Die Shimano DURA-ACE ist seit jeher die Top-Gruppe des japanischen Komponentenherstellers. Nun legt er sein Flaggschiff mit der DURA-ACE Di2 9200 neu auf und will damit Lücken schließen, die bisher zur Konkurrenz von SRAM klaffen: durch die kabellose Kommunikation von Schalthebeln und Umwerfer bzw. Schaltwerk sowie ein zwölftes Ritzel auf der Kassette. Gleichzeitig soll der Vorsprung bei der Schaltgeschwindigkeit ausgebaut werden. Zu den Schaltkomponenten kommen ein neues Brems- und Laufradsystem.
Neuerungen und Verbesserungen der Shimano DURA-ACE Di2 9200
Mit der Shimano DURA-ACE Di2 9200 legen die Japaner ihre Top-Schaltgruppe neu auf und setzen dabei auf einen 12-fach-Antrieb und kabellose Kommunikation zwischen Schalthebel und Umwerfer bzw. Schaltwerk. Dazu kommen neue Brems- und Laufradsysteme auf DURA-ACE-Niveau.
Ergonomie und Haptik der Schalthebel
Wie bei jeder Schaltgruppe sind die Brems-Schalthebel der einzige direkte Kontaktpunkt des Fahrers mit dem System selbst. Kein Wunder also, dass Shimano hier den Fokus klar auf die Verbesserung der Ergonomie gelegt hat. So sind die Griffe weiter nach innen gedreht und weiter nach oben gezogen, wodurch unter den Griffen mehr Platz entsteht. Die Schaltwippen verlaufen bei den ST-R9270-Griffen hinter der Bremse weiter nach unten und stehen minimal weiter nach außen als beim Vorgängermodell. All diese Änderungen sollen zu besserer Schalt- und Brems-Ergonomie führen.
Die Griffe der Shimano DURA-ACE Di2 ST-R9270 sind deutlich größer geworden und liegen vom Volumen her deutlich näher an denen der SRAM eTap AXS-Gruppen als am Vorgängermodell. Sie lassen sich aber sehr gut greifen und überzeugen mit einer Oberfläche, die angenehm weich und gedämpft in der Hand liegt. Die leicht nach außen gestellten Schalt-Bremshebel sind sowohl zum Schalten als auch zum Bremsen gut zu erreichen und lassen sich durch die Einstellung von Reach und Druckpunkt gut an eure persönlichen Bedürfnisse anpassen.
Die einzelnen Schaltwippen für das Hoch- bzw. Runterschalten sind bei der neuen DURA-ACE deutlich stärker voneinander abgegrenzt und lassen sich dadurch auch bei ruppiger Fahrbahn viel besser unterscheiden. Ein falscher Gangwechsel wird so unwahrscheinlicher. Durch die veränderte Form der Griffe passen jetzt auch drei breite Finger ohne Platznot hinter den Bremshebel, was sehr angenehm ist. Überzeugend ist auch das Griffgummi selbst. Es ist bei den ST-R9270 DUAL CONTROL-Hebeln sehr formstabil, lässt sich nicht verdrehen und findet seine Position auch nach dem Entlüften der Bremsen wieder. Die Shimano DURA-ACE Di2 ST-R9270 DUAL CONTROL-Hebel haben im Vergleich zum Vorgängermodell ein deutliches Plus an Ergonomie erfahren. Sie überzeugen mit toller Haptik und wirken qualitativ hochwertig.
Kabellose Kommunikation und Stromversorgung
Die technischen und durchaus spannenden Neuerungen spielen sich aber im Inneren der Shimano DURA-ACE Di2 ST-R9270 DUAL CONTROL-Hebel ab. Die Kabelverbindung zu Schaltwerk und Umwerfer, die wir vom Vorgänger kennen, entfällt und wird durch ein proprietäres Shimano-Funksignal ersetzt. Das Shimano Wireless IC (Integrated Circuit) soll dabei viermal schneller kommunizieren als das gängige ZigBee-Protokoll, das sich als Netzwerk für die Übertragung geringer Datenmengen im Heimgebrauch etabliert hat. Außerdem soll das Shimano Wireless IC 75 % weniger Strom verbrauchen und weniger anfällig für Interferenzen sein.
