E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, doch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 25 km/h stellt für viele Fahrer ein Ärgernis dar. Verschiedene Tuning-Methoden versprechen Abhilfe, doch welche Optionen gibt es, und welche Konsequenzen sind zu beachten?
Grundlagen des E-Bike-Tunings
E-Bikes messen die Geschwindigkeit über einen Magneten in den Speichen und einen Sensor am Rahmen. Das E-Bike misst die Geschwindigkeit wie jeder andere Fahrrad-Tacho auch - mit einem Magneten in den Speichen und einem Sensor (Reed-Kontakt) am Rahmen, der bei jeder Radumdrehung ein Signal gibt. Aus Radumfang und Drehzahl lässt sich die Geschwindigkeit berechnen. Ist die Geschwindigkeit größer als 25, gibt es keine Unterstützung mehr. Tuning-Chips setzen hier an, um die Geschwindigkeitsbegrenzung auszuhebeln.
Wie funktioniert E-Bike-Tuning?
Einfache Tuning-Chips für E-Bikes setzen zwischen Magnet, Sensor und Steuerungselektronik an. Kommt nur noch jedes zweite Signal an, denkt das Fahrrad, es wäre nur halb so schnell, und unterstützt entsprechend bis 50 km/h. Früher reichte es, in den Einstellungen des Fahrrads den Radumfang zu verändern, um schneller fahren zu können. Doch die Hersteller der Antriebe haben diese Einstellungsmöglichkeiten vernagelt oder zu einem zahnlosen Tiger degradiert: Bei aktuellen Panasonic-Antrieben gibt es die Option, den Radumfang zu verändern - Auswirkungen hat das aber ausschließlich auf die Anzeige des Tachos, aber nicht auf die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit.
Tuning-Optionen für Shimano EP8 Motoren
Für Shimano EP8 Motoren gibt es verschiedene Tuning-Chips auf dem Markt, die jeweils unterschiedliche Funktionen und Eigenschaften bieten.
SpeedBox 1.3 B.Tuning
SpeedBox 1.3 B.Tuning bringt eine einzigartige Verbindung eines E-Bikes mit einem Handy. Der Chip ist bis ins Detail auf Leistung und maximalen Fahrspaß optimiert. Der Chip deaktiviert die Geschwindigkeitsbegrenzung des E-Bikes und Sie können das Fahren mit unbegrenzter Geschwindigkeit genießen. Nach der paarung mit der Handy SpeedBox App sehen Sie echte Fahrdaten auf dem mobilen Display oder Sie können die maximale Hilfsgeschwindigkeit genau so einstellen, wie es für Sie passt. Überwachen und zeichnen Sie alle Fahrparameter auf Ihrem Telefondisplay auf. Im Vergleich zu früheren Versionen wird dieses neue Produkt auch in den E-Tube-Anschluss des Motors eingesteckt. Deswegen muss der Motor des E-Bikes, an dem Sie die neue Version der SpeedBox für Shimano installieren möchten, einen freien E->Tube-Anschluss haben. Ein freier E-Rohr-Anschluss ist gewöhnlich nicht verfügbar bei E-Bikes, die z.B. Dieser Chip ist auch einfach zu bedienen.
Sie können den SpeedBox 1.3 B.Tuning-Chip in der Handy- App oder über die Lichter steuern. Wenn die Lichter ausgeschaltet sind, können Sie mit unbegrenzter Geschwindigkeit fahren. Sie schalten die Tuning-Funktion einfach aus, indem Sie die Lichter aktivieren. Neu in dieser Version ist die Möglichkeit, die Doppelklickfunktion in der App zu aktivieren. Durch Aktivierung dieser Funktion wird die Beleuchtung tuningunabhängig. Durch Doppelklicken auf die LIGHT-Taste blinken die Lichter und das Tuning wird eingeschaltet. Die speziell für die SpeedBox 1.3 B.Tuning entwickelte SpeedBox-App nutzt die Bluetooth-Technologie, um Ihr E-Bike mit Ihrem Mobiltelefon zu verbinden. Nach dem Download der App und der Verbindung des Handys mit dem E-Bike sehen Sie die aktuellen Daten und Fahrparameter auf dem Telefondisplay. Sie können einzelne Fahrten speichern, mit Freunden vergleichen und Ihre eigenen Leistungen ansehen. Laden Sie die SpeedBox-App auf Ihr Handy herunter, bevor Sie den SpeedBox 1.3 B.Tuning-Chip bestellen. Probieren Sie die Demoversion aus und lernen Sie alle Goodies kennen. Gleichzeitig stellen Sie sicher, dass die App auf Ihrem Handy voll funktionsfähig ist. Wir verwenden für die Produktion von SpeedBox-Chips Originalstecker, damit der Einbau des Chips wirklich einfach ist und die Verbindung korrekt ist. Wir haben detaillierte Anweisungen geschrieben und Videos aufgenommen, dank denen jeder Kunde die SpeedBox selbst installieren kann. Die Demontage des Tuning-Chips ist genauso einfach wie die Montage.
