Shimano Dura-Ace Di2 Scheibenbremse im Test: Der neue Maßstab?

Synchronisiertes Schalten, integrierter Powermeter und hydraulische Scheibenbremsen - ist die brandneue Dura-Ace R9150 Di2 wirklich so viel intelligenter als ihre Vorgängerin und wie wichtig ist Systemintegration für die Japaner? Wir haben als eines der ersten Magazine die elektronische „Top of the Line“-Schaltgruppe getestet.

Erster Eindruck und Testbedingungen

Noch bevor Shimanos Product Manager Di2 & Road Cycling Tim Gerrits uns in die technischen Feinheiten der neuen Dura-Ace R9150 Di2 einführte, fanden wir uns bereits eingeklickt und von dicken Regentropfen bombardiert auf den begehrenswertesten Bikes des Planeten wieder. Shimano ist Sponsor zahlreicher Teams des Pro-Pelotons. Entsprechend groß war das Arsenal an Pro-Bikes, die zur Auswahl standen. Wir starteten mit der Peter-Sagan-Signature-Variante des S-Works Venge ViAS Disc Di2. Später ging es auf dem Bianchi Specialissima Di2 weiter. Beim ersten Anbremsen auf der nassen Straße macht sich eine der zahllosen Neuerungen drastisch bemerkbar: Die hydraulischen Scheibenbremsen verzögern auch bei 4 °C und Regenschauern mit voller Kraft.

Systemintegration und Individualisierung

Für Tim stellt die Systemintegration das Hauptmerkmal der Weiterentwicklung dar. Auch uns beeindruckte die Möglichkeit, Geräte anderer Hersteller direkt vom Schalthebel aus zu bedienen. Die Belegung aller Schaltflächen der neuen R9150 Series ist per App frei programmierbar und kann so auf die eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Man braucht sein Smartphone dazu nur per Bluetooth zu verbinden. Auch die vollständige Integration des Powermeters wirkt durchdacht. Der Akku ist dabei wasserdicht und untrennbar in der Kurbelachse verbaut. Die Kurbel mit Powermeter ist überraschenderweise lediglich 70 g schwerer als jene ohne.

Tim zufolge liegt das an der Konstruktion des Antriebs: „Viele Wattmesssysteme werden zwischen Antrieb und Kurbel nachgerüstet, wobei Verluste entstehen - wenn auch nur minimal. Auch das Schaltwerk selbst wurde komplett überarbeitet. So kommt die Dura-Ace jetzt mit nur einer Käfiglänge aus und kann damit Kassetten mit bis zu 30 Zähnen schalten. „Der MTB-Sektor stand Pate für viele Neuerungen“, so Tim weiter.

Hydraulische Scheibenbremsen

„Die hydraulische Scheibenbremse hingegen wurde speziell für die Anforderungen der Straße entwickelt. Um Gewicht zu minimieren, kommen häufig 140-mm-Bremsscheiben zum Einsatz. Da nicht nur auf langen Passabfahrten große Hitze entstehen kann, hat Shimano seinen Discs einen neuen Aluminiumkühlkörper spendiert, der die Temperatur der Scheibe (im Vergleich zur bisherigen Road-Disc) im Schnitt um 30 °C verringert. Das Bremsverhalten ist ausbalanciert und berechenbar, das Gesamtgewicht des Bremssystems verhältnismäßig leicht - ready to race!

Synchronized Shift

Synchronized Shift ist eine neue Funktion, die die Wahl des richtigen Ganges vereinfachen soll. Shimano möchte dem Fahrer so die Möglichkeit geben, sich mehr auf das Wesentliche zu konzentrieren. Hauptsächlich für den Triathlonbereich entwickelt, kommt Synchronized Shifting mit jeder Dura-Ace R9150 Series-Schaltgruppe. Umwerfers und wechselt zum „nächstbesten“ Gang: Schaltet man vorne in den kleinen Gang, so schaltet das Schaltwerk in den nächsthöheren Gang, um die Differenz zwischen den beiden Gängen zu verringern. Man kann also nur mit dem hinteren Schalthebel alle Gänge schalten. Wann der automatische Schaltvorgang stattfinden soll, kann bequem per App eingestellt werden.

