Shimano Di2 Schaltwerk 12 Fach im Test: Ein umfassender Überblick

Shimano, ein Gigant im Bereich Fahrradkomponenten, hat mit seinen Di2-Schaltgruppen stets hohe Standards gesetzt. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Shimano Di2 12-fach Schaltwerke, um ihre Leistung, Innovationen und Eignung für unterschiedliche Fahrstile zu bewerten. Von der kabellosen GRX für Gravelbikes bis hin zur Dura-Ace für Rennräder - wir beleuchten die Vor- und Nachteile jeder Gruppe.

Shimano 105 Di2 im Dauertest: Lohnt sich das Upgrade?

Die Shimano 105 Di2 erfreut sich wachsender Beliebtheit im Segment der günstigen, elektronischen Schaltungen. Wir haben der Schaltgruppe auf tausenden Kilometern im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zahn gefühlt. Was unser Dauertest ergeben hat, liest du in unserem Bericht.

Nach über 6000 Testkilometern mit Shimanos 105 Di2 urteilte einer von zwei Testfahrern: "Bei der 105 fragt man sich, warum man überhaupt mehr Geld für eine Dura-Ace oder Ultegra ausgeben sollte ..." In der Praxis sind die Unterschiede zu den darüber angesiedelten, höherpreisigen Elektro-Gruppen der Japaner tatsächlich kaum spürbar. Die Hebel liegen angenehm in der Hand, die Ergonomie ist identisch, ebenso die Größe der Schalttasten, die auch gut mit Winterhandschuhen zu bedienen sind.

Schalten und Bremsen mit der 105 Di2

Die Gänge wechseln knackig und präzise, auch wenn der 105 Di2-Umwerfer für den Kettenblattwechsel einen Wimpernschlag länger benötigt als die Pendants von Dura-Ace und Ultegra. Dennoch: Gegenüber mechanischen Antrieben sind die elektronischen Gangwechsel einer 105 Di2 eine Offenbarung - vor allem unter Vollast. Auch die Bremsen überzeugen: Sie verzögern mit geringer Handkraft, sehr gut dosierbar und auf Wunsch kraftvoll - quietschen bei Nässe allerdings gerne empört.

Unterschiede zwischen den Gruppen finden sich im Detail: Die STIs der 105 Di2 verzichten auf die zusätzlichen Schalttasten auf den Höckern der Hebel, mit denen man bei Dura-Ace und Ultegra schalten, aber auch den Radcomputer bedienen kann. Und die 105 setzt auf andere Materialien, was sich auch im Gewicht niederschlägt: mehr Alu und Stahl, weniger Carbon und Titan.

Haltbarkeit und Zuverlässigkeit

Vom Umwerferdefekt abgesehen, gefiel Shimanos 105 Di2 mit guter Haltbarkeit: Nach 6000 Testkilometern war beispielsweise die Kette noch nicht verschlissen - das ROADBIKE-Werkstattpersonal prüfte mehrfach und konnte es selbst kaum glauben. Auch die Bremsbeläge sind noch in Ordnung, selbst wenn ein Tausch näher rückt.

Als Tipp: Unsere Fachleute haben in der ROADBIKE-Ausgabe 5/24 auf sechs Seiten Tipps und Kniffe zusammengestellt, wie du die Shimano Di2 richtig einstellst. Vom Feintuning, Updates bis hin zum Crashmodus. Das Heft ist am Kiosk erhältlich oder in unserem Webshop als pdf zum Download.

So fällt das Fazit insgesamt positiv aus: Wer auf klangvollere Gruppennamen und einige technische Details verzichten kann, zudem das überschaubare Mehrgewicht verkraftet, schaltet und bremst sehr gut mit Shimanos 105 Di2. Und das zu einem vergleichsweise fairen Preis.

Shimano GRX Di2 Wireless: Kabellose Freiheit für Gravelbikes

Mit der GRX RX827 bringt Shimano erstmals eine kabellose 1×12-fach Di2-Gruppe fürs Gravelbike auf den Markt. Neue Optik, deutlich mehr Bandbreite und eine verbesserte Schaltperformance? Wir hatten die neue GRX bereits im Test und verraten euch, ob Shimanos Einstieg in die kabellosen Gravel-Gruppen hält, was er verspricht.

