Shimano Dura Ace Schaltwerk 11-fach & 12-fach im Test: Eine umfassende Analyse

Genau wie im Mountainbike Bereich gibt es auch bei den Rennrädern, Cyclocrossern und Gravelbikes diverse Qualitätsunterschiede zwischen den Schaltgruppen, die an den Bikes verwendet werden. Auch für Rennräder werden sehr günstige Schaltgruppen angeboten. Aufgrund des rein sportlichen Einsatzbereiches von Rennrädern empfehlen wir allerdings nicht unter einer Shimano Tiagra einzusteigen und gehen deshalb auch nicht genauer auf die Gruppen darunter ein.

Die Rangordnung der Shimano Schaltgruppen

Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe. Beispielsweise ist die 105 R7000 die neueste Iteration der 105er und ihr Vorgänger war die R5700.

Generelle Unterschiede zwischen den Schaltgruppen

Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g. Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.

Tiagra R4700

Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette. Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich. Die Brems-Schalthebel sind in ihrer Form sehr ähnlich zur aktuellen 105er und Ultegra. Die Felgenbremshebel unterscheiden sich hingegen stark von der Ergonomie der neuesten Hebel. Die Auswahl an Übersetzungen der Kassette sind recht eingeschränkt im Vergleich zu den hochwertigeren Gruppen.

105 R7000

Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen. Wie auch die mechanischen Ultegra und Dura Ace, gibt es auch die 105er Gruppe nur noch mit zweifach Kurbeln und 11 Ritzeln an der Kassette. Die Übersetzungsbandbreite wird über die Kettenblätter (Standard 53-39, Semi-Compact 52-36 oder Compact mit 50-34 Zähnen) und die Kassette erzeugt, die es mit einer maximalen Zähnezahl von 25 bis 34 Zähnen gibt.

Ultegra R8000

Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.

Dura Ace R9100

Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.

Di2 Ultegra 8100 und Dura Ace 9200

Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Das zusätzliche Ritzel an der Kassette wurde schlau integriert und sorgt für eine besonders feine Abstufung bei fast jeder Geschwindigkeit. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller. Die größte Neuerung neben dem 12. Ritzel ist die kabellose Übertragung von Schaltbefehlen der Bremsschalthebeln.

Die Shimano Dura-Ace Schaltung im Detail

Während es bei anderen Getrieben vor allem beim Schalten auf kleinere Ritzel immer mal kracht, wechselt Shimanos Top-Gruppe die Gänge etwas leiser. Geheimnis sind über Jahrzehnte verfeinerte, perfekt aufeinander abgestimmte Ritzel und Ketten. Auch der vordere Umwerfer arbeitet beeindruckend schnell und präzise in allen Situationen - besser geht es derzeit nicht. Die Schaltung lässt sich simpel und intuitiv einstellen. Die Montage bekommt man ohne Weiteres auch ohne Anleitung hin, die Feineinstellung des Schaltwerks mit der Shimano-App ist ein Kinderspiel. Der zentrale und verkabelte Akku, der das Schaltwerk und den Umwerfer versorgt, ist meist fest im Rahmen verbaut - das Rad muss zum Aufladen per Magnetkabel deshalb immer in die Nähe einer USB-Steck­dose gebracht werden.

Bedienung und Ergonomie

Die Anordnung der Schaltknöpfe hinter den Bremshebeln geht auf Shimanos Schaltlogik der mechanischen Systeme zurück: Der vordere Knopf wechselt auf ein größeres Ritzel oder Kettenblatt, der hintere auf ein kleineres.­ Wer die mechanischen Shimano-Hebel noch gewohnt ist, kommt damit schnell zurecht. ­Alternativ lassen sich die Tasten umprogrammieren oder eine Automatik einstellen. Die beiden Schalttasten sind klarer voneinander abgegrenzt und auch mit Handschuhen eindeutig zu fühlen. Die schlanken Griffkörper können kleine wie große Hände gut greifen, die Griffweite lässt sich einstellen. Der vordere Höcker ist leicht nach innen geneigt und bietet guten Halt, wenn man sich im Wind flach ­machen will.

