Die Shimano Di2 ist bekannt für ihre präzisen Schaltvorgänge und innovative Technologie. Doch wie lange hält der Akku wirklich? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund und beleuchten weitere wichtige Aspekte der elektronischen Schaltung.
Shimano XT Di2: Ein Überblick
Im Sommer wurde die neueste Version der elektronischen Shimano XT Di2 Schaltgruppe vorgestellt. Der Vorgänger war etwas in die Jahre gekommen und hatte gegenüber der Konkurrenz aus den USA etwas an Boden verloren. Nun stehen vor allem Auto-Shift und Free-Shift im Fokus.
- Auto-Shift: Im Auto-Shift Modus übernimmt eine Automatik das Wechseln der Gänge.
- Free-Shift: Dank Free-Shift lassen sich sogar im „Leerlauf“ die Gänge wechseln, also ganz ohne in die Pedale zu treten. Hierfür treibt der Motor das Kettenblatt für einen kurzen Moment an, bis das Schaltwerk die Kette auf das entsprechende Ritzel gehievt hat.
Die neue Shimano XT Di2 ist ausschließlich mit den beiden aktuellsten Antrieben aus eigenem Hause kompatibel, dem EP801 und dem EP6. Die neue Shimano XT Di2 wird in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sein. Die Linkglide Variante kommt mit elf Gängen und einer neuen 11-50 Kassette. Mehr auf Performance optimiert ist die XT Di2 Hyperglide+, die mit 12 Gängen kommt und mit den bekannten 12-fach Kassetten von Shimano kompatibel sein wird.
Erster Test mit dem Bulls Sonic Evo EN SL 1
Mit dem Bulls Sonic Evo EN SL 1 für das Modelljahr 2023 hatten wir nun einige Monate nach der Vorstellung das erste Testbike mit der Shimano XT Di2 in der Redaktion. Verbaut ist hier die Linkglide Variante. An der Hyperglide+ Variante übernimmt die Automatik nur im Leerlauf - wahrscheinlich um Kette und Kassette zu schonen.
Vor der ersten Kurbelumdrehung fallen jedoch direkt zwei Dinge ins Auge: Zum einen der komplett überarbeitete Schalthebel, der mit dem Vorgänger nur noch wenig gemein hat. Verglichen mit dem Sram AXS Controller orientiert sich das Shimano Pendant noch deutlich mehr am klassischen Trigger - mit zwei Hebeln für das Hoch- und Runterschalten und einem zusätzlichen Button, der sich frei belegen lässt.
Auto-Shift Modus und individuelle Anpassung
Der Auto-Shift Modus ist freiwillig. Niemand ist gezwungen, „dem System“ das Wechseln der Gänge zu überlassen. Selbst bei aktivierter Automatik kann man jedoch auch weiterhin immer manuell eingreifen. Wie sich die Automatik selbst verhält, lässt sich per Shimano E-Tube Project App individuell einstellen. Zwei Profile können direkt auf dem Bike gespeichert werden und lassen sich während der Fahrt wechseln. Nach ein paar Testrunden und dem angesprochenen Abstecher in die App funktionierte das automatische Schalten jedoch fast schon erschreckend gut. Selbst unter Last waren die Wechsel meist sehr sanft und nur selten konnten wir das unschöne Knacken vernehmen, wenn die Kette vom einen auf das andere Ritzel hüpft.
Greift man über das Betätigen des Schalthebels in die Automatik ein, wird diese für einige Sekunden pausiert. Im gemäßigten Gelände, auf Touren oder während der Anfahrt zum Trail können wir uns sehr gut vorstellen, auf diese Automatik zurückzugreifen. Geht es auf dem Trail sehr schnell zur Sache, würden wir jedoch nach wie vor den manuellen Modus bevorzugen, da hier auch Parameter wie Linienwahl, Untergrund oder Tagesform über den richtigen oder falschen Gang entscheiden.
Wie lange hält der Akku einer Di2?
Zur Info: Reicht der Saft auch nicht mehr zum Schalten hinten, verharrt die Kette in dem zuletzt eingelegten Gang. Wie lange hält nun der Akku einer Di2?
Die unten stehende Grafik verdeutlicht die einzelnen Stufen des (Ent-)Ladungszustandes.
Bisher habe ich immer bei grün blinkender LED geladen. Allerdings kann man nur abschätzen, wie weit man von der nächst niedrigeren Stufe entfernt ist.
Die einzelnen Stufen des (Ent-)Ladungszustandes:
- Grün blinkend
- Rot leuchtend: noch 25% Restkapazität des Akkus.
Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe
Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe bringt der japanische Komponenten-Gigant erstmals eine vollständig kabellose Schaltgruppe auf den Markt. Lange hat es gedauert, aber endlich hat das Warten ein Ende: Der japanische Komponenten-Hersteller Shimano stellt seine neue Shimano XTR M9200 Di2 Wireless-Schaltgruppe vor.