Für die Stromversorgung der STIs sorgt je eine CR1632-Knopfzelle im Hebel, die damit 4 mm kleiner sind, als die 2032 Knopfzellen, die bei den SRAM eTap AXS-Gruppen zum Einsatz kommen. Schaltwerk und Umwerfer sind weiterhin mit einem Kabel verbunden und hängen am gleichen Akku, der im Sattelrohr steckt und über das Schaltwerk geladen wird. Der Empfänger für die Funksignale der STIs sitzt ebenfalls im Schaltwerk. Soll der Umwerfer angesprochen werden, dann läuft das Signal vom Schaltwerk über den Akku zum Umwerfer. Eine Akkuladung soll Schaltwerk und Umwerfer Strom für ca. 1.000 km liefern - das hängt natürlich maßgeblich von der Topografie und der Anzahl der Schaltvorgänge ab. Die in den STIs verbauten CR1632-Knopfzellen sollen zwischen 1,5 und 2 Jahren durchhalten, bevor sie gewechselt werden müssen.
Option für Felgenbremsen
Neben den Shimano DURA-ACE Di2 ST-R9270 DUAL CONTROL-Griffen gibt es mit den ST-R9250-Griffen auch bei der neuesten Generation der japanischen Top-Schaltgruppe eine Option für die Fans von Felgenbremsen. Hier bleibt die Form exakt die gleiche wie beim Vorgängermodell, lediglich die Farbe hat sich geändert.
Das Schaltwerk als Herzstück des Systems
Das Schaltwerk ist bei der neuesten Generation der japanischen Top-Gruppe DURA-ACE zum Herzstück des Systems avanciert. Hier befindet sich zukünftig neben der Junction-Box auch die Funkeinheit für Bluetooth und ANT+ sowie die Ladebuchse für den Akku, der Schaltwerk und Umwerfer speist. Damit steckt die sensibelste Technik des Systems im empfindlichsten Bauteil, was vor allem bei Stürzen zum Problem werden kann. Wenn man allerdings auf ein 1-fach-Setup umrüsten möchte und der Umwerfer entfernt wird, dann verbleibt lediglich das Schaltwerk am Rad. Es ist dadurch die einzig logische Stelle für die notwendige Technologie. Mit all der Technik an Bord wiegt das Bauteil nun 215 g und damit lediglich 18 g mehr als das Vorgängermodell.
Als Kopf des Systems empfängt das Schaltwerk nicht nur die Funksignale für sich selbst, sonder auch für den Umwerfer, die es dann per Kabel über den Akku weiterleitet. Das Shimano DURA-ACE Di2 RD-R9250-Schaltwerk kann nun Kassetten bis zu 34 T aufnehmen.
Schaltgeschwindigkeit und Performance
Laut Shimano sollen die Schaltvorgänge am Schaltwerk um 58 % schneller vonstattengehen. Der kleinere Teil davon ist realisierbar, weil die kabellose Kommunikation zwischen STIs und Schaltwerk schneller ist als die verkabelte Kommunikation bei der Vorgängerversion. Der größere Teil soll aus Hardwareverbesserungen kommen - sprich: Das Bauteil selbst bewegt sich einfach schneller.
Neben der Ladebuchse befindet sich am Shimano DURA-ACE Di2 RD-R9250 auch eine LED-Anzeige, die Auskunft über den Ladezustand des Akkus gibt und außerdem Infos liefert zur Verbindung zwischen STIs und Schaltwerk und zur Feinabstimmung des Bauteils. Gewöhnungsbedürftig ist die Optik des neuen DURA-ACE-Schaltwerks aufgrund des langen Käfigs, der nun alle Kassetten abdecken kann - jetzt sogar mit bis zu 34 Zähnen.