RedPed 2s Modul
Das RedPed 2s Modul ist eines der umfangreichsten Tuning Tools für E-Bikes mit Shimano EP8 Antrieben überhaupt. Die Kernfunktion des RedPed 2s ist die Aufhebung der 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung, wobei sich über die App noch zahlreiche weitere Einstellungen vornehmen lassen, z.B. lässt sich die Maximalgeschwindigkeit individuell festlegen oder ein individueller Aktivierungscode einstellen. Außerdem lassen sich über die App unterwegs viele nützliche Fahrparameter anzeigen, u.a. Im Vergleich zum Vorgängermodell, dem RedPed 2 Plus, bietet das RedPed 2s eine ganze Reihe interessanter Verbesserungen, z.B. Hinweis: Nach Einbau kann das RedPed sowohl über die App, als auch über die Bedientasten am E-Bike aktiviert / deaktiviert werden.
- Sehr genaue Einstellung des Radumfangs über die AUTO Funktion.
- Berg Modus für Di2 Schaltungen: Da die vom RedPed Modul erzeugte geteilte Geschwindigkeit immer eine Radumdrehung nachläuft, kann es bei E-Mountainbikes mit Di2 Schaltung bei geringen Geschwindigkeiten zum Fehler W011 kommen.
- Einfacherer Reset des Moduls: Schalte das E-Bike ein, und stecke daraufhin das beigelegte Reset Kabel in den Reset-Stecker. Nach 20 Sekunden wird das RedPed Modul zurückgesetzt.
- Max Speed einstellen: Über die App lässt sich die maximal unterstützte Geschwindigkeit auf einen individuellen Wert einstellen, von 15 km/h bis 45 km/h (bei den 45 km/h handelt es sich um die theoretische Höchstgeschwindigkeit, das real erreichbare Tempo hängt ab von verschiedenen Faktoren, z.B.
- Tuning lässt sich ein- und ausschalten, via App oder mittels der Licht-Taste. Bei der Aktivierung mittels Licht-Taste kannst du selbst festlegen, wie oft das Licht an- und ausgeschaltet werden muss um das Tuning zu aktivieren (0-20 mal drücken).
- „Sichtbarkeit“: Stell ein, wie lange das Modul in der App auffindbar sein soll, nachdem das E-Bike eingeschaltet wurde.
- „Speed teilen bei“: Stellt ein, wie die Geschwindigkeit geteilt werden soll (10-24 km/h). Je höher der Wert eingestellt wird, desto besser. Wenn er aber zu hoch eingestellt ist, hört die Unterstützung vor Erreichen der Max Speed auf.
Mit der RedPed App lassen sich nicht nur die Einstellungen des Tuning Moduls festlegen, sie kann unterwegs auch zahlreiche nützliche Fahrparameter anzeigen. Du kannst die Displayanzeige deinen persönlichen Vorlieben entsprechend anpassen - z.B. kannst du Werte verstecken oder die Farben von Spalten & Zeilen ändern etc. Bei Bedarf kann ein Firmware Update für das RedPed 2s Modul durchgeführt werden, so dass das Tuning immer wieder aktualisiert werden kann. Dazu muss man das Menü in der App öffnen und auf „Firmware Update“ klicken. Die „RedPed Version“ zeigt die aktuelle Firmware an. Die „Image Version“ dagegen ist die neueste Version. Sollte diese höher sein als die „RedPed Version“, wird der Button „Starte Update“ angezeigt. Sobald man den Button drückt, wird das Update gestartet. Nach dem Update startet sich das Modul neu, wobei übrigens alle Einstellungen erhalten bleiben.