Technische Details und Innovationen

Zentrales Bauteil ist das überarbeitete Schaltwerk mit integriertem Akku. Shimano verabschiedet sich damit im Gravelbereich vom bisherigen Di2-Akku im Rahmen und der fummeligen Kabelverlegung. Stattdessen sitzt der Energiespeicher nun direkt im Gehäuse des RD-RX827, ist geschützt untergebracht, entnehmbar und wird - ganz wie bei SRAM - extern geladen.

Shimano gibt die Reichweite mit 700 bis 1.000 km pro Akkuladung an, abhängig vom Einsatz und Schaltverhalten. Per E-Tube-App lässt sich das System wie gewohnt individualisieren und ist mit allen 12-fach-Wireless-Hebeln kompatibel - egal ob GRX, DURA-ACE, ULTEGRA oder 105 Di2. Auch Flatbar-Fans kommen auf ihre Kosten: Die RX827 harmoniert problemlos mit XTR oder DEORE XT. So ergibt sich ein flexibles Ökosystem, das Shimano endlich näher an den modularen Ansatz von SRAM bringt - allerdings ohne UDH-Zwang.

Technisch lehnt sich das GRX-Schaltwerk stark an die XTR an: ein flaches, keilförmiges Profil soll bei Kollisionen eher ableiten als verhaken. Neu ist auch das Kettenmanagement: Statt einer Clutch setzt Shimano auf eine doppelt gefederte Konstruktion für höhere Kettenspannung. Ob das im rauen Alltag standhält? Das muss ein Praxischeck zeigen.

Fest steht: Die RX827 kommt ausschließlich in einer SGS-Version mit langem Käfig - kompatibel mit 10-51Z-Kassetten. Kombiniert wird das mit 40- oder 42-Zähne-Kettenblättern. Mit 449 g ist das Schaltwerk 10 % schwerer als die XTR-Variante mit 408 g, kostet mit einem UVP von 489,95 € jedoch deutlich weniger als das XTR-Schaltwerk für 664,95 €.

Die neue GRX RX827 ist kein Gamechanger für Racer - dafür fehlt es ihr an Übersetzungsfeinheit und Individualisierungsoptionen. Eine 10-51-Kassette bietet zwar enorme Bandbreite, doch mit nur zwei Kettenblattoptionen bleibt die Feinabstimmung zumindest out of the box limitiert. Wer ein GRX-Kettenblatt mit einer MTB-Kassette kombiniert - etwa mit Flatbar-Hebeln -, bekommt ein robustes, kabelloses Adventure-Bike mit Drop- oder Riser-Lenker.

GRX Di2 im Praxistest

Wie von Shimano gewohnt, laufen die Schaltvorgänge schnell und präzise ab. Die Gänge werden ohne zu verzögern gewechselt. Lediglich beim Hochschalten unter Last knallen die Gänge etwas.

Mit der neuen GRX Di2 Wireless bringt Shimano erstmals kabellose Mullet-Setups ans Gravelbike - ein kleiner, aber entscheidender Schritt in Richtung Modularität und Zukunft. In unserem Test überzeugt das neue Schaltwerk mit leiser, präziser Schaltperformance. Doch während Gravel jetzt kabellos ist, warten Road-Fans weiterhin auf ein Update.

Shimano XT Di2: Elektronisches Schalten für E-Mountainbikes

In diesem Sommer stellte Shimano die neueste Version seiner elektronischen XT Di2 Schaltgruppe vor. Eigentlich längst überfällig, war der Vorgänger mittlerweile doch ein wenig in die Jahre gekommen und hatte gegenüber der Konkurrenz aus den USA etwas an Boden verloren.

Auto-Shift und Free-Shift

Ein Blick auf die Features verrät, weshalb man sich für diesen durchaus gewagten Schritt entschieden hat. Hier stehen vor allem Auto-Shift und Free-Shift im Fokus. Während im Auto-Shift Modus - wie der Name schon sagt - eine Automatik das Wechseln der Gänge übernimmt, lassen sich dank Free-Shift sogar im „Leerlauf“ die Gänge wechseln, also ganz ohne in die Pedale zu treten.

Hierfür treibt der Motor das Kettenblatt für einen kurzen Moment an, bis das Schaltwerk die Kette auf das entsprechende Ritzel gehievt hat. Angesichts dessen ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die neue Shimano XT Di2 nur für’s E-Bike bzw. E-MTB kommt und auch ausschließlich mit den beiden aktuellsten Antrieben aus eigenem Hause kompatibel ist, dem EP801 und dem EP6.

