Shimano Dura Ace Bremsschuhe im Test: Ein umfassender Überblick

Wer sich mit Fahrrädern beschäftigt, kommt an dem Namen Shimano nicht vorbei. Das japanische Unternehmen, gegründet 1921, ist heute einer der weltweit führenden Hersteller von Fahrradkomponenten. Das Sortiment reicht von Einsteigergruppen wie Tourney bis hin zu Profi-Komponenten wie Dura-Ace und XTR. Shimano spielt eine zentrale Rolle im Rennradsport, Mountainbiking und E-Bike-Segment.

Jason/madcow von Fair Wheel Bikes hat ein persönliches Review über die populärsten Rennrad-Tuningbremsen erstellt. Dabei wurden bereits am Markt erhältliche Produkte wie Ax-Lightness Orion, M5 oder Zero Gravity Ti sowie Neuerscheinungen wie Negative Gravity und die kurz vor der Veröffentlichung stehenden KCNC berücksichtigt. Es ist zu beachten, dass es sich um ein persönliches Review ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit handelt und die Testergebnisse unter Umständen nicht abstrahierbar sind.

Um den Vergleich transparenter zu gestalten, verstehen sich die angegebenen Gewichte jeweils auf das Paar Bremsarme ohne Bremsschuhe oder Bremsbeläge. Die Tests selbst wurden ausschließlich in Kombination mit gelben Swissstop Yellow King Bremsbelägen durchgeführt.

Einzelne Bremsen im Detail

Ax-Lightness Orion

Die Ax-Lightness Orion ist mit Gewissheit die seltenste Bremse in diesem Testfeld, zugleich aber auch an den meisten Bikes die bestaussehendste. Die Leistungsfähigkeit ist, angesichts der Eingelenks-/Single Pivot Konstruktion, durchaus überraschend und die Bremse ist innerhalb der letzten zwei Jahre in Benutzung nie negativ aufgefallen. Es ist selbstverständlich die leichteste Bremse - nicht nur in diesem Testfeld, sondern derzeit auch am Markt.

Eine flache Feder bedingt eine sehr leichte Vorspannungseinstellung. Der spezielle Kabelklemmmechanismus funktioniert ziemlich gut in Kombination mit herkömmlichen Stahlzügen, bedarf jedoch einiger Kreativität, um die Kompatibilität mit Nachrüstprodukten á la PowerCordz zu gewährleisten. Die Stellschrauben für die Kabelspannung sind lang und bieten den breitesten Verstellbereich im Testfeld. Trotzdem es sich nicht um ein herkömmliches Design handelt, ist die Montage und Ausrichtung ziemlich einfach.

Negative Gravity

Die Negative Gravity ist die neueste Bremse in diesem Test und ähnelt auf den ersten Blick jeder gewöhnlichen Dual Pivot Bremse. Sie weist jedoch ein einzigartiges Merkmal auf: einen Stift am vorderen Arm, der durch einen Kanal auf dem hinteren Arm gleitet und so gewährleistet, dass sich beide Arme gleichzeitig und gleichmäßig bewegen. Ein weiteres ansprechendes Feature ist, dass die Bremse in verschiedenen Farben erhältlich sein wird.

M5

Die M5 ist beinahe die schwerste Bremse in diesem Test, aber gleichzeitig das Kraftpaket. Ihre Bremskraft sucht in diesem Testfeld ihres Gleichen und erreicht sogar das Niveau von Shimanos Dura Ace Bremsen.

Zero Gravity

Zero Gravitys Antwort auf die Kritiker, die ihrer Ti Version mangelnde Bremskraft vorgeworfen hatten, ist eine Bremse mit vergrößertem Zangendurchmesser, einer Veränderung der Form als auch einer Erhöhung des Übersetzungsverhältnisses des Umlenkhebels, was in einer deutlich höheren Bremskraft resultiert.

Zero Gravity ist die älteste Bremse in diesem Test und hat mindestens ebenso viele Kritiker wie Befürworter. Sie war eine der ersten Bremsen, die ihr Übersetzungsverhältnis durch die Implementierung eines Umlenkhebels erhöht hat. Sie ist außer Frage eine ordentliche Bremse, fraglich wird jedoch sein, wie sie sich gegenüber den weitaus jüngeren Vertretern in diesem Test bewährt.

Bewertungssystem

Um ein finales Ranking der Bremsen zu erhalten, wurden verschiedene Kategorien in Betracht gezogen und in die Wertung mit aufgenommen. Der Sieger einer jeder Einzelkategorie erhält dabei jeweils 5 Punkte, die schlechteste Bremse jener Teildisziplin 1 Punkt. Da dies ein persönlicher Erfahrungsbericht ist, wird hier nicht der Anspruch auf eine Allgemeingültigkeit oder Übertragbarkeit erhoben.

Da es sich hierbei um einen Bremsentest handelt, geht die Bremskraft mit doppelter Wertung in das finale Ranking ein. Die Bewertung hängt davon ab, wie hart der Bremshebel gezogen werden musste, um einen Nose Wheelie zu machen und so dann einige Male auf dem Vorderrad zu hüpfen.