Das RedPed 2s Modul muss angeschlossen werden zwischen Speedsensor und Motor (um Zugang zu den benötigten Steckverbindungen zu erhalten, muss die Schutzabdeckung des Motors kurzzeitig entfernt werden). In den meisten Fällen lässt sich das Modul im Anschlussbereich des Motors platzieren (manchmal auch im Rahmenrohr). Genauere Infos finden sich in der Bedienungsanleitung. Nach dem Einbau misst das Modul die tatsächliche Geschwindigkeit und generiert ein eigenes Geschwindigkeitssignal für das Motorsteuergerät. Dabei wird eine niedrigere Geschwindigkeit generiert, so dass die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung quasi überlistet wird.
Wichtig: Die Tuning Funktion des RedPed 2s Moduls kann nur bis zu der oben angegebenen Motor Firmware Version gewährleistet werden. Falls der Shimano Motor nach dem Erwerb des Moduls auf eine höhere Firmware Version geupdated wird, lässt sich die Tuning Funktion nicht mehr gewährleisten.
Shimano EP8 vs. STEPS E8000: Ein Vergleich
Der Shimano EP8 ist der Nachfolger des STEPS E8000 und bietet einige Verbesserungen gegenüber seinem Vorgänger. Hier ist ein Vergleich der beiden Motoren:
Gewicht
Der Shimano EP8 ist leichter als der STEPS E8000 (2,88 kg vs. ). Shimano setzt beim neuen EP8-Motor auf Magnesium statt wie bisher beim STEPS E8000 auf das schwerere Aluminium.
Drehmoment
Der Shimano EP8 liefert mehr Drehmoment (70 Nm vs. ). Mit der Steigerung des maximalen Drehmoments ist der neue EP8-Motor um 21 % kraftvoller als der vier Jahre alte STEPS E8000. Allerdings macht sich das auf dem Trail oftmals gar nicht bemerkbar.
Tretwiderstand
Der interne Tretwiderstand des EP8 wurde laut Shimano um 36 % reduziert. Das haben die Japaner durch eine Überarbeitung des Getriebes und neue Dichtungen der Lager erreicht, die alle weniger Reibung erzeugen. Ob es genau 36 % sind, konnten wir natürlich nicht klären. Aber auf dem Trail lässt sich beim EP8 kein Tretwiderstand feststellen, während der alte STEPS E8000 jenseits der 25 km/h einen spürbaren Tretwiderstand hat.
Lautstärke
Der neue Shimano EP8-Motor ist deutlich leiser als bei seinem Vorgänger. Fährt man in der Ebene auf einem EP8 neben einem STEPS E8000-Motor, hört man fast ausschließlich die Motorengeräusche des E8000-Bikes. Dennoch ist der neue EP8-Motor in vielen Situationen lauter. Nicht weil er summt, sondern weil er klackert: Bauartbedingt kommt es beim internen Getriebe zu Klackgeräuschen, die bei einem Lastwechsel an der Kette entstehen - beim Ein- und Aussetzen der Unterstützung und beim Einfedern des Hinterbaus, z. B. bergab auf dem Trail oder wenn man über unebenen Untergrund fährt. Der feuchte Traum vom leisen Bike, dem viele ambitionierte Mountainbiker nachhängen, ist damit dahin.
Kompaktheit und Konnektivität
Der neue EP8 ist um einiges kompakter als der STEPS E8000. So können die Bike-Hersteller ihre bereits entwickelten Rahmenplattformen weiter nutzen. Auch in Sachen Konnektivität hat der neue EP8 die Nase vorn, denn er ist im Unterschied zum STEPS E8000 out of the Box mit der E-TUBE RIDE-App kombinierbar.
Fahrleistung auf dem Trail
Der neue EP8 ist auf dem Trail viel besser als der alte Shimano STEPS E8000. Im Detail lassen sich zahlreiche Verbesserungen in der Charakteristik des Motors feststellen: Egal in welchem Fahrszenario arbeitet der EP8 natürlicher und bringt, falls gewünscht, mehr Motorleistung geschmeidiger auf den Trail. Besonders deutlich wird das im Trail-Modus. Vor allem das um 15 Nm gesteigerte Drehmoment lässt den EP8 beim Beschleunigen, unter großer Last oder bei niedrigen Trittfrequenzen - z. B. bei falscher Gangwahl - am alten Motor vorbeiziehen. Auch wenn der neue EP8 den alten Motor auf dem Trail weit hinter sich lässt, muss er sich doch in der Disziplin „Geräuschkulisse“ geschlagen geben.