Der Schalthebel für vorne ist dabei nicht deaktiviert. Der Automatismus kann also zu jeder Zeit übersteuert werden. Gewöhnungsbedürftig ist allein, dass es keine Anzeige/keinen Ton gibt, der dem Fahrer mitteilt, dass bei dem nächsten Schaltvorgang auch der Umwerfer schaltet. So kann der Gangwechsel ziemlich überraschend am Berg geschehen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine Benachrichtigung über das gekoppelte Garmin zu erhalten. Der Full Synchronized Modus eignet sich aus unserer Sicht am besten für Zeitfahren und Triathlon. Auch wenn uns unsere Bike-Tutoren beigebracht haben, nie „groß/groß“ (vorne 2./3. Gang, hinten 1. Gang) zu fahren, die Dura-Ace erlaubt selbst das.

Die Position des Umwerfers wird so korrigiert, dass es nicht zur nervenaufreibenden Geräuschkulisse kommt, die wir alle nur zu gut kennen, wenn man „nur mal eben“ über eine Kuppe drücken möchte.

Zielgruppe und Fazit

Wie unschwer erkennbar ist, richtet sich die Dura-Ace R9150-Series an den sportiven Roadie, der ungern Kompromisse eingeht und ernste Absichten hat - egal ob es um den KOM-Titel in der Heimat oder die neidischen Blicke an der Eisdiele geht.

Tim Gerrits tut sich trotz alledem schwer, den typischen Dura-Ace-Kunden zu definieren: „Es ist unsere Philosophie, keine Kompromisse einzugehen. Die R9150 Series ist ebenso speziell wie vielseitig. Heute siehst du sie im sonnengefluteten Peloton der Pro-Tour, morgen auf einem mit Schnee und Matsch getränkten Radsportvolksfest in Belgien, übermorgen im Staub des nächstgelegenen Gravelrennens.“

Wir fassen für euch zusammen: Wenn dein Bike einen Rennlenker hat und du die passende Schaltgruppe zum King Cage-Flaschenhalter und dem Chris King-Steuersatz suchst - there you go!

„Die Dura-Ace R9150 Series verstehen wir als Systemlösung“, erklärt Tim. „Deshalb haben wir bei der Entwicklung die Verbindung der Bauteile zu einem großen Ganzen vor die Optimierung einzelner Komponenten gestellt. Am Ende des Tages bringt dich die Summe aller Faktoren schneller von A nach B.

Dura-Ace R9200 im Detail

Mit der Shimano DURA-ACE Di2 9200 legen die Japaner ihre Top-Schaltgruppe neu auf und setzen dabei auf einen 12-fach-Antrieb und kabellose Kommunikation zwischen Schalthebel und Umwerfer bzw. Schaltwerk. Dazu kommen neue Brems- und Laufradsysteme auf DURA-ACE-Niveau.

Ergonomie und Haptik der ST-R9270 Griffe

Die Griffe der Shimano DURA-ACE Di2 ST-R9270 sind deutlich größer geworden und liegen vom Volumen her deutlich näher an denen der SRAM eTap AXS-Gruppen als am Vorgängermodell. Sie lassen sich aber sehr gut greifen und überzeugen mit einer Oberfläche, die angenehm weich und gedämpft in der Hand liegt. Die leicht nach außen gestellten Schalt-Bremshebel sind sowohl zum Schalten als auch zum Bremsen gut zu erreichen und lassen sich durch die Einstellung von Reach und Druckpunkt gut an eure persönlichen Bedürfnisse anpassen.

