Der Umwerfer ist ein zentrales Element jedes Bikes, egal ob Rennrad, Mountainbike oder Trekkingrad. Durch moderne Techniken und genau ausgerechneten Zugkräften erreichen die Umwerfer heutzutage eine Zuverlässigkeit, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Sie lassen sich leichtgängig schalten, funktionieren trotzdem auch unter großer Last und sind kinderleicht einzustellen.
Funktionsweise eines Umwerfers
Bei jeder Kurbel mit mehr als einem Kettenblatt regelt der Umwerfer die Verschiebung der Kette von einem Kettenblatt auf das andere. Die Kette wird dabei durch das Schwingenblech des Umwerfers geführt und durch ein Parallelogramm bewegt. Mittels eines Seilzuges wird die Verbindung mit dem Schalthebel hergestellt und ermöglicht von dort aus die Kontrolle des Umwerfers.
Montage am Rahmen
Zuerst sollte man sich den Rahmen anschauen, an den das neue Fahrradteil montiert werden soll. Es gibt aktuell drei verschiedene Montagemöglichkeiten, von der eine beinahe nur am Rennrad oder Cyclo Cross Bereich vorkommt.
Schellenmontage
Früher war es die gängigste Variante, den Umwerfer mit einer Schelle an das sogenannte Sattelstützrohr zu befestigen. Diese Möglichkeit ist heute noch sehr verbreitet und schnell erledigt. Man löst die Schraube der Schelle, prüft den Rohr-Durchmesser am Rahmen und schließt die passende Schelle um das Rohr. Die meisten Hersteller stellen nur noch ein Klemm-Maß der Schelle her (in der Regel ist das ein Durchmesser von 34,9mm) und regeln alle anderen Maße mit Adapterplatten, die in das Innere der Schelle eingelegt- oder geklemmt werden. So ist beinahe immer garantiert, dass der Umwerfer auch an den Rahmen passt.
Direktmontage (Directmount)
Immer größere Verbreitung gewinnt die Möglichkeit einer Direktmontage, verbreiteter als Directmount bezeichnet. Hierbei hat der Rahmen bereits eine, für alle Hersteller genormte, Vorbereitung am Sattelstützrohr, an das die Montage mittels zwei Schrauben erfolgt. Hierbei wird Gewicht gespart und der Umwerfer sitzt ohne sich ungewollt zu verschieben fest am Rahmen.
Anlöt-Umwerfer
Ähnlich ist es im Rennrad - oder Cyclo Cross Bereich. Am Rahmen befindet sich eine bereits angelötete Montagemöglichkeit, an die der Umwerfer mittels einer einzigen Schraube montiert wird. Diese Anlöt-Umwerfer genannten Anbauteile haben sich so sehr bewährt, dass es kaum noch Straßen-Rahmen gibt, die diese Möglichkeit nicht bieten und nur sehr selten sieht man in diesem Bereich Umwerfer mit Schelle.
E-Type Montage
Mittlerweile beinahe verdrängt, ist die Montage am Innenlager im Tretlagerrohr. Diese Variante wird E-Type genannt und hierbei hat der Umwerfer ein rundes Blech, anstelle der Schelle oder des Directmount-Blechs. Da sich die Kurbelstandards stark gewandelt haben, ist hiermit automatisch auch die Innenlager-Montage fast verschwunden.
Position der Kettenschwinge
Ist die Montagemöglichkeit am Rahmen klar, sollte man einen kurzen Blick auf die Kettenblätter der Kurbel werfen. Hat man eine Kurbel mit zwei Kettenblättern, muss der Umwerfer hierfür ausgelegt sein, bei drei Kettenblättern ebenso. Auch die Zahn-Zahl der Blätter ist wichtig, denn jeder Umwerfer hat eine sogenannte Kapazität, die angibt welche Zähne geschaltet werden können. Findet man beispielsweise die Angabe „36-26“ bezieht sich die größere Zahl auf das Größere-, die kleinere Zahl auf das kleinere Kettenblatt.
Um den Umwerfer passgenau zwischen Rahmen und Kettenblatt montieren zu können, ist die Position der Schwinge, durch die die Kette geführt wird, verschieden gestaltet. Denn hat man zum Beispiel einen vollgefederten Rahmen, bei dem durch den Dämpfer bedingt nicht das gesamte Sattelstützrohr zur Verfügung steht, ist eine möglichst kleine, kompakte Bauweise von Nöten. Hierbei haben sich verschiedene technische Begriffe eingebürgert die kompliziert anmuten, es aber zum nicht wirklich sind.
- Down-Swing/Bottom-Swing: Befindet sich die Schwinge unterhalb der Montagemöglichkeit am Rahmen.
- Top-Swing: Die Schwinge befindet sich über bzw. auf der gleichen Höhe wie die Montagemöglichkeit am Rahmen.
- Top-Clamp: Schelle bzw. Montagemöglichkeit liegt oberhalb der Schwinge.
- Low-Clamp: Schelle bzw. Montagemöglichkeit liegt auf oder über der Schwinge.
Montagemöglichkeiten des Seilzuges
Zu guter Letzt ist die Anlenkung des Seilzuges wichtig, mit dem der Umwerfer und der Schalthebel am Lenker verbunden werden.
- Top-Pull: Wird der Seilzug von oben zum Umwerfer geführt und dort aus gezogen.
