Grundlagen der Shimano Di2 Konfiguration
Bei Shimano findet man Handbücher zur SG-C7050-SD Schaltnabe zum Download. Und hier ein Link zur Shimano E-Tube Professional Software, welche ich zur Einstellung verwende. Mit der E-Tube App werden alle elektronischen Systeme von Shimano konfiguriert und eingestellt, bei denen das generell möglich ist. Dazu zählen die Di2 Schaltgruppen, aber auch die Steps-Motoren der E-Bikes und Leistungsmesser von Shimano.E-Tube App: Download und Pairing
Zuallererst musst du die E-Tube App herunterladen. In der Videobeschreibung findest du den entsprechenden Link für Android, IOS und Windows. Nachdem du die App gestartet hast, musst du nun das Di2 System in den Bluetooth Mode versetzen. Das geht folgendermaßen: Das Schaltwerk ist die “Steuerzentrale” des Systems. Dort befindet sich am hinteren Bereich ein kleiner Knopf, den du so lange gedrückt hältst, bis die LED am Schaltwerk blau blinkt. Jetzt müsstest du das System in deiner App angezeigt bekommen. In diesem Schritt fragt dich die App, ob du einen Sicherheitscode setzen möchtest. Damit verhinderst du, dass andere in dein Di2 System eingreifen können.
Umfang der App
Wir beschränken uns in diesem Artikel auf die Funktionen im Zusammenhang mit den Shimano Road Di2 Gruppen Dura Ace R9250, Ultegra R8150 und 105 R7150. Also: Was kann man mit der App alles konfigurieren?
Wenn du deine Di2 Gruppe mit der App verbunden hast, werden dir zuerst alle erkannten Komponenten angezeigt. Nachdem du dein System bestätigt hast, kommst du in die Hauptübersicht der App. Hier gibt es drei Übersichten:
- Aktualisieren
- Einstellungen
- Wartung
Aktualisierung
Hier kannst du die neuesten Firmware Updates für die einzelnen Komponenten einsehen und natürlich auch übertragen.
Einstellungen
In diesem Menüpunkt kannst du die umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten des Di2 Systems komplett ausschöpfen. Im Untermenü “Schalten” hast du Zugriff auf die Funktionen vom Umwerfer und Schaltwerk. Unter “Taste” kannst du die Belegung der Schalthebel konfigurieren und im Menüpunkt “Drahtloseinstellungen” ist die Umbenennung deines Systems und die Anlegung des Passkeys möglich.
Deaktivierung des Automatikmodus
Anders verhielt es sich mit den beiden optional wählbaren Automatikmodi. Manchmal funktioniert es ja auch, und dann ist es Klasse! Abschließend sei gesagt, daß für mich diese Automatikmodi innerorts bei Alltagsfahrten nützlich sind. Wenn es brauchbar funktioniert, hat man zumindest in der Ebene ein Ding weniger, worauf man beim Fahren achten muss, gerade bei den dank E-Hilfsantriebs recht häufigen Schaltvorgängen.Sowohl bei meiner Frau als auch bei mir war dieses Verhalten reproduzierbar, also es trat bei sehr unterschiedlichem Tretverhalten gleichermassen auf. Im allgemeinen Fahrbetrieb bei aktiver Unterstützung arbeitet die Schaltautomatik zu häufig unvorhersehbar und erzeugt unpassende, brutale oder stark verspätete Schaltvorgänge, so daß man es letztendlich freiwillig abschaltet. An meinem Bullitt sind - die Gründe muss ich noch mit PuntaVelo klären - nicht die Schalter der 6000er , sondern der 7000er Serie verbaut. Nun steuert aber just dieser dritte Taster rechts das Umschalten zwischen Auto und Manuell. Scheinbar kann man als Workaround die Funktion mit der E-Tube App ebenfalls umschalten. Ist zwar kein schneller Fix, aber ich will die Funktion ohnehin dauerhaft deaktivieren. ich meine, dass es sich über das gleichzeitige Drücken der beiden rechten Tasten (sonst hoch- und runterschalten) aktivieren bzw.Zudem hat man oben bei Auto 2 einen Check-Button, der den zweiten Automatikmodus deaktiviert, wenn man sich auf einen einzigen Automatikmodus beschränken möchte. Ich behalte beide Automatik-Modi, um besser experimentieren zu können.