Die einzelnen Schaltwippen für das Hoch- bzw. Runterschalten sind bei der neuen DURA-ACE deutlich stärker voneinander abgegrenzt und lassen sich dadurch auch bei ruppiger Fahrbahn viel besser unterscheiden. Ein falscher Gangwechsel wird so unwahrscheinlicher. Durch die veränderte Form der Griffe passen jetzt auch drei breite Finger ohne Platznot hinter den Bremshebel, was sehr angenehm ist. Überzeugend ist auch das Griffgummi selbst. Es ist bei den ST-R9270 DUAL CONTROL-Hebeln sehr formstabil, lässt sich nicht verdrehen und findet seine Position auch nach dem Entlüften der Bremsen wieder.

Das RD-R9250 Schaltwerk als Herzstück

Das Schaltwerk ist bei der neuesten Generation der japanischen Top-Gruppe DURA-ACE zum Herzstück des Systems avanciert. Hier befindet sich zukünftig neben der Junction-Box auch die Funkeinheit für Bluetooth und ANT+ sowie die Ladebuchse für den Akku, der Schaltwerk und Umwerfer speist.

Laut Shimano sollen die Schaltvorgänge am Schaltwerk um 58 % schneller vonstattengehen. Der kleinere Teil davon ist realisierbar, weil die kabellose Kommunikation zwischen STIs und Schaltwerk schneller ist als die verkabelte Kommunikation bei der Vorgängerversion. Der größere Teil soll aus Hardwareverbesserungen kommen - sprich: Das Bauteil selbst bewegt sich einfach schneller.

Neben der Ladebuchse befindet sich am Shimano DURA-ACE Di2 RD-R9250 auch eine LED-Anzeige, die Auskunft über den Ladezustand des Akkus gibt und außerdem Infos liefert zur Verbindung zwischen STIs und Schaltwerk und zur Feinabstimmung des Bauteils.

FD-R9250 Umwerfer: Schnell und Präzise

Auch beim Shimano DURA-ACE Di2 FD-R9250-Umwerfer gibt es sowohl optische als auch technische Neuerungen. Zuerst fällt auf, wie klein der Körper des Umwerfers geworden ist: Ganze 33 % geringer ist der frontale Querschnitt. Dadurch ist der Umwerfer nicht nur leichter geworden, auch sein Luftwiderstand soll kleiner geworden sein. Eine weitere optische Neuerung ist der in hochwertigem Schwarz gehaltene Käfig.

Anders als das Schaltwerk ist der FD-R9250 nicht direkt per Funk mit den STIs verbunden, er empfängt sein Signal stattdessen von eben diesem Schaltwerk. Trotzdem schaltet man nun 45 % schneller. Das zeigt, wo die zweite große Neuerung beim FD-R9250-Umwerfer liegt: in der Hardware selbst.

BR-R9270 Bremse: Mehr Power und Kontrolle

Die Japaner haben an vielen Stellschrauben gedreht, um die Performance der Shimano DURA-ACE BR-R9270-Bremse zu verbessern. Zunächst wurden in den STIs die sogenannten SERVO-WAVE-Module implementiert. Sie wirken vereinfacht gesagt wie ein Verstärker. Dadurch kann zusammen mit dem 13 % größeren Dosierbereich mehr Hydrauliköl in die Bremsleitung gedrückt werden. Das ermöglicht Shimano, die Bremsbeläge weiter von der Bremsscheibe zu entfernen - um 10 %.

Dazu kommen die neuen RT-MT900-Bremsscheiben, deren Verformung bei Wärme im Vergleich zum Vorgänger um stolze 66 % verringert worden sein soll. Dazu kommt ein neuer Bremssattel, der nun aus einem Stück gefertigt wird und so das Gewicht um 17 g im Vergleich zum Vorgängermodell senkt - auf 233 g pro Paar. Außerdem soll durch das Monoblock-Design die Steifigkeit des Bauteils erhöht worden sein. Das könnte ein Grund für die jetzt höhere maximale Bremspower sein.