Zusammenfassung der Unterschiede
| Merkmal | Shimano EP8 | Shimano STEPS E8000 |
|---|---|---|
| Gewicht | Leichter (Magnesium) | Schwerer (Aluminium) |
| Drehmoment | 70 Nm | Geringer |
| Tretwiderstand | Reduziert um 36% | Spürbarer Widerstand |
| Lautstärke | Leiseres Summen, aber Klackgeräusche | Lauteres Summen |
| Konnektivität | E-TUBE RIDE-App kompatibel | Bluetooth-Dongle erforderlich |
Rechtliche Aspekte und Konsequenzen
Das Verbauen eines Tuning-Chips ist nicht verboten, der Betrieb eines solchen Fahrrads auf öffentlichen Straßen hingegen schon. In der Praxis ändert sich bei einem E-Bike, das über 25 km/h hinaus unterstützt, rechtlich alles. Es handelt sich um ein Kraftfahrzeug, was zugelassen und versichert sein muss - man kann es aber weder zulassen noch versichern, weil das bei einem Pedelec nicht vorgesehen ist.
Unterm Strich ist das Fahren eines getunten E-Bikes also in etwa vergleichbar mit dem Fahren mit einem nicht versicherten Auto ohne Kennzeichen und TÜV. Da kommen verschiedene Tatbestände zusammen, unter anderem Fahren ohne Versicherungsschutz. Die gravierendste Gefahr ist allerdings, dass im Falle eines Unfalls keine Versicherung aufkommt und der Fahrer des Tuningrads mit seinem kompletten Privatvermögen für alles Schäden haftet - das kann zum Ruin führen.
Daher versuchen viele E-Bike-Modchips, bei einer Kontrolle möglichst nicht aufzufallen. Die meisten sind zunächst mal nicht aktiv und müssen erst durch Eingabe einer Tastenkombination scharf geschaltet werden. Andere lassen sich wie ein USB-Stick in Sekundenbruchteilen abziehen; kommt es zu einer Kontrolle, „ist ja gar kein Chip da“.
Da sich die Manipulation aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nachträglich über die im Antrieb gespeicherten Daten nachweisen lässt, sind solche Tricks kaum das Papier wert, auf dem sie erklärt werden. Wer also mit seinem Bike im Bereich der Straßenverkehrsordnung unterwegs ist, sollte die Finger vom Tuning lassen.
Werkstatt verweigert Reparatur wegen Tuning
Eine Werkstatt wollte mein e bike nicht reparieren weil mal ein Chip verbaut war. Ja klar darf man das verweigern. Machen wir auch. Das hat u.a. Garantie & Gewährleistungsgründe. Weil auch auf eine Reparatur hat man eine Gewährleistung. Sobald wir merken das dort ein Tuning Chip eingebaut ist, ist die Reparatur zuende und der Kunde darf sein Rad abholen kommen. Wenn dieser uns direkt sagt das einer eingebaut ist, sagen wir ihm dass er sein Rad bitte dann selbst reparieren soll. Ggf wird auch die Polizei dazugeholt, da dies einen Straftatbestand darstellen kann. Sollte das Rad ein Leasing Rad sein wird außerdem die entsprechende Leasinggesellschaft & dahinterstehende Versicherung informiert, das der Nutzer das Rad frisiert hat. Auf den Nutzer kommen dann auch ggf Vertragsstrafen und Ermittlungsverfahren zu. Das Rad kann u.a. auch Beschlagnahmt werden.
Sie dürfen generell Leute ablehnen. Ist ein Pedelec getuned kann das für die Werkstatt sogar rechtliche Konsequenzen haben, denn sie müssen auf ihre Reparatur eine Gewährleistung geben und das geht ja bei einem gechipten Bike gar nicht mehr, da unsicherer. Übrigens ist es nicht generell erlaubt, solch ein Bike auf privatem Grund zu fahren. Dieser private Grund darf auch nicht öffentlich zugänglich sein. Das entsprechende Grundstück muss also umzäunt sein (z.B. eine umschlossene Fahrradrennstrecke).
Fazit
E-Bike-Tuning ist naheliegend und zumindest bei vielen Rädern auch noch sehr einfach durchzuführen - doch die drohenden Konsequenzen sind so hoch, dass wir nur raten können, die Finger davonzulassen.
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