Konfiguration der Schalteinstellungen
Die Schaltcharakteristik der optional nutzbaren Automatikmodi muß per E-Tube Software am PC konfiguriert werden. Man benötigt dazu ein PCE2 Interface, sowie passende Anschlußkabel an den SD300 Steps Kabelbaum des Yoonit.Screenshot 2 zeigt den einfachen Einstellmodus für Automatikmodus 1, sowie die Startmodus Einstellung. Man sieht generell immer einen weißen Knödel für die Einstellungswahl des aktuell zu konfigurierenden Modus und einen grauen Knödel, der die Einstellung im jeweils anderen Modus visualisiert.Screenshot 3 und 4 zeigen den fortgeschrittenen Konfigurationsmodus, mittels dessen es immerhin gelungen ist, den Automatikmodus für Fahren in der Ebene brauchbar einzustellen.Schalten
Hier unterteilt Shimano die Konfigurierungen auf den Umwerfer und das Schaltwerk. Wir starten mit den Synchronized Shift Optionen am Umwerfer und folgen mit dem Multi-Shift-Modus am Schaltwerk und gehen als letztes noch auf die Drahtloseinstellungen ein.
Synchronized Shift
Im Menüpunkt “Synchronized Shift” wird nochmal zwischen zwei Varianten unterschieden: Semi Synchronized Shift und Synchronized Shift.
Wenn du mit einer mechanischen Schaltung fährst und den Umwerfer schaltest, kompensierst du den großen Gangsprung zwischen den Kettenblättern durch das entgegengesetzte Schalten an der Kassette von zwei oder drei Gängen. Im Menüpunkt “Synchronized Shift” kannst du diesen Vorgang automatisieren und festlegen, wie viele Gänge das Schaltwerk kompensieren soll, wenn du den Umwerfer schaltest. Das nennt Shimano “Semi Synchronized Shift”.
Synchronized Shift automatisiert die Benutzung des Umwerfers komplett. Dadurch musst du nur noch das Schaltwerk hoch oder runter schalten. Der Umwerfer schaltet dann automatisch, wenn du einen höheren Gang benötigst. Du kannst in der App festlegen, ab welchem Ritzel der Umwerfer schalten soll und wie viele Gänge während des Schaltvorgangs vom Schaltwerk kompensiert werden sollen. Das kannst du sowohl für das Hoch-, sowie für das Herunterschalten individuell konfigurieren.
Multi-Shift
Mit der Mulit-Shift Einstellung legst du fest, ob du beim Gedrückthalten von einem der beiden Schaltknöpfe nur einen einzelnen Gang oder mehrere Gänge schaltest. Zusätzlich kannst du in diesem Menü auch die Schaltgeschwindigkeit während des Multi-Shift einstellen. Zur Auswahl stehen fünf Stufen von “sehr langsam” bis “sehr schnell”. Je nach Fahrweise und Vorlieben kannst du hier ausprobieren, welche Einstellung dir am besten gefällt.
Taste
Hier hast du freie Auswahl und kannst konfigurieren, was welcher Knopf an deinen Brems- Schalthebeln machen soll. Wo hoch- und wo runtergeschaltet wird, kannst du frei bestimmten und wenn du Synchronized Shift aktivierst oder nur eine 1-Fach Setup hast, kannst du die Knöpfe auch nach dem Prinzip einer Sram AXS Schaltung belegen, also beispielsweise den Schaltknopf am rechten Schalthebel zum Herunterschalten nutzen und den Schaltknopf am linken Schalthebel zum Hochschalten. Du hast die freie Wahl.
Falls du zusätzlichen Schalter hinzufügen möchtest, also zum Beispiel Sprint-Shifter oder einen Schalthebel für den Oberlenker, kannst du diese ebenfalls in diesem Menü hinzufügen und konfigurieren.
