Shimano Dura Ace Bremsbeläge wechseln: Eine detaillierte Anleitung

Trotz der zunehmenden Verbreitung von Scheibenbremsen an Rennrädern und Gravelbikes haben Felgenbremsen noch lange nicht ausgedient. Viele Rennradfahrer besitzen noch Räder mit Felgenbremsen oder suchen nach gebrauchten Rennrädern mit Felgenbremsen. Dieser Artikel zeigt, wie man Probleme mit Felgenbremsen in den Griff bekommt und wie man die Bremsbeläge wechselt.

Felgenbremsen am Rennrad richtig warten

Klassische Felgenbremsen sind pflegeleicht, aber nicht frei von Störungen. Hier sind einige häufige Probleme und deren Lösungen:

Beläge reinigen

Kratzende Geräusche deuten auf Fremdkörper in den Belägen hin, wie kleine Steinchen oder Alu-Späne aus der Felge. Besonders Shimano-Beläge sind anfällig dafür. Kontrollieren Sie die Beläge regelmäßig und entfernen Sie die Alu-Brösel mit einem kleinen Schraubendreher. So schonen Sie die Felgenflanken und beugen Geräuschen beim Bremsen vor.

Steinchen und Alu-Späne sind oft die Ursache, warum Felgenbremsen am Rennrad schlechter funktionieren oder quietschen.

Felgen reinigen

Felgenbremsen quietschen, wenn die Felgen mit Gummiabrieb oder anderem Schmutz verunreinigt sind. Reinigen Sie die Felgen gründlich, zum Beispiel mit Aceton.

Felgenstoß glätten

Wenn die Felgenbremse am Rennrad ungleichmäßig oder rubbelnd zupackt oder es während des Bremsens bei jeder Radumdrehung klackt, kann ein unsauberer Felgenstoß die Ursache sein. Glätten Sie die Unebenheit mit Sandpapier.

Ein unsauberer Felgenstoß kann oft der Auslöser für eine ungleichmäßige Bremsleistung oder ein Ruckeln der Felgenbremse sein.

Beläge einstellen

Richten Sie die Bremsbeläge so aus, dass sie in Fahrtrichtung gesehen mit den vorderen Enden zuerst auf die Felge treffen. Beim Einstellen kann ein 1 bis 2 Millimeter dickes Stück Pappe oder gefaltetes Papier gute Dienste leisten: Klemmen Sie es unters hintere Ende des Bremsbelags, während Sie die Schraube anziehen.

Felgenbremsbeläge werden mit der Befestigungsschraube ausgerichtet. Neigen sie zum Quietschen, können schräg angestellte Beläge Ruhe schaffen.

Besserer Druckpunkt

Beschichtete Züge von Shimano, die mit den Gruppen Dura-Ace und Ultegra geliefert werden, helfen auch jeder anderen Shimano- oder SRAM-Felgenbremse auf die Sprünge: Sie verbessern Druckpunkt und Dosierbarkeit spürbar. Nachteil ist die etwas aufwendigere Montage: Die Beschichtung ist anfällig für Beschädigungen.

Ein Klassiker unter den Rennrad-Felgenbremsen: die Shimano Ultegra.

Bremsbeläge wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Wechsel der Bremsschuhe von Shimano ist in kurzer Zeit selbst durchführbar. An vielen Fahrrädern sind die vorderen Bremsbeläge bei den Felgenbremsen stärker abgenutzt als die hinteren. Dies liegt daran, dass die vorderen Bremsen öfter benutzt werden. Jedoch darf die Kontrolle auch bei den hinteren Klötzen nicht vergessen werden. Teils sind die hinteren Bremsbeläge daher auch gar nicht abgenutzt, sondern sind lediglich aufgrund des Alters rissig und spröde und sollten daher schleunigst ausgewechselt werden.

1. Öffnen Sie die Befestigungen der Bremsklötze. Je nach Herstellerbauart ist hierfür ein Schraubendreher oder auch ein Innensechskantschlüssel nötig.

2. Achten Sie beim Ausbau unbedingt auf die Reihenfolge der Bauteile, z. B. bei den Unterlegscheiben. Legen Sie die Kleinteile sicher beiseite - am besten in kleine Schälchen in Griffweite.

3. Setzen Sie die neuen Bremsklötze entsprechend in die Halter ein. Achten Sie darauf, dass der Belag gerade an der Felge aufliegt.

4. Bauen Sie die beiseitegelegten Kleinteile in umgekehrter Reihenfolge genauso an, wie Sie diese vorher entfernt haben.

5. Führen Sie eine Probefahrt mit den neuen Shimano-Bremsbelägen am Fahrrad durch.

Profi-Tipp vom Kurbelix-Team: Achten Sie immer auf eine regelmäßige Reinigung, denn Dreck und Schmutz wirken wie Schmirgelpapier.

Zusätzliche Tipps zur Wartung von Felgenbremsen

  • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie regelmäßig den Verschleißzustand der Bremsbeläge. Im Neuzustand besitzen sie ein Profil, das noch gut zu erkennen ist. Ist das Profil nicht mehr erkennbar, ist das ein Indiz dafür, dass es Zeit wird, die Gummis zu tauschen.
  • Verschleiß vermeiden: Fährt man mit stark verschlissenen Bremsbelägen weiter, riskiert man, dass plötzlich das Metall des Bremskörpers oder die Befestigungsschraube auf der Felge schleift. Dies ist nicht nur sehr gefährlich, sondern zerstört auch die Felge.
  • Saubere Arbeit: Arbeiten Sie nie mit öligen Fingern an den Bremsen. Die Felgen selbst können mit hochwertigen ölfreien Lösungsmitteln gereinigt werden.

Alternative: Scheibenbremsen am Rennrad

Der Trend geht klar zu Rennrädern mit Scheibenbremsen. Alle großen Hersteller von Antriebsgruppen sind mittlerweile auf diesen Zug aufgesprungen. Scheibenbremsen bieten eine bessere Dosierbarkeit der Bremskraft, insbesondere bei Nässe, und erfordern weniger Wartung. Jedoch sind sie in der Regel etwas schwerer als Felgenbremsen.

Mechanische vs. hydraulische Scheibenbremsen

Es gibt zwei Arten von Scheibenbremsen:

  • Mechanische Scheibenbremsen: Funktionieren ähnlich wie Felgenbremsen, wobei der Bremshebel über einen Bremszug mit dem Bremssattel verbunden ist.
  • Hydraulische Scheibenbremsen: Nutzen Bremsflüssigkeit, um den Druck vom Bremshebel auf die Bremskolben zu übertragen. Sie bieten eine bessere Bremsleistung und sind wartungsärmer.

Vor- und Nachteile von Scheibenbremsen

Vorteile Nachteile
Bessere Bremsleistung, insbesondere bei Nässe Höheres Gewicht
Weniger Wartung Komplexere Einstellung
Bessere Dosierbarkeit der Bremskraft Höherer Preis (im Moment)
Mehr Freiheit für Rahmendesign und Reifenfreiheit

Obwohl Scheibenbremsen im Windkanal Felgenbremsen leicht unterlegen sind, eröffnen sie neue Horizonte in Sachen Aerodynamik, mit denen die Hersteller gerade erst anfangen zu experimentieren.

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