Der komplette Schaltvorgang setzt sich zusammen aus der Kommunikationszeit zwischen STIs und Schaltwerk und der tatsächlichen Bewegungszeit des Schaltwerks. Der Großteil der 58 % wird laut Shimano bei der Bewegungszeit eingespart. Und tatsächlich sind die Schaltvorgänge blitzschnell - nicht nur, was die Reaktion des Schaltwerks betrifft, sondern auch, wenn es um den Sprung der Kette auf das nächste Ritzel geht. Besser geht’s kaum!
Viel mehr begeistert deshalb die Art und Weise der Schaltvorgänge: Weicher und flüssiger begibt sich die Kette nun in den nächsten Gang. Das aggressive Einrasten des Vorgängers wurde deutlich abgemildert. Die Präzision leidet darunter keinesfalls: Hier rattert oder schleift nichts! Durch diesen extrem schnellen, präzisen, aber trotzdem etwas weicheren Gangwechsel gewinnt man schnell Vertrauen in das Schaltwerk und traut sich, auch in kritischen Situationen oder unter Last zu schalten - z. B. wenn am Berg unerwartet plötzlich eine Attacke gefahren wird. Das Schaltwerk hält das aus und serviert euch zuverlässig den gewünschten Gang.
Die Schaltlogik könnt ihr in der zugehörigen App von Shimano weitestgehend an eure persönlichen Wünsche anpassen. Auch die Schaltgeschwindigkeit könnt ihr hier anpassen bzw. drosseln. Das neue Shimano DURA-ACE Di2 RD-R9250-Schaltwerk begeistert mit extrem schnellen, präzisen und trotzdem etwas weicheren Gangwechseln - besser geht es kaum! Das Bauteil wiegt zwar ein bisschen mehr als das Vorgängermodell - das ist aber zu verschmerzen angesichts der zusätzlichen Technologie, die darin versteckt ist.
Der Umwerfer: Kompakt und Leistungsstark
Auch beim Shimano DURA-ACE Di2 FD-R9250-Umwerfer gibt es sowohl optische als auch technische Neuerungen. Zuerst fällt auf, wie klein der Körper des Umwerfers geworden ist: Ganze 33 % geringer ist der frontale Querschnitt. Dadurch ist der Umwerfer nicht nur leichter geworden, auch sein Luftwiderstand soll kleiner geworden sein. Eine weitere optische Neuerung ist der in hochwertigem Schwarz gehaltene Käfig.
Anders als das Schaltwerk ist der FD-R9250 nicht direkt per Funk mit den STIs verbunden, er empfängt sein Signal stattdessen von eben diesem Schaltwerk. Da das Funksignal den Umweg über das Schaltwerk gehen muss, ist die Kommunikationszeit zwischen STIs und Umwerfer minimal länger als beim Vorgängermodell, wo das Signal zwar auch per Kabel geschickt wurde, aber eben direkt an das Bauteil.
Hardwareverbesserungen und Schaltperformance
Trotzdem schaltet man nun 45 % schneller. Das zeigt, wo die zweite große Neuerung beim FD-R9250-Umwerfer liegt: in der Hardware selbst. Die Link-Struktur, die den Käfig an den Körper des Umwerfers und an den darin liegenden Stellmotor anbindet, wurde neu angeordnet. Dadurch ist der Stellmotor in der Lage, den Käfig schneller nach innen oder außen zu drücken. Die Anordnung des Umwerfers und die Größe des Käfigs lassen große Kettenblätter mit einer Größe zwischen 50 T und 55 T zu.
Der Umwerfer der japanischen Top-Gruppe war aus Performance-Sicht schon vor dem Update seinen Konkurrenten von SRAM und Campagnolo überlegen. Seinen Vorsprung baut er in der jüngsten Ausbaustufe als FD-R9250 nochmals aus. Er schaltet unter allen Umständen absolut zuverlässig und wechselt die Gänge kraftvoll, schnell und akkurat. Hier rattert die Kette nicht erst mal kurz über den Zahnkranz, bevor sie nach oben springt. Im Gegenteil: Sie springt sofort auf den kleineren, aber auch auf den größeren Kranz. Egal ob ihr über eine Kuppe hinweg wieder in den großen Gang schalten oder in einen steilen Anstieg hinein unter Zug runterschalten wollt. Der Umwerfer wird euch nicht im Stich lassen!