Die Ultegra und Dura Ace Gruppen haben, außer den Schalthebeln, noch jeweils einen versteckten Knopf auf der Oberseite des Schalthebels, dem ebenfalls Funktionen zugewiesen werden können. Das ist besonders praktisch, wenn du einen Fahrradcomputer wie einen Garmin oder Wahoo benutzt, denn du kannst die Knöpfe so konfigurieren, dass sie durch die Datenseiten blättern, eine Runde auslösen oder in und aus der Karte Zoomen. Was du letztendlich genau konfigurieren kannst, hängt allerdings von deinem Fahrradcomputer ab.
Fehlerbehebung und Optimierung
Man könnte hier sehr viel Aufwand betreiben und alle möglichen Faktoren in die Steuerung hinein rechnen. Also das ist sicher kompliziert, zumal der Pedelec Antrieb mitwirkt und ein hohes Drehmoment in die Schaltnabe einbringt.Die ideale Schaltpunkte in Abhängigkeit von der Trittfrequenz und vom Gang kann ich allerdings nicht einstellen. Es gilt der eingestellte Wert für alle Gänge, und das muß nicht immer passen. Hier kommt dann die optional aktivierbare Selbstlernfähigkeit der Schaltung ins Spiel, welche sich an das Schaltverhalten anpasst.Einflussfaktoren auf die Funktion
In Anbetracht einer zuweilen unzureichenden Funktionsweise der Schaltautomatik seien zwei Faktoren genannt, welche höchstwahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Funktion haben. Das ist zum einen das Eingangsdrehmoment der Nabe, resultierend aus Antriebsleistung und Eigenleistung.
SD300 Kabel
Besonders tricky ist der zweite Punkt: die Di2 Schalteinheit ist mittels eines neuen dünnen SD300 Kabels angeschlossen. Dieses Kabel hat anschlussseitig eine Gummitülle zum Schutz gegen Feuchtigkeit, und diese Tülle erschwert die Bedienung des Steckers. Bei uns ist dieser Stecker relativ locker und hat sich mehrfach gelöst. Ein loser Stecker resultiert unter Umständen in einer Fehlermeldung oder aber in Nichtfunktion der Schaltung.
Weitere Tipps zur Fehlerbehebung
- Falls die Schaltung nur auf einem Teil der Kassette gut funktioniert, solltet ihr das Schaltauge überprüfen.
- Sitzt die obere Schaltrolle auf dem größten Ritzel zu nah an der Kassette, muss die Vorspannung des Schaltwerks über die B-Schraube erhöht werden.
- Falls die Schaltung trotz korrekter Einstellung Geräusche macht, ist evtl. der Schaltkäfig schräg montiert oder sogar verbogen.
- Funktioniert der Umwerfer überhaupt nicht, sollte der Batteriestand überprüft werden, da der Umwerfer bei niedrigem Batteriestand zuerst deaktiviert wird.
Wartung
Hier nimmst du die eigentliche Justierung von Umwerfer und Schaltwerk vor. Wir gehen in diesem Artikel nicht speziell darauf ein, wie du generell eine Schaltung einstellst, sondern erklären nur den Vorgang am Di2 System.
Schaltwerk
Die Einstellung des Schaltwerks unterscheidet sich eigentlich kaum von einem mechanischen Schaltwerk. Mit einem 3 Millimeter Inbus passt du den Umschlingungswinkel und die Anschläge an. Der einzige Unterschied ist, dass es keine Seilspannung gibt, mit der man die Indexierung einstellt, denn das passiert über die App. In feinen Stufen kannst du Mikro-Anpassungen vornehmen. Dazu öffnest du den Menüpunkt “Vorne” im Register “Umwerfereinstellung”.
Umwerfer
Im Gegensatz zum Schaltwerk funktioniert die Einstellung des Umwerfers komplett per App. Es gibt keine Anschlagschrauben mehr, sondern die Positionen werden vom Servo-Motor gespeichert.