FC-R9200 Kurbel: Steifigkeit und Effizienz

Zu den weiteren Schlüsselkomponenten der neuen DURA-ACE Di2 9200 gehören die Kurbeln der neuen Top-Gruppe. Dabei habt ihr die Wahl zwischen der DURA-ACE FC-R9200-Gruppe, die ohne Powermeter kommt, und ihrer großen Schwester, der FC-R9200-P - sie ist mit einem beidseitig messenden Powermeter ausgestattet. Beide Versionen arbeiten mit der HOLLOWTECH II-Technologie, und sie sind immer noch aus zwei Teilen gefertigt und dann zusammengeklebt.

Bei den Kurbeln kommt kein Carbon zum Einsatz - sie sind weiterhin aus Metall gefertigt und die Entwickler von Shimano spielen ihre Stärke bei der Bearbeitung des Werkstoffs hier voll aus. Die Formsprache ist sehr gelungen und die Klavierlack-Optik wirkt ausgesprochen hochwertig.

Shimano Dura-Ace im Vergleich

Als unangefochtener Marktführer bestimmte Shimano die technische Entwicklung von Rennrad-Komponenten über Jahrzehnte fast im Alleingang. Die Japaner brachten mit der Di2 die erste elektronische Schaltung auf den Markt. Die aktuelle, vierte Generation ist die erste mit Funkübertragung und unter den drei Wettbewerbern am längsten auf dem Markt, die Einführung war 2022. Das unübertroffene Schaltverhalten setzt im aktuellen Wettbewerb immer noch Maßstäbe, auch wenn die Unterschiede kleiner geworden sind. Weitere Stärke der Japaner: Eine effiziente und ausgefeilte Metallverarbeitung. Auch an der teuersten Ausführung findet sich wenig Carbon, das Gewicht der Dura-Ace ist trotzdem konkurrenzfähig.

Der Dura-Ace Antrieb

Im Vergleich zu den Wettbewerbern ist die Auswahl an Übersetzungen vergleichsweise gering: Die Standard-Kassette mit 11-30 Zähnen ist extrem fein abgestuft, zweite ­Option ist eine Bergkassette mit 11-34 Zähnen. Damit lässt sich maximal eine 1:1-Übersetzung realisieren. Neben der traditionellen Kompaktkurbel mit 50/34 gibt es noch eine sportliche 52/36; Profis fahren 54/40. Die Kassetten passen dank des größeren ­Anfangsritzels (SRAM und Campagnolo ­beginnen mit zehn statt elf Zähnen) auf den Standard-HG-Freilauf und damit auch auf ältere Laufräder; Einschränkungen bei der Laufradwahl gibt es damit nicht.

Bedienung und Ergonomie

Die Anordnung der Schaltknöpfe hinter den Bremshebeln geht auf Shimanos Schaltlogik der mechanischen Systeme zurück: Der vordere Knopf wechselt auf ein größeres Ritzel oder Kettenblatt, der hintere auf ein kleineres. Wer die mechanischen Shimano-Hebel noch gewohnt ist, kommt damit schnell zurecht. Alternativ lassen sich die Tasten umprogrammieren oder eine Automatik einstellen. Die beiden Schalttasten sind klarer voneinander abgegrenzt und auch mit Handschuhen eindeutig zu fühlen. Die schlanken Griffkörper können kleine wie große Hände gut greifen, die Griffweite lässt sich einstellen. Der vordere Höcker ist leicht nach innen geneigt und bietet guten Halt, wenn man sich im Wind flach ­machen will.

Dura-Ace Scheibenbremsen

Die Shimano-Disc spricht sensibel an und lässt sich gut dosieren. Auch bei Nässe überzeugt die Bremsleistung, allerdings sollte man auch hier mit viel Gefühl vorgehen, um Blockieren zu vermeiden.