Varianten und Features

Die neue Shimano XT Di2 wird in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich sein. Die Linkglide Variante kommt mit elf Gängen und einer neuen 11-50 Kassette. Kassette und Kette sind auf Robustheit und Langlebigkeit ausgelegt und bringen entsprechend einige Gramm mehr auf die Waage. Mehr auf Performance optimiert ist die XT Di2 Hyperglide+, die mit 12 Gängen kommt und mit den bekannten 12-fach Kassetten von Shimano kompatibel sein wird.

An der Hyperglide+ Variante übernimmt die Automatik nur im Leerlauf - wahrscheinlich um Kette und Kassette zu schonen. Selbst unter Last waren die Wechsel meist sehr sanft und nur selten konnten wir das unschöne Knacken vernehmen, wenn die Kette vom einen auf das andere Ritzel hüpft.

Besonders gut gefallen hat uns außerdem auch der neu gestaltete Schalthebel. Verglichen mit dem Sram AXS Controller orientiert sich das Shimano Pendant noch deutlich mehr am klassischen Trigger - mit zwei Hebeln für das Hoch- und Runterschalten und einem zusätzlichen Button, der sich frei belegen lässt.

Shimano Dura-Ace Di2 R9200: Präzision und Leistung für Rennradprofis

Die richtige Schaltgruppe für mein Bianchi Oltre zu wählen, war kein Zuckerschlecken. Das Rad ist auf Aero und Speed ausgelegt, mit einem Look, als wäre es direkt aus einem Sci-Fi-Raumschiff-Designbuch. Trotz all der Aero-Features wollte ich ein leichtes Rad haben. Nachdem ich jahrelang mit Campagnolo gefahren bin und alle SRAM-Neuheiten ausprobiert habe, habe ich mich entschlossen, der Marke aus meiner Profizeit noch einmal eine Chance zu geben und endlich die Dura-Ace Di2 R9200 zu testen.

Schaltperformance und Bremsen

Die Schaltung der Dura-Ace Di2 R9200 überzeugt auf ganzer Linie. Egal, ob im Sprint oder bei langen, schnellen Strecken, das System reagiert blitzschnell und präzise - auch unter Belastung. Die Gangwechsel sind fließend. Ich habe mich für die Kombination aus 52×36 Kettenblättern und einer 11-34 Kassette entschieden, um maximale Power leisten zu können.

Die Hebel sind eine deutliche Verbesserung gegenüber den Vorgängern. Die neu gestalteten Taster sind besser zu erreichen und klarer zu unterscheiden. Der längere Hebelweg ermöglicht eine feinere Dosierung der Bremskraft. Der größere Belagsabstand hat das lästige Schleifen der Bremsscheiben endlich beseitigt. Die Bremsen greifen präzise zu, ohne viel Handkraft zu erfordern. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten ist die Dosierbarkeit top. Kein Quietschen, kein Rubbeln - nur konstante, kraftvolle Bremsleistung.

Semi-Wireless Lösung

Die semi-wireless Lösung von Shimano war zunächst ungewohnt. Der einzige Haken: Man darf das Aufladen nicht vergessen. Bei SRAM war ich es gewohnt, einfach einen Ersatzakku zu packen. Im schlimmsten Fall konnte ich sogar den Akku vom Umwerfer zum Schaltwerk wechseln, um die Fahrt noch halbwegs fair zu gestalten, falls der Strom zur Neige ging. Mit Shimano gibt’s diese Option nicht.

Die Dura-Ace Di2 R9200 überzeugt mit präziser Schaltung, kraftvollen Bremsen und einem spürbar besseren Handling. Die Performance ist konstant stark. Der Akku hält lange und lädt schnell, sollte aber trotzdem im Auge behalten werden, da es unterwegs keine Lösung gibt.

Shimano XTR M9200 Di2: Kabelloses Schalten für Mountainbikes

Mit der neuen Shimano XTR M9200 Di2-Schaltgruppe bringt der japanische Komponenten-Gigant erstmals eine vollständig kabellose Schaltgruppe auf den Markt. Verdammt schnell, präzise und robust soll sie sein. Wir hatten bereits die Chance, sie für euch zu testen.

Technische Details und Design

Die neue XTR M9200 Di2-Schaltgruppe soll nun schnelle und präzise Schaltvorgänge liefern und dabei vor allem robust sein. Shimano ist durch seine Vorgängermodelle der SLX-, XT- und XTR-Reihen für grundsolide und langlebige Schaltgruppen bekannt.