Erfahrungen mit der XT DI2-Schaltung
ich beschreibe hier mal meine Erfahrungen mit der XT DI2-Schaltung (und was mir sonst aufgefallen ist) und es würde mich freuen, wenn weitere Mitglieder mit der XT DI2-Schaltung (oder auch Cues DI2) ihre Erfahrungen hier schildern würden.
- Solange man auf den Gangwählschalter drückt, werden die Gänge durchgeschaltet. Lt.
- Anstiegsanpassung (Lt. „Schalteinstellung“ über das Display am bike ist identisch mit „Schalteinstellung“ (Kadenz) in der E-Tube-App.
Das bedeutet, dass sich die Kadenz jederzeit über das Display (+/-) ändern lässt. Im Display wird die eingestellte Kadenz des gerade aktiven Modus (nur bei MTB bzw. Meine Annahme war, dass nicht geschaltet wird, wenn die eingestellte Kadenz lediglich um ein paar rpm vom eingestellten Wert abweicht. Das ist meiner Meinung nach logisch, weil z. B. beim Überschreiten der eingestellten Kadenz (Annahme: 70 rpm) um 3 rpm und Hochschalten in den nächsthöheren Gang die Kadenz unter den Wert von 70 fallen würde (z. B. auf 67 wegen erhöhtem Tretwiderstand) und Auto-Shift dann ggf. den nächstniedrigeren Gang einschalten würde (Ping-Pong-Spiel). Das Gleiche, nur umgekehrt, würde passieren, wenn man die 70 um 3 rpm unterschreitet.
- Anfahren: im Profil 1 „Fahrcharakteristik beim Start“ Level 1 (mild) bis 5 (quick), Voreinstellung 5, habe ich belassen.
Obwohl der Unterschied zwischen eingestellter Kadenz und gefahrener Kadenz (meist um die 80) recht hoch war, wurde in der Regel erst bei einer Kadenz von über 80 hoch geschaltet, bei ca. 77 manchmal ja, manchmal nicht, kein System erkennbar. Manchmal wurde auch direkt hintereinander hoch und sofort wieder runter geschaltet, obwohl die Abweichung der Kadenz nur geringfügig war.
- „Anstiegsanpassung“ gegenüber TEST1 von 4 auf 2 geändert.
Obwohl es von der Wortwahl („Anstiegs…“) als auch der Beschreibung („beim Bergauffahren“ lt. APP) eher nicht für die ebene Strecke ausgelegt ist, hat sich die Änderung von 4 auf 2 enorm ausgewirkt. Nachdem ich vor Beginn der Fahrt und nach der Fahrt die Werte in der APP verglichen habe, musste ich feststellen, dass sich die Kadenz nach jeder Fahrt autonom geändert hat. Lag die eingestellte Kadenz bei Fahrtantritt bei 70, so war es am Ende bei 68, 61, 50, … Jede Ausfahrt hat bewirkt, dass sich die eingestellte Kadenz autonom geändert hat. In allen Fällen bin ich den größten Teil der Strecken mit einer tatsächlichen Kadenz (lt. Display) von über 70 bis ca. 85 gefahren. Während der Ausfahrt überwiegend mit einer Kadenz zwischen 70 bis 84 gefahren. Gefühlt hat die Kadenz nicht so wirklich viel mit dem Auto-Shift zu tun. Bei einer Kadenz von annähernd 80 wurde kaum in den nächsten Gang geschaltet.
Ich hatte den Eindruck, dass die gefahrene Geschwindigkeit maßgebend für den Auto-Shift-Gangwechsel war und weniger die Kadenz. U. a. Die steile Auffahrt zum Tetraeder verläuft über viele Kehren. In den Kehren hat AutoShift in einen leichten Gang geschaltet (gut), nach der Kehre dann allerdings (aufgrund der hohen Kadenz?) sehr schnell 3, 4 Gänge hochgeschaltet (wie beim Anfahren in der Ebene, wo das bestens funzt) wodurch die Kadenz rapide fiel (Gang war viel zu schwer) und anschließend wieder in einen leichteren Gang geschaltet. Mit Kollegen sehr entspannt mit niedriger Kadenz ebene Strecke und Halde Hoheward hoch gefahren, durchgehend MTB-Modus.