Vergleich der Top-Gruppen: Shimano Ultegra, Sram Force, Campagnolo Chorus

ROADBIKE hat die wichtigsten Modelle von Shimano, Sram und Campagnolo getestet: Ultegra, Force und Chorus.

Wie wurde getestet?

Alle Bremsanlagen wurden nacheinander auf dem Scheibenbremsenprüfstand des Schweizer Bremsenspezialisten Swiss Stop im Beisein von ROADBIKE getestet. Dafür wurden auf dem Prüfstand Hebel, Bremssattel samt Belägen und Bremsscheibe montiert - alle Teile "gruppenrein", wie vom Hersteller geliefert.

Bremskrafttest

Der Test ermittelt, wie viel Bremskraft die getesteten Bremsen bei identischer Handkraft entwickeln. Getestet wird sowohl bei trockenen wie auch bei nassen Bedingungen. Der von Swiss Stop entwickelte Test orientiert sich dabei an der ISO-Norm 4210-2 Teil 4, der die internationale Norm für Prüfverfahren für Fahrradbremsen darstellt.

Belastungstest

Der Test ermittelt, wie die verschiedenen Bremssysteme und ihre einzelnen Komponenten auf große Bremshitze reagieren. In drei Durchläufen wird jeweils viermal von 60 km/h bis zum Stillstand heruntergebremst. Gemessen wird die Strecke in Metern, die bis zum Stillstand benötigt werden. Anschließend werden die einzelnen Komponenten untersucht, insbesondere die Bremsscheiben und die Beläge.

Belagverschleiss

Durch Wiegen der Bremsbeläge wird erfasst, wie stark die einzelnen Tests die Beläge verschleißen. Dafür werden für die Bremskraft- und Belastungstests jeweils fabrikneue Beläge verwendet, die vorher und nachher gewogen werden. Der Masseverlust, der bei den Messungen festgestellt und in Prozent umgerechnet wird, beziffert ausschließlich den Belagverschleiß, da die Trägerplatten natürlich keine Veränderung erfahren.

Bremskraft im Trockenen

Sowohl Shimanos Ultegra- als auch Srams Force- und Campagnolos Chorus-Scheibenbremsanlagen überzeugen im Trockenen. Auffällig: Die Shimano-Disc liefert bei geringer Handkraft die größte Bremskraft, baut diese aber im Vergleich zur Konkurrenz weniger stark weiter auf.

Bremskraft bei Nässe

Bei Nässe bietet Shimano bei geringen Handkräften deutlich die höchste Bremsleistung. Campagnolo überrascht mit vergleichsweise schwachen Werten und verlangt zum Verzögern im Nassen deutlich mehr Handkraft als die Modelle der Konkurrenz.

Bremsweg von 60 km/h auf 0

Campagnolo und Sram liegen quasi gleichauf und bremsen auch bei zunehmender Hitze im System verlässlich. Anders die Ultegra-Bremsanlage von Shimano: Bei 20 Newton Handkraft noch Primus mit dem kürzesten Bremsweg, kann das System die Performance nicht über alle Testbremsungen hinweg halten.

Belastungstests der Bremsscheiben

Eindeutige Antwort: die von Sram. Nicht nur, dass die Bremsen der US-Amerikaner in der Addition aller vier Testbremsungen den kürzesten Bremsweg aufweisen - bei Testende stehen auch die Bremsscheiben, die phasenweise rot glühten, wie eine Eins und könnten problemlos weiterverwendet werden.

Das größte Sorgenkind ist Shimanos IceTech-Scheibe: Deren Aluminiumkern schmolz beim (extremen) Belastungstest, die Bremsbeläge sind danach vollständig verschlissen - die Anlage könnte nicht weitergefahren werden, ein Austausch der Teile wäre zwingend notwendig.