Die Bremsen: Mehr Power und bessere Modulation
Die Japaner haben an vielen Stellschrauben gedreht, um die Performance der Shimano DURA-ACE BR-R9270-Bremse zu verbessern. Zunächst wurden in den STIs die sogenannten SERVO-WAVE-Module implementiert. Sie wirken vereinfacht gesagt wie ein Verstärker. Dadurch kann zusammen mit dem 13 % größeren Dosierbereich mehr Hydrauliköl in die Bremsleitung gedrückt werden. Das ermöglicht Shimano, die Bremsbeläge weiter von der Bremsscheibe zu entfernen - um 10 %. Dazu kommen die neuen RT-MT900-Bremsscheiben, deren Verformung bei Wärme im Vergleich zum Vorgänger um stolze 66 % verringert worden sein soll.
Dazu kommt ein neuer Bremssattel, der nun aus einem Stück gefertigt wird und so das Gewicht um 17 g im Vergleich zum Vorgängermodell senkt - auf 233 g pro Paar. Außerdem soll durch das Monoblock-Design die Steifigkeit des Bauteils erhöht worden sein. Das könnte ein Grund für die jetzt höhere maximale Bremspower sein. Die Bremsbeläge selbst werden aus einem neuen Compound hergestellt - ein zweiter möglicher Grund für die höhere Bremspower. Positiv ist, dass die Beläge die gleiche Form haben wie beim Vorgängermodell und ihr eure bisherige DURA-ACE-Bremse damit upgraden könnt.
Außerdem wurde der Bleeding-Prozess verbessert und die Schrauben für Bleed-Port und Entlüftungsventil sitzen jetzt nicht mehr an der gleichen Stelle, wodurch der Prozess deutlich leichter von der Hand geht. Außerdem kann der Bremssattel während des Entlüftens am Rahmen verbleiben.
Bremsverhalten und Modulation
Die Modulation der Bremspower ist nicht direkt intuitiv, da sich der Bremshebel sehr leicht ziehen lässt. Das führt einerseits dazu, dass die eigentlich lineare Modulation sich eher progressiv anfühlt. Ihr solltet euch also ein bisschen Zeit nehmen, um euch an dieses Bremsverhalten zu gewöhnen, und eure Kraft am Bremshebel mit Bedacht dosieren. Andererseits führt diese Abstimmung der Bremse dazu, dass die extrem hohe Bremskraft mit einem einzelnen Finger auf die Straße gebracht werden kann.
Bezahlt macht sich der zusätzliche Platz zwischen Bremsscheiben und -belägen im Zusammenspiel mit der verringerten Wärmeverformung der Bremsscheiben. Bei der BR-R9270 gibt es auch nach langen Abfahrten mit einem 85 kg schweren Testfahrer kein Schleifen der Scheibe an den Belägen - selbst wenn man direkt danach im Wiegetritt fährt und das Bike ganz weit zur Seite legt.
Kurbeln: Balance aus Steifigkeit, Gewicht und Rotation
Zu den weiteren Schlüsselkomponenten der neuen DURA-ACE Di2 9200 gehören die Kurbeln der neuen Top-Gruppe. Dabei habt ihr die Wahl zwischen der DURA-ACE FC-R9200-Gruppe, die ohne Powermeter kommt, und ihrer großen Schwester, der FC-R9200-P - sie ist mit einem beidseitig messenden Powermeter ausgestattet. Beide Versionen arbeiten mit der HOLLOWTECH II-Technologie, und sie sind immer noch aus zwei Teilen gefertigt und dann zusammengeklebt. Bei den Kurbeln kommt kein Carbon zum Einsatz - sie sind weiterhin aus Metall gefertigt und die Entwickler von Shimano spielen ihre Stärke bei der Bearbeitung des Werkstoffs hier voll aus. Die Formsprache ist sehr gelungen und die Klavierlack-Optik wirkt ausgesprochen hochwertig.
