen Bedingungen ausgelegt und soll auch im Renneinsatz einwandfrei funktionieren.

Die Serie bietet einen guten Mix aus günstigem Preis und niedrigem Gewicht. Die Schaltvorgänge sind hervorragend, wobei eine gute Einstellung der Schaltung entscheidend ist. Die gewählten Materialien sind hochwertiger als bei niedrigeren Gruppen. Neue Techniken, wie die der XTR, finden hier früher Verwendung. Grundsätzlich sind viele Serien von Shimano untereinander vollständig kompatibel, wobei auf die Anzahl der Gänge geachtet werden muss.

Kompatibilität und Kombination von Komponenten

Es empfiehlt sich, alle Teile einer Schaltung in gleicher Qualität auszurüsten, da diese von Shimano in Gruppen entwickelt und aufeinander abgestimmt sind. Möchte man aus Kostengründen dennoch kombinieren, sollte man überlegen, welche Komponenten man am häufigsten nutzt und diese hochwertiger wählen. Ein ungünstiges Beispiel wäre z.B.

Historische Aspekte der Shimano XT M732

Auf Basis der Shimano XT M732 von 1989 wurden in den Folgejahren immer nur einzelne Komponenten angepasst und erneuert, so dass es eigentlich keine "M733 - Serie" gab sondern sich, je nach Jahr, einzelne Teile veränderten. Obwohl zu großen Teilen unverändert, gab es bei dem Modellwechsel von 1989 zu 1990 geradezu revolutionäre Neuerungen bei der Shimano XT - Gruppe.

Denn im Jahr 1990 wurden die Daumenschalthebel durch die "Rapid Fire" - Schalthebel ergänzt, was eine wesentliche Neuerung zu mehr Schaltkomfort war. Gleichzeitig wurden das Schaltwerk und der Umwerfer in die Version M735 gehoben. Und es wurden erstmals die Klickpedale von Shimano PD-M737 angeboten. Das SPD - Klicksystem sollte sich sehr schnell im Markt durchsetzen und wurde oft von Mitbewerbern adaptiert.

RD-M735, 7-fach STI kompatibel.

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