- Der AKKU-Stand in Prozent wird in der E-Ride-APP angezeigt. Im Display gibt es lediglich eine Balken-Anzeige (max. 10).
- Die Unterstützung ist so stark, dass man beim Pedalieren kaum einen Tretwiderstand merkt. Dadurch fährt man stets im Abregelbereich (beim Bike ca. 25,6 km/h). Obwohl die Einstellung auf „mittel“ eingestellt ist, ist der Übergang unharmonisch. Gefühlt wird der Tretwiderstand bei Abschaltung der Unterstützung sehr hoch, was nicht verwunderlich ist, da er vorher sehr gering war. Lt.
- Die Schiebehilfe bei einer steilen Treppe genutzt. Hat gut funktioniert.
- Beim Auto-Free-Shift wird automatisch in den Gang geschaltet, der für die gerade gefahrene Geschwindigkeit programmiert ist, was grundsätzlich gut ist und auch gut funktioniert (z. B. beim Bergabrollen). Fährt man aber auf gerader Ebene z. B. 23 km/h im 8. Gang weil man sich dabei gerade sehr wohl fühlt, ist für diese Geschwindigkeit von der Software aber der 9. Gang vorgesehen (siehe Beispiele oben TEST3), dann schaltet Auto-Free-Shift automatisch in den 9. Gang wenn man mit dem Pedalieren aufhört.
- Die Tests zum Auto-Shift habe ich von Dez 2024 bis April 2025 durchgeführt. Seitdem habe ich Auto-Shift deaktiviert, da die Funktion nicht dem entspricht, was ich mir vorgestellt habe. Vor allem die autonome Änderung der voreingestellten Kadenz ist schleierhaft. Es nicht erkennbar oder nachvollziehbar wann Auto-Shift schaltet, sieht völlig willkürlich aus.
Mit dem Bike bin ich übrigens sehr zufrieden, die Qualität des Rahmens und der Lackierung sind wirklich gut. Bis auf die verbauten Bremsscheiben finde ich auch die Anbauteile gut bis sehr gut. Die vordere Bremsscheibe (220 mm) hat von Anfang an bei ca. 20 km/h Geräusche gemacht und wurde gegen eine 203er-Galfer getauscht.
Synchronized Shift und Multi-Shifting
Synchronized Shift hat zum Ziel, Schaltvorgänge möglichst harmonisch so zu gestalten, dass keine allzu großen Sprünge im Übersetzungsverhältnis entstehen. Umgekehrt wissen wir auch alle, dass beim Schalten mit dem Schaltwerk gelegentlich ordentliche Schrägstände der Kette zustande kommen. Beim Semi-Synchronized Shift lässt sich einstellen, wie sich das Schaltwerk verhält, wenn am Kettenblatt geschaltet wird. Ihr könnt euch entscheiden, ob um 1,2 oder 3 Ritzel korrigiert wird.Hier wird konfiguriert, wie sich der Umwerfer verhält, wenn am Schaltwerk geschaltet wird. Da ist die Einstellung etwas komplexer und bietet mehr Möglichkeiten. Auch hier habe ich einige Versuche gemacht, bevor ich mich für die abgebildete Konfiguration entschieden habe. Die ausgegrauten Ritzel lassen sich übrigens in der Konfiguration nicht beschalten. Es gibt noch eine dritte Konfigurationsmöglichkeit, das sogenannte Multi-Shifting. Dabei schaltet der Umwerfer weiter, solange man den Schaltknopf gedrückt hält. In der Konfiguration wird ausgewählt, wieviel Schaltstufen zugelassen werden.Kompatibilität und Hardwarekombinationen
Die Kompatibilität der unterschiedlichen Komponenten entnehmt ihr der verlinkten Matrix. Wir wären nicht bei Rund ums Rad, würden wir nicht auch Hardwarekombinationen ausprobieren, die nicht unbedingt vorgesehen sind. Einige Kombinationen fallen logischer Weise aus der Betrachtung, weil keine zwei gleichen Bauteile unterstützt werden. Dass man mit der alten Batteriehalterung und dem neuen D-Fly noch nicht mal mehr die Schaltung benutzen kann, hat uns allerdings irritiert. Dafür waren allerdings angenehm überrascht, dass die Schaltmodes mit dem BM-DN100 auch funktionieren, wenn man überhaupt keinen D-Fly verbaut hat.Software Updates und Schalterfunktionen