Ergebnisse in den einzelnen Kategorien

Dosierbarkeit

Die Dosierbarkeit der im Test befindlichen Bremsen war bis auf ein Paar Abweichungen auf sehr ähnlichem Niveau. Der Unterschied zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten war am engsten, mit minimalem Vorsprung für die Negative Gravity. Bei sehr harten Bremsungen, bei denen versucht wurde so schnell wie möglich zum Stand zu kommen, ohne dabei das Rad zu blockieren, war die Negative Gravity einfach ein kleines wenig überzeugender.

Freilauf

M5 wurde aufgrund fehlender Schnellentspannung und der ausladendsten Abmessungen im Testfeld an 5. Stelle gesetzt, da hier am ehesten die Beine mit den Bremsarmen kollidieren können. Neg G kam auf den 4. Platz, ZG auf den 3. Platz, Kcnc auf den 2. Platz. Ax hat sich in dieser Kategorie den Platz an der Sonne gesichert.

Bremsschuhe

Bei dem Erst- und Zweitplatzierten liegt ein Gleichstand vor - beide kommen jeweils mit gelben Swissstop Belägen in ansehnlichen Bremsschuhen. Beide erhalten somit fünf Punkte. Der Drittplatzierte wartet mit hübschen Bremsschuhen und ordentlichen Belägen sowohl für Aluminiumfelgen als auch Korkbelägen für Carbonfelgen auf.

Montage

Hier fließt die Einfachheit der Montage als auch die etwaige Notwendigkeit von Nachjustierungen bei Gebrauch ein. ZG platzierte sich an 5. Stelle, da es ein Pein war, die Bremse mittig auszurichten und dann auch so ausgerichtet zu halten. Neg G kam auf den 4. Platz, M5 auf den 3. Platz, Ax auf den 2. Platz. Kcnc sicherte sich den 1. Platz in dieser Kategorie, da sie eine der einfachsten Montagen aller Zeiten auf dem Niveau von Shimano-Bremsen bietet.

Subjektive Einschätzung

Da dies weitgehend einer subjektiven Einschätzung unterliegt, wurden zu jeder Bremse die Meinungen einer 12-köpfigen Jury zu Rate gezogen.

Gesamtergebnis

Kcnc ist der ziemlich eindeutige Sieger dieses Vergleichstests. Wie zuvor erwähnt ist diese Bremse zwar keineswegs perfekt, weiß jedoch durch ihre ausgewogene Kombination von Charakteristika zu überzeugen.

Negative Gravity ist durchaus eine Überraschung, dass sich Zero Gravitys neuester Sprößling dermaßen weit vorne hat platzieren können. Diese Bremse sticht in mehreren Kategorien hervor: gute Bremswirkung, gute Dosierbarkeit, angemessener Preis und insbesondere auch sehr hohe Tauglichkeit für schwerere Fahrer. Gleichzeitig kommt sie auch schon von Haus aus mit sehr hochwertigen Bremsbelägen.

Ax Orion findet sich eher überraschend lediglich im Mittelfeld wieder, da davon auszugehen war, dass sie sich doch eher in der Spitzengruppe wird platzieren können. Das Tableau wird quasi komplett auf den Kopf gestellt.

Es bleibt somit zu vermerken, dass wenn Geld keine Rolle spielt, die Wahl auf Zero Gravity fallen könnte. M5 zeigt ebenfalls eine solide Leistung.

Leider waren die M5 Bremsen für besagten Testfahrer überdimensioniert und somit war es bereits im Vorhinein zu Ungunsten von M5 ein verzerrter Test. Diese Bremse weiß gerade bei schwereren Fahrern, die eine leichtere Alternative zu Record oder Dura Ace suchen, vollauf zu überzeugen.

ee-brake als Alternative

86 Gramm leichter als SRAM ”Red”, 87 Gramm weniger als Campa ”Super Record” und 106 Gramm leichter als Shimano ”Dura-Ace” - mit diesen Vorteilen verzückt die ”ee-brake” aus den USA die Leichtbau-Szene. Anders als bei vielen anderen Tuning-Bremsen liegt die Bremsleistung der bis auf die Schrauben und Federn aus Alu gefertigten Stopper dabei noch im grünen Bereich. Der Druckpunkt ist zwar etwas schwammig, doch das Rad lässt sich sicher und dosiert verzögern. Die Gelenke sind reibungsmindernd beschichtet, dank eines cleveren Entspannmechanismus lässt sich die Bremse zum Radwechsel weit öffnen. Interessant auch die exzentrische Bremsachse - damit passen sogar 28 Millimeter breite Reifen. Zum Lieferumfang des in Schwarz und Silber erhältlichen Pärchens zählen gelbe Beläge von SwissStop. Die Bremsschuhe nehmen alle Shimano-kompatiblen Beläge auf.

Nachteil: der stolze Preis von 680 Euro.

PLUS: sehr leicht; hochwertig verarbeitet

MINUS: undefinierter Druckpunkt; extrem teuer

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