Das elektronische RD-M9250-Schaltwerk ist entweder mit einem kurzen als auch mittellangen Käfig verfügbar, um unterschiedliche Kassetten-Bandbreiten abzudecken. Für E-MTBs gibt es ein neues und kabelgebundenes Schaltwerk namens RD-M9260, das weiterhin die FREE SHIFT- und AUTO-SHIFT-Funktionen unterstützt.

Auf den ersten Blick wirkt das neue Shimano XTR M9250 Di2-Schaltwerk recht globig, aber auch robust. Durch seine keilförmige Konstruktion und das flach gehaltene Profil soll es nicht so leicht an Hindernissen hängenbleiben und so vor Beschädigungen bewahrt sein. Solltet ihr doch einmal einen Stein treffen - was wir während unseres Tests definitiv getan haben - kann das Schaltwerk dank der sogenannten Automatic Impact Recovery-Funktion etwas nach hinten ausweichen, um den Schlag abzuschwächen. Danach rastet es elektronisch wieder in seine ursprüngliche Position ein - cool.

Akku und Kettenspannung

Der neue Di2-Akku ist sehr eckig gehalten und lässt sich von unten in das Schaltwerk einschieben. Es wird von einem Kunststoff-Cover mit Einrastmechanismus gesichert. Laut Shimano hält der Akku ca. 340 km, wenn man von 30 Schaltvorgängen pro Minute ausgeht, was ziemlich ist.

Was die Kettenspannung angeht, hat Shimano am neuen XTR M9250 Di2-Schaltwerk auf eine Kupplung verzichtet. Stattdessen setzt der Komponenten-Hersteller auf ein doppelt gefedertes Design, was dem Schaltkäfig eine extreme Spannung verleiht, aber auch zu Problemen führt.

Schalthebel und Kassette

Der SW-M9250 Di2-Schalthebel glänzt mit super Ergonomie und vielen Einstellmöglichkeiten. Mit einem kleinen Inbus lassen sich die Schaltwippen in ihrer Position verdrehen oder auch tauschen, denn es gibt eine größere und eine kleinere Wippe - praktisch! Über die Shimano E-TUBE App lassen sich die Tasten auf eure Bedürfnisse konfigurieren.

Die neue CS-M9200 12-fach-Kassette gibt es sowohl in einer 10-51- als auch in einer 9-45-Abstimmung und beide Modelle setzen auf die HYPERGLIDE+ Technologie.

XTR Di2 im Praxistest

Als Erstes fällt die sehr gelungene Hebel-Ergonomie auf, die mit ihren vielen Verstellmöglichkeiten glänzt. Auch die Gummierung ist gelungen und man rutscht nicht vom Hebel ab. Das Klicken der Hebel ist deutlich spürbar und fühlt sich knackig an. So weiß man immer genau, wann man geschaltet hat.

Die Schaltgeschwindigkeit kann per E-TUBE App in fünf Stufen eingestellt werden. Solltet ihr euch für die schnellste Stufe entscheiden, ist das neue XTR-Schaltwerk der ungeschlagene King in Sachen Schaltgeschwindigkeit, allerdings nimmt auch die Qualität der Schaltvorgänge mit steigender Geschwindigkeit ab und wir hatten während unserer Testfahrten mit höherer Schaltgeschwindigkeit ungewöhnlich viele unsaubere Schaltvorgänge.

Shimano GRX Di2: Eine detaillierte Analyse

Hintergrundinformationen zur Shimano GRX Di2

Im Jahr 2019 hatte Shimano mit der 11-fachen GRX-Gruppe einen sofortigen Erfolg. Die erste speziell für Gravelbikes hergestellte Schaltgruppe war eine sichere Wahl für alle, die ein neues Geländefahrrad ausrüsten wollten. Kunden und Hersteller vertrauten darauf, dass das Unternehmen, mit seiner langjährigen Expertise in Mountainbike- und Rennradschaltungen, das Beste aus beiden Bereich kombinieren und die gewohnte Shimano-Qualität liefern würde.

Obwohl die meisten Käufer zufrieden waren, stellte Shimano sein Angebot hauptsächlich auf günstige und mittlere Preisklassen aus. Anspruchsvollere Gravelfahrer/innen, die nach etwas Besonderem suchten, könnten daher enttäuscht gewesen sein. Sram nutzte bei seiner fast zeitgleich vorgestellten AXS direkt 12 statt 11 Ritzel und ließ Shimano damit schon nach der Vorstellung hinter sich zurück.