Laut Shimano sollen die Kurbeln eine optimale Balance aus Steifigkeit, Gewicht und Rotations-Performance bieten. Das soll sich in einer besseren Kraftübertragung an die Kette und präziseren Schaltvorgängen des Umwerfers bemerkbar machen - wir können beides aus unserer ersten Testfahrt bestätigen.
Shimano Schaltgruppen im Vergleich
Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Aber wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen und was sind die Unterschiede zwischen den Shimano Gruppen?
Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Das ist nicht so kompliziert. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Aber überraschenderweise gehören Scheibenbremsen an Disc-Rennrädern nicht zur Gruppe selbst.
Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet. Dieses BMC Bike mit der Shimano Dura Ace Di2 12-fach-Schaltgruppe ist eines der echten Top-Modelle. Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist.
Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.
Einsteiger-Schaltgruppen
Die Shimano Tourney-Gruppe ist eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer. Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt. Shimano Claris ist die erste echte Schaltgruppe für Rennräder. Rennräder mit einer Shimano Claris-Schaltgruppe sind sehr gut für Einsteiger geeignet. Die Shimano Claris-Gruppe ist bei den Einsteigerrennrädern häufig zu sehen. Und das macht Sinn. Es ist eine relativ preiswerte Gruppe, die dennoch sehr langlebig und gut schaltbar ist. Die Shimano Sora-Gruppe ist die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
Schaltgruppen für erfahrene Rennradfahrer
Mit der Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Du siehst Shimano Tiagra viel auf den teureren Rennrädern des mittleren Segments. Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst.
Die beliebteste Schaltgruppe: Shimano 105
Die Shimano 105-Gruppe ist die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.
Professionelles Niveau: Shimano Ultegra
Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt. Das Schalten funktioniert wie es sich gehört, leise und praktisch reibungslos. Hier kannst du auch kein Dreifachschaltwerk mehr nehmen. Natürlich gibt es bei Shimano Ultegra auch eine Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen.
Eine sehr schöne Option ist, dass du dich ab Ultegra für eine Gruppe mit elektronischer Schaltung entscheiden kannst. Dies hat den Vorteil, dass du dich nie wieder mit einer schleifenden Kette rumschlagen musst. Mit einer Ultegra Di2-Gruppe kannst du elektronisch schalten. Das elektronische Schalten mit einer Shimano Ultegra Di2 11-fach-Schaltgruppe ist nicht kabellos. Du musst also immer noch kleine elektronische Kabel durch deinen Fahrradrahmen verlegen. Natürlich benötigst du auch einen Ultegra-Akku, um die ganze Elektronik mit Strom zu versorgen.
Das Beste vom Besten: Shimano Dura Ace
Shimano Dura Ace ist die beste Schaltgruppe von Shimano. Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten. Die gesamte Dura Ace-Gruppe ist so optimiert, dass du wirklich jedes bisschen Kraft, das du in sie steckst, in Geschwindigkeit umwandelst. Und natürlich ist die Schaltung sehr präzise und super zuverlässig. Entscheidest du dich für die Version mit hydraulischen Scheibenbremsen? Hole dir dann auch sofort die Dura Ace-Bremsscheiben.
Wenn die normale Dura Ace noch nicht gut genug ist, kannst du dich auch für Shimano Dura Ace Di2 entscheiden. Der Vorteil ist, dass beim Schalten keine Probleme mehr entstehen durch ein ausgeleiertes Kabel.
Willst du dich bei Shimano Schaltkomponenten wirklich für das Beste vom Besten entscheiden? Dann solltest du die neuesten und fortschrittlichsten Ergänzungen der Shimano-Gruppen wählen: Die Shimano 12-fach Ultegra R8100 Di2 und die Shimano 12-fach Dura Ace R9200 Di2!