Es ist die erste vollständig kabellose MTB-Schaltgruppe von Shimano und wurde vorgestellt, um dem Trend der Bike-Industrie zu folgen. Bislang gab es nur für E-MTBs eine elektronische Di2-Gruppe, welche aber durch ein Kabel mit dem Shimano-Motorsystem verbunden war.
Die neue XTR M9200 Di2-Schaltgruppe soll nun schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein. Dabei setzt Shimano aber weiterhin auf die Montage an einem Schaltauge, optimiert aber ihr neues XTR-Schaltwerk auf den von SRAM eingeführten UDH-Standard.
Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken. Für E-MTBs gibt es ein neues und kabelgebundenes Schaltwerk namens RD-M9260, das weiterhin die FREE SHIFT- und AUTO-SHIFT-Funktionen unterstützt.
Zusätzlich zu allen einzelnen Komponenten gibt es für 999 € auch ein Upgrade-Kit, das Schaltwerk, Schalthebel, Akku und Ladegerät enthält. Eine gesamte Gruppe gibt es leider nicht zu kaufen und ihr müsst hier alle Einzelpreise kombinieren. So kommt ihr dann bei ca. 2.000 € für eine komplette XTR-Gruppe raus.
Akkuleistung und Design des XTR M9250 Di2-Schaltwerks
Auf den ersten Blick wirkt das neue Shimano XTR M9250 Di2-Schaltwerk recht globig, aber auch robust. Laut Shimano hält der Akku ca. 340 km, wenn man von 30 Schaltvorgängen pro Minute ausgeht, was ziemlich ist. Nach 20 Minuten geht das Schaltwerk zudem in einem Schlafmodus über und lässt sich nur Betätigung des Schalthebels und nicht durch Wackeln wieder aufwecken.
Das ist praktisch, denn so müsst ihr den Akku beispielsweise bei der Autofahrt nicht entnehmen, wo er sich sonst durch Vibrationen entladen würde. Ein spezielles Ladegerät liefert Shimano natürlich dazu.
Ergonomie und Schaltmodi
Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Zudem gibt es mehrere Schaltmodi und eine Multi-Shift-Funktion, wenn ihr den Schalthebel gedrückt haltet. Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.
Testfahrten und Eindrücke
Bereits im Februar hatten wir die Chance, zwei Tage mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe die Trails in Spanien unsicher zu machen. Dabei sind wir einen Tag auf einem analogen SCOTT Genius und einen zweiten Tag auf dem E-MTB Cannondale Moterra unterwegs gewesen, um beide Versionen zu testen. Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt.
Das eigentliche elektronische Schaltgeräusch des XTR-Schaltwerks ist deutlich zu hören und etwas lauter als bei der elektronischen Konkurrenz, ist aber nicht störend. Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden.
Tabelle: Vergleich der Shimano Di2 Gruppen
| Merkmal | Shimano XT Di2 | Shimano XTR M9200 Di2 | Shimano 105 Di2 |
|---|---|---|---|
| Schaltmodi | Auto-Shift, Free-Shift | Mehrere Schaltmodi | Elektrisches Schalten |
| Akkulaufzeit | Unbekannt (siehe Entladungszustände) | Ca. 340 km (bei 30 Schaltvorgängen/Minute) | Unbekannt |
| Kabellos | Nein | Ja (teilweise) | Nein (semi-wireless) |
| Kompatibilität | EP801, EP6 | UDH-Schaltwerke | 11-fach Freilauf |
Shimano 105 Di2: Eine günstige Alternative
Die Shimano 105 Di2 ist eine attraktive Option für preisbewusste Rennradenthusiasten. Sie bietet die wichtigsten Schlüsseltechnologien der Profi-Gruppen: zwölf Ritzel am Hinterrad, elektrisches Schalten, Einstellung und weitere Funktionen per Smartphone-App und eine Signalübertragung via Funk. Unser Test klärt, wie gut sich die Gruppe im Vergleich zu den Top-Gruppen Shimano Dura-Ace und Ultegra schlägt - aber auch im Vergleich zum Hauptkonkurrenten von SRAM, der für die Rival eTap Rennrad-Schaltung einen ähnlichen Preis aufruft.
Die Ergonomie ist deutlich verbessert, die Griffkörper bieten großen wie kleinen Händen eine komfortable Basis. Der Unterschied zur Shimano Ultegra Di2 ist erstaunlich gering. Weniger als 200 Gramm liegen zwischen unseren Testgruppen, das ist weniger Abstand als bei bisherigen Generationen.
Das Schaltverhalten ist Di2-typisch selbst unter Last eine Wucht. Kettenklemmer, Schleifen oder Rasseln lassen sich selbst mit wildesten Manövern nicht provozieren.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Unglaubliche Geschichte der Marlboro Motorrad Aufkleber – Das musst du wissen!
- Unverzichtbar: Fahrradhelm für Kinder ab 1 Jahr – Sicherheit und Komfort im großen Test!
Kommentar schreiben