Die Konkurrenz: Sram und Campagnolo

Mit Antrieben ohne Umwerfer wurde Sram besonders populär und erreichte mit hochpreisigen Fahrrädern eine beachtliche Marktpräsenz. Campagnolo präsentierte 2020 die Ekar Schaltgruppe, die mit 13 Ritzeln das derzeit umfassendste Einfach-Getriebe für das Gelände bietet. Ein kompetitives High-End-Produkt für hochwertige Gravelbikes fehlt den Japanern bisher in ihrem Portfolio.

Funktionalität und Haptik

In der Praxis lässt die Funktionalität der Gruppe kaum Raum für Kritik. Die Griffe sind nun, wie bei den neueren Rennradgruppen, drahtlos mit den Schaltkomponenten verbunden, wobei Shimano eine Batterielebensdauer von bis zu vier Jahren verspricht. Form und Befestigung wurden leicht angepasst, um besser zu den typischen, ausgestellten Lenkerenden von Gravelbikes zu passen. Ansonsten sind die Kontaktpunkte größtenteils unverändert geblieben.

Das ansprechende Design der Schaltgriffe ist nach wie vor unübertroffen, insbesondere wenn die Hände auf den Griffkörpern liegen. Die Handauflage ist groß und rutschfest; der kleine, steil aufstehende Griff am vorderen Ende bietet guten Halt. Die Griffe sind zudem sehr schlank, damit auch kleinere Hände sie gut greifen können, besonders bei ruppiger Fahrt.

Das Schaltenverhalten

Wie erwartet, ist das Schaltverhalten der neuen Shimano GRX Di2 sowohl vorne als auch hinten hervorragend, allerdings arbeitet der Umwerfer ziemlich laut. Das heulende Motorgeräusch erinnert an die frühen Di2-Generationen, während die aktuellen Rennrad-Umwerfer deutlich leiser und optisch unauffälliger sind. Das neue Schaltwerk am Hinterrad arbeitet schnell und präzise.

Die Übersetzung mit zwei Kettenblättern vorne und einer 11-36-Kassette - technisch auf dem Niveau von 105 - dürfte für die meisten Anwendungen gut passen. Es sind sowohl Untersetzungsoptionen für Bergfahrten als auch schnelle Gänge vorhanden, und die zwölfstufige Getriebeauslegung ist angenehm fein abgestuft. Wer aber Bikepacking mit Gepäck im alpinen Gelände machen will, wird die ganz leichten Gänge schnell vermissen bei der GRX Di2.

Eingeschränkte Optionen

Im Gegensatz zur mechanischen Version ist das Schaltwerk nicht dafür ausgelegt, Ritzel mit mehr als 36 Zähnen zu bewältigen. Auch eine Alternative zum Zweifach-Kurbelsatz mit 48/31 Zähnen ist nicht verfügbar. Daher ist der Betrieb mit einem Einfach-Kurbelsatz ohne Umwerfer schlicht bei der neuen GRX Di2 nicht möglich.

Shimano Laufräder und Pedale

Um die GRX-Schaltgruppe zu vervollständigen, fügt Shimano entsprechende Laufräder und SPD-Pedale in sein Sortiment ein. Der RX880-Laufradsatz wird mit 32 Millimeter tiefen Carbonfelgen bei einer Innenbreite von 25 Millimetern geliefert. Reifen von 32 bis 50 Millimetern Breite werden von Shimano empfohlen. Eine Besonderheit ist der schnell austauschbare Freilaufkörper; es gibt sowohl den klassischen HG-Standard als auch einen Microspline-Freilauf, der die Montage von XT-Mountainbike-Kassetten ermöglicht. Das dazu passende GRX-SPD-Pedal ist keine Neuerung, sondern das Mountainbike-Pedal aus Shimanos XT-Gruppe im passenden Design.