Dura-Ace Scheibenbremsen

Die Shimano-Disc spricht sensibel an und lässt sich gut dosieren. Bei leichten Bremsungen benötigt sie etwas mehr Handkraft als Campa­gnolo und SRAM. Doch im Ernstfall steht auch bei der Dura-Ace (und der etwas günstigeren Ultegra) viel Bremskraft zur Verfügung, weil ein integrierter Bremskraftverstärker mit zunehmendem Hebelweg immer mehr Bremsleistung herausholt. Eine Schwäche sind die leichten Bremsscheiben mit Aluminiumkern. Bei Nässe sind sie anfällig für Quietschgeräusche. Bei starken Bremsungen können sie anschließend leicht an den Belägen schleifen. Schwere Athleten sollten auf Vollstahlscheiben setzen, denn ­uneingeschränkt standfest ist die Sandwich-Konstruktion nicht.

App & Zusatzfunktionen

Die Shimano-App zeigt sich nutzerfreundlich und bietet viel: Die Schaltung ist schnell gekoppelt, per Smartphone lassen sich dann die Schaltung einstellen, Knöpfe neu belegen oder Schaltautomatiken festlegen. Zusatzknöpfe auf dem Höcker der Schaltgriffe können mit Funktionen belegt werden, zum Beispiel für die Bedienung von Garmin- oder Wahoo-Computern. Im Detail ist die Menüführung etwas umständlich, bietet aber mehr Individualisierungsoptionen als die Konkurrenz. Auch das optionale Powermeter (ca. 1.000 Euro) wird hier verwaltet, allerdings nur Ladezustand und ­Kalibrierung.

Langzeittest der Dura-Ace Di2 Disc 9170

Im anderthalbjährigen Test der Dura-Ace Di2 Disc 9170 gab es nichts an der Funktion der Schaltung zu kritisieren: Gangwechsel erfolgen jederzeit schnell, verlässlich und geschmeidig - ob am Umwerfer oder am Schaltwerk. Auch die teilautomatisierte Umwerferbetätigung („Synchro Shift“) funktioniert bestens. Ob man’s braucht und nutzen möchte, bleibt Geschmackssache.

Der unsichtbar in der Sattelstütze untergebrachte Akku lieferte im Testzeitraum jeweils Strom für mindestens 1200 Kilometer, meist für deutlich mehr. Wer die E-Tube-App (für iOS und Android) zum Programmieren der elektronischen Schaltung per Smartphone nutzen möchte, braucht einen zusätzlichen Funksender (EW-WU111, ca. 65 Euro, ANT+ und Bluetooth), auch lässt sich die Schaltung darüber mit vielen modernen Radcomputern koppeln, etwa, um die aktuelle Gangkombination oder den Akku-Stand immer im Blick zu behalten.

Die Ergonomie der einstellbaren Hebel und der schlanken Griffhöcker überzeugt - auch mit kleineren Händen -, die Schalttasten sind gut zu erreichen und geben im Normalfall ausreichend Feedback. Nur mit dicken Winterhandschuhen wird’s etwas schwieriger.

Der Verschleiß der Komponenten hielt sich in Grenzen: Kettenblätter und Kassette sehen zum Dauertestende noch gut aus, nur die Kette musste insgesamt dreimal erneuert werden.

Die als Erstausrüstung verbauten organischen Beläge präsentierten sich feinfühlig dosierbar und auch bei Nässe recht geräuscharm.

Als recht kratzempfindlich erwies sich die Oberflächenbeschichtung der Kurbel. Gerade wer viel bei schlechtem Wetter und mit Überschuhen fährt, sollte auf ausreichenden Abstand des Überziehers zur Kurbel achten, sonst zeigen sich schnell unschöne Schleifspuren.