Haltbarkeit der Bremsbeläge

Im Labortest zeigt sich: Shimanos organische Resin-Beläge L03A verschleißen im Vergleich zur Konkurrenz schneller.

Übertragbarkeit der Testergebnisse

Bis zu einem gewissen Maß sind die Ergebnisse jedoch übertragbar. Bei Sram basieren die aktuellen Bremssättel von Red und Force eTap AXS sowie dem S-900 Aero HRD-Modell auf dem identischen, zweiteiligen Körper mit 21-mm-Kolbendurchmesser, Bleeding EdgeEntlüftungssystem und unveränderbarem Winkel der Bremsleitungsanbindung. Bei Shimano unterscheiden sich Dura-Ace und Ultegra-Bremsen geringfügig.

Gesamtfazit des Vergleichs

Insgesamt setzt sich Srams Force in diesem Vergleich an die Spitze: Sie überzeugt mit beeindruckender Bremskraft, zeigt wenig Verschleiß, hat kurze Bremswege und trotzt selbst größter Bremshitze souverän. Bei Campagnolos Chorus-Gruppe, die als einzige nur mechanisch schaltet, erweisen sich die Bremsen ebenfalls als sehr hitzeresistent, schwächeln aber etwas bei Nässe. Shimanos neue Ultegra bremst vor allem mit geringer Handkraft beeindruckend stark, die Beläge verschleißen aber schneller, und unter ungünstigen Bedingungen und nicht optimaler Bedienung drohen schneller als bei der Konkurrenz hitzebedingte Schäden.

Shimano Dura-Ace TT-Scheibenbremse

Diese Scheibenbremse aus der Shimano Rennradspitzengruppe Dura-Ace ist für den Einsatz in Zeitfahrwettbewerben ausgelegt. Sie besteht aus dem elektronisch-hydraulischen Schalt-/Bremsgriff ST-R9180 zur Lenkerendmontage und dem Flat-Mount-Bremssattel BR-R9270.

Technologien

  • Digital Integrated Intelligence (Di2): Di2-Systeme sind die elektronischen Schaltsysteme von Shimano, die auf dem SEIS basieren und eine einfache und präzise Bedienung ermöglichen.
  • One-Way-Entlüftung: Eine Technik, die das Entlüften der Bremse erleichtert, indem sie Luftblasen im Bremssattel vermeidet.

Vor- und Nachteile der Shimano Dura-Ace

Vorteile

  • Ruhiger Lauf
  • Perfektes Schaltverhalten
  • Relativ preiswerte Verschleißteile (im Vergleich zur Konkurrenz)
  • Geschmeidige Schaltvorgänge
  • Simple Einstellung
  • Bequeme Griffe
  • Gut unterscheidbare Schalttasten

Nachteile

  • Geringe Auswahl an Kassetten
  • Akku nicht entnehmbar (fest im Rahmen verbaut)
  • Teures Powermeter-Upgrade
  • Wenig intuitive Modulation der Bremspower

Tabelle: Vergleich der Top-Gruppen (Shimano, SRAM, Campagnolo)

Merkmal Shimano Dura-Ace SRAM Force Campagnolo Chorus
Bremskraft im Trockenen Sehr hoch bei geringer Handkraft Hoch, progressiver Anstieg Mittel
Bremskraft bei Nässe Höchste Bremsleistung bei geringen Handkräften Gute Leistung Schwächer, mehr Handkraft erforderlich
Belastungstest (Bremsscheibe) Aluminiumkern kann schmelzen Sehr widerstandsfähig Leichter Höhenschlag möglich
Belagverschleiß Höchster Verschleiß Geringer Verschleiß im Normalbetrieb Geringer Verschleiß bei starker Belastung
Gesamtfazit Hohe Bremskraft, aber Beläge verschleißen schnell Überzeugt mit Bremskraft und geringem Verschleiß Hitzeresistent, schwächelt bei Nässe

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