9 interessante Fakten zur neuen Shimano 12-fach Schaltung

  1. Die neue Shimano 12-fach kommt nur noch als elektronische Schaltung „Di2“ auf den Markt. Mechanisch geschaltet wird bei der 12-fach nun nicht mehr.
  2. Lange überfällig im Hause Shimano - jetzt mit einer Zwischenlösung zu SRAM (komplett kabellos). Der Akku bleibt nach wie vor in der Sattelstütze verbaut, er umfasst nach wie vor ca 500 mAh und hält ca. 1.000km.
  3. Das neue Schaltwerk ist das “Gehirn” der Schaltung und übernimmt den Empfang der Daten von den Hebeln. Ein Kabel geht vom Akku zum Schaltwerk, das zweite führt vom Akku zum Umwerfer, mehr wird nicht benötigt.
  4. Shimano lässt seine Kunden nicht im Stich und bietet die neue 12-fach Schaltgruppen ebenfalls für die Felgenbremse an.
  5. Schön zu lesen, es wird kein spezieller Freilaufkörper benötigt oder gar neue Laufräder, um die 12-fach Gruppe nutzen zu können. Man kann das neue 12-fach Ritzelpaket problemlos auf den Shimano 11-fach-Freilaufkörper montieren.
  6. Shimano gibt an, dass sich mit Hyperglide+ die Laufruhe und Schalt-Effizienz und vor allem die Schaltzeiten bei Di2 noch einmal merklich verbessern würde. Das sowieso schon schnelle Di2 Schalten wirkt einfach nochmal um einen Ticken präziser und schneller.
  7. Die neue Version kommt mit einer besseren Bremsleistung und weniger Geräuschen an den Kunden.
  8. Shimano hat ordentlich an der Handhabung für das Cockpit geschraubt. Die ULTEGRA FC-R8100-P Powermeter-Kurbel bietet ca. 2% Genauigkeit mit einem Integriertem, wasserdichten und aufladbaren Lithium-Ionen-Akku. (ca. 300 Stunden Fahrzeit).
  9. Shimano hat seine bekannte E-Tube App etwas überarbeitet. Diese wirkt nun noch aufgeräumter und übersichtlicher.

Wie immer unterscheiden sich die beiden Gruppen in dem Oberflächen-Finish und im Gewicht. Die Dura-Ace Variante bringt ca. 250-300 Gramm weniger auf die Waage als die Ultegra.

Im Herbst 2023 brachte Shimano seine erste Gravel-Schaltgruppe GRX mit Zwölffachantrieb auf den Markt. Zunächst gab es allerdings nur eine mechanische Version. Nun präsentierte der japanische Hersteller mit der GRX Di2 die elektronische Variante. Dabei verzichtet man auf eine Kabelverbindung der Cockpit-Komponenten. Nur das Schaltwerk und der Umwerfer sind verbunden mit einem zentralen Akku.

Shimano setzt bei der GRX Di2 der zweiten Generation weiterhin auf einen Zweifach-Antrieb. Abstufungen 48/31 und 46/30 möglich. Neu sind die Kassetten-Optionen 11-36 und 11-34, die aus dem bestehenden Shimano-12fach-Rennrad-Portfolio übernommen werden und mit dem zusätzlichen Ritzel eine feinere Gangabstufung bieten sollen.

Mit der „Front-Shift-Next“-Funktion führt Shimano zudem eine neue Schaltoption mit der neuen GRX-Di2-12fach-Gruppe ein, die es in Zukunft auch bei den Road-Schaltgruppen geben wird. Die neue Funktion ermöglicht es, den Kettenblattwechsel mit einer beliebigen Taste auszulösen. Man benötigt dann nicht eine Taste für den Wechsel auf das große Blatt und eine für den Sprung auf das kleine. Stattdessen wechselt der Umwerfer das Kettenblatt immer dann, sobald die dafür festgelegte Taste gedrückt wird.

Zeitgleich mit der neuen Shimano-GRX-Di2-Gruppe bringt der japanische Hersteller „Limited-Edition“-GRX-SPD-Pedale, PD-M8100-UG, auf den Markt. Die beidseitigen GRX-SPD-Pedale zeichnen sich durch eine breite Aufstandsfläche und eine flache Plattform aus, was die Stabilität in anspruchsvollem Gelände oder auf losem Untergrund erhöhen soll.

Tabellarische Übersicht

Schaltgruppe Einsatzbereich Technologie Besonderheiten
Shimano 105 Di2 Rennrad, Einsteiger Elektronisch Günstiger Preis, gute Haltbarkeit
Shimano GRX Di2 Gravelbike Kabellos Integrierter Akku, Mullet-Setups
Shimano XT Di2 E-Mountainbike Elektronisch Auto-Shift, Free-Shift
Shimano Dura-Ace Di2 Rennrad, Profi Elektronisch Präzise Schaltung, kraftvolle Bremsen
Shimano XTR Di2 Mountainbike Kabellos Schnelle Schaltgeschwindigkeit, robustes Design

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