Mit der Software und den Bauteilen lassen sich dann auch Software Updates für alle Komponenten durchführen. So haben die Baugruppen stets den aktuellen Softwarestand. Dieses Software Update hat übrigens von Anfang an über Bluetooth funktioniert. Man kann auch die Funktion der einzelnen Schalter ändern. Da habe ich aber die Finger von gelassen.Kopplung per Bluetooth
Erst mal habe ich mir die App auf’s Smartphone geladen und dann versucht, Smartphone und Schaltung per Bluetooth zu koppeln. Das war, sagen wir mal, zäh 😉 Woran es am Ende lag, lasse ich mal dahin gestellt. Ich habe die Kopplung mit mehreren Smartphones getestet, es hat meistens mehrere Versuche gebraucht, bis die Verbindung hergestellt war. Sei’s drum, am Ende hat es ja geklappt. Nach dem Update kann es dann endlich los gehen. Die App möchte erst mal erfahren, welche Kettenblätter (bei mir 50-34) verbaut sind. Da ich keine Erfahrungen hatte - wer hat die aktuell schon - habe ich mich für beide Shift Modes erst mal für die vorgeschlagene Voreinstellung entschieden. Das heißt, beim Semi-Synchronized Shft werden beim Umschalten des Kettenblatts zwei Ritzel in die Gegenrichtung geschaltet. Beim Synchronized Shift wird beim Runterschalten von einem Übersetzungsverhältnis 2,0 auf ein Verhältnis 1,62 umgeschaltet. Beim Hochschalten wird entsprechend von einem Übersetzungsverhältnis 2,27 auf 2,63 umgeschaltet.Das Rad für eine erste Überprüfung auf die Rolle zu stellen, war eine gute Idee. Die Sprünge im Übersetzungsverhältnis waren mir dann auf der Straße zu groß. Deshalb habe ich mich nach einigen Versuchen entschieden, beim Umschalten des Kettenblatts jeweils drei Ritzel zu korrigieren. Auch hier bin ich erst mal mit der Voreinstellung gefahren. Aber schnell erwies sich der Sprung im Übersetzungsverhältnis als unangenehm groß. Ich habe das dann für mich nach mehreren Versuchen so korrigiert, dass ich beim Runterschalten von 2,0 auf 1,79 und beim Hochschalten von 2,62 auf 2,94 schalte. Allerdings wird somit auch beim Synchronized Shift jeweils um drei Ritzelpositionen korrigiert. Beim Hochschalten läuft das ganz harmonisch. Beim Runterschalten halte ich einen Tick die Füße still, bis sich die Schaltung zurecht geklackert hat.Umschalten zwischen den Modes
Einmal auf der Straße, möchte man ja vielleicht zwischen den einzelnen Modes umschalten. Dazu gibt es eine Möglichkeit, die immer funktioniert: Man drückt kurz hintereinander zweimal auf den Knopf an der Junction. Damit wird jeweils in den „nächsten“ Mode geschaltet. Wenn man keinen geeigneten Radcomputer hat, muss man durch kurzes Schalten prüfen, in welchem Mode man gerade ist. Z.B. mit einem Garmin Edge 1000 hat man zusätzlich die Möglichkeiten, vorausgesetzt, man hat den D-Fly verbaut, über das Einstellungsmenu der Di2 umzuschalten. Davon habe ich aber, ehrlich gesagt, nie Gebrauch gemacht. Der Edge signalisiert dann auch den bevorstehenden Umschaltvorgang beim Synchronized Shift.Die Möglichkeit, Schaltvorgänge zu harmonisieren, hat mich fasziniert und unterstützt meinen runden Tritt. Der eine oder andere wird einwenden, das alles sei ja nur Spielerei, aber das stört mich nicht. Was allerdings ins Gewicht fällt, ist der Preis, wenn man die Einstellung per Bluetooth selbst vornehmen will. Dann ist man nach unseren Recherchen in Summe mit 137,40 € dabei. Auch in der Billigvariante (nur Batteriehalter und Programmierung in der Werkstatt) fallen immerhin noch 84,90 € an. Die Entscheidung muss, wie immer, jeder selbst treffen. Den ursprünglichen Plan, das Ganze auch noch mal mit einer detaillierten Wattmessung zu vergleichen, ist erst mal aufgeschoben, weil die Wattmesspedale für das Testrad gerade nicht zu Verfügung stehen. Sollten wir diesen Teil des Tests noch nachholen, gibt’s eine Ergänzung des Berichts.