Davon abgesehen gefiel die Gruppe, wie es in Anbetracht des stolzen Preises von 3800 Euro (Zirka-Preis des deutschen Importeurs Paul Lange) zu erwarten ist: jederzeit verlässlich. Bremsen und schalten: mit höchster Präzision.

Erste Praxiseindrücke mit der mechanischen Dura-Ace R9100

Ein spürbarer Fortschritt lässt sich bei den Bremsen feststellen, die noch einmal steifer wirken als vorher und entsprechend kräftig zupacken. Optisch erscheinen die neuen Zangen mit der scharfen Kante im vorderen Bremsarm markanter.

Die Schaltbremshebel unterscheiden sich vor allem durch eine Textur auf den Griffgummis, die es bislang nur bei den Di2-Hebeln gab. Wer mit Handschuhen fährt, nimmt dies kaum wahr, ohne Handschuhe sind die Über­züge aber etwas griffiger. Die Schalt­hebel ­unterhalb der Bremshebel sind an den Enden breiter und aus allen Griff­positionen etwas besser erreichbar.

Für manche Rennradler gewöhnungsbedürftig könnte das neue Schaltwerk im Shadow-Design sein. Die neue, von den Moun­tain­bike-Schaltungen übernommene Aufhängung reduziert die Gefahr von Schäden am Schalt­auge im Fall eines Sturzes oder beim Transport. Zudem entfällt die enge Biegung des Schaltzugs, wodurch die Reibung im Zug verringert wird.

Shimano DURA-ACE Di2 9200: Die nächste Generation

Mit der Shimano DURA-ACE Di2 9200 legen die Japaner ihre Top-Schaltgruppe neu auf und setzen dabei auf einen 12-fach-Antrieb und kabellose Kommunikation zwischen Schalthebel und Umwerfer bzw. Schaltwerk. Dazu kommen neue Brems- und Laufradsysteme auf DURA-ACE-Niveau.

So sind die Griffe weiter nach innen gedreht und weiter nach oben gezogen, wodurch unter den Griffen mehr Platz entsteht. Die Schaltwippen verlaufen bei den ST-R9270-Griffen hinter der Bremse weiter nach unten und stehen minimal weiter nach außen als beim Vorgängermodell. All diese Änderungen sollen zu besserer Schalt- und Brems-Ergonomie führen.

Die Kabelverbindung zu Schaltwerk und Umwerfer, die wir vom Vorgänger kennen, entfällt und wird durch ein proprietäres Shimano-Funksignal ersetzt. Das Shimano Wireless IC (Integrated Circuit) soll dabei viermal schneller kommunizieren als das gängige ZigBee-Protokoll

Der Empfänger für die Funksignale der STIs sitzt ebenfalls im Schaltwerk. Soll der Umwerfer angesprochen werden, dann läuft das Signal vom Schaltwerk über den Akku zum Umwerfer.

Das Schaltwerk ist bei der neuesten Generation der japanischen Top-Gruppe DURA-ACE zum Herzstück des Systems avanciert. Hier befindet sich zukünftig neben der Junction-Box auch die Funkeinheit für Bluetooth und ANT+ sowie die Ladebuchse für den Akku, der Schaltwerk und Umwerfer speist.

Laut Shimano sollen die Schaltvorgänge am Schaltwerk um 58 % schneller vonstattengehen. Der kleinere Teil davon ist realisierbar, weil die kabellose Kommunikation zwischen STIs und Schaltwerk schneller ist als die verkabelte Kommunikation bei der Vorgängerversion. Der größere Teil soll aus Hardwareverbesserungen kommen - sprich: Das Bauteil selbst bewegt sich einfach schneller.

Die frontale Querschnittsfläche des neuen Shimano DURA-ACE Di2 FD-R9250 ist 33 % kleiner als beim Vorgängermodell. Trotzdem schaltet man nun 45 % schneller.

Die Link-Struktur, die den Käfig an den Körper des Umwerfers und an den darin liegenden Stellmotor anbindet, wurde neu angeordnet. Dadurch ist der Stellmotor in der Lage, den Käfig schneller nach innen oder außen zu drücken.