- Down-Pull/Bottom-Pull: Umwerfer werden von unten angelenkt und auch von dort bewegt.
- Duall-Pull: Technik verbreitet, bei der der Zug stets von der gleichen Position befestigt und bei Bedarf am Umwerfer umgelenkt wird.
- Side-Swing: Standard, bei dem der Seilzug ohne Umlenkung direkt zum Umwerfer geführt wird. Dies verringert lange Schaltwege und ermöglicht präzise Übersetzung, bei anspruchsvollem Gelände oder unter großer Last.
Einstellung des Umwerfers
Von Zeit zu Zeit, definitiv aber bei einem neuen Umwerfer, ist es nötig den Umwerfer auf das verwendete Kettenblatt und die Schaltung einzustellen. Spätestens wenn die Kette immer wieder beginnt, aus der Führung zu springen muss die Schaltung eingestellt werden. Hierzu finden sich am Umwerfer zwei Schrauben, mit denen der Sitz genau eingestellt werden kann. Je nach Drehung bewegt man die Position des Umwerfers näher zum Rahmen hin oder weiter weg. Mit der hohen Einstellschraube stellt man die Führung der Kette in der Schwinge ein, mit der niedrigen Schraube die mittige Position des Kettenblattes.
Werkzeuge für die Montage
Die folgenden Werkzeuge sind zur Montage des Produkts erforderlich:
- 5 mm-Inbusschlüssel
- 2 mm-Inbusschlüssel
- 4-mm-Inbusschlüssel
- Kreuzschlitzschraubendreher Nr. 2
- FD-TL90
- FD-TL68
- TL-CT12
Anpassen des Umwerfers
Nehmen Sie die Anpassung so vor, dass ein Abstand von 1 - 3 mm zwischen dem äußeren Kettenleitblech und dem größten Kettenblatt besteht. Ziehen Sie nach Abschluss der Einstellung die Klemmschraube wieder an.
Kabelendpunkt der Kabelführung
Stellen Sie die Richtung des Wandlers mit dem dazugehörigen Werkzeug (TL-FD90 oder TL-FD68 für FD-9000, TL-FD68 für FD-6800/FD-5800/FD-4700) ein. Richten Sie vor der Verwendung des Wandlereinstellungswerkzeugs das äußere Kettenleitblech parallel zur Oberfläche des größten Kettenblattes aus.
Umschalten von AUS auf EIN
- Führen Sie einen 2 mm-Inbusschlüssel in den Wandler ein und drücken Sie den Wandler nach außen, bis er Kontakt zur Befestigungsplatte hat.
- Drehen Sie den Wandler um 180 Grad gegen den Uhrzeigersinn.
Befestigen Sie den Innenzug und entfernen Sie die Verlängerung vom Zug. Befestigen Sie das Kabel daraufhin erneut, während Sie daran ziehen.
Untere Einstellung
Stellen Sie den Abstand zwischen Kette und Gleitplatte der Kettenführung auf 0 bis 0,5 mm ein.
Einstellung der Zugspannung
Der Gang, bei dem der Hebel von der Top-Position zur T-Trimm-Position befördert wird, ist die Position zur Einstellung der Kabelspannung. Verwenden Sie die Stellschraube am Kabel oder einen Kabeleinsteller, um den Abstand zwischen Kette und innerer Platte der Kettenführung auf das Minimum (0 bis 0,5 mm) einzustellen.
Obere Einstellung
Richten Sie sie so aus, dass zwischen Außenplatte der Kettenführung und Kette ein Abstand von 0 - 0,5 mm besteht.
Fehlerbehebung
Überprüfen Sie nach Montage und Einstellung des Zugs die Gangschaltung durch Betätigung des Schalthebels. Schlitzen Sie die Gleitplatte an der abgebildeten Stelle mit einer Zange ein und entfernen Sie sie. Schieben Sie die Gleitplatte in die Befestigungslöcher. Vergewissern Sie sich anschließend, dass die Klauen der Gleitplatte auf der Rückseite fest eingerastet sind.
Zusätzliche Hinweise
- Achten Sie darauf, die Zughülle mit Zunge zusammen mit dem Innenzug zu ersetzen.
- Eine Zughülle mit Zunge wird nur montiert bei RD-9000, 6800 und 5800.
- Bei der Montage der Kette sollten Sie diese auf das größte Ritzel und das größte Kettenblatt schalten und zwei Glieder zu der „Mindestzahl anschließbarer Glieder“ hinzufügen.
SIS-Einstellung
Drehen Sie die untere Einstellschraube so weit, dass die Leitrolle sich in eine Position direkt unter dem größten Ritzel bewegt. Betätigen Sie den Schalthebel mehrmals, um die Kette auf das zweite Ritzel zu bewegen. Drehen Sie dann die Kurbel, während Sie den Hebel nur so weit betätigen, dass Sie den Spalt im Hebel schließen.
Empfehlung für die Verwendung von Junior-Zahnkranzabstufungen
Falls es beim Justieren der Konfiguration CS-6800 14-28Z zum Problem von Schaltunterbrechungen durch Schaltvorgänge in Richtung nach innen kommt, sollte der folgende Einstellvorgang durchgeführt werden. Ziehen Sie die Schraube zum Einstellen der B-Zugfeder an.
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