Synchro-Shift: Vereinfachte Bedienung
Mit der Synchro-Shift-Funktion lassen sich Di2-Schaltwerke und -Umwerfer von Shimano mit nur einem Schalthebel bedienen. Ab sofort ist dieses Feature auch als Update für ältere Di2-Schaltgruppen verfügbar.Synchro-Shift - die synchronisierte Bedienung von Schaltwerk und Umwerfer mit nur einem Schalthebel - stand bisher nur Rennradfahrern zur Verfügung, die Shimanos neue Highend-Gruppe Dura-Ace Di2 R9150 an ihrem Rad montiert haben. Durch ein Firmware-Update und die Montage des neuen Di2-Akkus BT-DN110 lassen sich jetzt auch die älteren Shimano-Gruppen Dura-Ace Di2 9000 und Ultegra Di2 6800 mit Synchro-Shift nachrüsten. Der neue Akku verfügt über einen Speicher-Chip, der die verschiedenen Schalt-Modi und Individualisierungsmöglichkeiten steuert, die mit Synchro-Shift möglich sind.Mit Synchro-Shift muss der Fahrer nur noch entscheiden, ob er in einen leichteren oder schwereren Gang wechselt. Den Rest erledigt die Elektronik, die selbsttätig entscheidet, ob für die passende Anschlussübersetzung der Umwerfer oder das Schaltwerk aktiviert werden muss. Zudem erkennt der Umwerfer automatisch die Position des Schaltwerks und schaltet in den Gang mit der günstigsten Kettenlinie. Durch die so vereinfachten Schaltvorgänge wird der Fahrer entlastet.Manuelle Eingriffe
Allerdings kann der Fahrer jederzeit eingreifen und wie gewohnt manuell schalten, um das System gewissermaßen zu überlisten.Einstellmöglichkeiten für Synchro-Shift
Für die Synchro-Shift-Funktion lassen sich zwei Modi einstellen. Im Modus "Full Synchro-Shift" reagiert der Umwerfer auf die Schaltvorgänge, die der Fahrer am Schaltwerk vornimmt. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass nur ein Schalthebel mit zwei Schaltern nötig ist, um Schaltwerk und Umwerfer zu schalten. Im Modus "Semi Synchro-Shift" reagiert das Schaltwerk selbsttätig auf Schaltvorgänge, die der Fahrer am vorderen Umwerfer vornimmt.Tabelle: Konfigurationsmöglichkeiten der Shimano Di2
| Funktion | Beschreibung |
|---|---|
| Automatikmodus | Optional nutzbarer Modus, kann über E-Tube Software konfiguriert oder deaktiviert werden. |
| Manuelles Schalten | Fahrer wählt die Gänge selbst über die Schalthebel. |
| Synchronized Shift | Automatisierung der Schaltvorgänge zwischen Umwerfer und Schaltwerk. |
| Multi-Shift | Mehrere Gänge werden gleichzeitig geschaltet, während der Schalthebel gedrückt wird. |
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