Die Modulation der Bremspower ist nicht direkt intuitiv, da sich der Bremshebel sehr leicht ziehen lässt. Das führt einerseits dazu, dass die eigentlich lineare Modulation sich eher progressiv anfühlt. Ihr solltet euch also ein bisschen Zeit nehmen, um euch an dieses Bremsverhalten zu gewöhnen, und eure Kraft am Bremshebel mit Bedacht dosieren.

Die Kurbeln sind weiterhin aus Metall gefertigt und die Entwickler von Shimano spielen ihre Stärke bei der Bearbeitung des Werkstoffs hier voll aus. Die Formsprache ist sehr gelungen und die Klavierlack-Optik wirkt ausgesprochen hochwertig.

Vergleich verschiedener Rennrad-Schaltgruppen

Die leichteste Seriengruppe auf dem Markt kommt von den US-Amerikanern von Sram. Dieser Hersteller kann keine solche Rennradsportgeschichte aufweisen wie der Konzern aus Italien. Doch auch Sram hat einige Innovationen in den Markt eingebracht.

Am Marktführer Shimano führt ohnehin kein Weg vorbei. Der Komponentenriese aus Japan ist mit gleich drei Gruppen im Testfeld vertreten: der elektronischen Ultegra Di2 und den beiden mechanischen Top-Gruppen Dura Ace und Ultegra.

Srams Force 22 ist das Pendant zu Shimanos Ultegra 6800. Beide Gruppen übernehmen einige der Funktionen der Top-Gruppen von Srams Red und Shimanos Dura Ace 9000, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis.

Die Ergonomie der Griffhöcker wurde im Vergleich zu den klobigen alten 10-fach-Modellen deutlich verbessert, wenngleich kein so schlanker Hebel wie bei der Di2 erreicht werden konnte.

Die elektronische Gruppe des italienischen Traditionsherstellers konnte im Dauertest durchaus überzeugen. Die Elektroversion der Gruppe ist ebenso wie die mechanische von der Wertigkeit und Performance her zwischen der Athena und der Record angesiedelt.

Shimano Dura-Ace Di2 9200 und Ultegra Di2 8100

Das Update von Shimanos Flagschiff ist schon überfällig, jetzt wurde die neue Top-Gruppe endlich vorgestellt. Wir haben alle Infos und einen ersten Test.

Keine Kompromisse also. Oder wie es Erik van Kooten, Category Marketing Manager Road von Shimano, zusammenfasst: "Die Dura-Ace steht für Perfektion." Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, wird es die R9200 nur noch als Di2 geben, die mechanische Dura-Ace ist Geschichte.

Die Schalt-/Bremshebel zum Beispiel, die mit längerem Griffkörper und höheren Höckern großen Händen mehr Platz bieten und mehr Variationen beim Greifen ermöglichen. Die Hebel sind leicht nach außen gestellt, die Schalttasten fallen etwas größer aus, sind klarer voneinander abgesetzt - und treffsicherer bedienbar. Schaltbefehle werden vom STI-Hebel nun per Funk übertragen, wenn gewünscht.

Umwerfer und Schaltwerk werden auch künftig von einem zentralen Akku mit Strom versorgt, kommen also nicht komplett kabellos. Über diese interne Verkabelung laufen auch die Schaltbefehle vom Funkempfänger im Schaltwerk zum Umwerfer.

Shimano geht beim neuen 12-fach-Standard einen kundenfreundlichen Weg und setzt nicht auf ein kleines 9er- oder 10er-Ritzel, sondern hält am 11er fest. Aus zwei Gründen: ein besserer Wirkungsgrad des Antriebs durch größere Umschlingungswinkel und die Abwärtskompatibilität der 12-fach-Kassette. Heißt: Das neue 12-fach-Ritzelpaket passt auf alle Laufräder mit Shimano 11-fach-Freilaufkörper.