Abgesehen davon, dass es sich bei diesen Schaltgruppen um 12-fach-Gruppen handelt und nicht, wie bei ihren Vorgängern, um 11-fach-Gruppen, wurden die Schaltgeschwindigkeit und die Qualität der Ultegra und Dura Ace Di2 12-fach erheblich verbessert. Daher bieten diese Gruppen ein unvergleichliches Schalterlebnis bei jeder Belastung.
Weitere Aspekte und Technologien
Rangordnung der Gruppen
Genau wie im Mountainbike Bereich gibt es auch bei den Rennrädern, Cyclocrossern und Gravelbikes diverse Qualitätsunterschiede zwischen den Schaltgruppen, die an den Bikes verwendet werden. Auch für Rennräder werden sehr günstige Schaltgruppen angeboten. Aufgrund des rein sportlichen Einsatzbereiches von Rennrädern empfehlen wir allerdings nicht unter einer Shimano Tiagra einzusteigen und gehen deshalb auch nicht genauer auf die Gruppen darunter ein.
Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe. Beispielsweise ist die 105 R7000 die neueste Iteration der 105er und ihr Vorgänger war die R5700.
Generelle Unterschiede zwischen den Schaltgruppen
Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g. Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.
Hyperglide+ Technologie
Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller.
Kabellose Übertragung
Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.
Vergleich mit anderen Top-Gruppen: Sram Red und Campagnolo Record
Die neue Gruppe Sram Red wirbelt das Spitzensegment mächtig durcheinander. Mit ihrem Leichtgewicht, unglaublich direkten Gangwechseln und der Individualisierbarkeit setzt sie neue Maßstäbe. Wer auf butterweiche Gangwechsel besteht, hat mit der Shimano Dura-Ace eine absolut zuverlässige Gruppe zur Wahl. Und Fahrer mit der Campagnolo Record profitieren von den meisten möglichen Variationen bei den Gängen und der besten Kurbel.
Die Sram Red punktet in fast jeder Disziplin, ist mit 1799 Euro aber auch am teuersten. Gut für die Kunden: Sram erhöht den Entwicklungsdruck im Markt - Shimano und Campagnolo experimentieren schon mit elektrischen Schaltungen.
Sram Red im Detail
- Setpreis: 1799 Euro
- Gesamtgewicht: 1676 Gramm
- Schaltwerk: 309 €, 148 g
- Umwerfer: 109 €, 69 g
- Doubletap-Schalthebel: 549 €, 282 g
- Kurbelgarnitur: 528 €, 751 g
- OG 1090 Kassette: 229 €, 156 g
- Bremsen: 299 €, 270 g
Shimano Dura-Ace im Detail
- RD-7800 SS: 129 €, 181 g
- FD-7800: 85 €, 73 g
- RD4-REXS: 414 €, 423 g
- FC-7800: 457 €, 753 g
- CS-7800: 163 €, 180 g
- BR-7800: 259 €, 314 g
Campagnolo Record im Detail
- 10s Schaltung: 255 €, 187 g
- QS Umwerfer: 105 €, 74 g
- Ergopower-Schalthebel: 285 €, 332 g
- Kettenradgarnitur: 525 €, 698 g
- Ritzelpaket UD: 199 €, 184 g
- Skeleton-Bremsen: 265 €, 280 g
Individualisierung und Ergonomie
Die Sram-Innovationen überzeugen auch in puncto Schaltpräzision. Sofort spürbar sind die prägnanten Gangwechsel der Red. Srams sogenannte „Doubletap”-Hebel entlasten durch einen kurzen Schwenk nach innen den Schaltzug, die Kette wechselt auf ein kleineres Ritzel oder Kettenblatt. Ein langer Schwenk über diesen Punkt hinaus spannt den Zug, die Kette wandert auf ein größeres Ritzel oder Blatt. Dabei gehen bei der Red die Gangwechsel noch direkter von der Hand, als man das bisher von Schaltungen im Top-Segment kennt.
Fazit des Tests
Die mechanische Ultegra-Gruppe bietet eine Top-Funktion und Qualität, sie liegt beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne.
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