Dem Trend zu immer höheren Geschwindigkeiten im Profi­radsport begegnet Shimano mit einer neuen Kettenblattkombination: Die klassische "Heldenkurbel" 53/39 entfällt, 54/40 ist das neue Maß der Dinge.

Dank neuer Hebelübersetzung ("Servo Wave"-Technologie) packt die Bremse schneller kräftig zu, einteilige Bremskörper bringen mehr Steifigkeit bei minimalem Gewicht, 10 % mehr Abstand zwischen Belägen und Scheibe sollen für weniger Geräusche sorgen.

Dura-Ace Di2 im Praxistest

Die Ergonomie der Hebel: noch etwas besser als bei der alten Dura-Ace, große Hände haben mehr Platz, die höheren Hörnchen bieten mehr Möglichkeiten zu greifen. Die größeren Schalttasten mit definierterem Feedback: ebenfalls ein Schritt nach vorn. Die Geschwindigkeit beim Gangwechsel: spürbar schneller.

Vor allem der Umwerfer begeistert mich bei jedem Schaltvorgang: Unabhängig vom Pedaldruck und der Umlaufgeschwindigkeit - die Kette wechselt in atemberaubender Geschwindigkeit von einem Blatt aufs andere.

Auch die Scheibenbremse präsentiert sich stabiler, glänzt mit toller Dosierbarkeit ohne große Handkräfte, dank "Servo Wave"-Übersetzung mit sanft ansteigendem Bremsdruck.

Shimano macht klar, dass neben intelligenter Software, Connectivity und digitaler Systemintegration auch die Scheibenbremse Einzug ins Pro-Tour-Peloton halten wird.

Ultegra R8100

Parallel zur Dura-Ace präsentierte Shimano auch eine neue Ultegra. 12-fach. Mit Funk. Und allen wesentlichen Neuerungen des Top-Ensembles. Wermutstropfen: Eine mechanische Version der beliebten Nummer 2 im Shimano-Portfolio mit zwölf Ritzeln soll es nicht geben!

Käufer der neuen R8100-Serie profitieren bis auf wenige Details von den technologischen Neuerungen der Top-Gruppe: Das 2 x 12-Getriebe wird per Funk angesteuert, soll genauso schnell schalten, die Discs genauso kraftvoll bremsen wie die der großen Schwester.

Da sich die Gruppe nicht primär an Profis richtet, entfallen die große 54/40-Kurbel, die 11-28-Kassette und die Laufräder mit Schlauchreifenfelgen. Dafür wird es auch von der R8100 eine Version mit mechanischer Felgenbremse geben und - erstmals - eine Ultegra-Kurbel mit integriertem Powermeter.

Vor- und Nachteile der Shimano Dura-Ace Di2

  • Plus: geschmeidige Schaltvorgänge, simple Einstellung
  • Minus: Akku nicht entnehmbar, teures Powermeter-Upgrade

Vor- und Nachteile der Shimano Dura-Ace Scheibenbremsen

  • Plus: sensibles Ansprechverhalten, viel Bremskraft bei starken Bremsungen
  • Minus: empfindliche Scheiben, Quietschen bei Nässe

Vor- und Nachteile der Shimano Dura-Ace R9100

  • Plus: ruhiger Lauf, perfektes Schaltverhalten, relativ preiswerte Verschleißteile
  • Minus: geringe Auswahl an Kassetten

Vergleich Top-Gruppen

Merkmal Shimano Dura-Ace SRAM Campagnolo
Bremskraft Hoch Sehr Hoch Hoch
Dosierbarkeit Sehr Gut Gut Gut
Nassbremsverhalten Sehr Gut Gut Gut
Ergonomie (Griffe) Gut Gut Sehr Gut
Schaltverhalten (Umwerfer) Sehr Gut Sehr Gut Gut
Gewicht Mittel Gering Mittel
Preis-Leistungs-Verhältnis Gut Mittel Mittel

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